Bayern versetzt 1. FFC Frankfurt frühen Pokal-K.o.

Von am 19. Oktober 2008 – 15.26 Uhr 1 Kommentar

Zehn Mal in Folge stand der 1. FFC Frankfurt im Finale des DFB-Pokals, doch in der Saison 2008/2009 wird daraus nichts. Denn Bundesliga-Tabellenführer FC Bayern München warf den Triple-Sieger bereits in der 2. Runde aus dem Wettbewerb und entwickelt sich langsam zum Frankfurt-Schreck.

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Highlights des Spiels in der ZDF-Sportreportage

Denn die Bayern-Frauen bezwangen die Frankfurterinnen nach zwei Siegen in der Liga bereits zum dritten Mal in Folge. Der FFC, für den die Niederlage vor allem einen finanziellen Rückschlag bedeutet, tat sich schwer, den Sieg des Gegners anzuerkennen.

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Noch Minuten nach Spielende kauerte FFC-Trainer Günter Wegmann zusammengesunken auf der Bank und musste gar von seinen Spielerinnen getröstet werden. Der Stachel der Niederlage saß tief. „Die Bayern sind heute nicht der verdiente Sieger. Sie haben eine Chance ausgenutzt und hatten das Glück auf ihrer Seite.“ Doch diese Sichtweise gab den Spielverlauf der 90 Minuten nur unzureichend wieder.

Starker Frankfurter Auftakt
Vor allem in den ersten 45 Minuten hatten es die überlegenen Frankfurterinnen versäumt, einen Treffer zu erzielen und das Spiel möglicherweise frühzeitig zu entscheiden. Kerstin Garefrekes traf nur den Pfosten. „Da haben wir uns das Leben selber schwer gemacht und waren zu weit weg vom Gegner“, so die Analyse von Melanie Behringer. „Da hätte Frankfurt gut und gerne in Führung gehen können“, räumte die Nationalspielerin ein.

Die Spielanalyse von Bayern-Trainer Günther Wörle fiel etwas anders aus, als die seines Frankfurter Kollegen „Ausschlaggebend war das schnelle Tor in der zweiten Halbzeit. Das Tor hat unser Spiel geöffnet und unsere Laufbereitschaft hat zugekommen. Der FFC ist zu Beginn ein zu hohes Tempo gegangen und wollte zu viel, man war wohl sehr selbstbewusst nach dem Erfolg im UEFA-Pokal.“

Simic bringt Schwung ins Bayern-Spiel
In der zweiten Halbzeit bot sich den 740 Zuschauern im Sportpark Aschheim ein anderes Bild. Die starke, nach der Pause eingewechselte Julia Simic riss das Spiel an sich, verteilte geschickt die Bälle und sorgte dafür, dass mehr Ruhe ins Aufbauspiel der Bayern kam. „Wir sind besser ins Spiel gekommen“, so Behringer.

Nicole Banecki erzielte nach schöner Flanke von Bianca Rech kaltschnäuzig den Treffer des Tages, nachdem sie bereits im U20-Länderspiel gegen Norwegen beim 3:0-Sieg getroffen hatte. „Sie hat momentan einen Lauf und lebt von ihrer Schnelligkeit“, freute sich Trainer Wörle.

FFC fehlt der letzte Biss
Die beste Ausgleichschance vergab freistehend Saskia Bartusiak, deren Schuss von Bayern-Torhüterin Ulrike Schmetz reflexartig pariert wurde, doch insgesamt gab es für die Gastgeber nach der Führung nur wenig kritische Momente, den Frankfurterinnen fehlte die letzte Dynamik im Spiel nach vorne.

Die Bayern kamen in der Schlussphase einem zweiten Treffer nahe. Erst vergab Behringer aus aussichtsreicher Position, dann hatte die eingewechselte U17-Nationalspielerin Ivana Rudelic die Entscheidung auf dem Fuß. Zuvor hatte die oft unsicher wirkende Frankfurter Torhüterin Stephanie Ullrich mit einer tollen Parade einen Kopfball von Stefanie Mirlach mit den Fingerspitzen um den Pfosten gedreht.

FFC-Manager Siegfried Dietrich meinte nach der Partie: „Ich bin wirklich sprachlos. Das ist eine Situation, mit der man nicht rechnen konnte und musste, zumal wir am Anfang ganz gut gespielt haben. Das 0:1 hat uns ein bisschen aus der Bahn geworfen. Es war das vierte Spiel innerhalb von 10 Tagen, dafür haben wir hier ganz gut gespielt. Es ist eine herbe Niederlage. Unsere große Serie ist beendet, aber wir schauen nach vorne. Wir haben noch die Möglichkeit, zwei Titel zu gewinnen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • djane sagt:

    tja, das ist bestimmt ein Schock für den FFC. Ich denke aber, dass der Club durch seine Prominenz den finanziellen Verlust besser verkraften kann als andere Vereine und hoffe, das sich die verletzten und angeschlagenen Spielerinnen jetzt besser erholen können bei der „nur“ zweifachen Belastung von Liga und Uefacup-Spielen.

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