DFB-Elf will Finaltraum wahr werden lassen

Von am 16. Juli 2008 – 12.15 Uhr 12 Kommentare

In Tours trifft die deutsche Auswahl heute im Halbfinale der U19-EM auf Norwegen (live ab 17.45 Uhr auf Eurosport). Doch selbst wenn man sich der Schwere der Aufgabe in der deutschen Mannschaft bewusst ist, strahlten die Spielerinnen am Tag vor dem Duell mit den Skandinavierinnen Souveränität und Gelassenheit aus. An einem heißen Sommernachmittag sorgte eine Minigolf-Partie für willkommene Abwechslung, bevor man heute zum fünften Mal in Folge ein EM-Halbfinale bestreiten wird.

Schnell hat die DFB-Auswahl den 7:0-Kantersieg gegen Schottland abgehakt und sich mit Videostudien auf den nächsten Gegner vorbereitet, der sein Quartier weiterhin in Blois hat, so dass sich die Spielerinnen beider Teams erst im Stadion „Vallée du Cher“ begegnen werden.

Zwar hat man gegen Norwegen erst kurz vor der EM ein Testspiel im norwegischen Klepp mit 3:2 gewonnen, doch gut die Hälfte der damaligen Spielerinnen findet man nicht mehr im norwegischen Kader. Man ist also gewarnt, zumal gegen die mit drei schnellen Spitzen agierenden Norwegerinnen heute Schwerstarbeit auf die deutsche Verteidigung warten dürfte. Die Bilanz der Norwegerinnen in der Vorrunde liest sich auf dem Papier zwar eher durchwachsen mit einem Sieg, einem Remis und einer Niederlage, doch in allen drei Partien war Norwegen die überlegene Mannschaft.

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Wenig Grund zum Wechseln
Im Tor der Deutschen dürfte vermutlich erneut Desirée Schumann stehen, die sich mit guten Leistungen gegen Schweden und vor allem Schottland für weitere Einsätze empfahl. Auch sonst dürfte Trainerin Maren Meinert in der Anfangsformation wohl nur wenige Wechsel vornehmen. Allerdings dürfte man defensiver als gegen die Schottinnen zu Werke gehen.

Eve Chandraratne, die in der Qualifikation zur Stammformation gehörte, scheint nach ihrem Fehler, der zum Ausgleichstreffer der Schwedinnen führte, derzeit eher schlechte Karten zu haben. Zu ausgeglichen präsentiert sich derzeit der starke 18er-Kader.

Hochrangiger Besuch
Für besondere Motivation wird heute hochrangiger Besuch sorgen. Denn sowohl DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger als auch WM-OK-Chefin Steffi Jones haben ihr Kommen angekündigt, mit dabei sind auch einige der U19-Spielerinnen, die in der Qualifikation zum Einsatz kamen, wegen Verletzungen aber nicht den Sprung zur EM geschafft haben, wie etwa Marith Prießen.

Es ist also alles bereit für ein tolles Halbfinale, bei dem die deutsche Elf hoffentlich erneut den Finaleinzug schaffen wird.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

12 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    In der ersten Halbfinalpartie sind gerade Italien und Schweden zugange. Gespielt sind ungefähr 80 Minuten und die Skandinavierinnen scheinen von der Squadra Azzurra regelrecht vorgeführt zu werden – 4:0 führt Italien!

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  • Svenja sagt:

    Schön, dann spielen wir eben im Finale gegen Italien 😉

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  • Max Diderot sagt:

    Am Ende hilft möglicherweise eine göttliche Eingebung. Schwer zu sagen. Aber das, was die jungen Damen des DFB bis jetzt, 114. Spielminute darbieten, empfinde ich als arg enttäuschend. Wenig Struktur, schnelle Ballverluste, einige Spielerinnen scheinen zudem mental indisponiert zu sein. Vergleiche ich die Darbietungen der DFB-Auswahlmmannschaften U17 und U19 miteinander, sofern es überhaupt fair ist, das aktuelle Spiel des älteren Jahrgangs als repräsentativ zu erachten, erkenne ich einen eleganteren Systemfußball bei den jüngeren Elevinnen.

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  • Steffen sagt:

    Kannn man mal einer sagen, warum Jana Burmeister nicht im Tor stand?

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  • Ruhrschnellweg sagt:

    Vorschlag zur Überschrift Spielbericht: sich selbst geschlagen!

    MD hat recht: ganz unreife Vorstellung! Ballverliebt, einfache Bälle nicht gespielt, lieber den Kunstpass, Ball reintragen wollen und dann isses wie so oft: als Torwart bisse der Depp, was sich in so einem Spiel im 11erschießen fortsetzt.
    Das Ausscheiden ist nicht schlimm, aber das Spiel schon.

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  • schmiddi sagt:

    Max, ich glaube, deine Analyse ist treffend!

    Habe einige Spiele beider Teams anschauen dürfen und komme zur selben Schlußfolgerung.

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  • Steffen sagt:

    Es tut weh, so zu verlieren, aber Norwegen hat alles abgewehrt und unseren Fehler ausgenutzt, sich ins Elfmeterschießen gerettet und gewonnen.

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  • Svenja sagt:

    Trotz der Dominanz der deutschen Mannschaft ein enttäuschendes Spiel und nicht nur aufgrund des Endresultats.
    Man dominiert 110 von 120 Minuten das Spiel, lässt aber haufenweise Chancen auch aufgrund einiger unnützer Alleingänge ungenutzt und fängt sich dann auch noch ein dummes Tor.
    Zwar haben die Norwegerinnen nicht aufgrund ihrer spielerischen Leistung gewonnen, aber am Ende zählt wer mehr Tore geschossen hat und nicht wer mehr oder bessere Chancen hatte.

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  • Max Diderot sagt:

    Auf der DFB-Seite ist die Rede davon, dass es sich um ein gutes und schnelles Spiel gehandelt hätte. Ich will nicht voreilig urteilen, vor allem teile ich aber Ruhrschnellwegs Resümee, dass das Ausscheiden nicht schlimm sei, über die Art und Weise wie von Seiten der deutschen Mannschaft gespielt wurde, bin ich aber erstaunt.

    Ich sah diesen U19-Jahrgang zum ersten Mal. Bei der überwiegenden Zahl der deutschen Akteurinnen, die meisten Norwegerinnen standen ihnen da nicht nach, missfielen mir die koordinativen körperlichen Fähigkeiten. Kurz, einige der DFB-Spielerinnen bewegten sich arg hüftsteif. Es schien auch so, als würde kein offensives Mittelfeld bestehen, dass Kurzpassspiel in der Hälfte der Gegnerinnen zugunsten des schnellen und oftmals arg optimistischen Passes vernachlässigt. Solch eine heiter-zuversichtliche Spielanlage kann gelingen, wenn die Tore fallen, und sich ins Gegenteil umkehren, wenn die Erfolge ausbleiben.

    Ich will wirklich nicht mäkeln, zumal es doch eine schöne Gelegenheit ist, dass sich auch andere Nationen, Norwegen oder Italien, in der U19-Siegerliste wiederfinden, aber die in der vergangenen Woche gemachten Aussagen von Bettina Wiegmann, dass die EM eine große Herausforderung für viele deutsche Spielerinnen sei, sehr treffend war. Auf die (Bundesliga-) Vereine dürfte einiges an Arbeit zukommen, um die Akteurinnen auf ein besseres Niveau zu bringen.

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  • Max Diderot sagt:

    Ach ja, sollten einige frustriert sein über diese Halbfinal-Niederlage, möchte ich als quasi therapeutische Maßnahme den gerade angelaufenen Film „Mamma mia“ empfehlen. Macht gute Laune und hinterlässt im Kopf ein melodisches Potpourri.

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  • Svenja sagt:

    ^^ du kannst den Spielerinnen ja Freikarten schenken, die könne die jetzt wohl am ehesten gebrauchen

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  • oliist sagt:

    Für das vierte Spiel in neun Tagen war das definitiv ein schnelles Spiel.
    Die deutschen Mädchen waren offensichtlich zu sehr darauf bedacht Tore möglichst umständlich herauszuspielen.Dieser Absicht standen aber immer mehrere Norwegerinnen im Weg.
    Diese wiederum spielten frohen Mutes genau das,was sie wirklich können(?).Nämlich lange Bälle.Pässe konnte man dieses weggekicke,dem sich die deutsche Auswahl im weiteren Spielverlauf mehr und mehr anpasste,wahrhaftig nicht nennen.Da auch diese Bälle praktisch nie eine Abnehmerin finden konnten,entstand halt ein immer weiter auf Kampf und Krampf hinauslaufendes Spiel.
    Mein unfaires(nach schließlich nur einem gesehenden Match)Fazit:
    die deutsche U19 hatte zumindest Ansätze von Spielkutur,die norwegische nicht einmal das.
    Ergo ein eher unterdurchschnittliches Spiel für das es morgen hoffentlich eine kleine Entschädigung geben wird. 😉

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