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1. FFC Frankfurt nach Sieg auf Viertelfinalkurs

Von am 11. Oktober 2008 – 15.53 Uhr 3 Kommentare

Titelverteidiger 1. FFC Frankfurt hat sich von der 0:1-Auftaktniederlage gegen Zvezda-2005 im UEFA Women’s Cup am Donnerstag gut erholt. Gegen den norwegischen Meister und Gastgeber Røa IL gab es im zweiten Gruppenspiel trotz zahlreicher verletzter Spielerinnen einen klaren 3:1 (3:0)-Sieg. Dabei stand eine Spielerin im Mittelpunkt, die sonst in der zweiten Mannschaft zum Einsatz kommt.

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Die Frankfurterinnen mussten nahezu eine bessere B-Auswahl auf das Feld schicken. Denn es fehlten neben Silke Rottenberg, Conny Pohlers, Alexandra Krieger, Pia Wunderlich und Kerstin Garefrekes kurzfristig auch noch Meike Weber und India Trotter, die sich beide im Abschlusstraining verletzten.

Prinz sorgt für Führung
Doch die Frankfurterinnen bewiesen Moral und suchten von Beginn an ihr Heil in der Offensive. Und Birgit Prinz brachte das Team in der ausgeglichenen Partie mit der ersten Chance durch einen abgefälschten Schuss in Führung (20.). Zuvor hatte FFC-Keeperin Stephanie Ullrich mit einer Glanzparade gegen Nationalspielerin Lene Mykjåland einen möglichen Rückstand verhindert.

Der FFC agierte nun selbstbewusst und es dauerte nicht lange, da schlug die Stunde von Sarah Schatton, die nur wegen der Garefrekes-Verletzung nachträglich nach Norwegen beordert wurde. 25 Meter vor dem Tor ließ sie eine Gegenspielerin aussteigen und versenkte den Ball aus 20 Metern unhaltbar im linken, oberen Winkel (27.).

Zwei Treffer von Schatton
Die Norwegerinnen versuchten es nun mit wütenden Angriffen, doch die Tore schoss Frankfurt. Erneut Schatton mit ihrem zweiten Treffer sorgte noch vor der Pause für die Vorentscheidung, als sie nach Pass von Sandra Smisek eiskalt verwertete (41.).

Schatton erklärte nach der Partie: „Ich habe überhaupt nicht damit gerechnet, heute von Beginn an zu spielen und war darüber völlig überrascht. Ich habe nur gedacht: ,Augen zu und durch’. Dass ich der Mannschaft mit zwei Toren helfen konnte ist natürlich toll, ich bin immer noch sprachlos und nehme das Ganze noch gar nicht richtig wahr.“

In der zweiten Halbzeit beschränkten sich die Frankfurterinnen darauf, das Ergebnis zu sichern, was lange gut ging. Doch in der Schlussviertelstunde gelang den Norwegerinnen der Anschlusstreffer, als Marie Knutsen einen Abwehrfehler ausnutzte und nach Parade von Ullrich im Nachsetzen verwertete (77.). Doch Frankfurt überstand die Schlussoffensive der Norwegerinnen unbeschadet.

Viertelfinale im Visier

FFC-Trainer Günter Wegmann meinte: „Wir haben absolut verdient mit 3:1 gewonnen. Das Team hat über die gesamte Spielzeit ein einheitlich starkes Auftreten gezeigt. Sarah Schatton ist ins kalte Wasser geschmissen worden und hat sich auf hervorragende Weise freigeschwommen. Mit ihren zwei schönen Toren hat sie entscheidenden Anteil am Erfolgserlebnis, das die Mannschaft nach den letzten Wochen gebraucht hat.“

Im abschließenden Gruppenspiel gegen den vermeintlich leichtesten Gegner Glasgow City am Dienstag kann der 1. FFC Frankfurt mit einem Sieg den Aufstieg ins Viertelfinale perfekt machen, das der Gruppenerste und Gruppenzweite erreichen.

Statistik:

1. FFC Frankfurt: Stephanie Ullrich – Christina Plessen, Tina Wunderlich, Saskia Bartusiak, Sarah Günther – Karolin Thomas, Sandra Smisek, Petra Wimbersky (90. Anne Engel), Svenja Huth (70. Melanie Kantor) – Birgit Prinz, Sarah Schatton (79. Gina Lewandowski)

Røa Idrettslag: Caroline Knutsen – Marthe Braavold Johansen (58. Kristine Rand Edner), Mone Gjesteby, Karin Bredland, Hedda Strand Gardsjord, Marit Fiane Christensen, Guro Knutsen (62. Emelie Bosshard Haavi), Siri Nordby – Marie Knutsen, Sarah Huffman, Lene Mykjåland (80. Ada Marie Finskud)

Schiedsrichterin: Claudine Brohet (Belgien)

Zuschauer: ca. 250

Tore: 1:0 Prinz (20.), 2:0 Schatton (26.), 3:0 Schatton (40.), 3:1 M. Knutsen (77.)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • ViolA sagt:

    eine kleine anmerkung auch an dich markus. selbst bei einem sieg wäre das weiterkommen nicht gesichert. zumindest wenn in meinen überlegungen kein fehler ist. das ganze steht nämlich dann noch auf der kippe, denn folgendes eintritt:

    perm schlägt heute glasgow. am letzten spieltag schlägt der ffc glasgow und roa perm.
    dann hat der ffc 6 punkte, roa hat 6 punkte und perm hat 6 punkte.

    roa hätte dann gegen perm gewonnen und gegen den ffc verloren
    der ffc hätte gegen roa gewonnen und gegen perm verloren
    und perm hätte gegen uns gewonnen und gegen roa verloren.

    demnach würde dann das torverhältnis zum tragen kommen.

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo ViolA

    Stimmt alles, was Du sagst, aber:

    Sollten Roa, FFC und Perm am Ende punktgleich sein (jeweils 6 Punkte), werden nur die Spiele untereinander gewertet, die Partien gegen Glasgow fallen aus der Berechnung raus (so verstehe ich zumindest das UEFA-Regelwerk).

    Frankfurt hätte dann also (steht schon fest) ein Torverhältnis von 3:2. Dieses wäre aber im Falle eines Roa-Siegs gegen Perm auf jeden Fall besser als das von Perm, das dann im günstigsten Falle bei einer Niederlage ausgeglichen wäre.

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  • ViolA sagt:

    das macht sinn, ja. das würde bedeuten, dass perm es nicht schafft, sollten sie gegen roa verlieren (wenn denn der ffc und perm gegen glasgow gewinnen).

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