SC 07 Bad Neuenahr auf Suche nach Verstärkungen

Von am 16. Oktober 2008 – 9.31 Uhr

Frauenfußball-Bundesligist SC 07 Bad Neuenahr hat nach der bitteren 0:4-Heimniederlage gegen Aufsteiger Herforder SV Borussia Friedensthal und dem 2:9-Debakel beim Hamburger SV Konsequenzen angekündigt. „Wir müssen und werden uns nach der Decke strecken, um den Kader noch einmal zu verstärken“, so Bad Neuenahrs Vorsitzender Fritz Langenhorst.

Langenhorst machte die zahlreichen verletzten Spielerinnen für die Niederlagen verantwortlich. „Ich bin überzeugt, dass wir allein mit Célia Okoyino da Mbabi und Lydia Neumann die Spiele gegen Herford und Hamburg nicht verloren hätten“, so Langenhorst im Gespräch mit dem Generalanzeiger.
 
Die neu formierte Abwehr sei „schlicht überfordert“, nach den bereits feststehenden Abgängen von Sandra Minnert und Viola Odebrecht hätten die Rückzüge von Melanie Schmacher und Sarah Schmitz die Defensivprobleme verschärft. In einem Gespräch zwischen Vorstand und Trainer Deniz Bakir soll die Lage mit „der gebotenen Ruhe und Sachlichkeit“ analysiert werden.

Wenig Zeit
Viel Zeit bleibt jedoch nicht, denn bereits am kommenden Sonntag steht das DFB-Pokalspiel gegen den 1. FFC 08 Niederkirchen an, bevor in der Bundesliga der FCR 2001 Duisburg als nächster harter Prüfstein wartet.

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Bakir selbst steht trotz der beiden Pleiten nicht zur Diskussion. „Wir sind nach wie vor von den Qualitäten und Fähigkeiten des Trainers überzeugt.“ Die geplanten Neuverpflichtungen in der Winterpause „müssen Spielerinnen sein, die uns definitiv weiterhelfen können – und sie müssen bezahlbar sein.“

Mehr Einsatz gefordert
Bakir selbst räumte nach der Niederlage in Hamburg ein, seine Mannschaft habe „völlig den Faden verloren“. Darüber hinaus warf er einigen Spielerinnen mangelnde notwendige kämpferische Einstellung vor. „Die Spielerinnen müssen bereits sein, bis an ihre Grenzen zu gehen. Wenn das nicht passiert, hast Du ein Problem.“

Der Ehrgeiz des Trainers ist dennoch ungebrochen. „Wenn ich Gefahr liefe, nach zwei schlechten Spielen die Motivation zu verlieren, hätte ich mir eine andere Sportart aussuchen müssen. Nein, meine Motivation ist nach wie vor zu 100 Prozent vorhanden.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.