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DFB-Elf will hitzige Brasilianerinnen bändigen

Von am 5. August 2008 – 9.51 Uhr 2 Kommentare

DeutschlandWie bereits vor vier Jahren in Athen eröffnet auch in Peking der Frauenfußball zwei Tage vor der offiziellen Eröffnungsfeier die Olympischen Spiele.

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Vor vier Jahren startete Deutschland mit einem fulminanten 8:0 gegen China ins olympische Fußballturnier, bei der Frauenfußball-WM im Vorjahr gar mit einem 11:0 gegen Argentinien.

Doch diesmal verspricht der Auftakt ungleich schwerer zu werden, wartet doch am Mittwoch (ab 11 Uhr live auf ZDF, Eurosport und im Womensoccer-Liveblogging) als erster Gegner in Shenyang in der Neuauflage des WM-Finales Brasilien. Und der sinnt auf Revanche.

In der schweren Gruppe F, in der für beide Teams noch die unangenehmen Gegner Nordkorea und Nigeria warten, gilt es von Beginn an auf der Höhe zu sein, denn es erscheint unwahrscheinlich, dass bei der Ausgeglichenheit dieser Gruppe ein Team zu den beiden besten Gruppendritten gehören wird, die sich neben den jeweiligen Gruppensiegern und Gruppenzweiten für das Viertelfinale qualifizieren werden.

Und so hat es auch nichts mit Understatement zu tun, wenn DFB-Trainerin Silvia Neid das Erreichen des Viertelfinales als erstes Teilziel ausgibt. „Dann sehen wir weiter“, so Neid auf der ersten olympischen Pressekonferenz in Shenyang zur Zielsetzung des Teams.

Gute Bedingungen
Die Spielerinnen haben den Jetlag überwunden, die Zimmer im Mannschaftshotel sind geräumig und auch das Essen mundet, auch wenn diesmal im Gegensatz zum Vorjahr bei der WM auf einen eigenen Koch verzichtet wurde. Neid verriet sogar, dass sie ihre Anfangsformation „schon seit ein paar Tagen“ im Kopf hat.

Neid sagt, dass es ein ganz anderes Spiel werden wird als das WM-Finale 2007. „Damals hatten wir das letzte Spiel im Turnier. Die Teams hatten sich bereits über fünf Begegnungen eingespielt. Jetzt ist es das Auftaktspiel und man muss sehen, wie sich die Mannschaften schon gefunden haben.“

Mit ersten Video-Analysen wurden die Spielerinnen auf den Gegner eingestimmt. „Wir haben uns ihre beiden Spiele gegen die USA angeguckt, wobei dort Marta, Cristiane und Daniela fehlten, und die beiden Partien gegen Umeå IK. Ich denke, wir haben viele Informationen über sie sammeln können“, so Neid.

Brasilien brennt auf Revanche
Die Brasilianerinnen, allen voran Weltfußballerin Marta, brennen auf Wiedergutmachung für das verloren gegangene WM-Finale. „Wir haben es satt, immer Zweiter zu werden. Wir wollen endlich einmal den Geschmack des Sieges kosten und wir werden alle dafür kämpfen, dass wir endlich einmal Erster werden“, so Marta.

Und sie sendet eine Warnung Richtung deutsches Team: „Wir sind stärker als letztes Jahr und auch psychologisch besser vorbereitet.“ Nach dem mit 1:2 nach Verlängerung gegen die USA verlorenen Olympia-Finale 2004 in Athen und der 0:2-Niederlage gegen Deutschland im WM-Endspiel 2007 in Shanghai, will man sich endlich Edelmetall um den Hals hängen. „Wir dürfen einfach keine Fehler mehr machen. Wenn wir den Ball bekommen, müssen wir sofort auf den Torabschluss gehen.“ Und Daniela erklärt: „Das ist eine sehr wichtige Partie. Wir werden in dieses Spiel gehen, wie wenn es das Finale der Olympischen Spiele wäre.“

Unebener Rasen
Für die deutschen Spielerinnen wird es erneut darum gehen, den Brasilianerinnen die Spielfreude zu rauben und nur möglichst wenige Chancen zuzulassen. Der Rasen im Olympiastadion fand beim ersten Training nur wenig Zuspruch. „Das ist der schlechteste Platz, auf dem wir hier bisher trainiert haben. Der ist total hoppelig“, so Neid. Doch vielleicht bereitet der den spielstarken Brasilianerinnen ja noch größere Sorgen als der deutschen Mannschaft.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Markus Juchem sagt:

    Vielleicht könnt Ihr ja alle hier mal posten, wie Ihr glaubt, dass morgen die Startformation der DFB-Elf aussehen wird.

    Mein Tipp: Identische Anfangself wie im WM-Finale 2007, sprich:

    Angerer, Stegemann, Krahn, Hingst, Bresonik, Laudehr, Lingor, KG, Prinz, Behringer, Smisek.

    Was glaubt Ihr?

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  • Detlef sagt:

    Ich glaube nicht, dass Frau Neid den Kader ändern wird.
    Ich bin sehr gespannt, ob die Brasilianerinnen wirklich stärker geworden sind, wie Marta es versprochen hat.
    Den deutschen Kader halte ich für etwa gleichwertig, wie bei der WM!!!
    Ob die deutsche Mannschaft dann auch die Oberhand behällt, ist sicher fraglich!!! Ich glaube nicht, dass die Brasilianerinnen wieder so arrogant zu Werke gehen werden.

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