Das große Finale – wer wird Spielort der Frauenfußball-WM 2011?

Von am 29. September 2008 – 11.52 Uhr 5 Kommentare

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel ist Gastgeberin und die ARD live dabei: am morgigen Dienstag, 30. September, – exakt 1.000 Tage vor dem Anpfiff am 26. Juni 2011 – präsentieren die FIFA und das OK FIFA Frauenfußball-WM 2011 die Spielorte für die erste Frauen-WM auf deutschem Boden.

Aus 200 geladenen, teilweise hochkarätigen Gästen setzt sich das Publikum im Bundeskanzleramt zusammen, darunter FIFA-Präsident Sepp Blatter, DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger und das gesamte DFB-Präsidium, Bundesinnenminister Dr. Wolfgang Schäuble und Dr. Thomas Bach, der Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes.

Hinzu kommen die Delegationen der elf WM-Bewerberstädte sowie der jeweiligen Stadionbetreiber, DFB-Trainer, Vertreter der Klubs der Frauenfußball-Bundesliga und weitere Repräsentanten aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft und Medien. Von 15.10 bis 15.58 Uhr wird die Kür der WM-Städte live in der ARD übertragen und angereichert sein mit einem attraktiven Rahmenprogramm.

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„Top-Elf für 2011“
Starten wird die „ARD Sportschau live“ mit einer Überraschung des Organisationskomitees. Die „Top-Elf für 2011“, ein Team aus elf prominenten Frauen, wird wenige Minuten nach dem Eingangs- und Begrüßungs-Statement von Bundeskanzlerin Merkel die Fußball-Bühne betreten. Neben Magdalena Neuner, der „Sportlerin des Jahres 2007“, und der Schauspielerin und Ärztin Dr. Maria Furtwängler wird auch Nena auflaufen. „Die WM ist wie ein gutes Konzert: Kreativität, positive Energie, physische Herausforderung, Emotion – und sie ist eine Begegnung von Menschen und Kulturen. Lasst uns daraus ein unvergessliches Erlebnis machen!”, appelliert die Sängerin.

Die besondere Elf setzt sich zusammen aus den Mannschaftsteilen Wirtschaft, Kunst und Kultur, Sport und Medien. FIFA-Präsident Blatter sagt: „Ich finde es großartig, 1.000 Tage vor dem Anstoß der WM die Unterstützung der Bundeskanzlerin und elf außerordentlicher Persönlichkeiten aus der Frauenwelt zu erhalten. Ich bin mir sicher, dass diese Mannschaft die WM-Vorfreude ins ganze Land hinaustragen wird, damit wir 2011 ein tolles Fest des Frauenfußballs erleben.“

Unterstützung von Bundeskanzlerin Merkel
„Ganz besonders freut uns die Zusage von Bundeskanzlerin Angela Merkel, beim ersten Auftritt der Mannschaft dabei zu sein. Um in der Fußballersprache zu bleiben, könnten wir uns keine bessere Teamchefin als die Bundeskanzlerin wünschen. Sie unterstützt den Mädchen- und Frauenfußball mit höchstem persönlichem Einsatz und hat den DFB ja seinerzeit sogar ermuntert, sich um die WM 2011 zu bewerben“, sagt Steffi Jones.

Im Anschluss an die Premiere der „Top-Elf für 2011“ geht es im Sende-Ablauf um die rasante Entwicklung, die der Frauenfußball – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit – in den letzten Jahren genommen hat. Dazu werden auch FIFA-Präsident Blatter, DFB-Präsident Zwanziger und Bundesinnenminister Schäuble Stellung nehmen. Vorgesehen ist zudem eine Live-Schalte in das Quartier der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft, die am Mittwoch ihr letztes Spiel im Rahmen der Qualifikationsrunde zur Europameisterschaft 2009 in Basel gegen die Schweiz bestreiten wird.

Spannung in den Bewerberstädten
Höhepunkt der Sendung ist die Bekanntgabe der Spielorte. OK-Präsidentin Steffi Jones und DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach werden zuvor das Procedere und die Entscheidungs-Kriterien erläutern. Ähnlich, wie am 15. April 2002, als Gerd Müller per Knopfdruck auf der Bühne der Alten Oper in Frankfurt die Filmeinspieler der Spielorte für die WM 2006 auslöste, wird anschließend die U20-Nationalspielerin Bianca Schmidt im Mittelpunkt des Geschehens stehen. Auf einem Touch-Screen wird das Nachwuchstalent mit der Perspektive, bei der Frauenfußball-WM 2011 möglicherweise selbst auf dem Spielfeld zu stehen, die Filmsequenzen über die Spielorte 2011 abrufen.

Zum Abschluss erhalten die glücklichen Oberbürgermeisterinnen und Oberbürgermeister aus der Hand von Steffi Jones die offiziellen Ernennungs-Urkunden. Diese Unikate werden erst unmittelbar vor der TV-Sendung von FIFA-Präsident Blatter und OK-Chefin Steffi Jones unterzeichnet.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

5 Kommentare »

  • Steffen sagt:

    Ich finde es eine Frechheit vom DFB aus „regionalen Gründen“ gleich 4 Städte aus NRW zu nominieren, während von den neuen Bundesländern nur Dresden nominiert wurde. Und ohne Dresden wäre es auf der Deutschlandkarte rechts ganz leer gewesen. Magdeburg wäre eine ideale Lösung gewesen, aber nein da kommen Orte wie Sinsheim oder Wolfsburg, die eh schon viel zu viel Geld haben. Berlin kann man nicht zum Osten zählen. Als fussballinterssierter Einwohner von NRW kann man sich freuen, aber wenn man z.B. aus Sachsen-Anhalt oder Thüringen kommt, kann man schon mal mehrere 100 km Fahrtstrecke einplanen!

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  • djane sagt:

    @Steffen Zugegeben, für Magdeburg und die Region Sachsen-Anhalt wäre es sicherlich verdient gewesen, aber anderen geht es auch nicht besser. Eine Freundin von mir wohnt in Kiel, die darf auch 300km bis zur nächsten WM-Arena fahren. Und die NRWler haben einfach den Vorteil, dass die Infrastruktur dort besser ist- je nach Zeitplan wird das auch wieder ein ziemliches Umhergegurke für die Akteurinnen. Was in meinen Augen auch nicht unbedingt für Augsburg spricht, denn der dortige Regionalflughafen ist glaub nicht so groß.

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  • Detlef sagt:

    Es war wohl vorher klar, dass man es nicht allen recht machen kann!!!
    Aber das der Norden so völlig leer ausgeht, ist schon sehr ärgerlich!!!
    Und INFO an Steffen, auch Berlin gehört seit fast 20 Jahren zum Osten vom wiedervereinigten Deutschland!!!
    Das NRW so gut vertreten ist, finde ich arg übertrieben, da hätte man mindestens zwei Plätze woanders vergeben sollen!!!
    Aber das ist der DFB!!!

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  • Ute sagt:

    Also ich find vor allem die Argumentation für mittelgroße Stadien ziemlich albern. So als will man den Frauenfußball absichtlich klein halten. Bla Atmosphäre damit nicht vor nem halbleeren Großstadion gespielt wird. Statt dass man soviel Stimmung hinbekommt, dass auch Großstadien voll werden…. Wobei ich damit nicht zwingend meine, dass genau die Städte, die auch die Herren-WM hatten, wieder die Austragungsorte sein sollten.

    Die Verteilung hätte aber trotzdem besser sein können.

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  • spoonman sagt:

    @ Ute: Dein Optimismus in allen Ehren, aber ich finde das Konzept mit den mittelgroßen Stadien genau richtig.

    Dass die deutsche Mannschaft in Berlin, Frankfurt und Mönchengladbach für volle Häuser sorgen wird, steht wohl außer Frage. Aber man muss sich auch mal vor Augen halten, wer bei der WM sonst noch spielen wird. Nordkorea gegen Kanada? Neuseeland gegen Nigeria? England gegen Japan? Sorry, aber realistisch betrachtet wird es bei solchen Paarungen schon schwer genug, ein 25.000er-Stadion zu füllen. Da kann man im Vorfeld noch so viel gute Stimmung verbreiten.

    Der Frauenfußball hat nun mal leider (noch) das Problem, dass es weltweit nur eine Handvoll Nationen gibt, die auf Top-Niveau spielen. Der Rest ist, mit Verlaub, Kanonenfutter; richtig spannend wird es eigentlich erst ab dem Halbfinale. Außerdem wird es ja nur 5 oder 6 europäische Teilnehmer geben, und die außereuropäischen Nationen (mit Ausnahme von Brasilien vielleicht) werden wohl nicht gerade viele Fans mitbringen. Man kann nur hoffen, dass keins der skandinavischen Länder in der Quali ausscheidet, denn ich denke, die werden für die Gesamtstimmung ziemlich wichtig sein.

    Was die Verteilung der Spielorte angeht: Natürlich ist es schade, dass z.B. nördlich von Berlin und Wolfsburg keine Spiele stattfinden – gerade auch im Hinblick auf die skandinavischen Nachbarn. Aber dass Hamburg und Hannover (als Austragungsorte der Männer-WM) nicht berücksichtigt wurden, finde ich verständlich, und andere norddeutsche Städte wie Bremen und Rostock wollten anscheinend nicht. Deshalb hatte Wolfsburg als einziger halbwegs norddeutscher Kandidat quasi ein Freilos.

    Okay, dass Magdeburg nicht berücksichtigt wurde, darüber kann man streiten. Vielleicht hätte man dafür Bochum oder Leverkusen rauslassen können. Aber ansonsten finde ich die Verteilung schon in Ordnung.

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