Müde Bayern-Mädels heiß auf nächsten Sieg

Von am 22. Oktober 2008 – 12.17 Uhr

Drei vorgezogene Partien der Frauenfußball-Bundesliga vom neunten und elften Spieltag stehen am heutigen Mittwoch auf dem Programm. Und das größte Interesse dürfte dabei die Partie von Tabellenführer FC Bayern München gegen den Hamburger SV auf sich ziehen, die ab 17.30 Uhr im Sportpark Aschheim steigt.

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Sechs Siege in sechs Bundesligaspielen lautet die makellose Bilanz von Trainer Günther Wörle und seinem Team, doch der 1:0-Erfolg gegen den 1. FFC Frankfurt im DFB-Pokal am vergangenen Sonntag hat sowohl körperlich wie mental viel Kraft gekostet. Und so hofft die Bayern-Konkurrenz, dass der HSV zumindest einen Punkt aus dem Süden entführen kann.

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„Die Mädels sind platt. Ich bin gespannt, wie es gegen den HSV wird. Es kann sein, dass wir mal einen Punkt abgeben müssen“, so Wörle direkt nach dem Spiel am Sonntag. Doch da wusste er noch nicht, dass auch der HSV in seinem Pokalspiel bei Bayer 04 Leverkusen 120 Minuten hart kämpfen musste, um schließlich erst im Elfmeterschießen die Oberhand zu behalten.

Mit einem Dreier in diesem so Wörle „richtungsweisenden Match“ wollen die ohne die zur U17-WM abgestellte Ivana Rudelic antretenden Bayern den Druck auf die Verfolger aufrecht erhalten. Und vor allem will die beste Abwehr der Liga, die bisher nur in Wolfsburg einen Gegentreffer kassierte, auch im fünften Heimspiel der Saison zu Null spielen.

Doch der HSV stellt mit 23 Treffern nach dem FCR 2001 Duisburg den zweitbesten Sturm der Liga. Allerdings relativiert sich diese Statistik ein wenig, fielen doch allein neun Treffer im Heimspiel gegen den SC 07 Bad Neuenahr. „Nach dem bisherigen Verlauf der Bundesliga sind wir sicher Außenseiter. Wir werden dennoch an unsere Chance glauben“, so HSV-Trainer Achim Feifel, der allerdings definitiv auf Tanja Vreden und möglicherweise auch auf Kim Kulig verzichten muss, die sich vor dem Spiel noch einmal einem speziellen Test unterziehen wird.

Jenas Personalsorgen immer größer
Bereits um 16.00 Uhr empfängt der verletzungsgeplagte Aufsteiger USV Jena die SG Essen-Schönebeck. So müssen die Jenaerinnen nun auch noch ohne Kapitänin Ivonne Hartmann auskommen, die sich nach der Pokalniederlage gegen Zweitligist 1. FC Saarbrücken einer Operation unterziehen musste, bei der zwei Zähne wieder im Kiefer befestigt wurden. Anne Pochert aus der zweiten Mannschaft soll deswegen die Elf von Trainerin Heidi Vater unterstützen.

Essens Trainer Ralf Agolli, der ebenfalls auf zahlreiche Stammspielerinnen, darunter Spielführerin Melanie Hoffmann, verzichten muss, will die gleiche Elf auf den Platz schicken, die am Sonntag im DFB-Pokal mit 4:1 gegen Aufsteiger Herforder SV Borussia Friedensthal gewann. „Wir sind klarer Favorit. Alles andere wäre gelogen. Wir wollen von der ersten Minute an das Spiel machen. Und zwar mit Vollgas.“

Wolfsburgs Lazarett lichtet sich
Um 19.00 Uhr empfängt zum Abschluss der VfL Wolfsburg den 1. FFC Turbine Potsdam. Die Gastgeber um Trainer Ralf Kellermann haben als Tabellenzehnter erst enttäuschende vier Punkte auf der Habenseite, doch gegen die Potsdamerinnen soll ein Dreier her.

Die Niedersachsen müssen zwar auf Andrea Wilkens (Gelb-Rot-Sperre), Sahra Freimuth und Melissa Thiem verzichten und auch der Einsatz der angeschlagene Stephanie Ende steht auf der Kippe. Doch dafür soll die wieder genesene Shelley Thompson im Sturm Martina Müller entlasten. Thompson hielt im Pokal in Neubrandenburg schon wieder die vollen 90 Minuten durch.

Eve Chandraratne wurde zuletzt eingewechselt und auch Nathalie Bock bestritt nach ihrem Kreuzbandriss erstmals wieder eine komplette Halbzeit. Kellermann sieht sich in der  Außenseiterrolle: „Turbine hat gerade einen Lauf und verfügt über einen sehr gut besetzten Kader.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.