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Bundesliga gegen Damallsvenskan – welche Liga hat die Nase vorn?

Von am 8. Juli 2008 – 23.28 Uhr 10 Kommentare

Ariane Hingst und Nadine AngererDie schwedische Liga Damallsvenskan vermarktet sich als „beste Liga der Welt“. Dennoch hält Deutschland nicht nur den Welt- und Europameistertitel, sondern gewann vor einigen Wochen durch Meister 1. FFC Frankfurt auch den UEFA-Pokal.

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Dort besiegte man im Finale ausgerechnet den schwedischen Meister Umeå IK. Ist der Beiname „beste Liga der Welt“ also ein bloßer Marketingslogan?

Ariane Hingst wechselte 2007 zum Stockholmer Erstligisten Djurgården Damfotboll, Nadine Angerer folgte ihr zu Beginn dieses Jahres. Worin liegen die Unterschiede zwischen den beiden Ligen?

Angerer musste ihr Torwartspiel in den ersten Wochen umstellen. „Ich werde hier bei Ecken quasi eingemauert von Gegenspielerinnen. In Deutschland würden die Schiedsrichter beim geringsten Körperkontakt mit dem Torwart abpfeifen, hier läuft das Spiel weiter. Daran musste ich mich erst mal gewöhnen“, sagt die Weltmeisterin.

Höhere Athletik
Ihre Schweizer Kollegin Kathrin Lehmann (früher Turbine Potsdam und Bayern München, jetzt Hammarby) stimmt ihr zu: „Es wird hier wesentlich offensiver gespielt. Das Spiel ist ganz einfach körperlicher, auch in den Laufduellen. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die meisten schwedischen Clubs in Deutschland mit deutschen Schiedsrichtern ein Match nicht mit elf Spielerinnen beenden würden.“

Pavlina Scasna, die nach einigen Jahren beim FC Bayern zunächst zu KIF Örebro und dann zu LdB Malmö wechselte, fügt hinzu, dass man in Schweden mehr Zeit im Kraftraum verbringt als das bei Bayern München üblich war. „Ich würde auch sagen, dass das taktische Niveau hier im Allgemeinen besser ist. Die jungen Spielerinnen sind besser ausgebildet, auch technisch gesehen.“

Das bestätigt Lehmann: „In der Schweiz oder in Deutschland kannst du meistens zwischen guten Läuferinnen und guten Technikern unterscheiden. In der Damallsvenskan können fast alle den Ball in hohem Lauftempo annehmen und weitergeben.“

Jeder kann jeden schlagen
Auch wenn es auch in Schweden bisweilen zu hohen Kantersiegen kommt (in der laufenden Saison schlug Göteborg Neuling Umeå Södra mit 9:0, Malmö gewann zu Beginn 7:1 bei Hammarby), sind sich alle Spielerinnen einig, dass das Niveau in Schweden wesentlich ausgeglichener ist. „Wenn wir 100% unseres Potenzials abrufen oder sogar ein bisschen mehr, können wir Umeå IK schlagen“, ist sich Lehmann sicher. „Und das gibt’s in Deutschland nicht, dass ein Team, das eher unten mitspielt, den Meister gefährden kann.“ Umeå kam erst in der Vorwoche beim 2:1-Erfolg bei Lehmanns Hammarby mit einem blauen Auge davon.

Hingst glaubt zwar nicht, dass die schwedischen Vereine ein höheres Budget haben, aber sie weist darauf hin, dass es in einigen Vereinen hauptamtliche Sportdirektoren gibt. „Frauenfußball hat einen höheren Status in Schweden. Unser Trainer Anders Johansson hat Frauenmannschaften trainiert, danach in der ersten Herrenliga bei Malmö FF gearbeitet und jetzt ist er wieder bei uns gelandet. Das wäre in Deutschland ziemlich undenkbar, wo viele Trainer den Frauenfußball eher als Sprungbrett in den Männerfußball sehen.“

Bessere Trainer
Rebecca Smith, früher in Frankfurt und jetzt seit drei Jahren bei Sunnanå SK im hohen Norden Schwedens, glaubt auch, dass in Schweden mehr zusammengearbeitet wird zum Besten des Frauenfußballs. „Ich finde, dass die Unterstützung, die die Vereine vom Verband bekommen, sehr gut ist. In der Liga gibt es auch viele Kooperationen im Bereich Marketing. Und auch die Trainer arbeiten sehr viel zusammen.“ Diese Zusammenarbeit, das Austauschen von taktischen und trainingsbezogenen Tipps, bestätigt auch Hammarbys Trainer Anders Bengtsson. „Wenn man mal von den drei Topclubs in Deutschland absieht, ist das Trainerniveau wesentlich besser hier“, sagt Hingst.

Warum aber liegt Schweden auf Nationalmannschaftsebene, auch bei den Jugendteams, so deutlich hinter Deutschland? Lehmann ist sich sicher, dass die Stärke der Liga hier auch zur Schwäche wird. In der Saison 2008 spielen ca. 45 Ausländerinnen in der Liga – aus allen Kontinenten. Man denke nur an Joanna Lohmann (USA/Bälinge), Marta (Brasilien/Umeå IK), Perpetua Nkwocha (Nigeria/Sunnanå), Mami Yamaguchi (Japan/Umeå) oder Lisa De Vanna (Australien/AIK).

Ausländerproblematik
„Viele Ausländerinnen haben in den Vereinen Schlüsselpositionen. In Deutschland spielen halt überall deutsche Frauen auf diesen Positionen“, sagt Lehmann. Die Damallsvenskan sorgt auch mehr für ihre Spielerinnen. Bei Djurgården gibt es für die Spielerinnen nicht nur ein Abendessen nach dem Training und einem Halbtags- oder Ganztagsjob, man kümmert sich auch um das Wohlergehen der Spielerinnen außerhalb des Fußballs.

Die Finnin Linda Sällström, die Elternhaus und Heimat mit 18 Richtung Stockholm verließ, erzählt lachend, dass ihr der Physiotherapeut des Vereins einen Hausbesuch abstattete und ihr Tipps für das Überleben im ersten eigenen Haushalt gab. Und Scasna meint: „Ich habe Deutschland und auch die USA ausprobiert, habe in Tschechien gespielt, aber was den Fußball angeht, habe ich mein Zuhause gefunden.“

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10 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    Mir schwant immer Ungutes, wenn es darum geht, Superlativen zu propagieren, deren Halbwertszeiten vermutlich nicht länger sein dürften als ein der Kühle ausgesetztes Käsesoufflé. Von mir aus können sich viele andere Ligen um diesen Titel, der besten Liga der Welt, streiten, solange von Seiten der Verantwortlichen des hiesigen Frauenfußballs die strukturelle Probleme erkannt und konstruktiv angegangen werden. Leider mangelt es (noch) an letzterem Punkt.

    Ein Netzwerk aufzubauen, dass über den theoretischen Ansatz hinausgeht, wäre eine praktikable Lösung. Gleiches betrifft das Marketing. Beide Punkte gehören unabdingbar zusammen. Und viele, die sich für den Frauenfußball interessieren und engagieren, sehen in einer entsprechenden organisatorischen Lösung (analog dessen was die DFL für den Profi-Männerfußball ist) eine Chance für die nachhaltige Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland. Soweit mir die aktuelle Situation bekannt ist, keimen im Sommer 08 noch nicht einmal dezente Sprossen als fundamentaler Ansatz.

    Natürlich will ich auch nicht verkennen, dass in einem Land, das stark vom föderalen Gedanken geprägt ist und in der praktischen Politik diesen auch lebt, zumal Sport in Deutschland der Innenpolitik untersteht, das Tempo der Entwicklung nicht so rasant sein kann, wie es vermutlich in einem Staat wie Schweden ist und dessen zentralistischen Politikstil. Hinzu kommt, was der Artikel ja schon zum Ausdruck bringt, eine gewisse Affinität des schwedischen Fußballs zur englischen FA, die sich auch in dem robusten Spielstil wiederspiegelt.

    Auch der Frauenfußball in Deutschland wird und muss sich weiterentwickeln. Und der Grund für diese Erkenntnis dürfte nicht zuletzt in der lange währenden Depressionsphase der Männermannschaften zu finden sein. Mittlerweilen, bedingt durch Jürgen Klinsmann und sein Team, ist es nicht mehr obsolet, sportliche Fragen mit den Mitteln aus anderen Bereichen, u.a. der Ökonomie, zu vereinbaren. Gleichzeitig kann aber auch nicht ausgeschlossen werden, dass die guten Vorsätze schnell einer irrationalen Meinung unterliegen, sollte sich der sportliche Erfolg nicht wie erhofft einstellen. In Deutschland genauso wie (vermutlich) auch in Schweden.

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  • ViolA sagt:

    ich finde es schwierig die beiden ligen miteinander zu vergleichen. dazu müsste ich selbst augenzeuge der schwedischen liga sein. da ich aber denke, dass das sich das niveau immer mehr angleicht und beiden ligen ihre stärken und schwächen haben, habe ich – auch mit ausblick auf die zukunft und mit erinnerung an die letzte saison – beide ligen als ähnlich stark bewertet. natürlich unter vorbehalt.

    wenn die letztplatzierten teams die möglichkeit besitzen (in schweden) die topteams der liga zu schlagen ist das sicherlich gut. wie ich aber dem text aber auch entnehme ist das nicht unbedingt die regel. sprich dort herrscht natürlich auch eine gewisse leistungsschere. hilfreich für die liga ist sicherlich der hohe stellenwert in der gesellschaft und somit auch die unterstützung durch sponsoren usw.
    allerdings sehe ich auch die entwicklung in unserer bundesliga. wir haben nicht mehr nur 3 spitzenclubs die die liga beherrschen und wir haben zum glück auch nicht mehr nur einen verein der den anderen völlig wegrennt und immer 8:0 gewinnt. stattdessen haben wir in der letzten saison feststellen müssen, dass der absteiger saarbrücken zweimal nahe einem sieg über den meister war und dass auch die lange abstiegsgefährdeten und sicherlich noch weit entfernt von einem topclub seienden freiburger durchaus in der lage waren deutlich höher stehende vereine in die knie zu zwingen.
    will nicht heißen wattenscheid hätte je die möglichkeit besessen einer der topclubs zu bezwingen. natürlich gibt es da noch einen gravierenden unterschied in der liga. ich sehe den ursprung aber eher im leistungsansprung zwischen der zweiten und der ersten bundesliga. mit dem ausblick auf die zukunft und auch mit dem blick in die vereine sowie die natio-zusammensetzung wage ich zu hoffen und zu erwarten, dass wir der schwedischen liga bald nicht nur nahekommen sondern sie vielleicht auch einholen werden.

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  • Rainer sagt:

    @Max: Das Superlativ „världens bästa liga“ ist natürlich seitens des Verbands und der anderen Organisationen, die hinter der Damallsvenskan stehen, wirklich ein Marketingslogan. Allerdings spielen von den vergangenes Jahr 26 Nominierten zur Weltfußballerin des Jahres immerhin neun Damen in Schweden. Ich habe zu wenig aktuelle Kenntnis der deutschen Liga und beziehe meine Informationen lediglich aus den Gesprächen mit vielen Spielerinnen hier, die es sehr schätzen, sich Woche für Woche gerade mit vielen der Besten der Welt messen zu können.
    Ich glaube allerdings sagen zu können, dass ein wesentlicher Aspekt nicht föderalistisch versus zentralistisch ist, sondern vielmehr der grunsätzliche Gleiberechtigungsgedanke, der in Schweden weiter entwickelt ist als in Deutschland. Kathrin Lehmann meint auch, dass es z.B. Unterschiede darin gäbe, wie sich Arbeitgeber zu Spielerinnen verhalten. Es sei (noch) wesentlich leichter, in Schweden, wegen eines Sondertrainings, Auswärtsspiels usw. frei zu bekommen als in Mitteleuropa. Die allgemeine Einstellung, ja auch der Medien, ist positiver, auch wenn ich mir auch hier noch viel wünsche. Dass die größte Tageszeitung des Landes zum Beginn der Frauen-WM in China etwa acht (8!) ganze Seiten dem Thema widmet, kann ich mir bei der Süddeutschen oder FAZ kaum vorstellen.

    @ViolA: Ja, dann komm doch mal vorbei und schau dir ein paar Spiele an! Ich wage zu behaupten, dass die Leistungsdichte höher ist. Sehr interessant wären Spiele des ersten gegen den ersten (wie das ausging haben wir gesehen), aber dann auf allen Tabellenplätzen. Da, so sagte mir eine Spielerin würde es bei den zwölf Begegnungen ein klares schwedisches Übergewicht geben. Leider gibt es so wenig Spiele vom Women’s Cup abgesehen. AIK (Solna) spielte in der Vorsaison in Duisburg und gewann durch zwei Tore von Lisa De Vanna mit 2:1. Dass das nicht ausreicht zum Vergleich ist klar.

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  • Max Diderot sagt:

    Rainer, danke für die Erläuterungen. Natürlich will ich nicht in Abrede stellen, dass die Damallsvenskan eine sehr gute Liga ist. Und wenn es ihrem Verständnis entspricht, den gewählten Slogan zu propagieren, dann tun sie eben dies auch aus marketingstrategischen Gründen. Das Beispiel Marta, von der ich an anderer Stelle in diesem Blog schon einmal berichtete, dient ja auch als eine Art wirtschaftlicher Koeffizient für Umea.

    Die Anerkennung, die Frauen in der skandinavischen Gesellschaft für ihr Tun erhalten (sowohl materiell als vermutlich auch immateriell), dürfte ausgeprägter sein als sie es in Deutschland ist. Entsprechende Studien (u.a. der OECD) belegen diesen Umstand und sind ein weiteres Indiz dafür Dinge besser machen zu können. Mein Hinweis war aber eher sportpolitisch. Der DFB ist ja nur der Dachverband des Fußballs in Deutschland und in 5 Regional- und 21 Landesverbände gesplittet. Von daher dürften Detailfragen, zumal jene, die mit einem finanziellen Aufwand verbunden sind, diffiziler zu klären sein als im, nach meiner Kenntnis zentral geführten, SvFF (Svenska Fotbollförbundet)

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  • Detlef sagt:

    Ich habe nun schon ein paar Spiele der Damallsvenskan gesehen, und 4 Spiele von DIF gegen TURBINE, und nun das Finale von Frankfurt gegen Umea. Sicher ist mir schon früher der sehr harte, körperbetonte Stil der Schwedinnen aufgefallen. Als ich nun zuletzt im altehrwürdigen Stockholmer Olympiastadion, die Partie von DIF gegen Umea anschaute, überraschte mich das Tempo, was dort an den Tag gelegt wurde. Die Kondition ist also sehr gut. Aber auch dort gibt es viele Abspielfehler, und auch die Qualität der Schiedsrichterinnen ist kaum besser als in Deutschland!!! Aber das Kopfballspiel ist dort wesentlich ausgeprägter, als in der Bundesliga. Ich glaube nicht, dass sich das Ergebnis all zu deutlich zu Gunsten der schwedischen Klubs abheben würde, vor allem, wenn es deutsche Schiris pfeiffen würden!!! Ich glaube, die Damallsvenskan, gleicht mit den vielen Ausländerinnen, nur den natürlichen Mangel an guten Fußballspielerinnen aus. SCHWEDEN hat ja viel weniger Einwohner als die BRD, also auch viel weniger Fußballspielerinnen, also auch wesentlich weniger die gut genug für Liga Eins sind!!! Aber als es noch weniger Ausländerinnen gab, war die schwedische Natio wesentlich besser besetzt!!! Ein Trend, den man nicht außer Acht lassen darf, wenn man in Deutschland nach mehr Professionalisierung schreit!!! Aber wir können in Deutschland von den Schweden noch viel lernen, gerade was die persönliche Betreuung, und die Strukturierung der Vereine betrifft. Da haben wir noch einige Defizite. Aber auch die Presse, und die Medien ganz allgemein, sollten sich da mal ein Beispiel an den schwedischen nehmen!!! Obwohl ich nicht abstreiten möchte, dass sich da gerade in der letzten Zeit, in Deutschland einiges zum Guten verbessert hat!!!

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  • Bernhard sagt:

    Interessanter Artikel. Nur sehr aus Spielerinnen und sportlicher Sicht. Es bleibt offen, was es den schwedischen Vereinen ermöglicht, die Sache zu finanzieren.
    Hauptamtliche, Auslandsprofis etc. kosten ziemlich Geld.

    Wo kommt die Kohle her?
    Die Zuschauerzahlen sind jetzt auch nicht so viel höher als in Dt.
    Sponsoren? Pumpt der Verband Geld rein?
    Ist es eine Blase, die irgendwann mal platzt?

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  • Rainer sagt:

    @Bernhard: Mit den Zuschauerzahlen, die im Schnitt bei 8-900 liegen in dieser Saison, lässt sich nicht einmal ein Verein auf den unteren Tabellenrängen finanzieren.
    In der Saison 2007 hatten die Vereine insgesamt ein Minus von ca. 100.000 €. Das mit Abstand grösste Minus verzeichnet AIK (Solna) mit ca. 250.000 €. Diese Verluste werden allerdings durch die Einnahmen des Männerfussballclubs gleichen Namens ausgeglichen. Die erwirtschafteten ein Plus von ca. 1,5 Mio. €. AIK investiert seit zwei Jahren enorm in seinen Frauenfussball, allein diese Saison wurden zahlreiche Starspielerinnen wie die Australierinnen Lisa De Vanna und Kathryn Gill, die Finnin Anne Äkinen und drei weitere schwedische Spielerinnen verpflichtet. Ziel: mittelfristig die Nr. 1 im Grossraum Stockholm zu werden, was man schon diese Saison zu erreichen scheint.
    Spitzenclub Umeå IK hatte 2007 mit knapp 1,2 Mio € die mit Abstand höchsten Einnahmen. 2006 konnte man einen Vertrag mit dem Fernsehsender TV4 abschliessen, der der Liga ordentliche Einnahmen (alle Zahlen sind natürlich im Vergleich bescheiden) beschert. TV4 überträgt ca. 12-15 Spiele live pro Saison.
    60% der Gesamtausgaben aller Vereine gingen 2007 in Gehälter.
    2007 erhielt eine Spielerin der ersten Liga monatlich im Schnitt 4.568 Kronen (knapp 500 €). Nur sehr wenige können vom Fussball leben. Dazu gehören natürlich vielfach die ausländischen Spielerinnen. Die Sponsoreneinnahmen steigen allerdings kontinuierlich, aber auch die Ausgaben für Gehälter (vor allem der Stars).
    2007 nahm die Liga insgesamt knapp 6 Mio € ein. Das mit Abstand höchste Eigenkapital hat AIK, das eben die Sonderstellung hat, dass der Frauenclub unter dem exakt gleichen Dach firmiert wie alle anderen Teams von AIK. Langfristig könnte sich AIK als neues Spitzenteam etablieren, der sportliche Trend in diesem Jahr sieht sehr gut aus.
    Glück hatte 2007 auch Malmö FF, das nach nur wenigen Spieltagen seinen Namen in LdB Malmö FC änderte (ändern durfte). Der Kosmetikkonzern LdB ist mit einem sehr lukrativen Sponsorenvertrag eingestiegen und ist meines Wissens der einzige Club, der einigen Spielerinnen 3- oder gar 4-Jahresverträge anbietet. Es steigen sowohl die Einnahmen wie auch die Kosten aller Vereine. Die Liga ist finanziell gesund, setzt aber keine grossen Summen um.
    Umeå IK wird ebenfalls sehr gut bewirtschaftet.
    Wer noch mehr lesen will (und Schwedisch kann) findet unter {0A5FFE89-D7C6-45A5-9D18-4B83DC4B9103}.pdf die ausführliche Analyse der wirtschaftlichen Situation der Damallsvenskan.

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  • ViolA sagt:

    @ rainer

    das wäre sicherlich mal interessant zu sehen. allerdings hast du ja auch schon angemerkt, dass wohl viele schwedische mannschaften den platz nicht mehr mit 11 spielerinnen verlassen würden (was einen vergleich dann deutlich schwieriger gestalten würde). da würde es mich interessieren wie ausgeprägt dieser unterschied ist. ist es in etwa mit england bzw schottland beim herrenfußball gleichzusetzen?
    ich kann leider nicht so einfach eben mal nach schweden kommen. sollte ich aber die möglichkeit dazu haben, werde ich mir natürlich einige spiele ansehen

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  • Max Diderot sagt:

    Ob der eigentlichen Fragestellung möchte ich auch auf ein aktuelles Gespräch verweisen, das sich auf der UEFA-Seite befindet. Eine der beiden U19-Trainerinnen, Bettina Wiegmann, gibt hier ein wenig Auskunft über die Trainingsdidaktik im deutschen Frauenfußball. Nach meiner Interpretation stellt sie den Bundesligavereinen ein miserables Zeugnis aus. Zwar spricht sie diplomatischer als meine Wortwahl es andeutet, doch zwischen den Zeilen lässt sich erahnen, dass vermutlich alle DFB-Trainerinnen mit dem, was die Klubs an Trainingsangeboten offerieren, nicht zufrieden sind.

    Link: http://de.uefa.com/competitions/wunder19/news/kind=1/newsid=731763.html

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  • Markus Juchem sagt:

    Danke, Max. Ich habe das auch noch mal in einem kleinen Beitrag zusammengefasst.

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