Tritschoks: „Marta ist keine Weltfußballerin“

Von am 25. Mai 2008 – 2.49 Uhr 42 Kommentare

Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks90 Minuten begeisternden Frauenfußball hatten die Rekordkulisse von 27.640 Zuschauern und Millionen vor den Fernsehschirmen beim UEFA-Pokal-Finale zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Umeå IK in der Frankfurter Commerzbank-Arena gesehen. Dennoch gab es nach der Partie kräftige Misstöne.

Denn die in den vergangenen Jahren gewachsene Rivalität der beiden derzeit besten europäischen Teams und die wiederholten Sticheleien von Umeå-Trainer Andrée Jeglertz waren der Auslöser dafür, dass Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks nach dem Spiel der Kragen platzte.

In der Vorwoche hatte Jeglertz den Frankfurterinnen vorgeworfen, das 1:1 im Hinspiel bereits wie den Titelgewinn gefeiert zu haben. Eine Sichtweise, die Tritschoks mit Unverständnis quittierte.

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Wortgefecht der beiden Trainer
Und als der Schwede dann vor den Medienvertretern zur Zuschauerschelte ausholte („Es mag ja ein tolles Spiel für das Publikum gewesen sein, aber es ist bedauerlich, wenn die weltbeste Fußballerin ausgepfiffen wird“), war schnell klar, dass die beiden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr werden würden.

„Wer sich auf dem Platz so verhält, ist für mich keine Weltfußballerin“, konterte Tritschoks. „Das Provozieren, das Fallenlassen und das Theatralische vor allem im Hinspiel – das alles hat sie nicht nötig und bringt auch den Frauenfußball nicht weiter. Es rechtfertigt vielleicht nicht die Pfiffe, aber man muss dann damit rechnen“, führte er aus.

Frustrierte Schweden
Die Worte trafen die ob der Niederlage eh schon frustrierten Schweden wie Peitschenhiebe. Und nun schaltete sich Umeås Manager Roland Arnqvist ein: „Wir danken Frankfurt für dieses Fußballfest, aber auf diesem niedrigen Niveau wollen wir uns nicht bewegen. Wir akzeptieren die Pfiffe als Fakt, aber wir werden nicht darüber weiter diskutieren, sonst verlassen wir die Pressekonferenz.“

Nur langsam glätteten sich die Wogen und man besann sich, fortan über das Sportliche zu reden. Doch auch als die Pressekonferenz längst vorbei war, waren die Pfiffe gegen Marta das beherrschende Thema. Arnqvist giftete: „Es gibt nur eine Sache, die schlimmer ist, als ein schlechter Verlierer, nämlich ein schlechter Gewinner. Und diese Ehre gebührt Frankfurts Trainer.“

Marta beim Training in der Commerzbank-Arena„Marta ist keine Teamplayerin“
Tritschoks hingegen unterstrich noch einmal seine Sichtweise: „Natürlich kann man die Pfiffe nicht akzeptieren. Marta ist auf jeden Fall eine Superspielerin und ich habe Respekt vor ihrer Leistung. Aber sie provoziert und polarisiert, das wollen die Leute eben nicht sehen. Eine Weltfußballerin hat für mich auch eine Vorbildfunktion und das fehlt ihr. Sie ist keine Teamplayerin, sondern eine Alleinunterhalterin.“

Birgit Prinz wollte öffentlich keine Stellungnahme abgeben, Silke Rottenberg meinte: „Diese Theatralik hat sie gar nicht nötig als Weltklassefußballerin. Die Fans mögen so etwas halt nicht, aber ich fand es schade, dass die Pfiffe bis zum Ende angehalten haben, irgendwann muss Schluss sein.“

Pfiffe einfach ignorieren
Conny Pohlers wollte der Angelegenheit keine allzu große Bedeutung beimessen. „Sie ist nun mal so, entweder man akzeptiert das, oder nicht. Ich habe mit ihr noch keine schlechten Erfahrungen gemacht und fand ihr Verhalten gar nicht so schlimm. Aber man kann den Zuschauern nicht vorschreiben, was sie zu tun haben. Mich würden die Pfiffe eher zusätzlich motivieren.“

Martas verletzte Sturmkollegin Hanna Ljungberg meint: „Man muss mental stark sein und sie einfach ignorieren. Im Männerfußball kommt das ja auch vor. Wir werden uns daran gewöhnen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

42 Kommentare »

  • schmidt sagt:

    Für mich hat sich Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschok leider verbal als Gastgeber unpassend verhalten, sondern definitiv unnötig polemisiert hinsichtlich seiner gemachten Äußerungen gegenüber Marta. Das hätte er zu diesem Zeitpunkt nicht nötig gehabt, wo ganz Frankfurt, Deutschland und überall viele während des Spieles mitfieberten und über den grandiosen Erfolg seiner Mädels sich mit freuen durften.

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  • oliist sagt:

    Es rächt sich international offensichtlich doch,wenn ein Spiel hauptsächlich auf eine Spielerin(Marta)zugeschnitten ist.Der Verein ist so unglaublich abhängig von ihr,daß es schon weh tut.Man siehe sich nur auf Umeås Internetseite den kleinen englischsprachigen Teil an,in dem die Aufzählungen von Martas Erfolgen(?)mehr Platz einnehmen als die Erfolsgeschichte Umeås selbst.Die Zukunft des FF heisst längerfristig so oder so jedenfalls nicht Umeå.Durch immer mehr Zuwendungen aus dem Männerbereich werden andere Vereine mit weitaus mehr Geld die Stars von morgen an sich binden und der kleine schwedische Verein wird wohl das Schicksal einiger deutscher Vereine von heute teilen,nämlich mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten und letztendlich ganz vom Erdboden zu verschwinden.
    Zum Spiel selbst:
    die bessere Mannschaft mit mehr sowie besseren und reiferen(in jeder Hinsicht)Einzelspielerinnen hat extrem verdient gewonnen,was durch schlechtes Verlierertum seitens der anderen(wie hießen sie noch?)zusätzlich unterstrichen wird.

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  • Bianca sagt:

    Ich glaube eine Spielerin wie Marta muß mit Pfiffen zurechtkommen, sie polarisiert mit ihrem Verhalten halt. Nicht nur ihr lamentieren mit Schiedsrichterinnen, Schwalbenneigung, auch der Umgang mit Mitspielerinnen ist mir gestern unangenehm aufgefallen. Und bei der Siegerehrung mit einer brasilianischen Flagge aufzutauchen ist auch nicht die feine englische Art dem eigenen Spielerinnen und dem Verein gegenüber. Vielleicht sollte man UMEA einfach in FC Marta umtaufen.
    Auch eine Birgit Prinz muß sich auf fremden Plätzen oft auspfeifen lassen (ob gerechtfertigt oder nicht, darüber sollte man in einem eigenen thread diskutieren).
    Nun gut, Tritschoks hörte sie da schon wie Bernd Schröder an, der ja auch immer gerne den Charakter einer Spielerin in den Vordergrund spielt….

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  • Justin sagt:

    63% finden also, dass Martas Theatralik nervt. Und ich frage mich eigentlich nur, welche Theatralik? Was hat sie denn gestern großartig theatralisch-provozierendes gemacht? Die Deutschen sind manchmal schon ein seltsames Völkchen; erinnert mich etwas an den Pizza-Boykott während der WM 2006.

    Und die Vorwürfe, sie sei lediglich eine ballverliebte Egoistin sind auch nichts weiter als Polemik. In der laufenden schwedischen Saison hat sie neben ihren 6 Toren auch 5 Torvorlagen; mehr als jede andere Spielerin dort.

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  • Horst Barlau sagt:

    Nach dem Gewinn der 2 Karten von Womensoccer.de fuhren wir nach Frankfurt. „3 Dinge“ braucht der Fan. Tolles Wetter, eine super Stimmung und ein absolut spannende Spiel. Und das war heute angesagt. Man merkte dem 1.FFC sofort an, wer hier auf dem Platz das Sagen hat. Druckvolles Spiel mit sofortigem Abschluss wurde den 27650!!!! stimmungsmachenden Zuschauern vorgeführt. Laola Wellen kreisten im Minutentakt durch die Arena und liessen die Gänsehautstimmung der letzten WM aufkommen. Nach dem frühen 1:0 durch Conny Pohlers wurde aber nicht taktiert, sondern frech weitergespielt, wo mir persönlich aber die rechte Seite mit Kerstin Garefrekes als ein wenig inaktiv vor kam. Ich kenne allerdings nicht die Trainervorgaben, aber was der Spielaufbau mit Conny über links mit ihren Dauerläufen vollbrachte war toller Fussball. Die Chancenauswertung in der ersten Hälfte war auch „ausreichend“, man hätte durchaus mit 3 oder 4:0 führen können. Nach dem Aus von Silke Rottenberg(Gute Besserung) bekam das Spiel durch den ??direkt? verwandelten Eckball, die Dramatik, die man sich als Fan wünschte.Nach Hin und Rückspiel zählen ja die auswärts geschossenen Tore doppelt und die machten die Schwedinnen nun mal wieder stark. Über Martha willl ich nicht viel sagen, nur“ als verantwortlicher Trainer“ hätte ich Sie wegen indiskutablem Teamplay ausgewechselt. Für den Spielaufbau hat Sie nicht wirklich viel getan und Ihre technisch guten Dribblings wurden vom FFC gut gedoppelt und verliefen im Sand. Stars brauchen Ihre Show, aber das Publikum entscheidet ob die Show gut ist oder nicht. Frankfurt gab aber nicht auf und als nach dem 3:2 abgepfiffen wurde, war der schöne Tag komplett. Fazit: Ein Tor mehr als der Gegner reichte heute. Und das verdient. Zur Siegerehrung: Meiner Meinung nach hätten sich die Offiziellen runter zum Platz begeben können um dort alle Ehrungen mit einem Podest und für alle gut sichtbar durchführen zu können. Stattdesen musste sich einige verletzte Spielerinnen über zig Stufen hochquälen. Das kann man verbessern. Alles in allem eine gelungene Veranstaltung. Danke

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  • Bianca sagt:

    Ich fand die Idee, dass die Spielerinnen durch die Fans zur Siegerehrung laufen mußten gar nicht schlecht, aber die Fußkranken hätte man sicher vorher irgendwie nach oben bringen können… Übrigens wurden auch die Schwedinnen freundlich beklatscht, so viel noch einmal zum Thema Fairness… Und das Spalier für die Spielerinnen von Uma spricht doch auch für Respekt. In einem anderen Thread zum gestrigen Spiel wurde ja schon geschrieben, dass sich die Zuschauer an die WM erinnert haben,wo Brasilien ja durch unfaire Spielweise aufgefallen ist, da ist es normal, dass bei den Emotionen, die bei einem Endspiel mitspielen, so was vorkommt.

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  • Max Diderot sagt:

    Wenn ich mir was wünschen dürfte, dann Schweigen oder wenigstens so etwas wie diplomatisches Geschick in den verbalen Aussagen nach so einer aufregenden Partie. Jeder sieht die Dinge so, wie er sie gerne im Moment sehen möchte. Und vielen Fans des deutschen Frauenfußballs ist auch noch die provozierende Theatralik der brasilianischen Seleção während der WM 2007 in Erinnerung. Aber schon in dieser Aussage steckt ebenso eine Wertung wie einzelne Ausdrucksweisen in Bezug auf ein „… seltsames Völkchen …“ zu projizieren.

    Ich habe mich nicht an der vorstehenden Umfrage beteiligt, obwohl auch mir Martas Verhalten gegen den Strich geht. Und ich bin natürlich konditioniert durch die unfairen Gesten ihrer brasilianischen Mitspielerinnen bei den Spielen in China. Andererseits möchte ich auf die Aussagen von Rainer verweisen, der Marta in seinem Beitrag als sehr freundliche, sympathische Person charakterisiert, die in Schweden beinahe Kultstatus besitzt. Und so bleibt mir als vorläufiges Fazit, nur festzustellen, dass es auch unter den Amazonen auf dem Fußballfeld das Dr.-Jekyll-und-Mr.-Hyde-Syndrom zu geben scheint.

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  • Little79 sagt:

    Justin 25.Mai 2008 | 11:24 Uhr 63% finden also, dass Martas Theatralik nervt. Und ich frage mich eigentlich nur, welche Theatralik? Was hat sie denn gestern großartig theatralisch-provozierendes gemacht? Die Deutschen sind manchmal schon ein seltsames Völkchen; erinnert mich etwas an den Pizza-Boykott während der WM 2006.

    Und die Vorwürfe, sie sei lediglich eine ballverliebte Egoistin sind auch nichts weiter als Polemik. In der laufenden schwedischen Saison hat sie neben ihren 6 Toren auch 5 Torvorlagen; mehr als jede andere Spielerin dort.

    Es war in der ca. 5 min als Martha wild mit der Linienschiedsrichterin diskutierte, weil sie nicht so entschied wie sie es wollte. Das erinnerte dann sofort an das Hinspiel und an die WM. Für sie scheint es eine Majestätsbeleidung zu sein, wenn sie berührt wird, auf den Boden liegt oder den Zweikampf verliert. Keiner schimpft, meckert und fordert Karten wie sie. Liegt sie auf dem Boden blickt sie sofort fordernd zur Schiedsrichterin. Nun mag es sein, das sie in der schwedischen Liga mannschaftsdienlich spielt, aber gestern war das definitv nicht der Fall. Wie auch beim WM-Finale. Eigentlich gut für uns. So sind wir Weltmeister geworden und haben gestern den Uefa-Cup geholt. Sie ist unbestritten technisch die beste Spielerin weltweit, wenn sie jetzt noch lernt sich auf das Spiel zu konzentrieren und die Mannschaft in ihren Spiel mit einbezieht wird sie überall das Publikum im Sturm erobern.
    Ich erinnere gerne an das 0:5 am 05.06.2004 ebenfalls gegen Umea mit einer noch nicht ganz so bekannten Martha. Damals ist sie und Umea vom deutschen Publikum gefeiert worden!!

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  • Bianca sagt:

    @ Max. Auch wenn Rainer uns allen bestätigt, dass Marta eigentlich ein netter sympathischer Mensch ist, die Meinungsbildung der meisten hier kann nur durch die Male geschehen, wo man Marta auch hier mal live sehen kann oder konnte. Und da Sport durch viele Emotionen geprägt ist, werden sich die negativen Dinge mehr einprägen, als die positiven, die man nur vom Hörensagen (Rainer) bescheinigt bekommt.

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  • Max Diderot sagt:

    Bianca, ich will mich nicht zum großen Humanisten stilisieren, aber es ist ein Unterschied, ob etwas begriffen oder verstanden wird. In zeitlicher Nähe zu einem Ereignis begreifen wir die Dinge, die wir nach einer gewissen Distanz zu verstehen glauben. Und so wie wir Ereignisse und Personen analysieren und interpretieren, fließen im Lauf der Zeit auch andere Komponenten mit ein.

    Was treibt eine solch gute Akteurin wie Marta dazu, sich so zu gebärden? Warum lassen es Umeas Mannschaft und Trainer zu? Irgendeine Dimension, womöglich ein tieferer Sinn, muss doch dahinter stecken, dass sich Martas Kapriolen von Spiel zu Spiel zu wiederholen scheinen. Ein wenig mehr an Teamgeist, ein wenig mehr Integration individueller Klasse in das Spielsystem, würde die Schwedinnen vermutlich noch stärker machen. Außer den furiosen Tempi der Brasilianerin hatte das Team aus Schweden doch wenig zu bieten. In einigen Passagen fühlte ich mich an den Rumpelfußball der deutschen Männer erinnert. Vielleicht ist ja diese Erkenntnis, als Mannschaft dem Gegner unterlegen zu sein, Martas Antrieb in die legale und weniger legale Trickkiste greifen zu wollen.

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  • Rosa sagt:

    Das Finale war eine ästhetische Freude, keine Frage. Mit Gumbrecht gesprochen, wurde hier der Formel der Präsenz jeder Raum gelassen, „sich in fokussierter Identität versunken“.
    Die sportliche Qualität wurde bis jetzt, auch im vorhergehenden Artikel, festgestellt und gelobt, dem möchte ich mich gerne anschließen. In einer ähnlichen Einigkeit wurde über das Verhalten der Spielerin Marta gesprochen, ausgehend von den Pfiffen der Zuschauer.

    Man darf bei alldem eins nicht vergessen: dieser Nachmittag war keine „gelungene Veranstaltung“ oder beschränkt auf ein qualitativ hochwertiges Finalspiel. Dieses Finale markiert einen Umbruch, oder besser gesagt Aufbruch im internationalen Frauenfußballvereinssport.

    Diese Aussage möchte ich nicht auf Zahlen beschränken, wobei eine solche Zuschauerzahl bisher den besten WM Spielen vorbehalten war. Diese bemaßte Erstmaligkeit ist aber eher für die Presse interessant.

    Interessanter, aber auch unmeßbarer, ist die entstehende Präsenz hierdurch, „das Versinken in fokussierter Identität“ des Zuschauers. Was ich sagen möchte ist, die Erstmaligkeit dieser Präsenz ist Teil der Produktion der Epiphanien der Form dieses Finales, die Gumbrecht als Kern der Schönheit des Mannschaftsports beschreibt.
    Niemand würde die Tore der schwedischen Mannschaft als schön bezeichnen, da das eine aus einem Elfmeter, das andere aus einem Abwehrfehler entstand. Dennoch wohnt beiden Momenten eine Qualität inne, die abstrakt mit Baldriantropfen oder Fingernägel kauen in Verbindung gebracht wird. Oder genauer gesagt, mit einem ähnlichen Gefühl des Schreckens derer, die diese Momente im Stadion erleben. Der Moment ist schon vorbei, als er gerade erst passierte, aber er wirkt nach in der gemeinsamen Reaktion. Selbst wenn man ein Tor verpasst, man nimmt Teil an der gemeinsamen Reaktion auf einen immer schon vergangenen Moment. Die Qualität der gemeinsamen Reaktion wirkt sich aus auf die Ästhetik des Spiels.
    Etwa die Rezeption einzelner Spielerinnen, wie Conny Pohlers. Nach ihren beiden wunderschönen Treffern war an ihren Ballbesitz eine gemeinsame Reaktion der Zuschauer geknüpft, die sich in einer speziellen Frequenz äußerte, selbst wenn der Ballbesitz ein eher unerwähnenswerter war. Oder die Reaktion auf den, immer heiklen, Torwartwechsel: Ullrich wurde bei kleinsten Aktionen gefeiert.
    Und so scheint es mir auch nicht verwunderlich, dass gepaart mit den Bildern von dem WM Finale im Hinterkopf, die Geste Martas eine imaginäre Karte in ihrer Faust zu schütteln, zu Pfiffen führte. Wurde sie doch bei der Verkündung der Aufstellung noch lautstark beklatscht. Interessant scheint mir auch die Umlenkung des Zuschauerblicks über die Selektion und Repräsentation des Fernsehbildes. Nach Spielende wurde gepfiffen, sobald Marta auf dem Stadionbildschirm erschien.
    Diese Arten der gemeinsamen Reaktionen sind ja keine neuen Phänomene. Meines Wissens nach wurde Oliver Kahn in beinah jedem seiner Auswärtspiele ausgepfiffen. Ob hier irgendwelche Attribute der Theatralik oder Unsportlichkeit gerecht bestraft werden, sei dahingestellt (ich mag dennoch kurz erinnern an Markus Juchems Beitrag unmittelbar nach Martas Wahl zur Weltfußballerin und die Diskussionen zum Fair Play). Eine Souveränität gegenüber jeder gemeinsamen Reaktion gibt es nicht. Man muss Teil des Diskurses sein um ihn beschreiben zu können.

    Es ist verwunderlich, dass es bereits so viele Stimmen zum Spiel gibt, der Rahmen jedoch bestenfalls in Nebensätzen oder Zahlen erwähnt wird. Hoffentlich kommt da noch mehr. Ich möchte abschließend noch ein paar Beobachtungen festhalten. Ich kenne das Verhältnis zu dem regulären Fanaufkommen zu Eintracht Spielen nicht, fand jedoch den Umgang von Bahn und Stadionmanagement erstaunlich. Vor dem Spiel gab es nur den regulären Schienenverkehr, das Stadion konnte nur durch einen einzigen Eingang betreten werden. Ich stelle die Behauptung auf, dass sich hier etwa die Unzulänglichkeiten zeigen, die jede Erstmaligkeit mit sich bringt. Dass ausschließlich alkoholfreies Bier verkauft wurde liegt zum Glück nicht am Frauenfußball, sondern ist eine Regel aller Uefa-Spiele. Dass die Hälfte der Oberränge von West- und Osttribüne, sowie der gesamte Oberrang der Haupttribüne gesperrt waren, um dem Fernsehzuschauer die Gegentribüne als Auszug des Ausverkauften zu suggerieren, kann sowohl positiv als auch negativ bewertet werden. Unverständnis zolle ich der Pokalverleihung. Wollte sich Herr Mayer-Vorfelder nicht auf den Platz begeben? Mich würde tatsächlich interessieren welche Logik hinter diesem Abschnitt der Inszenierung lag.

    Desweiteren stelle ich die Fragen: Was kommt danach? Was löst dieses Finale aus? Wird sich solch ein Nachmittag erst in einem Jahr beim nächsten Finale wiederholen? Wird das Hin- und Rückspiel im Finale abgeschafft? Wird ein solches Spiel einmal auf eine spätere Zeit verlegt? Wird das ZDF dennoch übertragen? Und vor allem: Wie wird sich das auf die Bundesliga auswirken?

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  • Steffen sagt:

    Marta ist ja erst 22 Jahre alt geworden. Wo stand eine Birgit Prinz mit 22 Jahren? Marta wird noch ein paar Jahre brauchen. Wer weiß, in 5 Jahren kann die Welt schon ganz anders aussehen und sie ein Vorbild für ihre Mannschaft sein.

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  • Crackfly sagt:

    Die Aussage darüber dass Marta für Herrn Tritschoks keine Weltfußballerin ist, finde ich übertrieben. Er legt zwar hier den Vorbild-Charakter an. Natürlich sollte man nich lamentiern und Mannschaftsdienlich spielen. Aber hält man dies im Vergleich zu ihrem fußballerischen Können, überwiegt das Können. Ausserdem ist Marta in dieser Hinsicht ein absolutes Vorbild, denn sie hat es geschafft, aus einem Armenviertel in Brasilien zur technisch besten Fußballerin der Welt zu werden. Und das mit 22!!! Klar gehört sich ihr Verhalten auf dem Platz nicht, aber jeder, der selbst Fußball spielt und in einem Finale stand, in dem es um „alles oder nichts“ geht, weiß, wie die Emotionen hochochen können. Ich denke sogar, dass auch die Niederlage bei der WM hier eine Rolle spielte. Und dass es den Brasilianerinnen (wie auch den Brasilianern) nicht passt, wenn man ihr Spiel zu zerstören versucht, das war von vorn herein klar. Ich persönlich finde eine Christiane selbst für den Platz der drittbesten Spielerin für unwürdiger als eine Marta.

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  • Max Diderot sagt:

    Rosa, danke für den Hinweis auf Hans Ulrich Gumbrecht. „Lob des Sports“, ein interessantes, kurzweiliges Buch. Ich erlaube mir einfach einen Link zu setzen, für alle, die etwas mehr erfahren möchten.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Crackfly: In diesem Zusammenhang sind auch ein paar von Martas Aussagen in einem Interview interessant, dass ich am Freitag für uefa.com geführt habe. http://de.uefa.com/competitions/womencup/news/kind=1/newsid=700691.html

    Ich denke auch, dass auf dem Platz die Emotionen einfach oft hochkochen und auch das verlorene WM-Finale bei ihr noch im Hinterkopf war.

    Ich habe Marta, genauso wie Rainer, als eine sehr angenehme, sympatische Erscheinung kennengelernt, deren Ehrgeiz sie überhaupt erst zu dem hat werden lassen, das sie ist.

    Marta kann sicherlich in punkto Team- und Fairplay noch einiges dazu lernen. Das gilt aber sicherlich auch für zahlreiche andere Spielerinnen, nicht nur aus Brasilien.

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  • Rainer sagt:

    Marta ist jetzt schon Vorbild für viele Mädchen auf der ganzen Welt, wohl auch in Deutschland. Kommt mal nach Schweden und schaut euch ein Auswärtsspiel von Umeå IK an. Sie zieht allenthalben mehrere Hundert Zuschauer extra an und zwar keine, die sie auspfeifen wollen, sondern sie sehen und bewundern. Man erlebt es nur bei Umeå-Spielen, dass die jungen Mädchen aus Stockholm, Uppsala, Göteborg Tore bejubeln, die gegen die eigene Mannschaft fallen, wenn sie von der Nummer 60 erzielt werden.
    Von schwedischer offizieller Seite hat es keinen einzigen Ausfall gegen Spielerinnen aus Frankfurt gegeben. Umeås Sportchef Roland Arnqvist sagte lediglich auf der Pressekonferenz als Herr Tritschok dem Publikum Recht gab, dass alle Umeå-Offiziellen sofort die Pressekonferenz verlassen würden, wenn das einzige Thema die Verunglimpfung einzelner Spielerinnen sein solle.

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  • Markus Juchem sagt:

    Rainer, zu Frankfurts Verteidigung muss man aber sagen, dass Trainer Jeglertz seit vergangener Woche permanent rumstänkert. Nicht gegen einzelne Spielerinnen, sondern gegen das gesamte Team.

    Dass die schwedische Presse in der vergangenen Woche mit den Frankfurterinnen auch nicht gerade zimperlich umgegangen ist, möchte ich nur am Rande erwähnen. Alles zusammen mag dazu beigetragen haben, dass die Emotionen hochgekocht sind.

    Auch Arnqvist ist kein Kind von Traurigkeit, die Betitelung Tritschoks als „schlechter Gewinner“ ist auch nicht die feine englische Art.

    Ich fand einfach Ort und Zeitpunkt dieser Diskussion ziemlich unpassend, aber es war wohl auch eine Art Ventil. um die Anspannung rauszulassen. Ich hoffe, dass Dietrich und Arnqvist am Montag nochmal in aller Ruhe telefonieren und diese Zwistigkeiten aus dem Weg räumen.

    Klar ist die Rivalität zwischen beiden Teams sehr groß, aber im Grunde genommen schätzen sich die beiden Mannschaften auch sehr. Obwohl die Kunstrasen-Geschichte von vor ein paar Jahren bei den Schweden noch in den Knochen steckt.

    Frida Östberg sagte zum Beispiel gestern unter anderem: „Lyon und Frankfurt waren die besten Mannschaften gegen die ich je gespielt habe. Deren Klasse ist mit der von von ein paar Jahren nicht mehr zu vergleichen.“

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  • Fussball Fan sagt:

    Mich haben die Pfiffe gegen Marta gestört, aber so ist das im Fussball halt. Beschämend finde ich eher schon, wie Herr Tritschoks dies dann kommentiert hat. Nur mal so gefragt: wer „geniesst“ denn in der Frauenbundesliga den Ruf, sich besonders gern fallenzulassen, vor allem im Strafraum ? Doch wohl niemand mehr als Birgit Prinz ! Diese dann quasi als moralisches Vorbild hinzustellen, ist ein schlechter Witz. Leider ist es bei der zunehmenden Professionalisierung im Frauenfussball nun mal ein Nebeneffekt geworden, dass man unbedingt gewinnen will – egal ob mit fairen oder unfairen Mitteln. Das tut Marta nicht mehr und nicht weniger als viele andere Spitzenfussballerinnen auch. Bei der letzten WM hat sich zudem besonders Cristiane als unfair erwiesen, viel mehr als Marta – vielleicht erinnert man sich noch an deren (unberechtigten) Forderung nach Platzverweis der deutschen Gegenspielerin.

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  • Markus Juchem sagt:

    Inzwischen hat sich auch Marta zu den Pfiffen geäußert. Wenn mein bisschen Schwedisch mich nicht ganz im Stich gelassen hat, sagt sie, dass sie die Pfiffe zwar nicht nett findet, aber sie ihr auch nicht wirklich etwas ausmachen würden.

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  • Svenja sagt:

    Wenn ich mich richtig erinnere hat eine Brasilianerin beim Halbfinalspiel gegen die USA geklatscht, nachdem eine Spielerin vom Platz musste (wenn ich mich richtig erinnere) An diese und die Szene mit Christiane erinnere ich mich.

    Mir ist auch nicht wirklich aufgefallen, dass Marta irgendwie beeindruckt von den Pfiffen war, obwohl ich nicht glauben kann, dass einen das kalt lässt. Aber nun ja, vielleicht besitzt sie soviel Professionalität, das während des Spiels auszublenden.

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  • Nummer 4 sagt:

    Also ich empfand diese Pfiffe gegen Marta als Armutszeugnis des Publikums. Aber vielleicht muß man bei so einem vollen Stadion damit leben, wo bestimmt nicht nur reine (bis dato meist faire) FF-Fans anwesend waren. Die Pfiffe gingen nach einem schon ziemlich bösen Foul von K. Kliehm ( wofür es zurecht die gelbe Karte gab) an Marta los. Sicher ist sie recht theatralisch gefallen, aber es war schon ‚ ne ziemliche „Sense“. Also, welchen Grund gab es, sie danach gnadenlos auszupfeifen?
    Um es ‚mal klar zu sagen: Solche Spielchen, wie sie z.B. Christiane beim WM-Endspiel geboten hat, finde ich auch voll daneben.
    Aber in dieser Form gab es das von Marta ja wohl nicht.
    Und wie Fußballfan schon schrieb, auch eine Birgit Prinz neigt manchmal in aussichtsreichen Positionen zu einer gewissen „Fallsucht“. Als sie deshalb ‚mal in Potsdam ausgepfiffen wurde, habe ich mich da mit etlichen Fans angelegt, weil ich das armselig fand. Im Übrigen hat sich da eine Ari Hingst in der Halbzeit hingestellt und die Fans zu mehr Fairness aufgefordert. Und was macht ein Herr Tritschoks: Gießt noch mehr Öl in’s Feuer. Also das find ich schon voll daneben.

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  • kolibri sagt:

    dieses auspfeifen hat mich auch total genervt, ich kann ja verstehen wenn man so seinen unmut zeigt, aber bitte, es reicht dann auch
    irgendwann. das hat nämlich nichts mehr mit fairplay zu tun. und es wäre für den Frauenfussball schade, wenn sich dieses für den
    Männerfussball typische Verhalten überträgt.

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  • ViolA sagt:

    ich möchte mich auch dazu äußern. ich war im stadion und saß mitten unter den vielen ffc fans (auch direkt im fanclub-block). ich habe nicht mitgepfiffen weil ich dergleichen allgemein nicht gut heiße, allerdings habe ich auch nichts dagegen unternommen weil ich die beweggründe durchaus nachvollziehen kann.
    was bereits angemerkt wurde ist, dass marta zu beginn bei der vorstellung und auch bei guten aktionen durchaus positivie reaktionen der zuschauer erhalten hat. erst nachdem sie mehrmals negativ auffiel durch etliche unsportliche aktionen die eine spielerin ihrer klasse einfach nicht nötig hat meiner meinung nach (fallenlassen ohne körperkontakt,…), reagierte das publikum mehr und mehr negativ durch pfiffe.
    ich persönlich stimme dem trainer des ffc in soweit zu, als das eine weltfußballerin mehr auszeichnen sollte als nur ihr können am ball. sie trägt eine verantwortung durch ihre vorbildfunktion und für mich bedeutet das auch im namen der fifa die einen solchen wert darauf legt eben vor allem fairplay. daran hat es marta aber an verschiedenen stellen beim hin- und rückspiel fehlen lassen (wie auch schon beim finale der wm). für mich hat das daher – trotz all der ballkunst und der großartigen leistung die sie vollbracht hat (sie ist extrem weite wege gegangen) – einen negativen beigeschmack. wie ich schon sagte, hat sie dergleichen eigentlich nicht nötig. sie würde dem ff und auch ihrer mannschaft mehr helfen, würde sie diese aktionen einfach unterlassen. am ende war sie nämlich von den fehlenden pfiffen der schietsrichterin zu ihren gunsten ziemlich frustriert und fiel immer weniger auf, bis sie schließlich völlig abtauchte. das hilft niemandem, am wenigsten ihr selbst.
    natürlich mögen in solchen momenten die gefühle hochkochen, natürlich ist der druck groß und doch denke ich, dass diese großartige spielerin und diese nette frau auf dem spielfeld weit mehr fairplay und verantwortung zeigen könnte. ich bin sicher, dann wird auch die reaktion der zuschauer anders ausfallen die bei allen anderen und auch guten spielerinnen umeas neutral oder positiv reagierten.
    die anschuldigungen zwischen den trainern finde ich daneben und fehl am platze, gleichzeitig kann ich sie als ventil durchaus nachvollziehen. ein „feindliches“ verhältnis nun deswegen aufzubauen finde ich allerdings wenig sinnvoll oder förderlich. geht mir mit dem ewigen turbine-ffc-geplänkel übrigens nicht anders. aber wo fans sind, ist auch polarisierung im spiel und die medien beteiligen sich oft nur zu gerne daran. es ist an uns es besser zu machen.

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  • idgie-jonsi-fan sagt:

    Die Pfiffe gegen sich hat sich Marta durch ihre Spielweise selbst zuzuschreiben!! Aber in der zweiten Halbzeit hat sie mir dann trotzdem langsam Leid getan, weil sie trotz allem eine sehr gute Fußballerin ist. Ihre Ballbeherrschung und vor allem ihre Beschleunigung find ich immer wieder faszinierend!! 🙂 Aber auch wenn sie mich fasziniert, wird sie trotzdem NIE meine Sympathie erlangen, weil um Fan von ihr zu werden fehlt es ihr eben an Charisma und Ausstrahlung wie es zum Beispiel eine Renate Lingor hat!! Deshalb ist für mich auch eine Renate Lingor eine Weltfußballerin… sie besticht nicht nur durch glänzende Technik, Spielverständnis, sondern strahlt auch Charme und Sympathie in allen Lebenslagen aus. Sie ist eine hervoragende Teamplayerin – sie weiß ganz genau wann sie ihre Mitspielerinnen coachen muss oder wann sie sich selbst einschaltet. Sie beherrscht den „tödlichen Pass in die Tiefe“ und sie ist die Königin der ruhenden Bälle (egal ob Eck-, Frei- oder Strafstoß)!!! 🙂 Einfach ein Fußball-Welt-Genie eben!! 🙂

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  • Das Beste an dem Ganzen ist doch, das es eine rege Diskussion gibt.Genau davon lebt Fußball, bei den Männern seit vielen Jahren, und bei den Frauen nach und nach. Glaubt ihr denn, Fans kommen zum FF weil die Spielerinnen so toll aussehen?….Sport im allg. und Fußball im Besonderen braucht Reibungspunkte und damit Emotionen, deshalb errinnert man sich manchmal noch nach Jahren an bestimmte Szenen und Spiele, und letztendlich strömen deshalb die Fans ins Stadion. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet war es die perfekte Werbung für den FF. Superkulisse, Fernsehen, die beden besten Teams der Welt, geilen Fußball, Tore, positive und negative Emotionen und eine nicht enden wollende Unterhaltung zu dem Spiel……
    Fakt ist auch, Marta hat vieleicht ob ihrer Jugend, probleme mit Drucksituationen umzugehen. In Schweden wird sie von allen geliebt, da kann sie glänzen, bei den großen Spielen,ist sie diesen Drucksituationen (noch) nicht gewachsen. Das sah man an ihrer Spielweise. Außer vor dem Elfer kaum zug zum Tor, immer wieder wich sie nach außen aus, brach angefangene Tempodribblings ab, wartete förmlich auf die Gegner um dann zu versuchen, gleich zwei oder drei zu verarschen. Lustig, aber unneffizient. Normalerweise muß man sie als Trainer rausnehmen, aber das birgt natürlich au´ch gefahren, wenn es schief geht.
    Ansonsten bin ich sicher kein Freund des Frankfurter Publikums, aber die Pfiffe hat sich ja Marta erst erarbeitet, das ging doch wirklich erst los, als sie nach eienr 08/15 Situation die Linienrichterin beschimpfte. Man kann nunmal 27000 Menschen keine Meinung vorschreiben, und Fußballpublikum ist schon sehr sensibel. Ich bin mir auch sicher, dass diese Pfiffe aufgehört hätten, wenn sie angefangen hätte, ihre Mitspielerinnen glänzen zu lassen, da hätte sie sich als große Sportlerin outen können. DieseChance hat sie zum wiederholten Male vertan.
    Zur PK kann ich nur sagen: Da muß man als Sieger mit viel mehr nonchalance auftreten, was ist leichter, als nach so einem Sieg den Gegner über den grünen Klee zu loben, zumal wenn ich weiß, dass meine Zeit in Frankfurt fast vorbei ist.Das war nicht wirklich clever, gehört aber auch zu den Punkten professionalität im FF, auch PKs gehören dazu.

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  • Vorstopper sagt:

    Mich wundert die Diskussion über ein angeblich unfaires Publikum doch sehr.

    Das Verhalten von Marta auf dem Platz ist zutiefst unsportlich, nicht nur in diesem Spiel. Eine Karte fordern oder eine Schwalbe kann schon mal vorkommen. Untolerierbar wird das aber, wenn es zum Usus und Teil des Spiels wird wie bei Marta. Und die meisten der Zuschauer im Stadion werden noch das WM-Finale im Hinterkopf gehabt haben, in dem Marta dasselbe Verhalten an den Tag legte. Vor diesem Hintergrund halte ich jeden Pfiff für berechtigt und Marta für ein sehr schlechtes Vorbild.

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  • Rosa sagt:

    Ich möchte kurz darauf hinweisen, dass man mit Abgrenzungen und Ausschließungen vorsichtig sein sollte. Charakterisierungen wie „Männertypisch“ oder „reine FF-Fans“ (wo ich mich tatsächlich frage, was einen „reinen“ Fan ausmacht) erzeugen einen ausschließenden Einschluss, der doch eigentlich in der Diskussion um den Frauenfußball immer wieder eingeengt hat.

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  • Manne sagt:

    Die Kritik an Marta kann ich nicht nachvollziehen.

    Als Ausnahmefussballerin stehen ihr andere Spielerinnen natürlich immer wieder auf den Füssen (wie das die Birgit Prinz ja auch ständig erlebt), wo will man da eigentlich noch unterscheiden, ob es gerechtfertigt ist, sich lieber rechtzeitig fallenzulassen als die Gesundheit zu riskieren oder ob man wirklich die Beine weggezogen kriegt? Und übrigens, fragt mal die Birgit Prinz, wie oft sie sich vorsorglich fallen läßt im Spiel (sie fällt nämlich auch ganz gerne verständlicherweise rechtzeitig) – wäre mal auf die Antwort gespannt

    Und in diesem Finale hat es für mich keine Schwalbe von Marta gegeben, das war alles im Rahmen und nach einer gelben Karte zu rufen – mein Gott, wie oft kommt das eigentlich in jedem Spiel überall auf der Welt vor?

    Die permanente Pfeiferei (bei wirklich jeder noch so kleinen Ballberührung von Marta) über 90 Minuten war wirklich nicht schön und hat der insgesamt tollen Stimmung doch einen deutlichen Wermutstropfen verpasst. Ich fand das schon ein starkes Stück. Unmutskundgebung ok, das gehört mal dazu, aber eine regelrechte Verfolgung (leider auch durch die Presse geschürt gegen Marta – da wird alles total aufgebauscht und gehetzt) über das ganze Spiel – sorry, das geht nicht! Da hätte z.B. auch mal der Stadionsprecher ein Wort zu sagen können.

    Eine solche Weltklasse-Fussballerin hat sowas nicht verdient! Etwas mehr Respekt wäre angebracht.

    Das Frankfurter Publikum hätte die Note 1 verdient gehabt, der leider relativ grosse Teil, der sich so daneben benommen hat, verhindert allerdings, dass man diese Note vergeben kann.

    Schade!

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Manne, herzlich willkommen in unserem Blog.

    Du schreibst „(leider auch durch die Presse geschürt gegen Marta – da wird alles total aufgebauscht und gehetzt)“.

    Kannst Du mir ein Beispiel dafür nennen, wo die deutsche Presse im Vorfeld des UEFA-Pokal-Finales gegen Marta gehetzt und Stimmung gegen sie gemacht hat? Ich persönlich kann mich nämlich an einen solchen Artikel nicht erinnern.

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  • Max Diderot sagt:

    Interessant. Sehr interessant, welchen Verlauf diese Diskussion nimmt. Vermutlich werden wir in ein paar Tagen bei einer grönländischen Mittelfeldspielerin gelandet sein, die mit ihren Eskapaden die Verteidigung der Färöer zu Weißglut bringt. Dieses Beispiel könnte dann auch dazu herhalten, inwieweit Martas Verhalten am vergangenen Samstag (und in einigen Partien) gut oder schlecht war.

    Der Beitrag von oliist brachte mich auf den Gedanken, trotz nich vorhandener Schwedisch-Kenntnisse, einmal die Seite von Umea IK im Internet besuchen zu wollen. Einige englische Informationen gibt es auch, und zu Marta ist nachfolgendes zu lesen:

    „Marta from Brazil is Umeå’s brightest shining star ever, with an estimated marketing value for Umeå community per year of 8 million US Dollar.“

    Ich spare mir eine Übersetzung, da der Sinn dieser Aussage allgemein verständlich sein dürfte. Ich finde es ein wenig bizarr, wie eine einzelne Protagonistin herausgestellt wird. In dieser Definition. Zumal im calvinistischen Schweden. Und irgendwo erinnert mich Martas Solo-Unterhaltung in Umeas Dress‘ daran, als wolle sie in jeder Sekunde diesem ökonomischen Anspruch gerecht werden. Es ist atemberaubend, wie sie spielt, aber es ist wenig mannschaftsdienlich, was sie (überwiegend) spielt.

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  • Spielerin sagt:

    ich würd mich auch gerne zu dieser situation äussern.ich stimme Manne in vielerlei zu.ich als lang jährige spielerin habe leider die erfahrung gemacht das so klasse spielerinnen wie marta meist beneidet und ausgestoßen werden,was ich garnicht verstehen kann.denn der fussball lebt von solchen spielerinnen.fussball heisst nicht nur teamplay sondern es ist auch eine kombination des kreativem des einzelnen spielerinnen.dann frag ich euch wieso ist ein ronaldinho ein welt star oder ein maradonna eine legende ??bestimmt nicht durch ihr gutes aussehen!!wieso werden diese nicht von der presse herunter geschauckelt?!GANZ EINFACH:weil sie talent haben!!!das sind spieler die den fussball schöner machen.ich schaue mir ungerne eine brirgit prinz an die nur durch ihre körper stärke leistungen erbringt.stattdessen schaue ich mir am liebsten wie jeder fussball fan auch ,die kunststücke einer marta oder die kreativität einses ronaldinho´s an.ich befürworte nicht die beschimpfung auf dem platz aber das ist halt fussball temperament ist ein haupt bestandteil ohne sie wäre es wieder und wieder langweilig,und ich kann es durch aus verstehen wenn eine spielerin die mit herz und blut spielt wie marta das solche szenen übergreifen können.und ich finde es arrogant und naiv zu behaupten das sie keine weltklasse spielerin ist.tritschok ist leider in brauweiler bekannt dafür das er aufgrund seiner sturen annahme/abspiel taktik viele junge talente auf der ersatz bank hinvegitieren liess.es ist schade das mann mit solchen einstellungen frauenfussball um einige jahre zurück wirft.

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Spielerin, auch Dir ein herzliches Willkommen auf Womensoccer.

    Nur kurz, damit wir es nicht verdrehen: Es hat keiner gesagt, dass Marta keine Weltklassespielerin ist. Auch Tritschoks nicht. Ich danke, an ihrer spielerischen Qualität gibt es keine Zweifel.

    Er meinte allerdings, für ihn sei Marta keine Weltfußballerin wegen der fehlenden Vorbildfunktion aufgrund ihrer übertriebenen Theatralik und mangelnden Fairness.

    Das ist nicht dasselbe, gleichwohl immer noch diskussionswürdig.

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  • Manne sagt:

    Hallo Markus,

    da gebe ich dir recht, da muß ich mich korrigieren, vom Vorfeld der Partie könnte ich jetzt auch keinen Artikel benennen, in dem gegen Marta gehetzt worden wäre – das möchte ich ausdrücklich zurücknehmen, der Ausdruck ist mir wohl in meiner Empörung über die in meinen Augen ungerechte Behandlung von Marta herausgerutscht.

    [Nebenbei bemerkt, ich will da nicht weiter drauf eingehen – Vorurteile, die gerade auch von den Medien gerne gepflegt, ausgebaut und aufgebauscht werden oder erst zu solchen gemacht werden, weil publikumswirksam, gehen meist nicht so schnell aus den Köpfen raus]

    Mein Fazit bleibt aber:
    Marta hat ob ihrer Weltklasse Respekt verdient und kein Dauerpfeifkonzert. Und auch wenn sie manchmal Alleinunterhalterin ist, ohne sie wäre Umea sicher nicht ins Endspiel gekommen – und mit ein wenig Glück hätte sie Umea fast auch noch zum Cupsieg geschossen.

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  • Rainer sagt:

    Kann Manne und Spielerin nur nochmals zustimmen. Ausnahmekönner wie Ronaldinho, Maradona und Marta haben eben immer auch ihre Neider. Aber sie erregen die Gemüter im Positiven wie im Negativen und die Diskussion zeigt hier doch eigentlich, dass sie ein Weltstar ist, ansonsten gäbe es nicht so viel Stoff.
    Möchte Spielerin nur nochmal bestätigen: Die meisten Spielerinnen, die ich in Schweden kenne, Gegnerinnen wie Mitspielerinnen, bewundern Marta.
    Lise Klaveness (früher UIK, jetzt wieder Asker/Norwegen) sagte mir, dass sie immer die beste Spielerin der Welt werden wollte, auch noch mit 23-24 als sie nach Umeå kam. Schon nach dem ersten Training mit Marta sei ihr klar geworden, dass sie (Lise) dieses Ziel abschreiben könne. Kathrin Lehmann sagte kürzlich, dass sie zweimal gegen Martha gespielt habe und dass sie sich mehr als einmal dabei erwischt hätte, dass sie Aktionen Martas beklatschen wollte.
    Das Pfeifen hat sicher auch damit zu tun, dass man weiss, das die Wahrscheinlichkeit, dass wir selber mal so eine Spielerin aus Deutschland hervorbringen, sehr gering ist. Damit ist nicht gesagt, dass wir nicht einen Haufen Weltklassespielerinnen hätten, aber eben mit anderen Tugenden, wo selten gezaubert, dafür aber um so mehr gekämpft, taktiert und gerannt wird. Silvia Neid hat ja auch während der WM gesagt, dass Marta bei ihr (in der deustchen Nationalmannschaft) nie solche Freiheiten bekäme, auch sie müsse sich unterordnen. Dieses Sich-Nicht-Unterordnen-Wollen und auch Sich-Nicht-Unterordnen-Müssen erweckt sicher auch Neid. Aber Marta hat ihre Freiheiten und oft, sehr oft entscheidet sie Spiele. Das schwedische Pokalfinale voriges Jahr. Umeå führte zur Halbzeit 3-0 gegen AIK, bekam in der zweiten Hälfte bis zur 80.Minute drei Gegentreffer und Umeå war stehend k.o. vor einer Verlängerung. Aber Marta hatte keine Lust auf 2 x 15, zog unwiderstehlich los, umkurvte 3-4 Gegnerinnen und versenkte den Siegtreffer fün Minuten vor Schluss.
    Das berühmte Traumtor gegen die USA bei der WM war sicher demütigend für die Gegnerin, genauso, wie sie manchmal gern Gegnerinnen von rechts nach links austanzt, bis die in ihren Bewegungen verharren und dann vorbeigeht oder einen tollen Pass spielt. Da ist man als Anhänger der anderen Mannschaft vielleicht sauer – die Spielerinnen selber aber sehen das in der Regel im Rückblick anders und haben wesentlich mehr Respekt. Ich denke, das auch die Frankfurter Spielerinnen sich hier ähnlich äussern würden.
    Und das auf der Website von Umeå steht, dass Marta 8 Millionen Dollar jährlich generiert: Ist ja eine Info für alle gegenwärtigen und künftigen Sponsoren, die nicht unwichtig ist. In Umeå ist Marta bei ihren Mitspielerinnen sehr beliebt, da gäbe es andere Beispiele aus anderen Clubs, über die man aber lieber schweigt.
    Ich finde auch die Bemerkungen über Cristiane überflüssig. Sie ist noch sehr jung und hat bei der WM in einigen Situationen blöd gehandelt, aber sie ist eine echte Augenweide fussballerisch gesehen. Auch sie wird noch reifen und in Linköping hat sie nun in den letzten drei Spielen drei Tore gemacht, davon zwei Traumtore gegen Göteborg.
    Fussball ist nicht Schach, hat der alte Udo Lattek mal gesagt, als Augenthaler (muss in den 80ern gewesen sein) mal Völler brutal von den Beinen holte und Lattek darauf angesprochen wurde. Damit rede ich nicht unfairem Verhalten das Wort, aber es wird immer wieder vorkommen und wir sollten Spielerinnen egal welcher Herkunft nicht wegen ein paar fragwürdigen Aktionen in alle Ewigkeit verdammen. Alle haben eine zweite Chance verdient. Und sogar eine dritte.
    Ich bleibe dabei: Marta ist eine Ausnahmespielerin und bis heute wohl die beste Spielerin, die je gegen einen Ball getreten hat. Technik, Schnelligkeit, Balance, auch Übersicht (sie hat schon mindestens so viele torbringende Pässe und Flanken gespielt wie Tore erzielt) sind einmalig. Wir sollten alle froh sein, dass der Frauenfussball einen solchen Star hat.

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  • ViolA sagt:

    wie markus das schon gesagt hat haben wohl einige das ganze in den falschen hals bekommen. es bestreitet niemand martas qualitäten oder ihre ballkunst und es sagt wohl auch niemand, dass es nicht schön anzusehen ist und spaß macht. es ging vielmehr um ihre fairness im spiel und um die negative reaktion der zuschauer die sowohl marta als auch dem schietsrichtergespann einiges vorzuwerfen hatten (andernfalls hätten sie beide nicht ausgepfiffen).
    manche sehen es als gerechtfertigt, andere widerrum nicht. das heißt aber nicht, dass irgendwer die leistungen dieser spielerin aberkennen will. vielmehr ist es doch so, dass sie durchaus anerkannt und gewürdigt werden und die kritik genau darauf fußt: dass marta es gar nicht nötig hätte sich so zu verhalten. diese kritik ist die gleiche die man auch in bezug auf brigit prinz oder renate lingor immer wieder zu hören bekommt, die als fall- oder schwalbenköniginnen bezeichnet werden. auch hier kann man das so sehen oder eben auch nicht.
    wie ich schon an anderer stelle schrieb finde ich martas reaktion auf diese pfiffe sehr positiv und ich halte sie auch für eine sehr nette person. allerdings werfe ich ihr eine gewisse unsportlichkeit vor, die ich auch birgit prinz vorwerfe. karten fordern ist für mich einfach unsportlich – vor allem wenn sie nicht verdient wären. für mich liegt die entscheidung und verantwortung beim schietsrichter auch wenn ich aus eigener erfahrung nur zu gut weiß, dass solche entscheidungen nicht immer leicht zu akzeptieren sind. nur ändern kann man auch nichts daran.
    das gefoult wird und sich spielerinnen hinlegen wo es nicht nötig ist mag zu kritisieren sein, es ist aber auch klar dass sich das nicht ändern wird und oftmals ist es als zuschauer schwierig zu erkennen ob sich eine spielerin aus schutz oder aus taktischen beweggründen hinlegt. das eine marta gerne im strafraum fällt ist nicht unbekannt, das muss aber nicht bedeuten dass sie deswegen immer aus solchen gründen fällt oder auch selbst foult.
    genauso obliegt es jedem zuschauer sich seine meinung zu bilden und diese kundzutun. ob das jeder toll findet bleibt wohl jedem selbst überlassen. pausenlos pfeifen finde ich unsportlich und auch unfair, allerdings ist das im vergleich zu anderen dingen noch ziemlich harmlos, wenngleich es das nicht besser macht.
    achja und noch eine kleine bemerkung am rande… ganz so harmlos war die gute marta auch nicht die auf dem weg nach oben die 2. torfrau des ffc meinte anfauchen zu müssen. ich habe keine ahnung was das für einen grund hatte, aber die meinung der zuschauer hat es sicherlich nicht gerade zum positiven verändert, da diese szene für alle auf dem videowürfel zu sehen war.

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  • Max Diderot sagt:

    Rainer, so naiv wird vermutlich niemand sein, der auch nur ein wenig Ahnung von den nicht so ganz leutseligen Geschäftsgepflogenheiten der Spielervermittler hat, zu glauben, dass der entsprechende Hinweis auf Umeas Webseite primär möglichen Sponsoren dienen soll.

    Soweit mir bekannt, wird Marta von Fabiano Farah vertreten. Dieser hat auch andere namhafte Klienten unter Vertrag. Fast ausschließlich brasilianische Fußballer weiblichen und männlichen Geschlechts. Ich betone dies, weil einer von ihnen, Ronaldo, vor kurzem zugeben musste, in einem Moment akuter Unaufmerksamkeit bestimmte erogene Zonen verwechselt zu haben.

    Der Eintrag auf Umeas Webseite wurde im Jahre 2007 implementiert. Zu diesem Zeitpunkt gab es Gerüchte, dass Marta in die USA wechseln wolle. Dies hatte, um den 28. August des Jahres, zur Folge, dass sowohl die Spielerin als auch Farah in einer Art Öffentlichkeitskampagne betonten, wie wohl sie (Marta) sich in Umea fühle.

    Nun vermute ich, dass eine nordschwedische Region nicht spntan erste Wahl für eine Brasilianerin ist, der die Frage nach präferierten Orten gestellt wird. Und deshalb trafen sich, ökonomisch gesprochen, Angebot und Nachfrage. Von Seiten der Schweden das Interesse an Marta, der im Lauf der Zeit auch einige ihrer Landsfrauen nach Skandinavien folgten, und die Strategie des Spielervermittlers Fabiano Farah, seine Klienten meistbietend (und unter Berücksichtigung einer stattlichen Provision) an den Verein zu bringen. Inzwischen sollen ja auch neue Gerüchte aufgetaucht sein, dass die englische Premiere Leaque der Damen schneller als vorhergesehen Investoren findet, und damit Marta ein mögliches zukünftiges Betätigungsfeld in einem der renommierten Klubs auf der Insel.

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  • oliist sagt:

    Wo Manne recht hat,hat er recht.Nach mehrmaligem(!) anschauen der Partie,muss man festhalten,daß nur Marta eine wirklich sehr gute Leistung auf Seiten Umeås gebracht hat.Aber bitte überstrapaziere das Wörtchen Glück nicht im Zusammenhang mit dem Lattentreffer von Marta.Dann müsste ich nämlich mit dem Glück der umeånischen Abwehr kontern,die sich diese Bezeichnung in beiden Partien eher nicht verdient hat.Und solche Diskussionen führen bekanntermaßen zu rein garnichts. 😉
    Und wenn einige hier meinen,das Martas exzellente fussballerischen Fähigkeiten in einem automatisierten Reflex von Respekt(nicht zu vewechseln mit der Anerkennung für ihr Können)honoriert werden müssen,erfreue ich mich einfach der Möglichkeit eine differenzierte Meinung über Marta zu haben,in der das ‚Schlechte‘ nicht so einfach vom ‚Guten‘ oder auch umgekehrt übertüncht wird.

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  • Spocky sagt:

    Auch ich war live im Stadion dabei – und ich muss sagen, dass ich das Pfeifkonzert gegenüber Marta zu übertrieben fand! Ich gebe zwar zu, dass auch Marta als Spielerin sich nicht gerade immer „vorbildlich“ zeigt und es hätte auch genügt, wenn die Zuschauer einmal laut pfeifen = aber nicht das ganze Spiel! Ich habe den Verdacht, dass das eigentliche Ziel war Marta so zu verunsichern damit sie nicht ihre Klasse zeigen kann! Und viele Zuschauer, die in meiner Nähe saßen, haben derartige „unqualifizierte“ Kommentare von sich gegeben = dies hat mit Fairness überhaupt nichts mehr zu tun!!!
    Auch möchte ich an dieser Stelle möchte ich noch mal auf den sog. „Zuschauerrekord“ eingehen = also dass der Manager von Frankfurt sich so „feiern“ lässt = das finde ich einfach lächerlich! Nur damit dieser Rekord übertroffen wird, hat der „liebe“ Siggi zig Freikarten verschenkt!
    Zum Schluss hoffe ich, dass die nächsten Siegerehrungen wieder auf dem Rasen stattfinden! Mir tut heute noch mein Hals weh = was habe ich als Fan davon wenn ich die Pokalübergabe nur auf dem „Hallenwürfel“ sehen kann? Ich hoffe, dass die FIFA / UEFA noch mal darüber nachdenkt und nicht vergisst = die FANS sind doch auch wichtig bei den ganzen Events …!

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  • Conny68 sagt:

    Ich habe mich zum Thema Marta unter dem Blog „Frankfurt gewinnt UEFA-Cup“ geäußert. Mit Interesse habe ich die Diskussion auf diesem Blog verfolgt.
    Also erst mal – mit Neid gegenüber Marta sollte das ganze ja nun gar nichts zu tun haben. Ich meine, jeder echte Fußballfan ist begeistert von den fußballerischen Fähigkeiten einer Marta und hat Respekt vor ihren sportlichen Leistungen. Sie ist eine Künstlerin am Ball und es ist einfach nur schön, ihr zuzusehen. Aber ihre Genialität am Ball sollte nicht dazu führen, dass man ihr alles nachsieht. Es sind doch vor allem Kinder und Jugendliche, die Vorbilder brauchen. Sie schauen sich von ihrem Vorbild vieles ab, natürlich die Tricks usw, aber doch auch viele Verhaltensweisen. Warum fordert denn ein Kind/ein Jugendlicher auf dem Spielgeld eine gelbe Karte für seinen Gegenspieler, warum läßt er sich im Strafraum fallen – das schauen sie sich doch von den „Großen“ ab. Deswegen ist der Fair play Gedanke so wichtig und sollte auch immer wieder angemahnt werden.

    Zitat @Spielerin – „ich schaue mir ungerne eine brirgit prinz an die nur durch ihre körper stärke leistungen erbringt.stattdessen schaue ich mir am liebsten wie jeder fussball fan auch ,die kunststücke einer marta oder die kreativität einses ronaldinho´s an“
    Die Fasziniation des Fußballs ist doch die Mischung aus Kreativität, Spielintelligenz, taktischem Verhalten, technischen Fähigkeiten, dem Kampf und die Zweikampfstärke, der Athletik, dem Willen etc. 11 Martas werden genauso wenig ein Spiel gewinnen, wie 11 Birgits. Man muss auch kein Fan von Birgit Prinz sein, um ihren außergewöhlichen fußballerischen Fähigkeiten gepaart mit körperlicher Präsenz, starkem Willen und großem Ehrgeiz Respekt zu zollen.

    Ob die Pfiffe gerechfertigt waren oder nicht – das Frankfurter Publikum hat so empfunden. Ich denke auch, dass es von der Wahrnehmung her noch mal ein Unterschied macht, ob man das Spiel im Fernsehen verfolgt hat oder im Stadion saß. .

    Und wie ich im meinen Kommentar „Frankfurt gewinnt UEFA-Cup“ schon geschrieben habe: Ich hoffe, dass ganze hat etwas Gutes und Marta denkt über sich und ihr Auftreten nach. Jede Künsterlin wünscht und erhofft sich doch Applaus vom Publikum. Das man – auch als geniale Spielerin – diesen nicht automatisch bekommt, dass weiß Marta jetzt.

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  • Leaven73 sagt:

    Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass sich im Stadion manchmal eine ganz eigene Dynamik entwickeln kann, die von zu Hause aus schwer nachvollziehbar ist, deshalb möchte ich die Zuschauer nicht allzu streng richten, trotzdem empfand ich die Pfiffe gegen Marta persönlich als beschämend für diese ansich tolle Kulisse.
    Martas Verhalten ist keinesfalls so provozierend, dass sich die anhaltenden Pfiffe rechtfertigen liessen. Ja, manchmal lässt sie sich fallen, ja, manchmal diskutiert sie mit den Schiedsrichtern, aber das tun auch viele andere Spielerinnen, die dafür nicht ausgepfiffen werden. Ich habe auch nichts dagegen, eine Spielerin oder einen Spieler nach einer unsportlichen Aktion mal eine Weile auszupfeifen, aber doch nicht während eines ganzen Spiels, v.a. nach solch harmlosen Aktionen! Mir schwant, Marta wurde in Tat und Wahrheit nur deshalb ausgepfiffen, weil sie so gut ist und das finde ich doch etwas bedenklich.
    Aber wie bereits am Anfang erwähnt, ist es manchmal vor dem TV schwer, sich eine korrekte Meinung der Stimmung während eines Fussballspiels zu bilden. Ausserdem hat dies natürlich nichts damit zu tun, ob Frankfurts Sieg verdient war oder nicht, denn Umea kam eigentlich gar nie richtig ins Spiel, nicht einmal Marta, die nur einen Teil ihres Potenzials abrufen konnte (ob das nun mit den Pfiffen zu tun hatte oder nicht, sei dahingestellt…).

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  • schmidt sagt:

    Jede/r leistet seinen Beitrag um Stimmung zu erzeugen. Da ist die Welt in Ordnung. Das Ganze läßt tief blicken, welche Kniffe der Journalismus anwendet, um eine möglichst größt mögliche Wirkung zu erzielen. Wen wundert es, wenn gleich im ersten Eindruck des Spielgeschehens nach der Pressekonferenz der umfassende Artikel gleich mit einer „provokanten“ Meinung beginnt, einem Zitat aus der Pressekonferenz. Um den schönen Effekt zu erzielen, folgten daraufhin bislang 40 Meinungen.
    Um zu prüfen, Artikel vergleichen zu können und sich zu orientieren, empfehle ich einen passenden und gelungenen Artikel aus der taz mit der Headline:

    „Ärger um Marta“
    Nach dem Uefa-Cup-Sieg des 1. FFC Frankfurt gegen Umeå IK löst die weltbeste Kickerin Marta eine klitzekleine, aber für den Frauenfußball immer noch untypische Kontroverse aus.

    Hier bitte Nachzulesen…

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  • Markus Juchem sagt:

    Zum Glück gibt es in Deutschland ja Meinungsvielfalt. Deswegen ist es ja auch das gute Recht von Herrn Kittmann den Vorfall als „klitzekleine (…) Kontroverse“ einzuordnen. Und es ist auch Dein gutes Recht, schmidt, diese Argumentation für angemessen zu halten.

    Nach meinem persönlichen Empfinden war es mehr als das, aber es bleibt ja jeder Leserin und jedem Leser selbst überlassen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

    Ich bin froh, dass es schon 40 Meinungen zu dem Thema gegeben hat. Sonst könnte ich ja auch Tagebuch führen, anstelle ein Blog zu betreiben.

    Ob ich dadurch Stimmung erzeuge, wenn ich ich ein wörtliches Zitat der Pressekonferenz als Überschrift verwende, kann und soll ebenfalls jeder selber einschätzen. Für mich war es einfach die zentrale Aussage dieser Veranstaltung, und wie die Diskussion hier ja bisher gezeigt hat, gehen die Meinungen darüber stark auseinander.

    Ich finde die Fragestellung schon interessant, ob eine Spielerin Vorbildcharakter haben muss, um sich die Auszeichnung „Weltfußballerin“ zu verdienen. Der Ort und Zeitpunkt, das Thema rund um das UEFA-Pokal-Finale aufzuwerfen, war sicherlich nicht glücklich.

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