ALNO neuer Hauptsponsor der Frauenfußball-Nationalmannschaft

Von am 16. September 2008 – 11.29 Uhr 8 Kommentare

Die ALNO AG, einer der führenden Küchenhersteller weltweit, wird neuer Hauptpartner der deutschen Frauenfußball-Nationalmannschaft. Ziel der Partnerschaft ist es, gemeinsam mit dem DFB den Stellenwert des Frauenfußballs auszubauen. Mit seinem Engagement führt ALNO das Feld von fünf Premium-Partnern der Mannschaft an.

Die Partnerschaft zwischen ALNO und dem DFB wurde heute in Frankfurt am Main im Beisein von DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger, DFB-Generalsekretär Wolfgang Niersbach, DFB-Trainerin Ulrike Ballweg, den beiden Weltmeisterinnen Birgit Prinz und Kerstin Garefrekes sowie dem Vorstandsvorsitzenden der ALNO AG, Dr. Georg Kellinghusen, und Dr. Jürgen Diegruber, Managing Partner des Hauptgesellschafters GermanCapital, geschlossen. Der Vertrag läuft zunächst über vier Jahre.

Frauenfußball langfristig weiterentwickeln
„Wir sind sehr stolz darauf, ab sofort Partner der weltweit erfolgreichsten Frauenfußball-Nationalmannschaft zu sein und damit Verantwortung für die Weiterentwicklung dieses faszinierenden Sports zu übernehmen“, sagte Dr. Georg Kellinghusen bei der Vertragsunterzeichnung. DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger erklärte: „Wir sind glücklich über das Engagement der ALNO AG. Der Frauenfußball hat in den vergangenen Jahren eine tolle Entwicklung in Deutschland erlebt. Mit ALNO haben wir einen starken Partner für die Fortsetzung dieser Erfolgsgeschichte gefunden.“

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Dr. Georg Kellinghusen charakterisierte das Engagement der ALNO AG als eine „langfristige Partnerschaft“. Dr. Kellinghusen weiter: „Unsere Partnerschaft wird durch gemeinsame Initiativen und Aktivitäten über die rein finanzielle Unterstützung hinaus gehen. Hierzu entwickeln wir mit dem DFB gemeinsame Aktivitäten. Dabei werden wir mit Nachdruck die Mannschaft auf ihrem Weg zur WM 2011 im eigenen Land unterstützen.“

Ideale Partnerschaft
Fußball steht innerhalb der Sponsoringstrategie des Unternehmens schon lange an erster Stelle. Denn seit mehr als drei Jahrzehnten engagiert sich ALNO bereits für den Regionalligisten SC Pfullendorf, der am Standort der ALNO-Zentrale in der ALNO-Arena seine Spiele austrägt. Nun hat der Küchenhersteller durch die Partnerschaft mit dem DFB eine neue Etappe eingeleitet.

„Die Frauenfußball-Nationalmannschaft repräsentiert in idealer Weise die traditionellen ALNO-Tugenden wie Leistung, Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit“, sagt Dr. Georg Kellinghusen. „Gleichzeitig zeigen wir mit unserem Engagement aber auch die visionäre und moderne Seite der Marke. Wir wollen überraschen und begeistern, so wie es die Mannschaft immer wieder aufs Neue tut. Für ALNO ist die Unterstützung der Frauen-Nationalmannschaft wichtiger Bestandteil einer Reihe von Maßnahmen, mit denen wir die Marke jünger und moderner machen und noch stärker emotional aufladen möchten.“

Sponsoren entdecken Frauenfußball
ALNO setzt somit den Trend fort, dass immer mehr Sponsoren den Frauenfußball für sich entdecken und ein Umdenken eingesetzt hat. Über das Volumen des Kontrakts wurde nichts bekannt, doch es ist klar, dass der neue Partner deutlich mehr Geld in die Hand nehmen muss als Vorgänger Katjes Fassin im Jahr 2004.

„Die ganz großen Unternehmen haben bei uns angefragt“, skizziert Doris Fitschen, Marketing-Verantwortliche beim DFB die derzeitige Situation. Und Stephan Althoff, Leiter Konzernsponsoring der Telekom, erklärte kürzlich in der Fachzeitschrift w & v: „Frauenfußball gewinnt an Bedeutung. Da macht es Sinn, das Aushängeschild Nationalmannschaft und die WM zu sponsern – auch vor dem wirtschaftlichen Hintergrund, dass wir unser Telekommunikations-Know-how einbringen werden.“

Es bleibt zu hoffen, dass in Zukunft die Unternehmen auch bereit sein werden, in die Liga zu investieren und nicht nur in das Aushängeschild Nationalmannschaft.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

8 Kommentare »

  • djane sagt:

    so löblich das finanzstarke Sponsoring auch ist- mußte es ausgerechnet ein Küchenhersteller sein ?! Das assoziiert bei ausbleibenden Erfolgen doch schnell wieder „wären sie mal zuhause am Herd geblieben“.
    Und das die Fussball-Mädels die traditionellen Tugenden des Küchenherstellers wie Leistung, Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit repräsentieren- nun ja, die Begründung erscheint mir dann doch etwas holperig. Ich hoffe, uns erwarten nicht noch Werbesprüche wie „Birgit Prinz- vor dem Tor eiskalt wie unsere Top- Gefrierschrankkombination“… wobei es glaube ich weniger um die Geräte selbst, als viel mehr um das Mobiliar geht.

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  • Svenja sagt:

    Toll, die Nationalmannschaft repräsentiert die traditionellen ALNO-Tugenden und wird somit mit Einbauküchen verglichen, das finde ich lustig. Hoffentlich gibt es für den Gewinn der WM nicht irgendwelche Küchenutensilien als Preis.

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  • Max Diderot sagt:

    Zugegeben – mir ging es anfänglich auch so, wie es die beiden Vorreden zum Ausdruck bringen. Dann habe ich aber mal ein wenig recherchiert. ALNO ist, im Gegensatz zum bisherigen Hauptsponsor, ein Unternehmen mit einem mehr als dreifachen Umsatz. Muss nicht viel, kann aber einiges sagen. Und wenn man/frau sich die Homepage dieses Küchenherstellers anschaut, wird erstaunt festgestellt werden können, wie ästhetisch und technisch profund deren Produkte sind.

    Was spricht eigentlich dagegen, die alten Klischees wieder aufleben zu lassen? Menschen, die sich ob deren Unsinnigkeit bewusst sind, und davon wird es mehr geben als noch vor 20 oder 30 Jahren, können durchaus eine ironische Umkehrung kreieren – Silvia Neid der personifizierte Kühlschrank inklusive Abtauautomatik. Oder – Nadine Angerer – effizient und energetisch: A++.

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  • moya sagt:

    Das Problem ist imho, dass das „dann habe ich aber mal ein wenig recherchiert“ nur die Reaktion von Leuten sein wird, die diese Sponsorenentscheidung aktiv dekonstruieren wollen. 😉 Und das sind ganz, ganz wenige.
    Sogar das Magazin für Fussball-Kultur hat auf diese Entwicklung mit Besorgnis und Unverständnis reagiert:
    Ich befürchte, sie haben im Großen und Ganzen recht. Ein Küchenhersteller als Sponsor ist eine weitere billige Gelegenheit Frauenfußball zu belächeln. Mal abgesehen davon, dass das Trikot lahm aussieht. Oder ist das nur ein Symbolfoto und das tatsächliche Design wird anders?
    Naja, ich bin mal sehr gespannt auf Werbespots. Wenn die das im großen Stil ironisieren, den Assauer-Spieß umdrehen, dann bin ich gern dabei. Also z.B. jemand für die Spielerinnen kocht und Haushalt macht, damit es was zu essen gibt, wenn sie nach Job und Training nach Hause kommen. 😀 Oder dass die Küche in der Zeit selbsttätig kocht, so im Sinn von „so weit sind wir zwar noch nicht, aber wir tun alles blablabla“.
    Also ich denke, es hat Potenzial, wenn sich die betreffenden Leut der Untiefen bewusst sind und damit intelligent umgehen. Oder man darauf zählt, dass eh kein Gelegenheitskucker den Namen ALNO kennt und so keine Verbindungen herstellt. 😉

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  • Svenja sagt:

    Denkbar wäre auch, wären wir nicht gerade im Frauenfußball, dass die Spielerinnen nach Hause kommen, von der Arbeit bzw. dem Training und der Mann am Herd steht und das Essen kocht, so nach dem Motto, mit unseren Küchen kommen sogar Männer zurecht.
    Aber glaubwürdig wäre dieses Konstrukt wahrscheinlich in vielerlei Hinsicht nicht 😉

    Aber die Idee mit dem Assauer-Spieß umdrehen, finde ich nicht schlecht. Alles andere wäre sicherlich irgendwie lächerlich.

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  • Max Diderot sagt:

    Jessas, den Brachial-Narzissten Assauer als Mentor für die Entwicklung des Frauenfußballs gewinnen zu wollen, dürfte ebenso unselig sein, wie den Papst zu einer objektiv Stellungnahme säkularer Fragen menschlicher Sexualität zu bewegen. Simpler: der personifizierte Mief vergangener Jahrzehnte ist auch -zumindest für mich- mit dem Namen Rudi Assauer verbunden. Und das er jetzt das Klischee des Bier trinkenden und möglichen Eskapaden nicht abgeneigt scheinenden Parvenüs bedient, mag eine ironische Volte sein, prädestiniert ihn aber deshalb nicht zu einem glaubhaften Zeugen für den Frauenfußball. Jeder lebt nach seiner Fasson. Und vermutlich werden sich demnächst noch einige Archetypen aus dem Fundus des deutschen Fußballs melden, die die Diskussion über die Allianz von DFB und ALNO mit ihren vorgestrigen Ansichten befeuern wollen.

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  • moya sagt:

    Mich könnte auch nichts weniger interessieren als Assauers Meinung zu Frauenfußball. Erschreckend fand ich dahingehend nur, dass Simone Thomalla wirklich seine Lebensgefährtin ist?! Meine Güte, und ich dachte, sie spielt das nur im Fernsehen. Die Werbespots waren ja schon immer schrecklich, aber jetzt ist sogar der letzte Rest Ironie draußen. *argh*
    Das Problem ist für mich ein anderes. Wenn selbst das reflektierteste Magazin, das wir im Fußballmainstream hier haben, sich nur fragt, in welchem Universum das eine gute Wahl sein könnte, dann sind das keine guten Vorzeichen. (Man kann bloß hoffen, dass es sonst kein Blatt aufgreift.) Mir sind die großen, alten Herren des Fußballs, die sich in der Hinsicht melden könnten, wurscht. Ich kann mir nur einfach insgesamt keine positive Reaktion unter den Ottilie-Normalo-FF-Interessierten vorstellen.
    [Haben Prinz und Garefrekes eigentlich was sagen müssen auf der Pressekonferenz?]
    Aber gut, ist ja bloß ein Hauptsponsor fürs NT.. So viel gab es von Katjes ja auch nicht zu sehen. Schön, dass sie das Team unterstützen und die Hoffnung bleibt, sie machen was Intelligentes draus.

    @ Svenja: Das war auch mein erster Gedanke. 😀 Eine „emanzipierte“ Perspektive, die dafür hinsichtlich Heteronormativität in die Vollen langt, hmpf.. Wäre zwar ein Schritt vorwärts, aber eher einer ins Katzenfutter.
    Nunja, wir werden sehen.

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  • djane sagt:

    @Moya, auf DFB.TV gibt’s ein Video mit Ausschnitten der PK. Birgit Prinz erwähnt dort auch, dass sie zwar ne Küche hat, aber selten kocht, weil sie eben soviel unterwegs ist. Passend dazu heißt es auch in vielen Spielerinnen-Steckbriefen auf die Frage „Lieblingsessen“: „alles, was Mama kocht“…
    In den Medien stand auch irgendwo,dass Rehagel ebenfalls schon für Küchen geworben hat- und sich den in der Küche vorzustellen ist ja noch absurder…

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