U19 mit viel Licht und ein bisschen Schatten

Von am 11. Juli 2008 – 10.45 Uhr 3 Kommentare

Das 1:1 gegen Schweden im zweiten Gruppenspiel der U19-EM mag sich auf den ersten Blick etwas unbefriedigend anfühlen, bedenkt man, in welch Hülle und Fülle die DFB-Elf in den ersten 20 Minuten hochkarätigste Chancen ausließ.

Doch in punkto Lerneffekt war die Partie für die jungen Spielerinnen eine lehrreiche Erfahrung, was es heißt, beste Gelegenheiten nicht zu verwerten und sich durch einen Gegentreffer ein wenig aus dem eigenen Spielrhythmus gebracht haben zu lassen.

Dabei sah es im Complexe Sportif Guy Drut von Saint-Cyr-sur-Loire zunächst nach einer klaren Angelegenheit aus, hatten die Schwedinnen dem hohen Tempo der Deutschen zunächst wenig entgegen zu setzen. Marie Pollmann, Kim Kulig, Jessica Wich, Marina Hegering – sie alle schafften es bei ihren hochkarätigen Möglichkeiten nicht, den Ball im Tor unterzubringen.

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Pollmann trifft erneut
Nach einer knappen halben Stunde war der Bann dann doch gebrochen, aber trotz des mehr als verdienten Führungstreffers nach einer knappen halben Stunde durch den dritten Turniertreffer von Pollmann, fanden sich die Schwedinnen immer besser zurecht. Die Lauffreude wuchs, man stand näher an den Gegnerinnen und krempelte die Ärmel hoch. Mit Erfolg.

Mit einem blitzgescheiten Pass aus dem Mittelfeld schickte Julia Lyckberg die pfeilschnelle Sofia Jakobsson auf die Reise, die ließ sich bei der ersten ernsthaften Torchance nicht zweimal bitten und schloss eiskalt ab. Eve Chandraratne, die im zweiten Spiel als rechte Außenverteidigerin anstelle von Laura Brosius agierte, hatte mit den immer wieder nach vorne stoßenden wendigen und athletischen Schwedinnen ihre liebe Müh’ und Not, zur zweiten Halbzeit kam Vanessa Martini für sie in die Partie.

Schweden stärker
Nach dem Ausgleich war das deutsche Spiel nicht mehr so flüssig, die Schwedinnen agierten zunehmend selbstbewusst und ließen im weiteren Verlauf nicht mehr viele Chancen zu. Doch eine war hochkarätig, als Pollmann in der 72. Minute eine Vorlage von Kulig an die Latte setzte. Allerdings hätte zuvor auch Schweden die Partie für sich entscheiden können, als Anna Lindblom nach einem Jakobsson-Freistoß von der rechten Seite eine unübersichtliche Situation im Strafraum fast zur Führung genutzt hätte.

Und so waren am Ende beide Mannschaften nicht unglücklich über das Ergebnis. Deutschlands Trainerin Maren Meinert fand erneut lobende Worte für ihr Team, ihr Gegenüber Calle Barrling würdigte vor allem die Defensivarbeit seiner Elf. Sowohl Deutschland als auch Schweden reicht im abschließenden Gruppenspiel ein Remis zum Aufstieg ins Halbfinale. Die Deutschen treffen auf die bereits ausgeschiedenen Schottinnen, Schweden misst sich mit England.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • oliist sagt:

    @Markus
    Wenn man die beiden bisherigen deutschen Gruppenspiele als Maßstab nehmen müsste,mit welchen Zuschauerzahlen könnten wir im Halbfinale rechnen?
    Oder anders gefragt.Auf wieviel Interesse sind denn die bisherigen,von dir gesehenden,Partien getroffen?
    Die UEFA Seite schweigt sich diesbezüglich nämlich aus.

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  • Markus Juchem sagt:

    Hier die Zuschauerzahlen der bisherigen U19-EM-Spiele:

    Gruppe A:

    Italien – Norwegen 450 Zuschauer
    Frankreich – Spanien 2500 Zuschauer
    Spanien – Norwegen 700 Zuschauer
    Frankreich – Italien 3500 Zuschauer

    Gruppe B:

    Schweden – Schottland 563 Zuschauer
    Deutschland – England 750 Zuschauer
    Schweden – Deutschland 627 Zuschauer
    Schottland – England 764 Zuschauer

    Der Zuschauerzuspruch ist meines Erachtens sehr gut, wenn man vor allem bedenkt, dass sich seit Samstag halb Frankreich in den Sommerferien befindet und dann ab dem Halbfinale durch die TV-Übertragung die Resonanz sicherlich einen weiteren Schub erhalten wird.

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  • oliist sagt:

    Danke für die Informationen.
    Jetzt noch Frankreich die Daumen drücken und ein stimmungsvolles Halbfinale ist garantiert.
    Sofern die Schottinnen uns nicht ein Beinchen stellen,versteht sich. 🙂

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