U17-WM: DFB-Team bangt um Torhüterin Sarholz

Von am 3. November 2008 – 12.01 Uhr 7 Kommentare

Die Zuschauer im Stadion von Christchurch und an den Fernsehschirmen in der Heimat rieben sich am Samstag beim Spiel der deutschen U17-Frauenfußball-Nationalmannschaft gegen Ghana verwundert die Augen.

Gleich zwei Mal patzte die ansonsten so sichere Torhüterin Anna Felicitas Sarholz und ermöglichte den Westafrikanerinnen zwei Treffer, die das deutsche Team fast noch einmal in die Bredouille gebracht hätten. Doch was zu diesem Zeitpunkt niemand ahnte: die Aussetzer hatten einen Grund.

Es war die 25. Spielminute, als Sarholz nach einer Ecke der Ghanaerinnen beim Versuch den Ball zu fangen, in vollem Tempo mit Ghanas Stürmerin Florence Dadson zusammenprallte. Beide Spielerinnen krümmten sich auf dem Boden, konnten aber nach kurzer Behandlungspause scheinbar unbeschadet weiterspielen.

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Schwere Verletzung
Doch: Nach Informationen von Womensoccer.de hat sich Sarholz bei dieser Aktion eine schwere Verletzung zugezogen. Neben einer starken Rücken- zog sie sich zudem eine Gesichtsprellung zu, die die gesamte Gesichtshälfte beeinträchtigt. Dennoch spielte die ehrgeizige Sarholz die komplette Spielzeit durch.

Offenbar konnte Sarholz, angetrieben von unbändigem Ehrgeiz, in der Halbzeit den deutschen Mannschaftsarzt davon überzeugen, weiter spielen zu können. Eine Fehleinschätzung.

Im abschließenden Gruppenspiel gegen Nordkorea (4. November, live ab 4.00 Uhr auf FIFA-TV) ist nicht mit einem Einsatz von Sarholz zu rechnen. Bleibt zu hoffen, dass sie bis zum Viertelfinale am 8. November wieder einsatzfähig ist. Doch im Zweifelsfall sollte man kein Risiko eingehen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • SCW sagt:

    Oh mein Gott!!! 🙁
    Felix, alles erdenklich Gute! Werd schnell wieder fit, aber schone dich und überstürze es nicht, deine Gesundheit geht vor! Gute Besserung!

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  • ViolA sagt:

    oh ha. das ist echt übel. sah ja auch so aus. gute besserung an felix!

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  • Ruhrschnellweg sagt:

    An aller erster Stelle: Gesundheit geht vor! daher: gute Besserung!

    Bedenklich für mich: mir ist klar, dass bestimmt alle im Kader ehrgeizig sind, sonst wären sie nicht da, wo sie sind, würden Opfer und Stress in Kauf nehmen. Aber kann der Ehrgeiz schon so weit gehen? Jeder hatte doch den Zusammenprall gesehen, kann es so schlimm sein den Platz spätestens zur HZ zu räumen, einer Teamkameradin die Chance zum Einsatz zu verwehren?
    Das sollte keine Schule machen…

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  • Svenja sagt:

    Sehe ich genauso – das klingt leider irgendwie nach falschem Ehrgeiz. Sie scheint den Stammplatz doch sicher zu haben, warum lässt sie dann nicht eine der beiden anderen – sehr guten – Keeperinnen für eine Halbzeit ran? Gerade bei dem Ergebnis und der bis dahin souveränen Leistung des deutschen Teams. Da hätte aber evtl. auch der Trainer ein Machtwort sprechen müssen. So hat sie sich wirklich keinen Gefallen getan – die „Böcke“ von ihr waren so schlimm, dass ich mir schon so Gedanken gemacht hab, ob man im nächsten Spiel nicht besser einer Lisa Schmitz eine CHance gibt.

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  • djane sagt:

    naja, auch das Ärzte-Team sollte sich in Zukunft vielleicht besser durchsetzten. Sicherlich ist eine 17-jährige schon fast erwachsen, dennoch kann man da intervenieren, auch wenn die Verletzte angibt, wieder ok zu sein. Gute Besserung.

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  • Brandy sagt:

    Ich würde Sarholz keine Vorwürfe machen. Ohne den absoluten Ehrgeiz kommt man nicht zu einer Weltmeisterschaft. Und die Ärzte hätten da einfach ihr Veto einlegen müssen,wenn sie die Schwere der Verletzung gesehen haben. Ehrlich gesagt,wenn ich 2 fat gleich starke Torhüterinnen hinter mir haben würde,würde ich meinen Platz auch nicht freiwillig räumen….

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  • Karsten_TurbineP sagt:

    Gute Besserung Anna 🙂

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