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Frauenfußball-Bundesliga: Spieltag der Aufsteiger

Von am 6. Oktober 2008 – 11.50 Uhr

An den fünften Spieltag der Frauenfußball-Bundesliga werden sich die beiden Aufsteiger FF USV Jena und Herforder SV Borussia Friedensthal noch lange erinnern. Die Jenaer feierten beim 1:0 gegen den TSV 1848 Crailsheim den ersten Saisonsieg und vergrößerten damit die Nöte des Gegners, der weiterhin punktlos am Tabellenende steht. Herford gelang gar ein überraschender 4:0-Auswärtssieg beim SC 07 Bad Neuenahr, mit dem man in der Tabelle am Gegner vorbeizog.

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Die Herforderinnen bewiesen bei ihrem unerwarteten Erfolg Effizienz. Fünf Schüsse aufs Tor, vier Treffer. „Das habe ich als Trainer noch nie erlebt“, freute sich HSV-Trainer Björn Kenter über den zweiten Saisonsieg. U19-Nationalspielerin Marie Pollmann sprühte vor Spielfreude und bereitete bereits in der 6. Minute die Führung durch Maxine Mittendorf vor.

Das spielte den HSV in die Karten, der sich nun auf das Kontern verlegen konnte. Doch zunächst galt es die Offensivbemühungen der Gastgeberinnen abzuwehren, Lena Goeßling und Isabell Bachor sorgten für eine Menge Druck, doch im Sturm waren die Neuenahrerinnen zu harmlos. Eine gute Viertelstunde vor Schluss war es wieder Pollmann, die per Kopf als Torvorbereiterin glänzte, Desiree Lenz traf per Drop-Kick zum 2:0 in den Winkel. Fiona Rolfs mit einem fulminanten Distanzschuss Augenblicke später und Kerstin Stegemann nach erneuter Pollmann-Vorarbeit machten den 4:0-Sieg perfekt.

Bei den Gastgeberinnen war man ob der hohen Niederlage fassungslos. „Das war der schlechteste Auftritt der Mannschaft, seitdem ich hier als Trainer arbeite“, so Bad Neuenahrs Trainer Deniz Bakir, der analysierte, das Team habe die verletzungsbedingten Umstellungen nicht verkraftet.„So sind wir nicht bundesligatauglich.“

Jubel in Jena
Sabrina Schmutzler erzielte beim 1:0-Sieg gegen den TSV Crailsheim eine Viertelstunde vor Schluss den Treffer des Tages, als sie eine genauen Pass von Sylvia Arnold aufnahm und den Ball eiskalt an Gäste-Torhüterin Kim Kaller vorbei ins Netz schob. In der Folge ließen die Gastgeberinnen beste Chancen aus, den Sieg frühzeitig unter Dach und Fach zu bringen. Und so musste Jenas Torhüterin Jana Burmeister in der Schlussminute noch einmal auf der Hut sein, um gegen Lisa Wich den ersten und verdienten Dreier der Saison festzuhalten.

Bei den Crailsheimerinnen haderte man mit der mangelnden Chancenverwertung, beklagte aber auch, dass drei Spielerinnen am Sonntag beim DFB-Länderpokal im Einsatz waren, obwohl es in der abschließenden Partie nicht mehr um den Turniersieg ging.

„Der Verband hat uns mindestens einen Punkt gestohlen“, so Trainer Hubert Müller. Vor allem Annika Eberhardt wurde schmerzlich vermisst. Am nächsten Spieltag dürfte es für beide Teams ungleich schwerer werden, den Erfolg zu wiederholen. Jena reist zum noch ungeschlagenen FC Bayern München, Herford Ende Oktober zum Auswärtsspiel nach Wolfsburg.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.