Bayern München stottert sich zum Sieg

Von am 23. Oktober 2008 – 10.08 Uhr 1 Kommentar

Schwere Beine, Nieselregen und die frühe Anstoßzeit – der Bayern-Motor stotterte sichtlich beim vorgezogenen Spiel der Frauenfußball-Bundesliga gegen den Hamburger SV, doch ein Freistoß von Nationalspielerin Melanie Behringer in den Schlussminuten sorgte dann doch noch für den hart erkämpften, aber verdienten siebten Sieg der Münchenerinnen im siebten Spiel.

Der gegenüber dem Pokalsieg gegen den 1. FFC Frankfurt auf zwei Positionen veränderte Tabellenführer – Mandy Islacker und Julia Simic standen anstelle der verletzten Stefanie Mirlach und Sylvie Banecki in der Startformation – war gegen den HSV von Beginn an zwar optisch überlegen, doch die Spielerinnen beider Teams kamen nur schwer in die Gänge.

Wenig Höhepunkte
Ein Schuss von Nicole Banecki nach einer knappen Viertelstunde, den HSV-Torhüterin Bianca Weech erst im Nachfassen sicherte, war eines der dünn gesäten Highlights der ersten 30 Minuten. Den Hanseatinnen fehlte unter den Augen von Frankfurts Trainer-Duo Günter Wegmann und Ronny Boretti ohne die verletzte Tanja Vreden und die zunächst nur auf der Bank sitzende Kim Kulig die Durchschlagskraft im Spiel nach vorne.

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Bayern-Führung durch Islacker
Nach einer Ecke von Behringer brachte die am ersten Pfosten lauernde Islacker die Bayern aus kurzer Distanz im zweiten Versuch in Führung (37.). Doch auch die Führung verlieh dem Bayern-Spiel nicht zu mehr Schwung und Esprit. Ein Kopfball von Imke Wübbenhorst sorgte kurz vor der Pause für den Hauch einer HSV-Chance.

Aigner trifft Pfosten
Auch nach dem Seitenwechsel plätscherte die Partie vor sich hin, bis die an diesem Tag sonst unauffällig agierende Nina Aigner mit einem Pfostenkracher aus 25 Metern fast für die Entscheidung gesorgte hätte (62.).

Ausgleich durch Kameraj
Durch die Einwechslung von Kulig kam dann mehr Zug ins Offensivspiel der Hanseatinnen, die Viererkette der Bayern, an diesem Tag etwas unsicher, bekam nun häufiger Arbeit. Nach einem Zweikampf zwischen Corinna Paukner und Patricia Hanebeck im Strafraum gab es einen Foulelfmeter, den Aferdita Kameraj sicher verwertete (72.).

Siegtreffer durch Behringer
Die Bayern drückten in der Schlussviertelstunde aufs Tempo, Behringer wechselte nun in als Partnerin von Aigner in den Sturm. Bianca Rech vergab aus kurzer Distanz die Chance zur neuerlichen Führung (81.). Besser machte es dann Behringer, deren Freistoß durch die Mauer hindurch flach im Gehäuse von Weech einschlug (87.) und den Bayern doch noch verdiente drei Punkte sicherte.

Trainerstimmen
Bayern-Trainer Günther Wörle meinte nach dem Spiel: „Man kann nicht immer glänzen. Aber trotz unseres bescheidenen Niveaus heute, haben wir in der Schlussphase noch auf das zweite Tor gedrückt. Man braucht auch mal einen Zufallstreffer.“ Ein stinksaurer HSV-Trainer Achim Feifel meinte: „Das ist das dritte Tor, das wir durch die Mauer bekommen. Da muss man irgendwann ausrasten als Trainer.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Fußball sagt:

    Die Bayern sind nicht mehr was sie mal waren. Vielleicht sollte sich Klinsi wieder mit auf den Platz stellen 🙂

    (0)