Viel versprechender Start für U19

Von am 8. Juli 2008 – 9.20 Uhr 2 Kommentare

Zum Auftakt der U19-EM bekam die DFB-Elf gleich einmal einen Vorgeschmack darauf, was im weiteren Turnierverlauf noch zu erwarten ist. Denn es bedurfte schon eines gewaltigen Kraftakts, um im ersten Spiel die starken Engländerinnen nach einer intensiv geführten Partie am Ende mit 2:0 in die Schranken zu verweisen. Und so war die Erleichterung groß, auf dem rutschigen, aber qualitativ hochwertigen Rasen des kleinen Provinzorts Avoine die drei wichtigen ersten Punkte eingefahren zu haben.

Denn der Erfolgsdruck lastet gewaltig auf dem Team von Maren Meinert, haben doch die deutschen Auswahlteams in der näheren Vergangenheit alles gewonnen, was es zu gewinnen gilt, die Erwartungshaltung ist entsprechend hoch.

Starke Defensive
Doch das englische Team bewies eindrucksvoll, dass die Konkurrenz nicht schläft. Denn mit ihrer technisch sauberen und schnellen Spielweise unterbanden die Engländerinnen das deutsche Aufbauspiel teilweise sehr effektiv. Doch gegen die starke deutsche Abwehr fand das Team von Trainerin Mo Marley keine geeigneten Mittel, Tribut an die mangelnde Erfahrung der jungen Spielerinnen.

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Marie Pollmann brach mit ihrem sehenswerten Drehschuss zehn Minuten vor der Pause den Bann. Anfang der zweiten Halbzeit überstand die DFB-Elf eine kurze Drangperiode der Engländerinnen, bevor Pollmann per Volleyabnahme auf 2:0 erhöhte. Und fast wäre der Stürmerin von Bundesliga-Aufsteiger Herforder SV Borussia Friedensthal per Kopf sogar der dritte Treffer gelungen, Julia Simic vergab eine weitere gute Torchance.

Leistungsdichte wächst
Doch das Chancenplus der Deutschen kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Spitze im Junioren-Frauenfußball in den letzten Jahren eng zusammen gerückt ist. Schon die zweite Qualifikationsrunde stellt heute eine große Hürde dar, wie es Dänemark beim Ausscheiden gegen Schottland hautnah zu spüren bekam. Die EM-Spiele auf höchstem Niveau sorgen für einen weiteren qualitativen Schub bei den teilnehmenden Teams, der Lerneffekt auf und neben dem Platz ist gewaltig.

Am kommenden Donnerstag empfängt Deutschland im zweiten Gruppenspiel Schweden, das sein Auftaktspiel glücklich mit 2:1 gegen Schottland gewann. Erneut kein leichtes Unterfangen, doch das Selbstvertrauen der DFB-Frauen hat durch den Sieg gegen England noch einmal einen Schub erhalten und aus zahlreichen Spielen gegen schwedische Auswahlmannschaften weiß man, was einen erwartet – eine erneut immens schwere Aufgabe, doch am Ende hoffentlich ein neuerlicher Sieg.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    Schön zu vernehmen, dass die qualitative Leistungsdichte in diesem Bereich besser geworden ist und scheinbar auch Mannschaften betrifft, die abseits der „üblichen Verdächtigen“ den Frauenfußball voranbringen.

    Markus, mich würde eine Frage interessieren. Zum Thema Doping gab es ja jüngst von der UEFA eine Offensive, die auch mit praktischen Tests für die teilnehmenden Teams der Euro 08 in Österreich und der Schweiz verbunden war. Gilt gleiches auch für den Juniorenbereich? Werden die Endrundenteilnehmer in Frankreich und demnächst in Tschechien auch Dopingstests unterzogen?

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  • Markus Juchem sagt:

    Es gibt auch bei den Juniorinnen- und Junioren-Wettbewerben der UEFA Dopingkontrollen. Bei der Endrunde der U19-EM in Frankreich kommt das UEFA Dopingreglement in der Ausgabe 2008 zur Anwendung. Wenn bei einem Spiel Dopingkontrollen stattfinden, werden zwei Spielerinnen pro Team getestet (und zwei Ersatzspielerinnen). Es gibt darüber hinaus auch mögliche Dopingkontrollen durch die nationale französische Anti-Doping-Agentur.

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