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U17-WM: EM-Finalist Frankreich und Brasilien ausgeschieden

Von am 5. November 2008 – 11.03 Uhr 2 Kommentare

Für zwei der Topfavoriten auf den Titel ist die U17-Frauenfußball-Weltmeisterschaft in Neuseeland vorzeitig beendet. Brasilien gelang gegen Afrikameister Nigeria auch im dritten Spiel kein Sieg.

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Deutschlands EM-Finalgegner Frankreich reichte ein Remis gegen die USA nicht für das Erreichen des Viertelfinales. Dagegen qualifizierten sich zwei asiatische Teams als Gruppensieger.

Der brasilianische Nachwuchs musste sich im abschließenden Gruppenspiel gegen Nigeria mit einem 2:2 zufrieden geben. Nach den Niederlagen gegen England und Südkorea eine weitere Enttäuschung für die Südamerikanerinnen, deren Nachwuchs mit großen Hoffnungen nach Neuseeland gereist war.

Gruppen und Tabellen
Spiele

Doch noch bitterer ist das Aus für Frankreich, im Mai in der Schweiz noch Finalist gegen Deutschland bei der Europameisterschaft in Nyon. Die Französinnen hätten nach der 1:7-Klatsche im Spiel gegen Japan die USA bezwingen müssen, um weiter im Wettbewerb zu bleiben. Doch am Ende reichte es nur zu einem 1:1, Vicki di Martino hatte die USA in Führung gebracht, den Französinnen gelang durch einen Distanzschuss nur noch der Ausgleich durch Lea Rubio.

Die starken Japanerinnen untermauerten auch beim 7:2-Sieg gegen Paraguay, dass mit dem Team zu rechnen sein wird. Beeindruckende neun Punkte und 17:5-Tore stehen nach der Vorrunde zu Buche. England musste nach den beiden Siegen zum Auftakt eine herbe 0:3-Niederlage gegen Südkorea hinnehmen, doch beide Teams stehen im Viertelfinale, wo es nun reizvollen Duellen kommen wird.

Alle Viertelfinalspiele im Überblick:

Dänemark – Nordkorea
Deutschland – Kanada
Japan – England
Südkorea – USA

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    Mein persönliches Zwischenfazit lautet, dass die asiatischen Teams augenblicklich die Gewinner dieser ersten U17-Weltmeisterschaft im Frauenfußball sind. Zwar ist auch der europäische Kontinent mit drei Mannschaften im Viertelfinale vertreten, doch in direkter Konkurrenz der Vorrundenspiele übertrumpften die Asiatinnen die Europäerinnen. Ob dies am Ende auch so sein wird ist natürlich ungewiss, und selbst im Jugendfußball zirkuliert ja schon die legendäre Moritat von Gary Linneker …

    In der vergangenen Nacht sah ich phasenweise die Partie Republik Korea vs England. Auffallend war natürlich die körperliche Überlegenheit der Damen von der Insel und gleichzeitig auch deren Manko. Die Asiatinnen spielten blitzschnell, und phasenweise schien es mir, als suchten die Engländerinnen nach ihrem Körperschwerpunkt. Es ist auch bei manchen deutschen Spielerinnen, sowohl im Nachwuchs- als auch im Seniorenbereich auffällig, wie plumb und beinahe ohne Körpergefühl sie auf dem Platz agieren. Ich will damit niemanden attackieren, aber dieses Manko, das der Literatur nach auch auf die Vernachlässigung des turnerischen Moments in ganz jungen Jahren zurückzuführen sei, ist in der Trainingswissenschaft schon lange bekannt, findet aber in der praktischen Trainingsarbeit nicht die gebührende Bedeutung. Und wer sich noch erinnert, wie die amerikanischen Fitness-Trainer ob ihrer Bänder in der ersten Phase der Ära Klinsmann verhohnepiepelt worden sind, könnte ermessen, wie schwierig die Umsetzung einer innovativen Trainingsarbeit in dieser mit Klischees beladenen Sportart ist.

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Max, sehe es genauso, dass die Asiatinnen den Aufwärtstrend jetzt auch im Juniorinnenbereich bestätigen. Erstaunlich ist vor allem deren Schnelligkeit, wenn man etwa gesehen hat, wie Japan EM-Finalist Frankreich überpowert hat. Ich vermag es nur schwer zu beurteilen, inwieweit in punkto Körpergefühl Vorteile herrschen bzw. ob etwa in Asien in jungen Jahren mehr an der Feinmotorik gearbeitet wird.

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