Überraschungserfolg für Jena – Wolfsburg auf Abstiegsplatz

Von am 23. Oktober 2008 – 12.39 Uhr

Der verletzungsgeplagte Aufsteiger USV Jena bewies beim unerwarteten 3:1-Sieg gegen die SG Essen-Schönebeck trotz 0:1-Rückstand Moral und Kampfgeist, der VfL Wolfsburg fing sich gegen den 1. FFC Turbine Potsdam auf eigenem Platz erneut fünf Gegentreffer ein und findet sich nun gar auf einem Abstiegsplatz wieder.

Nach der Führung der Essenerinnen durch Sandra Deilmann (20.) schienen die Jenaerinnen einer neuerlichen Niederlage entgegenzusteuern. Doch die Gäste hatten die Rechnung ohne Sylvia Arnold gemacht. Erst verwandelte sie einen an Stephanie Pompl verschuldeten Foulelfmeter (55.), nur wenige Minuten später traf sie erneut, diesmal aus kurzer Distanz, nachdem ein Freistoß von Pompl von Susann Utes per Kopf verlängert worden war.

Mit der Führung im Rücken verlegten sich die Gastgeberinnen aufs Kontern, Essen vergab beste Gelegenheiten, darunter in der Nachspielzeit ein Freistoß von Sabrina Dörpinghaus aus 30 Metern an die Latte. Ein Alleingang von Lisa Seiler führte dann in der Schlussminute zur endgültigen Entscheidung und zum bereits zweiten Saisonsieg der Thüringerinnen, der schon jetzt für ein wenig Luft im Abstiegskampf sorgt.

Anzeige

Neuerliche Klatsche für Wolfsburg
Gegen Bayern München musste man sich schon auf eigenem Platz mit 1:5 geschlagen, nun gab es für das Team von Trainer Ralf Kellermann im Stadion am Elsterweg gegen den 1. FFC Turbine Potsdam eine neuerliche 1:5-Pleite.

Britta Carlson hätte sich ihren letzten Auftritt im Trikot der „Wölfinnen“ sicherlich anders vorgestellt. Die Gäste aus Potsdam waren von Anfang an das dominierende Team und beherrschten die Partie, wenn gleich Höhepunkte in der durchschnittlichen Partie zunächst rar waren.

Wolfsburg unter Zugzwang
Nur anfangs der zweiten Halbzeit konnten die Gastgeberinnen das Spiel zeitweise offener gestalten, doch nach dem 1:2-Anschlusstreffer von Shelley Thompson gelang den Potsdamerinnen schnell der wichtige dritte Treffer.

Kellermann meinte nach der Partie: „Es ist schon eine bittere Niederlage, da wir zeitweise dran waren und den Gegner dann durch eigene Fehler wieder stark gemacht haben. Aus dem Spiel heraus haben wir gegen eine Spitzenmannschaft wie Potsdam kaum Chancen zugelassen, das stimmt mich optimistisch. Durch den Sieg von Jena sind wir auf einen Abstiegsplatz gerutscht. Am kommenden Sonntag ist daher ein Sieg gegen Herford Pflicht.“

Tags: , , ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.