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Der DFB-Pokal lebt!

Von am 20. Oktober 2008 – 9.59 Uhr 3 Kommentare

Die 2. Hauptrunde des DFB-Pokals stand in den vergangenen Jahren nicht unbedingt für atemberaubende Spannung, zahlreiche Überraschungen und Spiele von hoher Qualität. Doch in dieser Saison sah die Sache vollkommen anders aus.

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So warf der FC Bayern München Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt aus dem Wettbewerb, der VfL Wolfsburg schlitterte in Neubrandenburg mit Ach und Krach an einer peinlichen Pokalpleite vorbei, der Hamburger SV musste bei Bayer 04 Leverkusen ins Elfmeterschießen und Zweitligist 1. FC Saarbrücken sorgte für lange Gesichter beim USV Jena.

In den Sportpark von Aschheim verloren sich am Sonntag offiziell leider nur 740 Zuschauer – mehr als bei den meisten Ligaspielen, doch für dieses attraktive Topspiel immer noch viel zu wenig. Dabei waren jedoch Deutschlands früherer Topstürmer Gerd Müller, der Präsident des Bayerischen Fußball-Verbands, Dr. Rainer Koch, die ehemalige Bundestrainerin Tina Theune-Meyer und DFB-Torwarttrainer Michael Fuchs.

Fast schon traditionell glänzte beim Spitzenspiel in München Bundestrainerin Silvia Neid durch ihre Abwesenheit. Im Gegensatz zu den Besuchern verpasste sie eine hoch interessante Auseinandersetzung, deren Intensität die früherer Begegnungen in der 2. Runde des DFB-Pokals deutlich übertraf. Und auch auf anderen Plätzen ging es munter zur Sache, mit zahlreichen Treffern in der Schlussphase.

Neubrandenburg verpasst Sensation
Der FFV Neubrandenburg schrammte nur knapp an einer Sensation vorbei. 2:0 lag der Regionalligist gegen den VfL Wolfsburg bereits in Führung, am Ende zog der Bundesligist mit einem 4:2-Sieg gerade noch einmal den Kopf aus der Schlinge, dank dreier Treffer in den Schlussminuten.

Zuvor hatte es eines Sonntagsschusses von Martina Müller bedurft, um den Anschlusstreffer zu erzielen, die schwere Verletzung der Neubrandenburger Abwehrchefin Anika Oldendorf spielte den Niedersachsen in die Karten. FFV-Trainer Igor Lazic machte seiner Elf ein Kompliment: „Wir haben heute gesehen, das wir selbst mit einem Erstligisten mithalten können.“ Wolfsburgs Trainer Ralf Kellermann meinte, die eigenen Tore seien „nur eine Frage der Zeit“ gewesen. Schlechtes Timing kann man den Wölfinnen also nicht vorwerfen.

Herzschlagfinale in Leverkusen
Nicht minder spannend verlief die Partie zwischen Zweitligist Bayer 04 Leverkusen und Bundesligist Hamburger SV. Die Gäste wähnten sich nach dem Führungstreffer von Patricia Hanebeck bereits in der nächsten Runde, doch Maren Henseler sorgte in der Schlussminute dafür, dass die Hanseatinnen drei Tage vor dem schweren Auswärtsspiel bei Bayern München ärgerlicherweise Überstunden schieben mussten.

Marisa Ewers versenkte dann den entscheidenden Elfmeter zum HSV-Aufstieg ins Achtelfinale, und konnte sich ein wenig dafür trösten, dass sie nicht den Sprung in den Kader der U20 für die Weltmeisterschaft in Chile geschafft hat. Den Frauenfußball will man in Hamburg als feste Größe etablieren, einen Spielbericht zur Partie sucht man am Montagmorgen aber auf der offiziellen Website jedoch vergeblich. Schade.

Saarbrücken fühlt sich im Pokal pudelwohl
Dem 1. FC Saarbrücken, der in der vergangenen Saison das DFB-Pokalfinale erreichte, scheint der Pokal erneut gut zu schmecken. Obwohl in der Liga noch gehörig Sand im Getriebe ist, feierte man bei Erstligist USV Jena einen 3:1-Auswärtserfolg.

Chioma Igwe, Selina Wagner und Laura Vetterlein sorgten für Jubel bei den Gästen. Bei den Gastgeberinnen setzte sich hingegen das Verletzungspech fort, Kapitänin Ivonne Hartmann musste nach einem Zweikampf mit einem ausgebrochenem Zahn und einer Kieferverletzung ins Krankenhaus.

Duisburg und Potsdam souverän
Keine Mühe hatten Vizemeister FCR 2001 Duisburg (10:1 bei Werder Bremen) und der 1. FFC Turbine Potsdam (6:1 bei TeBe Berlin). Und auch der TSV Crailsheim (3:1 gegen den ASV Hagsfeld) und der SC 07 Bad Neuenahr (7:2 beim 1. FFC 08 Niederkirchen) durften nach den Pleiten in der Bundesliga ein willkommenes Erfolgserlebnis feiern.

Schon jetzt darf man sich auf packende Duelle im Achtelfinale freuen, das bereits am 9. November ausgetragen wird. Die Auslosung wird am 27. Oktober 2008 um 13 Uhr in der DFB-Zentralverwaltung stattfinden. Anders als ursprünglich angedacht, wird bei der Auslosung zum Achtelfinale mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf die Einteilung in regionale Gruppen verzichtet.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • jayden sagt:

    Sehr schön, dass man auf die Regionalgruppen-Einteilung verzichtet. Das wäre sonst nicht fair.

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  • Markus Juchem sagt:

    Als Losfee für die Auslosung steht Manuela Schmermund, WM-Botschafterin für die Frauen-WM 2011 und Medaillengewinnern von Peking, zur Verfügung.

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  • Tina sagt:

    also das Ergebnis Bayern gegen Frankfurt war für mich alles andere als überraschend. Auch Saarbrücken ist stärker als Jena..allerdings im moment leider in der liga in einem loch.

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