Wiegmann lobt Qualität der U19-EM

Von am 11. Juli 2008 – 15.58 Uhr 7 Kommentare

In einem Interview mit uefa.com hat Deutschlands U19-Assistenztrainerin Bettina Wiegmann die hohe Qualität der U19-EM betont. „Die Bundesliga ist gut, aber die Belastung hier intensiver, das Tempo über das gesamte Spiel höher. Die Spielerinnen sind das nicht gewohnt, auch wenn sie 1. oder 2. Bundesliga spielen.“

„Das Training in der Bundesliga reicht nicht aus, um auf diesem Niveau spielen zu können“, führt die Weltmeisterin von 2003 und 154-fache Nationalspielerin aus. Deswegen würden die Spielerinnen mit ganz verschiedenen individuellen Trainingsprogrammen ausgestattet, die Arbeit in den Vereinen müsse intensiviert werden.

„Die Ergebnisse zeigen, dass es keine großen Unterschiede mehr gibt“, so Wiegmann über die ausgeglichene Qualität des Turniers, die dem Frauenfußball gut tue in seiner Weiterentwicklung. Zwei, drei Spielerinnen hätten das Potenzial, auf den WM-Zug 2011 aufzuspringen. „Wir würden uns freuen, wenn es mehr sind, aber man kann die Entwicklung nicht immer vorhersehen.“

Anzeige

Entwicklung als Hauptaufgabe
Es sei vor allem wichtig, die Spielerinnen weiterzuentwickeln. „Dann kann auch mal eine Niederlage rauskommen“, so Wiegmann, wie man der hohen Erwartungshaltung begegnet. „Wenn die Spielerinnen alles geben und trotzdem verlieren, kann ich niemandem einen Vorwurf machen.“

Das Turnier ist laut Wiegmann für die Spielerinnen auf jeden Fall ein Erfolg. „Hier gewinnt man viele Eindrücke, die einen als Spielerin und Mensch gleichermaßen prägen.“

Tags: ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

7 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    Ich wundere mich. Ich wundere mich darüber, dass dezidierte Aussagen von Frau Wiegmann keine Resonanz hervorzurufen scheinen. Weder in der breiten Öffentlichkeit noch hier im Blog. Oder tut sich in meiner Interpretation dieses Gespräches eine Schimäre auf?

    (0)
  • ViolA sagt:

    hm ich denke einfach dass das ganz natürlich ist, diese entwicklung. während am anfang einfach noch die leute gekickt haben, die lust dazu hatten und dann vermehrt leistung gefordert wurde, zählt heute die schnelligkeit und die technische ausbildung. es gab den zeitpunkt da erkannt wurde (und das eben nicht nur von einem verein), dass man seine kraft in die jugendförderung und -ausbildung stecken muss und wir sehen seit einiger zeit, dass wir im u-natio bereich bei den frauen (wie übrigens auch bei den herren) international sehr gut dastehen. die spielerinnen die in z.b. der u19 spielen haben eine komplett andere ausbildung bereits jetzt genossen als es spielerinnen wie ari genossen haben. einfach weil sich der fußball weiterentwickelt. spielerinnen wie ari haben stattdessen eine größere erfahrung und spielen auch zu recht in der a-natio, hätten aber mit der damaligen ausbildung und ohne die erfahrung heute keine chance mehr.
    natürlich mag es verwunderlich sein wenn die u19-natio in der 1. bl bestehen könnte, aber das tut es nicht unbedingt denke ich. viele vereine in der bl sind nicht konstant genug auf einem leistungslevel. viele vereine haben einfach auch nicht die mittel in ihre jugendarbeit zu investieren oder junge und gute spielerinnen zu locken. dazu kommt, dass viele vereine relativ neu sind und deren jugendförderung daher natürlich noch nicht lange währen kann.
    wir wissen um die schwachstellen unserer bl und wir alle sehen die positiven entwicklungen. was frau wiegmann sich wünscht und erwartet ist, dass die spielerinnen allesamt wie profis trainieren und spielen. sie wünscht sich ein höheres level der liga was verständlich und auch gut ist. das problem sehe ich nur darin, dass schülerinnen (u19) die zeit neben der schule (ich weiß auch diese ist begrenzt) haben um zu trainieren, ebenso wie jene die studieren (z.b. annike) während viele spielerinnen der liga arbeiten und schlichtweg das nicht erbringen können weil es nach wie vor mehr ein hobby als ein job ist. gerade vereine wie freiburg oder crailsheim haben nicht die finanziellen möglichkeiten um ihren spielerinnen das geld zu bezahlen was sie bräuchten um professioneller zu werden und um ordentlich trainieren zu können.
    ich sehe dieses problem jedoch mit der entwicklung zum profitum und auch mit der vermehrten medialen berichterstattung und den somit auch steigenden sponsorengeldern durchaus eine entwicklung und bin sicher dieses problem löst sich mit der zeit fast wie von selbst. immerhin drängt die jugend nach die beim dfb eine hervorragende vorbereitung eben durch solche wettkämpfe und turniere erhält und die dann in form von leistung und erfahrung in die liga trägt und damit ganz von selbst das niveau der liga nach und nach anheben wird. es wird immer enger werden und die leistung wird sich verdichten, davon bin ich überzeugt.

    was nun den vergleich zu den anderen nationen angeht, so ist auch das zu beobachten gewesen und es freut mich natürlich sehr. es zeigt, dass es in den kommenden jahren immer spannender und enger werden wird. und das kann natürlich nur von vorteil sein 😉

    (0)
  • ViolA sagt:

    dieses problem sich mit der entwicklung zum profitum […] natürlich auflösen 😉

    (0)
  • Max Diderot sagt:

    ViolA, vielem was Du schreibst bleibt meinerseits nichts hinzuzufügen, da Du offensichtlich die Fakten benannt hast. Wenn ich mich trotzdem noch in die (hoffentlich eintretende) Diskussion einmische, dann aus zwei Gründen.

    An anderer Stelle verwies ich auf eine aktuelle Studie, jüngst in der FAZ wurde darüber berichtet, dass die praktische Umsetzung von wissenschaftlichen Ergebnissen in die Arbeit von Vereinen zu lange in Anspruch nimmt. Das entsprechende Institut verwies auf die Tendenz, dass Forschungsresultate bis zu 10 Jahren benötigen, um in die Trainingsdidaktik einzugehen. Zu ähnlichen Resultaten kam ein Workshop von Seiten des DHB (Deutscher Handballbund), der im Frühjahr in Bad Oeynhausen stattfand und konstatierte, dass Gesundheitspräventive Maßnahmen im Jugendleistungssport nur unzulänglich berücksichtigt würden. Verkürzt lässt sich sagen, je früher entsprechende Unzulänglichkeiten erkannt werden umso größer kann der entsprechende Leistungskorridor der Sportlerin / des Sportlers sein.

    Der zweite Aspekte betrifft die Nachwuchsarbeit des DFB. Wie Du ja schreibst, hat sich seit diesen unsäglichen Zeiten, als der Verband in diesem Bereich kaum Struktur und noch weniger Willen erkennen ließ, viel zum Positiven geändert. Sowohl im weiblichen als auch im männlichen Jugend- und Juniorenbereich. Aktuell erscheint mir aber die DFB-Zuspitzung auf das Prädikat „Elite“ zu einseitig. All jene, die nicht in den Dunstkreis dieses Begriffes fallen, und bei rund 26.000 Vereinen in Deutschland dürften einige davon betroffen sein, sind quasi auf sich allein gestellt. Hier sollte von Seiten des DFB respektive seiner Regional- und Landesverbände mehr Unterstützung der Vereine erfolgen, die eine engagierte Jugendarbeit betreiben wollen und möglicherweise noch nicht in der Lage sind, junge Spielerinnen und Spieler an die Eliteschulen abstellen zu können. Dieses selektive Verfahren, eine gewisse Analogie besteht ja zum deutschen Bildungswesen, ist zu brachial und ignoriert sogenannte Spätentwickler.

    (0)
  • ViolA sagt:

    was den ersten von dir angesprochenen punkt angeht, so habe ich davon auch schon mehrfach gehört. das erinnert mich witzigerweise an einen beitrag zur em vor wenigen wochen. dort haben sie das spanische team vorgestellt und auch einen einblick in deren training gegeben. zur sprache kam dann das thema dehnübungen die bei den spaniern seit jahren wenn nicht jahrzehnten nicht weiterentwickelt sondern sozusagen tradiotionsmäßig absolviert werden und in vielen ländern bereits seit langem überholt sind.
    ich denke das zeigt genau unser problem. es lässt sich auf viele bereiche übertragen. die menschen – je älter sie werden – hängen gerne altgediegenem und vermeintlich gutem nach weil man um dessen wirkung weiß oder zu wissen meint. neues wird erstmal skeptisch beäugt. eben ganz nach dem motto: die guten alten zeiten…. da spielt es dann auch keine rolle ob das thema politik oder sport ist.
    dies zu ändern ist eigentlich nur möglich durch eine aufgabenverteilung nach unten zum trainer (und natürlich auch jugendtrainer). je mehr freiheit diese vom vorstand bekommen, desto eher können neue sachen eingebaut werden. je mehr der vorstand bestimmt, desto schwieriger wird es. ihre „macht“ geben die vielen ältere herren im vorstand aber meist nur dann ab wenn ihr verein und das trainergespann erfolgreich ist.
    eine andere möglichkeit bleibt dann nur in solchen situationen wie z.b. einem abstieg der meist den versuch mit sich bringt die ganze sache umzumodeln und dinge neu auszuprobieren weil das althergebrachte nicht mehr funktioniert.
    dies läßt sich natürlich aber nur aufs training selbst beziehen.
    was deinen zweiten punkt angeht, nämlich die unterstützung der jugend auch durch den dfb, so stimme ich dir ebenfalls zu, muss aber dazu sagen, dass das ein unglaublicher kostenaufwand des dfbs wäre, würde er jeden seiner vereine geldlich unterstützen (selbst wenn es prämien für eine erfolgreiche jugendarbeit geben würde). obendrein ist die kontrolle wofür das geld dann tatsächlich genutzt wird schwierig und aufwändig. eingrenzen kann man die vereine aber auch nicht wirklich, denn wenn mit geld gewunken wird, wird kaum ein verein sagen „ach ne, wir wollen das nicht“.
    in gewisser weise ist gerade diese jugendförderung zurecht aufgabe der vereine und nicht des dachverbandes. wo der dfb aber durchaus ansetzen könnte ist durch verknüpfung des schulsportes und dem dfb als solches. das wird ja auch schon getan, aber das geht durchaus noch besser.

    achja, und die aktion der minispielfelder soll – denke ich – auch genau in diese sparte treffen. es ist ein versuch die kinder zum fußball zu locken und ihnen die möglichkeiten geben ganz frei kicken zu können, was leider nicht mehr so einfach möglich ist hier in deutschland wie das noch vor einigen jahren möglich war. das ist übrigens auch etwas, wo sich der dfb evtl. einsetzen könnte. will man in bayern, nrw oder bw kicken gehen, so muss man oft kilometer herumfahren um einen platz zu finden auf dem man kicken darf ohne mitglied des vereins zu sein. betrifft aber andere sportarten genauso. kinder aber brauchen erst den bezug zur sportart bevor sie in einen verein gehen. es ist meiner meinung nach also der falsche ansatz. wer geht in einen verein, zahlt mitgliedsbeiträge um dann festzustellen ob einem der sport gefällt oder nicht? hier besteht also optimierungsbedarf

    (0)
  • ViolA sagt:

    ach max… zum thema dfb und jugendförderung gibt es einen artikel vom dfb:

    (0)
  • Max Diderot sagt:

    Danke. Hatte ich schon zuvor gelesen und empfinde es als eine schöne Geste, dass von Verbandsseite auch an jene kleinen Vereine gedacht wird, die oftmals erste Station späterer Fußballtalente sind.

    Hier ist übrigens der Link zu jenem FAZ-Artikel, der die mangelnde Umsetzung wissenschaftlicher Erkenntnis in die Sportpraxis beschreibt.

    (0)