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Bayern-Ausrutscher bringt neue Spannung

Von am 27. Oktober 2008 – 11.06 Uhr 1 Kommentar

45 Minuten lang gab es am Sonntag im Sportpark Aschheim vor 410 Zuschauern nur vage Anzeichen dafür, dass der Spitzenreiter der Frauenfußball-Bundesliga gegen den SC Freiburg ins Straucheln kommen sollte. Doch trotz einer 2:0-, 3:1-, 4:3- und 5:4-Führung verließen die Münchener am Ende beim 5:5 den Platz erstmals in dieser Saison nicht als Sieger.

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Ein Punktverlust, der sich wie eine Niederlage anfühlt und der siegenden Konkurrenz um Meister 1. FFC Frankfurt, 1. FFC Turbine Potsdam und FCR 2001 Duisburg neues Selbstvertrauen und eine Extraportion Motivation gegeben haben dürfte.

Bayern-Trainer Günther Wörle erklärte: „Wenn man fünf Tore erzielt, muss man das Spiel auch gewinnen. Unser Defensivverhalten war heute komplett anders als sonst. Besonders die zweiten Bälle nach Standard-Situationen konnte Freiburg nutzen.“ Nur zwei Gegentreffer hatte die Bayern-Abwehr in den sieben Spielen zuvor hinnehmen müssen.

Verschenkte Punkte
Doch schon beim 2:1-Sieg gegen den Hamburger SV unter der Woche hatte sich angedeutet, dass der ungewohnte Rummel um das Team mit TV-Auftritt und Presseterminen, Müdigkeit und ein Hauch von Selbstzufriedenheit negative Auswirkungen auf das Defensivverhalten des gesamten Teams hatte.

Die angestrebten vier Punkte aus den Partien gegen den HSV und Freiburg hat die Elf zwar geholt, doch nach dem hart erkämpften HSV-Sieg waren Punktverluste gegen die Breisgauerinnen nicht mehr einkalkuliert. Am kommenden Spieltag geht es zu Aufsteiger Herforder SV, danach folgt eine lange Pause bis Dezember, da fünf Bayern-Spielerinnen zur U20-WM nach Chile abgestellt sind.

Potsdam ohne Probleme
Unterdessen gab sich die Konkurrenz keine Blöße. Die Potsdamerinnen siegten im Ost-Derby bei Aufsteiger USV Jena souverän mit 5:0. Vor der beachtlichen Kulisse von 1.650 Zuschauern machte der Tabellenzweite unter den Augen von WM-OK-Chefin Steffi Jones den Klassenunterschied an diesem Tag sichtbar.

Das Abwehrbollwerk der Jenaerinnen hielt eine knappe halbe Stunde, doch dann brach Kapitänin Jennifer Zietz den Bann. Viola Odebrecht und Anja Mittag sorgten noch vor der Pause für klare Verhältnisse, erneut Mittag und Babett Peter machten in der zweiten Halbzeit den klaren Erfolg perfekt.

Laudehr-Verletzung überschattet Duisburgs Sieg
Auch der FCR 2001 Duisburg hielt sich beim mühelosen 4:0 (1:0)-Auswärtserfolg gegen den SC 07 Bad Neuenahr schadlos. Zwei Treffer von Linda Bresonik sowie Tore von Stephanie Goddard und Inka Grings erhöhten das Torekonto der Duisburgerinnen nach sieben Spielen bereits auf 30 Treffer.

Doch trotz des Sieges gibt es Sorgenfalten bei den Löwinnen. Denn nach einem Zusammenprall musste Simone Laudehr die bereits lädierte linke Schulter wieder eingerenkt werden, möglicherweise muss sich die Nationalspielerin einer baldigen Operation unterziehen.

Frankfurt siegt dank Brenner-Hattrick
Meister 1. FFC Frankfurt machte es wie schon so oft in dieser Saison spannend. Wie schon in den Heimspielen gegen Jena und Freiburg fiel die Entscheidung erst in den zweiten 45 Minuten. Die aus der U23 in den Kader geholte 18-jährige Stürmerin Kristina Brenner führte sich mit einem Paukenschlag in die Bundesliga ein. Binnen 19 Minuten erzielte sie einen Hattrick, der die Frankfurterinnen auf die Siegerstraße brachte. Birgit Prinz und Kerstin Garefrekes sorgten für den 5:0-Endstand, der die Kräfteverhältnisse auf dem Rasen allerdings nicht widerspiegelt.

„Wir haben nach dem 0:2 unsere Gegenwehr fast eingestellt. Bis dahin waren wir sehr stark, haben nur unsere Chancen nicht genutzt. Wenn Tanja Vreden in der 50. Minute das 0:1 erzielt, sieht alles vielleicht anders aus“, so HSV-Trainer Achim Feifel. Und auch FFC-Trainer Günter Wegmann räumte ein: „Es war viel enger, als es das Ergebnis aussagt.“

Heimsiege für Essen und Wolfsburg
In den anderen beiden Partien des siebten Spieltags kamen die SG Essen-Schönebeck (4:0 gegen den TSV Crailsheim) und der VfL Wolfsburg (3:0 gegen den Herforder SV) zu deutlichen Heimerfolgen. 

Doch die Crailsheimerinnen verkauften ihre Haut in Essen teuer. Eine knappe Stunde lang konnten die Gäste einen Gegentreffer vermeiden, doch Francesca Weber mit einem Distanzschuss, Stefanie Weichelt, Melanie Hofmann und Caroline Hamann sorgten mit ihren Treffern doch noch für klare Verhältnisse.

Müller trifft zwei Mal
Zwei Tore von Martina Müller und ein Treffer der eingewechselten Stefanie Bunte sicherten dem VfL Wolfsburg beim 3:0 den zweiten Saisonsieg. „Wir hätten heute noch deutlich höher gewinnen müssen. Das wäre aber auch der einzige Vorwurf, den ich meiner Mannschaft machen könnte“, so Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann.

„Wir brauchen auf die Mannschaft nicht einzuprügeln; die Mädels wissen, dass das heute nichts war“, so das Fazit von Herfords Trainer Björn Kenter.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Dirk sagt:

    Hmm. Meinte hätte durchaus mal die super Energieleistungs des SC Freiburg in einem Nebensatz positiv erwähnen können. 😉

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