Home » Frauen-EM 2009, International

Potenzielle DFB-Gegner kämpfen um EM-Startplatz

Von am 7. Oktober 2008 – 14.37 Uhr 3 Kommentare

Während sich Deutschland, Gastgeber Finnland und fünf weitere Teams bereits die Teilnahme an der Frauenfußball-Europameisterschaft 2009 gesichert haben, kämpfen zehn weitere Mannschaften Ende Oktober in Play-off-Spielen um fünf verbleibende Startplätze. Womensoccer.de wirft einen Blick auf die Ausgangssituation.

Anzeige

Am 25./26. Oktober sowie am 29./30. Oktober kommt es in Hin- und Rückspielen zu einigen reizvollen Duellen. Die von der Papierform her spannendste Auseinandersetzung dürften sich dabei Spanien und die Niederlande liefern.

Die Spanierinnen brachten zuletzt in einem EM-Qualifikationsspiel WM-Teilnehmer England beim 2:2 nach 2:0-Führung an den Rand einer Niederlage und man hätte sich somit fast direkt für die Titelkämpfe in Finnland qualifiziert. Die Niederländerinnen bewiesen unter anderem in den beiden EM-Qualifikationsspielen gegen Deutschland, beim 1:5 und 0:1, dass sie zumindest phasenweise ein sehr unbequemer Gegner sein können.

Spanien mit Auslosung unzufrieden
Spaniens Trainer Ignacio Quereda war deswegen auch mit der Auslosung nicht unbedingt zufrieden. „Die Niederlande ist sicherlich eine der besten Mannschaften, auf die wir treffen konnten, aber wir müssen die Auslosung akzeptieren. Wir kennen das Team sehr gut, und wir werden bald beginnen, Videos zu analysieren, um dann einen Spielplan aufzustellen.“

Niederlandes Trainerin Vera Pauw meint: „Spanien ist eine gute Mannschaft mit schnellen Spielerinnen und einigen wirklich guten Talenten. Sie spielen für große Vereine wie Bilbao, Atlético Madrid und den FC Barcelona. Spanien hat in den vergangenen Jahren große Fortschritte gemacht.“ In der Weltrangliste liegen die Teams direkt nebeneinander, Spanien ist 19., die Niederlande 20. Die Spanierinnen dürften aufgrund der aktuellen Form auch als leichter Favorit in die Partie gehen.

Italien klarer Favorit
Italien muss sich wie schon vor vier Jahren mit der Tschechischen Republik auseinander setzen. „Das ist schon kurios, dass wir wieder gegen dieselbe Mannschaft antreten müssen“, so Italiens Spielführerin Patrizia Panico. „Ich möchte wieder an der EM teilnehmen nach dem enttäuschenden Abschneiden 2005“, so Panico kämpferisch.

Tschechiens Trainer Dušan Žovinec erklärt: „Es ist schon eine große Herausforderung, sich das erste Mal für eine EURO qualifizieren zu können, vor allem für einige Spielerinnen, die kurz vor ihrem Karriereende stehen. Italien gehört zu den europäischen Top-Nationen, aber wir wollen Revanche für die Niederlage von damals. Der Druck liegt bei ihnen, wir können nur überraschen, und das ist unser Vorteil.“

Schottland gewarnt vor Russland
Schottlands Trainerin Anna Signeul geht mit Respekt, aber dennoch optimistisch in die beiden Duelle gegen Russland. „Es ist sicherlich das schwerste Los, das wir erwischen konnten, aber nichts ist unmöglich. Wir haben zuletzt einige hervorragende Leistungen gezeigt und wir wissen, dass wir definitiv eine Chance haben. Wir werden in den beiden Spielen alles geben, um uns zu qualifizieren.“

Russlands Trainer Igor Shalimov erklärte nach der Auslosung: „Wir wissen nicht all zu viel über unseren Gegner. Aber ich weiß, dass Schottland eine gute Mannschaft hat, die in allen Qualifikationsspielen eine gute Leistung gezeigt hat. Aber ich denke mehr an unsere eigene Vorbereitung. Aufgrund ungünstiger Flugverbindungen könnten wir zwei Trainingstage verlieren.“

Island voller Zuversicht
Islands Trainer Sigurdur Ragnar Eyjólfsson freut sich auf die beiden Duelle gegen die Republik Irland. „Sie haben eine gute Mannschaft und wir bereiten uns auf zwei schwere Spiele vor. Beide Teams können weiterkommen. Ich bin froh, dass wir nicht gegen die Tschechische Republik spielen müssen, das hätte größere Reisestrapazen bedeutet.“

Irlands Trainer Noel King meinte: „Es ist schon eine Leistung, dass wir überhaupt bei dieser Auslosung im Topf waren. Aus logistischen Gründen bin ich froh, dass wir gegen Island spielen. Wir haben bisher dreimal gegen sie gespielt, zweimal verloren und einmal remis gespielt.“ Im Jahr 2008 trennte man sich 1:1 unentschieden, im Jahr zuvor beim Algarve Cup gewann Island mit 4:1.

Ukraine Favorit gegen Slowenien
Ukraines Trainer Anatoliy Kutsev war mit der Auslosung zufrieden: „Irland, Slowenien und die Tschechische Republik waren unsere potenziellen Gegner, und ich denke, Letztere sind ein bisschen stärker einzustufen, wir können uns also nicht beschweren. Slowenien spielt einen ähnlichen Fußball wie wir es tun. Ihnen mangelte es in der Qualifikation an Konstanz. Sie werden aber sicherlich alles geben, wir müssen schon eine Top-Leistung abrufen, um sie zu schlagen.“

Alle Partien im Überblick

Republik Irland – Island
Tschechische Republik – Italien
Schottland – Russland
Slowenien – Ukraine
Spanien – Niederlande

Tags: , , , , , , , , ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • Markus Juchem sagt:

    Bitterer Verlust: Die Niederlande muss in den Play-off-Duellen gegen Spanien auf Topstürmerin Manon Melis verzichten, die sich vergangene Woche beim Spiel mit ihrem Verein Ldb FC Malmö gegen Göteborg FC den Kiefer gebrochen hat.

    Mehr unter:

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    Hier die gesammelten Hinspielergebnisse der Play-off-Spiele:

    Spanien – Niederlande 0:2
    Tschechische Rep. – Italien 0:1
    Slowenien – Ukraine 0:3
    Schottland – Russland 2:3
    Irland – Island 1:1

    Wenig Unerwartetes. Etwas überraschend für mich, dass die Niederlande so glatt in Spanien gewonnen hat, zumal Topstürmerin Manon Melis verletzungsbedingt gefehlt hat.

    (0)
  • spoonman sagt:

    Das Rückspiel Island – Irland gibt’s am Donnerstag um 19:00 Uhr live bei Eurosport.

    (0)