Die 12 Teams im Olympia-Formcheck, Gruppe G

Von am 6. August 2008 – 9.10 Uhr

Zum vierten Mal nach Atlanta, Sydney und Athen wird im Rahmen der Olympischen Spiele ein Frauenfußball-Turnier ausgetragen, zum ersten Mal sind diesmal 12 Teams am Start, nachdem 1996 und 2000 mit acht, 2004 mit zehn Mannschaften gespielt wurde.

Womensoccer.de wirft einen Blick auf die drei Gruppen und unterzieht die Teams einem aktuellen Formcheck. Wer ist reif für den Titel, wer kann überraschen, wer wird enttäuschen? Im letzten Teil blicken wir auf die Gruppe G.

In der Gruppe G treffen sich die beiden Teams USA und Norwegen, die in den bisherigen drei Olympischen Frauenfußball-Turnieren Gold unter sich ausgemacht haben. Hinzu kommen nicht zu unterschätzende Japanerinnen und Ozeanien-Vertreter Neuseeland.

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Japan: Unter dem neuen Trainer Norio Sasaki wollen die Nadeshiko besser abschneiden als vor einem Jahr bei der WM. „Alle 18 Spielerinnen sind fit“, freut sich Sasaki, der erklärt, die Lehren aus dem WM-Aus gezogen zu haben. „Wir haben dort nicht sehr gut gespielt, aber wir haben seitdem einen großen Fortschritt erzielt“, sagt er. Die Japanerinnen überzeugten im Juni mit einem 3:0-Sieg gegen Australien bei der Asien-Meisterschaft, von der heißen Witterung in China zeigt man sich unbeeindruckt. „Wir haben schon unter viel heißeren Bedingungen trainiert“, so Spielführerin Hiromi Ikeda. Über die Medaillenchancen seines Teams meint Sasaki philosophisch: „Es gibt Gold, Silber und Bronze und je niedriger der Wert der Medaille, desto größer die Chance sie zu gewinnen.“ Die K.-o.-Runde sei ein Muss für sein Team, die Chance auf den Gewinn zumindest der Bronzemedaille beziffert er auf „50 bis 60 Prozent“.

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Neuseeland: Zur WM 2007 in China kam das Team, um zu lernen, doch diesmal hat die Elf von Trainer John Herdman die Messlatte schon etwas höher gelegt. Spielführerin Hayley Moorwood erklärt: „Das neuseeländische Team in Peking ist das Beste, das wir seit langer Zeit hatten.“ Mit 35 Spielen ist sie die Spielerin mit der meisten Erfahrung im Team. Mit einer offensiven Ausrichtung wollen die Spielerinnen ihre Gegner bei den Olympischen Spielen überraschen. 29 Spiele hat das junge Team in den vergangenen 18 Monaten bestritten, zuletzt zeigte man beim 1:1 gegen Kanada die wohl bisher beste Leistung. Die bei der WM noch fehlende offensive Mittelfeldakteurin Kirsty Yallop soll für Schwung nach vorne sorgen. Nur die verletzte Ali Riley bereitet Trainer John Herdman noch Sorgenfalten. Doch er betont: „Unsere Stärke ist die mannschaftliche Geschlossenheit.“

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Norwegen: Nach dem 4. Platz bei der WM im Vorjahr wollen die Skandinavierinnen diesmal ein bisschen mehr. Eine Medaille ist die erklärte Zielsetzung des Teams von Trainer Bjarne Berntsen. „Ich denke, dass wir als Mannschaft einen Schritt nach vorne gemacht haben“, so Berntsen. Doch sein Team musste in der Vergangenheit einige Rücktritte verkraften, wie etwa den von Torhüterin Bente Nordby, von Ragnhild Gulbrandsen oder auch Lise Klaveness. Kann die Elf die verloren gegangene Erfahrung kompensieren? In den Testspielen wechselten sich Licht (2:0-Sieg gegen Deutschland) und Schatten (zwei 0:4-Niederlagen gegen die USA, 0:2 gegen Schweden) ab. Die norwegische Elf gleicht einer Wundertüte, die an einem starken Tag jedes Team in Bedrängnis bringen kann, an einen schlechten aber auch deutlich den Kürzeren ziehen kann. Welches Gesicht zeigt Norwegen bei den Olympischen Spielen?

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USA: Mit dem Trainerwechsel von Greg Ryan zu Pia Sundhage ist die Spielfreude ins US-Team zurückgekehrt. Der Weltranglistenerste gab sich in den Testspielen keine Blöße. Zwei Siege gegen Brasilien (jeweils 1:0) und Erfolge gegen Norwegen (4:0) und Schweden (1:0) belegen, dass die Form stimmt. Ein herber Rückschlag für die Gold-Hoffnungen der USA war die Verletzung von Topstürmerin Abby Wambach kurz vor dem Turnier, die mit einem Schienbeinbruch das Turnier vom Fernsehgerät aus verfolgen muss. Doch die Hälfte des routinierten 18er-Kaders war schon in Athen dabei, als man in einem hart umkämpften Finale Brasilien in die Knie zwang. Mit einer gesunden Mischung aus Erfahrung und Jugend hofft Sundhage auf den großen Coup. Spielführerin Christie Rampone sagt: „Ich fühle, dass die Energie des Teams sehr gut ist, wir freuen uns auf den Turnierstart.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.