1. FC Saarbrücken nimmt Fahrt auf

Von am 26. Oktober 2008 – 18.54 Uhr 2 Kommentare

Der Start in die 2. Frauenfußball-Bundesliga war für Absteiger 1. FFC Saarbrücken mit nur zwei Siegen aus den ersten sechs Spielen holprig. Doch beim 5:0 (2:0)-Auswärtssieg gegen Wacker München gab das Team eine eindrucksvolle Kostprobe des eigenen Potenzials. Und das, obwohl Spielführerin Nadine Keßler erst in zwei bis drei Wochen wieder spielen wird.

Der 3:1-Erfolg im DFB-Pokal bei Bundesligist USV Jena scheint die Fesseln gelöst zu haben. In München drückten die Gäste von Beginn an aufs Tempo. Gerade einmal 80 Sekunden waren gespielt, da vergab Selina Wagner nach Vorarbeit ihrer Sturmpartnerin Lisa Schwab die frühe Chance zur Führung.

Führung durch Leykauf
Saarbrücken war weiter die Spiel bestimmenden Mannschaft. Es dauerte bis zur 19. Minute, da nahm die starke Julia Leykauf einen Pass von Nadine Kraus auf und versenkte den Ball trocken in den Maschen. Weitere gute Möglichkeiten folgten. Nach etwas mehr als einer halben Stunde vergab Wagner nach Steilpass von Kraus die nächste gute Möglichkeit, als sie mit einem Schrägschuss aus 12 Metern scheiterte.

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Doch wenige Minuten später machte sie es besser. Nisa Chioma Igwe überraschte die Wacker-Abwehr im rechten Mittelfeld mit einem langen Ball auf Kraus, die spielte quer auf die mitgelaufene Wagner, die den Ball nur noch einzudrücken brauchte (37.). Das Wacker-Aufbauspiel wurde oft frühzeitig im Keim erstickt, die Offensive der Münchener war kaum zu sehen. Hélène Brévart hatte mit einem Schuss die einzig nennenswerte Chance (40.).

Schwab glänzt als Vorbereiterin
Nach dem Wechsel ließen es die Saarbrückerinnen erst einmal etwas gemächlich angehen, doch ein Heber von Schwab an die Latte, nachdem sie sich schön auf der linken Seite durchgetankt hatte, schien das Hallo-Wach-Signal zu sein (52.). Schwab, die nun immer stärker wurde, setzte sich erneut über links durch, legte den Ball dann schön zurück in den Lauf von Kraus, die mit einem trockenen Schuss für die Vorentscheidung sorgte (59.).

Von den Gastgeberinnen war immer weniger zu sehen, und nur drei Minuten nach dem dritten Treffer fing sich Wacker bereits den vierten ein. Nach schöner Vorarbeit von Leykauf leitete Schwab den Ball zu Wagner weiter, die per Kopf traf (62.).

Wacker zu harmlos
Eine Viertelstunde vor Schluss fand dann ausnahmsweise Wacker wieder einmal den Weg nach vorne. Ein Schuss von Leila Juergensen wurde aber von der umsichtigen Innenverteidigung um Kapitänin Sabine Blank und Josephine Henning abgeblockt (75.). Und auch Stephanie Hopfner blieb bei einem Schuss, den Saarbrückens Torhüterin Romina Holz sicher hielt, der Ehrentreffer verwehrt (79.).

Besser machten es die Gäste: Schwab kam im Mittelfeld an den Ball, war schneller als drei Wacker-Spielerinnen und verwertete eiskalt zum 5:0 (86.). Und fast hätte sie ihre gute Leistung noch mit einem weiteren Treffer gekrönt. In der Nachspielzeit landete ihr Kopfball aber nur an der Latte. Fazit: Wacker war heute kein allzu großer Prüfstein, doch insgesamt hat Saarbrücken angedeutet, dass man auf dem richtigen Weg ist.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Marcel sagt:

    Es ist ja nicht so das die Mannschaft die letzten Spiele schlecht gespielt hat das grosse Problem war und ist auch mit dem Spiel ( obwohl mit 5:0 gewonnen) die Chancenverwertung manche Dinger hätte man einfach machen müssen.
    Zwar nimmt der FCS Fahrt auf allerdings kann man sich schon bei 7 Punkten Rückstand auf Platz 1 fragen ob das nicht schon zu spät ist.

    P.S.: Und wer zum Geier ist Josefine Hegering? 😉

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  • Markus Juchem sagt:

    Arrgh, danke für den Hinweis, sie verzeiht mir den Fauxpas hoffentlich ;-). Hab’s korrigiert. Es stimmt schon, dass auch heute zwei bis drei Tore mehr hätten fallen können. Sieben Punkte schauen auf den ersten Blick viel aus, aber die Saison ist noch lang, auch andere Teams müssen erst mal zeigen, dass sie eine ganze Saison konstant durchspielen können. Aber richtig ist schon, dass Saarbrücken eine Serie hinlegen muss.

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