Duisburg und Frankfurt bereit für Showdown

Von am 2. Juni 2008 – 12.24 Uhr 14 Kommentare

So spannend war die Frauenfußball-Bundesliga schon lange nicht mehr. Nachdem der FCR 2001 Duisburg (3:0-Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken) und der 1. FFC Frankfurt (7:1-Sieg bei der SG Wattenscheid 09) am 20. Spieltag ihre Pflichtaufgaben mit Bravour erfüllten, ist der Boden bereitet für das mit Spannung erwartete direkte Duell der beiden Teams am kommenden Sonntag, das aller Voraussicht nach den Titelkampf entscheiden wird.

1.488 Zuschauer waren im PCC-Stadion von Homberg zugegen, als die Duisburgerinnen die Nerven behielten und mit einer engagierten und beherzten Spielweise den Grundstein für das Endspiel am kommenden Sonntag legten. Bis auf die wegen einer Gelben Karte gesperrte Anne van Bonn konnte die Duisburgerinnen in Bestbesetzung antreten.

Saisontreffer 23 und 24 für Inka Grings
Mit einem platzierten Kopfball brachte Inka Grings nach Vorarbeit von Simone Laudehr ihr Team bereits nach elf Minuten in Führung und nur zehn Minuten später war es erneut die Duisburger Stürmerin, die routiniert und abgeklärt mit einem Lupfer Saarbrückens Torhüterin Romina Holz bezwang.

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In der Folge begnügte sich der Tabellenführer damit, das Spiel zu kontrollieren. Die für Turid Knaak eingewechselte Stephanie Goddard sorgte eine gute Viertelstunde vor Schluss per Kopf nach einem Eckball für den Endstand (72.).

Duisburgs Trainerin Martina Voss meinte nach der Partie: „Es war ein souveräner Pflichtsieg, nicht mehr, nicht weniger. Aber die zweite Hälfte hat mir überhaupt nicht gefallen, immer wieder dieselben Fehler.“

Saarbrückens Trainer Guido Mey erklärte: „Der Sieg geht auch in dieser Höhe voll in Ordnung. Uns war klar, dass wir hier nicht viel zu gewinnen hatten.“

Frankfurt schießt Wattenscheid in Liga zwei
DFB-Pokalsieger und UEFA-Pokal-Sieger 1. FFC Frankfurt ließ beim 7:1 (5:0)-Auswärtssieg bei der SG Wattenscheid 09 nichts anbrennen und schickte mit dem Sieg zugleich den Aufsteiger zurück in die 2. Liga.

Obwohl Frankfurt nicht in Bestbesetzung antreten konnte – Conny Pohlers wurde wegen einer Wadenprellung geschont, Ali Krieger weilte bei der US-Nationalmannschaft und Karolin Thomas war krank -, lief der Frankfurter Motor wie geschmiert.

Bereits nach einer Viertelstunde stand es 3:0 – Kerstin Garefrekes, Saskia Bartusiak und die seit langem erstmals wieder eingesetzte Louise Hansen sorgten früh für klare Verhältnisse. Birgit Prinz und erneut Garefrekes erhöhten bis zur 31. Minute gegen die überforderten Wattenscheiderinnen auf 5:0.

Flüssige Kombinationen
„Es machte Spaß, die flüssigen Kombinationen meiner Mannschaft zu beobachten, die zwangsläufig zu schön heraus gespielten Treffern führten“, freute sich FFC-Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks.

Manzer erzielte für die Gastgeberinnen nach einer guten Stunde den Ehrentreffer, Prinz konnte in der Torschützinnenliste dank zweier weiterer Treffer bis auf drei Tore an Inka Grings herankommen.

„Das waren drei wichtige Punkte im Kampf um die Meisterschaft. Der Sieg war souverän, nach der Pause ließen es die Spielerinnen im Hinblick auf die schwere Woche, die uns bevorsteht, ein wenig lockerer angehen“. kommentierte FFC-Manager Siegfried Dietrich den Triumph.

Wattenscheids Assistenztrainer Roger Dorny meinte: „Ich muss von den Spielerinnen erwarten können, dass sie Spaß an einem Spiel gegen so eine Mannschaft haben. Dazu muss man allerdings auch dagegenhalten und anders auftreten.“

Mit einem Sieg am Mittwoch im Nachholspiel gegen den 1. FC Saarbrücken könnte Titelverteidiger Frankfurt als Tabellenführer die Reise zum Endspiel nach Duisburg antreten.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

14 Kommentare »

  • Steffen sagt:

    Ali Krieger steht dem FFC Frankfurt aber dann spätestens wieder gegen Duisburg zur Verfügung. Das Training für den Peace Queen Cup geht ja nur bis heute.

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  • Markus Juchem sagt:

    Genau, Steffen. FFC-Trainer Tritschoks sagt auf der Vereins-Website: „Wir sind einen Kompromiss eingegangen. Um ihr die Chance auf die olympischen Spiele in Peking nicht zu verbauen, ließen wir sie zum Lehrgang fliegen, allerdings unter der Prämisse, dass sie nur zu Beginn dabei ist und uns in den entscheidenden Spielen um die Meisterschaft zur Verfügung steht.“

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  • Ralf sagt:

    Weiß jemand, ob die Partie FCR – FFC evtl. bei DFB-tv als Stream angeboten wird?
    Als Einstimmung zum Auftakt unserer EM-Kicker am Abend.

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Ralf, es wird den üblichen Zusammenschnitt geben, so viel ich weiß. Eine Live-Übertragung ist aber wohl leider nicht geplant.

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  • Ralf sagt:

    Sehr, sehr schade.
    Ausgerechnet die wohl entscheidendste Partie der Saison nur als Minuten-Häppchen.

    Nach dem Stream des Spiels FFC – Turbine (am Pfingstmontag) sprach doch alles für ein weiteres Engagement der DFB-tv-Macher – auch noch von Spielen der aktuellen Saison.
    Gab es denn seitens des DFB irgendwelche Statements, wieviele Nutzer das Live-Streaming am Pfingstmontag hatte?
    Ich vermute, dass der ganze technische Aufwand dann doch wohl nicht in Relation zum Nutzen war – die Quote war halt (am Feiertag) zu gering.
    Insoweit ist ein tatsächlicher Verzicht auf ein neuerliches Streaming verständlich.
    Wie sieht’s denn bei WDR oder HR aus?

    Nochmals DANKE!

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  • Markus Juchem sagt:

    Nein, leider sind auch im Fernsehen keine Übertragungen geplant, siehe dazu auch einen Kurzbericht zum Thema auf http://www.fansoccer.de/

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  • Max Diderot sagt:

    Markus, danke für den Hinweis. Nachdem ich den Eindruck gewonnen habe, als trauten einige Menschen dem Medium Internet noch nicht jene Übertragungsqualität zu, wie sie dem Fernsehen devot und oftmals fälschlicherweise entgegen gebracht wird, möchte ich noch einmal auf ein entsprechendes, kostenfreies und legales Programm aufmerksam machen. Mit zattoo (www.zattoo.com) kann bei entsprechender DSL-Bandbreite beispielsweise auch dort ein bestimmtes III. FS-Programm gesehen werden, das ansonsten nicht terrestrisch, per DVB-T oder in einer anderen Übertragungsform empfangbar ist.

    Nochmals: zattoo ist ein legaler P2P-Stream! Es handelt sich dabei um ein zeitlich befristetes Projekt zwischen dem Betreiber des Portals und den beteiligten Sendern (i.e. ARD und ZDF). Das einzige Hindernis, ist der Umstand, dass man sich einmalig anmelden muss.

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  • suplo sagt:

    Zattoo scheint ja eine an sich tolle Idee zu sein. Nur leider funktionieren viele Livestreams und auch zattoo nicht an jedem Ort der Erde.
    So hat mir das ZDF zur Übertragung des UEFA-Cup Endspiels mitgeteilt, dass außerhalb Deutschlands der Livestream aus rechtlichen Gründen nicht freigeschaltet ist. Das macht auch immer dann Sinn, wenn man innerhalb Deutschlands eh mit jedem Fernseher live zusehen kann.

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  • Max Diderot sagt:

    Stimmt nicht, suplo! Da es in Deutschland in der DVB-T-Ausstrahlung nur begrenzte Möglichkeiten gibt, die III. FS-Programme anderer Bundesländer zu empfangen, ist zattoo eine kostenfreie Alternative für das kostenpflichtige analoge Kabelprogramm. Mindestens das.

    Es ist auch nicht ganz korrekt, was Du zu der sogenannten IP wiedergibst. Nach meinem Wissensstand ist es so, dass Du, nimmst Du Dein Notebook mit ins Ausland und besitzt die Möglichkeit über Deinen deutschen Provider dort ins Internet zu gehen, Du die Angebote von zattoo nutzen kannst. Anders ist es, wenn Du einen ausländischen Anbieter (i.e. Orange in Frankreich) nutzt, um Dich damit in die Programmstruktur des für Deutschland existierenden Programmangebotes bei zattoo einzuloggen. Dies würde dann fehlschlagen.

    Meine Intention, siehe oliist, bestand auch nur darin, darauf hinweisen zu wollen, dass es im Konvolut der vielen Übertragungsmöglichkeiten auch eine kostenfreie und legale Empfangsalternative gibt für all jene, die sich zum falschen Zeitpunkt am falschen Ort mit dem richtigen Equipment eine bestimmte Sendung oder Sportereignis anschauen wollen.

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  • suplo sagt:

    Herr Diderot, Sie missverstehen mich. Ich wollte Ihre hehren Absichten gar nicht anzweifeln.

    Auch glaube ich, dass es für den Nutzer in Deutschland durchaus Vorteile durch das Programms gibt.
    Das genannte Beispiel sollte nur die Beschränkung des Onlineangebots außerhalb Deutschlands unterstreichen. Aber gerade dort halte ich den Bedarf, mangels weiterer Alternativen, für umso größer.

    Wie wählen Sie sich allerdings im Ausland über einen deutschen Provider ein, ohne dabei eine zumeist recht teure Verbindung nach Deutschland aufzubauen?

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  • Ralf sagt:

    Gott sei Dank!
    Mein, und Unser Fußball-Sonntag ist dank höherer Eingebung bei den Programmverantwortlichen des HR gerettet.

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  • Max Diderot sagt:

    suplo, vermutlich habe ich nicht die richtigen Worte gewählt. Ich verstand Deine/Ihre Ausführungen nicht als Kritik! Ich hatte schon mehrmals auf die Möglichkeit von zattoo aufmerksam gemacht und immer die Legalität dieses Projektes betont. Es gibt ja auch andere P2P-Verfahren, die aber weniger ob ihrer Existenz als mehr ihres inhaltlichen Angebotes wegen in Deutschland rechtlich umstritten sind.

    Es gibt diesbezügliche Möglichkeiten, mit deutscher IP im Ausland heimische Programme via Notebook zu empfangen. Legale Möglichkeiten! Tor (das Programm heißt tatsächlich so) ist eine. Virtual Private Network (VPN) eine andere. Aber weder möchte ich das nun weiter ausführen, dies ist schließlich ein Frauenfußball-Blog, noch jemanden dazu ermuntern dies zu erproben, da es dabei auch um Beeinträchtigungen der Sicherheit des eigenen Rechners gehen könnte.

    Was im Fußball klasse sein kann, möglichst offensiv zu agieren, gilt im umgekehrten Sinne für das Internet: Defensive ist Trumpf!

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  • suplo sagt:

    Danke für den Tipp.

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