Lara Dickenmann wechselt zu Olympique Lyon

Von am 8. August 2008 – 23.16 Uhr

Im Jahr 2007 wechselte die Schweizer Nationalspielerin Ramona Bachmann zum schwedischen UEFA-Pokal-Finalisten Umeå IK, und war dort von Beginn an erfolgreich. Ab 2009 schickt sich nun eine weitere Topspielerin der Alpenrepublik an, bei einem internationalen Spitzenverein zum Schweizer Exportschlager zu werden.

Lara Dickenmann, die vier Jahre lang in den USA spielte und derzeit vorübergehend als Neuzugang beim Schweizer Meister FC Zürich im Einsatz ist, erhält beim UEFA-Pokal-Halbfinalisten der vergangenen Saison einen Vertrag über eineinhalb Jahre, der ab Januar laufen wird.

Team voller Weltklassespielerinnen
„Olympique ist ein sehr professioneller Verein, wo ich mich weiterentwickeln kann“, freut sich die 22-Jährige im Gespräch mit dem Tages Anzeiger auf die neue Herausforderung. „Im Team hat es acht französische Nationalspielerinnen, einige aus der U19, eine norwegische, eine dänische, zwei brasilianische, eine costaricanische… Eigentlich sind alle Nationalspielerinnen, oder waren es einmal.“

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Damit Dickenmann, die bereits 2004 Schweizer Fußballerin des Jahres war, im Frühjahr mit ihrem neuen Verein in den UEFA-Pokal eingreifen kann, muss der FC Zürich auf ihren Einsatz in diesem Wettbewerb verzichten.

Nachdem sie zuletzt mit der Nationalmannschaft beim Nordic Cup weilte, nahm sie an einem Trainingslager bei Olympique Lyon teil, nach Bestehen der medizinischen Tests wurde der Vertrag unterschrieben. Die Wahl fiel gegen die stärker eingeschätzten Ligen in Schweden und Deutschland aus, weil sie noch einmal eine neue Sprache lernen will. „Deshalb fiel Deutschland von Anfang an weg. Und Schwedisch hilft einem im Alltag auch nicht allzu sehr.“

Video überzeugt OL
Dass sich Eigeninitiative lohnt, bekam sie am eigenen Leib zu spüren, denn: „Ich schickte ihnen ein Video von mir, worauf sie sich interessiert zeigten. Ende Juni war ich bereits für einen Tag dort, hatte ein Gespräch mit dem Trainer. Damals lud er mich auch ins Trainingslager ein, damit ich meine Mitspielerinnen schon kennen lernen und die medizinischen Tests machen könnte.“

Dass sie erst im Januar nach Frankreich wechselt, liegt daran, dass sie an der Uni in den USA von September bis Jahresende noch ein Quartal absolvieren muss. „Danach erhalte ich den Bachelor in International Business.“ Dann hofft sie, in Lyon in der OM unterzukommen, eine der besten Business-Schulen.

So wird Dickenmann, deren Vater für den FC Zürich und den SC Kriens in der Schweizer Nationalliga spielte, zukünftig auch wieder näher an der Nationalmannschaft dran sein, vorbei die Zeit der 14-Stunden-Reisen. „Es war jeweils schon ein ziemlicher Stress mit den Flügen.“

Hoffen auf Playoff-Teilnahme
Am 30. August steht in Den Haag das entscheidende EM-Qualifikationsspiel in den Niederlanden an. „Wenn wir mit unserer Top-Elf spielen, stehen die Chancen ganz gut. Der Sieg wäre auch wichtig für den Frauenfußball.“ Denn dann würde die Schweiz die Chance wahren, ins Play-off um die Teilnahme an der EM 2009 einziehen.

In der kommenden Woche absolviert sie ein Kurztrainingslager mit der Nationalmannschaft. Dort wird sie ein Wiedersehen mit ihren neuen Teamkameradinnen feiern, denn auf dem Programm steht ein Testspiel gegen ihren zukünftigen Verein Olympique Lyon.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.