Tritschoks: „Marta ist keine Weltfußballerin“

Von am 25. Mai 2008 – 2.49 Uhr 42 Kommentare

Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks90 Minuten begeisternden Frauenfußball hatten die Rekordkulisse von 27.640 Zuschauern und Millionen vor den Fernsehschirmen beim UEFA-Pokal-Finale zwischen dem 1. FFC Frankfurt und Umeå IK in der Frankfurter Commerzbank-Arena gesehen. Dennoch gab es nach der Partie kräftige Misstöne.

Denn die in den vergangenen Jahren gewachsene Rivalität der beiden derzeit besten europäischen Teams und die wiederholten Sticheleien von Umeå-Trainer Andrée Jeglertz waren der Auslöser dafür, dass Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks nach dem Spiel der Kragen platzte.

In der Vorwoche hatte Jeglertz den Frankfurterinnen vorgeworfen, das 1:1 im Hinspiel bereits wie den Titelgewinn gefeiert zu haben. Eine Sichtweise, die Tritschoks mit Unverständnis quittierte.

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Wortgefecht der beiden Trainer
Und als der Schwede dann vor den Medienvertretern zur Zuschauerschelte ausholte („Es mag ja ein tolles Spiel für das Publikum gewesen sein, aber es ist bedauerlich, wenn die weltbeste Fußballerin ausgepfiffen wird“), war schnell klar, dass die beiden in diesem Leben wohl keine Freunde mehr werden würden.

„Wer sich auf dem Platz so verhält, ist für mich keine Weltfußballerin“, konterte Tritschoks. „Das Provozieren, das Fallenlassen und das Theatralische vor allem im Hinspiel – das alles hat sie nicht nötig und bringt auch den Frauenfußball nicht weiter. Es rechtfertigt vielleicht nicht die Pfiffe, aber man muss dann damit rechnen“, führte er aus.

Frustrierte Schweden
Die Worte trafen die ob der Niederlage eh schon frustrierten Schweden wie Peitschenhiebe. Und nun schaltete sich Umeås Manager Roland Arnqvist ein: „Wir danken Frankfurt für dieses Fußballfest, aber auf diesem niedrigen Niveau wollen wir uns nicht bewegen. Wir akzeptieren die Pfiffe als Fakt, aber wir werden nicht darüber weiter diskutieren, sonst verlassen wir die Pressekonferenz.“

Nur langsam glätteten sich die Wogen und man besann sich, fortan über das Sportliche zu reden. Doch auch als die Pressekonferenz längst vorbei war, waren die Pfiffe gegen Marta das beherrschende Thema. Arnqvist giftete: „Es gibt nur eine Sache, die schlimmer ist, als ein schlechter Verlierer, nämlich ein schlechter Gewinner. Und diese Ehre gebührt Frankfurts Trainer.“

Marta beim Training in der Commerzbank-Arena„Marta ist keine Teamplayerin“
Tritschoks hingegen unterstrich noch einmal seine Sichtweise: „Natürlich kann man die Pfiffe nicht akzeptieren. Marta ist auf jeden Fall eine Superspielerin und ich habe Respekt vor ihrer Leistung. Aber sie provoziert und polarisiert, das wollen die Leute eben nicht sehen. Eine Weltfußballerin hat für mich auch eine Vorbildfunktion und das fehlt ihr. Sie ist keine Teamplayerin, sondern eine Alleinunterhalterin.“

Birgit Prinz wollte öffentlich keine Stellungnahme abgeben, Silke Rottenberg meinte: „Diese Theatralik hat sie gar nicht nötig als Weltklassefußballerin. Die Fans mögen so etwas halt nicht, aber ich fand es schade, dass die Pfiffe bis zum Ende angehalten haben, irgendwann muss Schluss sein.“

Pfiffe einfach ignorieren
Conny Pohlers wollte der Angelegenheit keine allzu große Bedeutung beimessen. „Sie ist nun mal so, entweder man akzeptiert das, oder nicht. Ich habe mit ihr noch keine schlechten Erfahrungen gemacht und fand ihr Verhalten gar nicht so schlimm. Aber man kann den Zuschauern nicht vorschreiben, was sie zu tun haben. Mich würden die Pfiffe eher zusätzlich motivieren.“

Martas verletzte Sturmkollegin Hanna Ljungberg meint: „Man muss mental stark sein und sie einfach ignorieren. Im Männerfußball kommt das ja auch vor. Wir werden uns daran gewöhnen.“

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Markus Juchem (50) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

42 Kommentare »

  • Spielerin sagt:

    ich würd mich auch gerne zu dieser situation äussern.ich stimme Manne in vielerlei zu.ich als lang jährige spielerin habe leider die erfahrung gemacht das so klasse spielerinnen wie marta meist beneidet und ausgestoßen werden,was ich garnicht verstehen kann.denn der fussball lebt von solchen spielerinnen.fussball heisst nicht nur teamplay sondern es ist auch eine kombination des kreativem des einzelnen spielerinnen.dann frag ich euch wieso ist ein ronaldinho ein welt star oder ein maradonna eine legende ??bestimmt nicht durch ihr gutes aussehen!!wieso werden diese nicht von der presse herunter geschauckelt?!GANZ EINFACH:weil sie talent haben!!!das sind spieler die den fussball schöner machen.ich schaue mir ungerne eine brirgit prinz an die nur durch ihre körper stärke leistungen erbringt.stattdessen schaue ich mir am liebsten wie jeder fussball fan auch ,die kunststücke einer marta oder die kreativität einses ronaldinho´s an.ich befürworte nicht die beschimpfung auf dem platz aber das ist halt fussball temperament ist ein haupt bestandteil ohne sie wäre es wieder und wieder langweilig,und ich kann es durch aus verstehen wenn eine spielerin die mit herz und blut spielt wie marta das solche szenen übergreifen können.und ich finde es arrogant und naiv zu behaupten das sie keine weltklasse spielerin ist.tritschok ist leider in brauweiler bekannt dafür das er aufgrund seiner sturen annahme/abspiel taktik viele junge talente auf der ersatz bank hinvegitieren liess.es ist schade das mann mit solchen einstellungen frauenfussball um einige jahre zurück wirft.

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Spielerin, auch Dir ein herzliches Willkommen auf Womensoccer.

    Nur kurz, damit wir es nicht verdrehen: Es hat keiner gesagt, dass Marta keine Weltklassespielerin ist. Auch Tritschoks nicht. Ich danke, an ihrer spielerischen Qualität gibt es keine Zweifel.

    Er meinte allerdings, für ihn sei Marta keine Weltfußballerin wegen der fehlenden Vorbildfunktion aufgrund ihrer übertriebenen Theatralik und mangelnden Fairness.

    Das ist nicht dasselbe, gleichwohl immer noch diskussionswürdig.

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  • Manne sagt:

    Hallo Markus,

    da gebe ich dir recht, da muß ich mich korrigieren, vom Vorfeld der Partie könnte ich jetzt auch keinen Artikel benennen, in dem gegen Marta gehetzt worden wäre – das möchte ich ausdrücklich zurücknehmen, der Ausdruck ist mir wohl in meiner Empörung über die in meinen Augen ungerechte Behandlung von Marta herausgerutscht.

    [Nebenbei bemerkt, ich will da nicht weiter drauf eingehen – Vorurteile, die gerade auch von den Medien gerne gepflegt, ausgebaut und aufgebauscht werden oder erst zu solchen gemacht werden, weil publikumswirksam, gehen meist nicht so schnell aus den Köpfen raus]

    Mein Fazit bleibt aber:
    Marta hat ob ihrer Weltklasse Respekt verdient und kein Dauerpfeifkonzert. Und auch wenn sie manchmal Alleinunterhalterin ist, ohne sie wäre Umea sicher nicht ins Endspiel gekommen – und mit ein wenig Glück hätte sie Umea fast auch noch zum Cupsieg geschossen.

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  • Rainer sagt:

    Kann Manne und Spielerin nur nochmals zustimmen. Ausnahmekönner wie Ronaldinho, Maradona und Marta haben eben immer auch ihre Neider. Aber sie erregen die Gemüter im Positiven wie im Negativen und die Diskussion zeigt hier doch eigentlich, dass sie ein Weltstar ist, ansonsten gäbe es nicht so viel Stoff.
    Möchte Spielerin nur nochmal bestätigen: Die meisten Spielerinnen, die ich in Schweden kenne, Gegnerinnen wie Mitspielerinnen, bewundern Marta.
    Lise Klaveness (früher UIK, jetzt wieder Asker/Norwegen) sagte mir, dass sie immer die beste Spielerin der Welt werden wollte, auch noch mit 23-24 als sie nach Umeå kam. Schon nach dem ersten Training mit Marta sei ihr klar geworden, dass sie (Lise) dieses Ziel abschreiben könne. Kathrin Lehmann sagte kürzlich, dass sie zweimal gegen Martha gespielt habe und dass sie sich mehr als einmal dabei erwischt hätte, dass sie Aktionen Martas beklatschen wollte.
    Das Pfeifen hat sicher auch damit zu tun, dass man weiss, das die Wahrscheinlichkeit, dass wir selber mal so eine Spielerin aus Deutschland hervorbringen, sehr gering ist. Damit ist nicht gesagt, dass wir nicht einen Haufen Weltklassespielerinnen hätten, aber eben mit anderen Tugenden, wo selten gezaubert, dafür aber um so mehr gekämpft, taktiert und gerannt wird. Silvia Neid hat ja auch während der WM gesagt, dass Marta bei ihr (in der deustchen Nationalmannschaft) nie solche Freiheiten bekäme, auch sie müsse sich unterordnen. Dieses Sich-Nicht-Unterordnen-Wollen und auch Sich-Nicht-Unterordnen-Müssen erweckt sicher auch Neid. Aber Marta hat ihre Freiheiten und oft, sehr oft entscheidet sie Spiele. Das schwedische Pokalfinale voriges Jahr. Umeå führte zur Halbzeit 3-0 gegen AIK, bekam in der zweiten Hälfte bis zur 80.Minute drei Gegentreffer und Umeå war stehend k.o. vor einer Verlängerung. Aber Marta hatte keine Lust auf 2 x 15, zog unwiderstehlich los, umkurvte 3-4 Gegnerinnen und versenkte den Siegtreffer fün Minuten vor Schluss.
    Das berühmte Traumtor gegen die USA bei der WM war sicher demütigend für die Gegnerin, genauso, wie sie manchmal gern Gegnerinnen von rechts nach links austanzt, bis die in ihren Bewegungen verharren und dann vorbeigeht oder einen tollen Pass spielt. Da ist man als Anhänger der anderen Mannschaft vielleicht sauer – die Spielerinnen selber aber sehen das in der Regel im Rückblick anders und haben wesentlich mehr Respekt. Ich denke, das auch die Frankfurter Spielerinnen sich hier ähnlich äussern würden.
    Und das auf der Website von Umeå steht, dass Marta 8 Millionen Dollar jährlich generiert: Ist ja eine Info für alle gegenwärtigen und künftigen Sponsoren, die nicht unwichtig ist. In Umeå ist Marta bei ihren Mitspielerinnen sehr beliebt, da gäbe es andere Beispiele aus anderen Clubs, über die man aber lieber schweigt.
    Ich finde auch die Bemerkungen über Cristiane überflüssig. Sie ist noch sehr jung und hat bei der WM in einigen Situationen blöd gehandelt, aber sie ist eine echte Augenweide fussballerisch gesehen. Auch sie wird noch reifen und in Linköping hat sie nun in den letzten drei Spielen drei Tore gemacht, davon zwei Traumtore gegen Göteborg.
    Fussball ist nicht Schach, hat der alte Udo Lattek mal gesagt, als Augenthaler (muss in den 80ern gewesen sein) mal Völler brutal von den Beinen holte und Lattek darauf angesprochen wurde. Damit rede ich nicht unfairem Verhalten das Wort, aber es wird immer wieder vorkommen und wir sollten Spielerinnen egal welcher Herkunft nicht wegen ein paar fragwürdigen Aktionen in alle Ewigkeit verdammen. Alle haben eine zweite Chance verdient. Und sogar eine dritte.
    Ich bleibe dabei: Marta ist eine Ausnahmespielerin und bis heute wohl die beste Spielerin, die je gegen einen Ball getreten hat. Technik, Schnelligkeit, Balance, auch Übersicht (sie hat schon mindestens so viele torbringende Pässe und Flanken gespielt wie Tore erzielt) sind einmalig. Wir sollten alle froh sein, dass der Frauenfussball einen solchen Star hat.

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  • ViolA sagt:

    wie markus das schon gesagt hat haben wohl einige das ganze in den falschen hals bekommen. es bestreitet niemand martas qualitäten oder ihre ballkunst und es sagt wohl auch niemand, dass es nicht schön anzusehen ist und spaß macht. es ging vielmehr um ihre fairness im spiel und um die negative reaktion der zuschauer die sowohl marta als auch dem schietsrichtergespann einiges vorzuwerfen hatten (andernfalls hätten sie beide nicht ausgepfiffen).
    manche sehen es als gerechtfertigt, andere widerrum nicht. das heißt aber nicht, dass irgendwer die leistungen dieser spielerin aberkennen will. vielmehr ist es doch so, dass sie durchaus anerkannt und gewürdigt werden und die kritik genau darauf fußt: dass marta es gar nicht nötig hätte sich so zu verhalten. diese kritik ist die gleiche die man auch in bezug auf brigit prinz oder renate lingor immer wieder zu hören bekommt, die als fall- oder schwalbenköniginnen bezeichnet werden. auch hier kann man das so sehen oder eben auch nicht.
    wie ich schon an anderer stelle schrieb finde ich martas reaktion auf diese pfiffe sehr positiv und ich halte sie auch für eine sehr nette person. allerdings werfe ich ihr eine gewisse unsportlichkeit vor, die ich auch birgit prinz vorwerfe. karten fordern ist für mich einfach unsportlich – vor allem wenn sie nicht verdient wären. für mich liegt die entscheidung und verantwortung beim schietsrichter auch wenn ich aus eigener erfahrung nur zu gut weiß, dass solche entscheidungen nicht immer leicht zu akzeptieren sind. nur ändern kann man auch nichts daran.
    das gefoult wird und sich spielerinnen hinlegen wo es nicht nötig ist mag zu kritisieren sein, es ist aber auch klar dass sich das nicht ändern wird und oftmals ist es als zuschauer schwierig zu erkennen ob sich eine spielerin aus schutz oder aus taktischen beweggründen hinlegt. das eine marta gerne im strafraum fällt ist nicht unbekannt, das muss aber nicht bedeuten dass sie deswegen immer aus solchen gründen fällt oder auch selbst foult.
    genauso obliegt es jedem zuschauer sich seine meinung zu bilden und diese kundzutun. ob das jeder toll findet bleibt wohl jedem selbst überlassen. pausenlos pfeifen finde ich unsportlich und auch unfair, allerdings ist das im vergleich zu anderen dingen noch ziemlich harmlos, wenngleich es das nicht besser macht.
    achja und noch eine kleine bemerkung am rande… ganz so harmlos war die gute marta auch nicht die auf dem weg nach oben die 2. torfrau des ffc meinte anfauchen zu müssen. ich habe keine ahnung was das für einen grund hatte, aber die meinung der zuschauer hat es sicherlich nicht gerade zum positiven verändert, da diese szene für alle auf dem videowürfel zu sehen war.

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  • Max Diderot sagt:

    Rainer, so naiv wird vermutlich niemand sein, der auch nur ein wenig Ahnung von den nicht so ganz leutseligen Geschäftsgepflogenheiten der Spielervermittler hat, zu glauben, dass der entsprechende Hinweis auf Umeas Webseite primär möglichen Sponsoren dienen soll.

    Soweit mir bekannt, wird Marta von Fabiano Farah vertreten. Dieser hat auch andere namhafte Klienten unter Vertrag. Fast ausschließlich brasilianische Fußballer weiblichen und männlichen Geschlechts. Ich betone dies, weil einer von ihnen, Ronaldo, vor kurzem zugeben musste, in einem Moment akuter Unaufmerksamkeit bestimmte erogene Zonen verwechselt zu haben.

    Der Eintrag auf Umeas Webseite wurde im Jahre 2007 implementiert. Zu diesem Zeitpunkt gab es Gerüchte, dass Marta in die USA wechseln wolle. Dies hatte, um den 28. August des Jahres, zur Folge, dass sowohl die Spielerin als auch Farah in einer Art Öffentlichkeitskampagne betonten, wie wohl sie (Marta) sich in Umea fühle.

    Nun vermute ich, dass eine nordschwedische Region nicht spntan erste Wahl für eine Brasilianerin ist, der die Frage nach präferierten Orten gestellt wird. Und deshalb trafen sich, ökonomisch gesprochen, Angebot und Nachfrage. Von Seiten der Schweden das Interesse an Marta, der im Lauf der Zeit auch einige ihrer Landsfrauen nach Skandinavien folgten, und die Strategie des Spielervermittlers Fabiano Farah, seine Klienten meistbietend (und unter Berücksichtigung einer stattlichen Provision) an den Verein zu bringen. Inzwischen sollen ja auch neue Gerüchte aufgetaucht sein, dass die englische Premiere Leaque der Damen schneller als vorhergesehen Investoren findet, und damit Marta ein mögliches zukünftiges Betätigungsfeld in einem der renommierten Klubs auf der Insel.

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  • oliist sagt:

    Wo Manne recht hat,hat er recht.Nach mehrmaligem(!) anschauen der Partie,muss man festhalten,daß nur Marta eine wirklich sehr gute Leistung auf Seiten Umeås gebracht hat.Aber bitte überstrapaziere das Wörtchen Glück nicht im Zusammenhang mit dem Lattentreffer von Marta.Dann müsste ich nämlich mit dem Glück der umeånischen Abwehr kontern,die sich diese Bezeichnung in beiden Partien eher nicht verdient hat.Und solche Diskussionen führen bekanntermaßen zu rein garnichts. 😉
    Und wenn einige hier meinen,das Martas exzellente fussballerischen Fähigkeiten in einem automatisierten Reflex von Respekt(nicht zu vewechseln mit der Anerkennung für ihr Können)honoriert werden müssen,erfreue ich mich einfach der Möglichkeit eine differenzierte Meinung über Marta zu haben,in der das ‚Schlechte‘ nicht so einfach vom ‚Guten‘ oder auch umgekehrt übertüncht wird.

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  • Spocky sagt:

    Auch ich war live im Stadion dabei – und ich muss sagen, dass ich das Pfeifkonzert gegenüber Marta zu übertrieben fand! Ich gebe zwar zu, dass auch Marta als Spielerin sich nicht gerade immer „vorbildlich“ zeigt und es hätte auch genügt, wenn die Zuschauer einmal laut pfeifen = aber nicht das ganze Spiel! Ich habe den Verdacht, dass das eigentliche Ziel war Marta so zu verunsichern damit sie nicht ihre Klasse zeigen kann! Und viele Zuschauer, die in meiner Nähe saßen, haben derartige „unqualifizierte“ Kommentare von sich gegeben = dies hat mit Fairness überhaupt nichts mehr zu tun!!!
    Auch möchte ich an dieser Stelle möchte ich noch mal auf den sog. „Zuschauerrekord“ eingehen = also dass der Manager von Frankfurt sich so „feiern“ lässt = das finde ich einfach lächerlich! Nur damit dieser Rekord übertroffen wird, hat der „liebe“ Siggi zig Freikarten verschenkt!
    Zum Schluss hoffe ich, dass die nächsten Siegerehrungen wieder auf dem Rasen stattfinden! Mir tut heute noch mein Hals weh = was habe ich als Fan davon wenn ich die Pokalübergabe nur auf dem „Hallenwürfel“ sehen kann? Ich hoffe, dass die FIFA / UEFA noch mal darüber nachdenkt und nicht vergisst = die FANS sind doch auch wichtig bei den ganzen Events …!

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  • Conny68 sagt:

    Ich habe mich zum Thema Marta unter dem Blog „Frankfurt gewinnt UEFA-Cup“ geäußert. Mit Interesse habe ich die Diskussion auf diesem Blog verfolgt.
    Also erst mal – mit Neid gegenüber Marta sollte das ganze ja nun gar nichts zu tun haben. Ich meine, jeder echte Fußballfan ist begeistert von den fußballerischen Fähigkeiten einer Marta und hat Respekt vor ihren sportlichen Leistungen. Sie ist eine Künstlerin am Ball und es ist einfach nur schön, ihr zuzusehen. Aber ihre Genialität am Ball sollte nicht dazu führen, dass man ihr alles nachsieht. Es sind doch vor allem Kinder und Jugendliche, die Vorbilder brauchen. Sie schauen sich von ihrem Vorbild vieles ab, natürlich die Tricks usw, aber doch auch viele Verhaltensweisen. Warum fordert denn ein Kind/ein Jugendlicher auf dem Spielgeld eine gelbe Karte für seinen Gegenspieler, warum läßt er sich im Strafraum fallen – das schauen sie sich doch von den „Großen“ ab. Deswegen ist der Fair play Gedanke so wichtig und sollte auch immer wieder angemahnt werden.

    Zitat @Spielerin – „ich schaue mir ungerne eine brirgit prinz an die nur durch ihre körper stärke leistungen erbringt.stattdessen schaue ich mir am liebsten wie jeder fussball fan auch ,die kunststücke einer marta oder die kreativität einses ronaldinho´s an“
    Die Fasziniation des Fußballs ist doch die Mischung aus Kreativität, Spielintelligenz, taktischem Verhalten, technischen Fähigkeiten, dem Kampf und die Zweikampfstärke, der Athletik, dem Willen etc. 11 Martas werden genauso wenig ein Spiel gewinnen, wie 11 Birgits. Man muss auch kein Fan von Birgit Prinz sein, um ihren außergewöhlichen fußballerischen Fähigkeiten gepaart mit körperlicher Präsenz, starkem Willen und großem Ehrgeiz Respekt zu zollen.

    Ob die Pfiffe gerechfertigt waren oder nicht – das Frankfurter Publikum hat so empfunden. Ich denke auch, dass es von der Wahrnehmung her noch mal ein Unterschied macht, ob man das Spiel im Fernsehen verfolgt hat oder im Stadion saß. .

    Und wie ich im meinen Kommentar „Frankfurt gewinnt UEFA-Cup“ schon geschrieben habe: Ich hoffe, dass ganze hat etwas Gutes und Marta denkt über sich und ihr Auftreten nach. Jede Künsterlin wünscht und erhofft sich doch Applaus vom Publikum. Das man – auch als geniale Spielerin – diesen nicht automatisch bekommt, dass weiß Marta jetzt.

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  • Leaven73 sagt:

    Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass sich im Stadion manchmal eine ganz eigene Dynamik entwickeln kann, die von zu Hause aus schwer nachvollziehbar ist, deshalb möchte ich die Zuschauer nicht allzu streng richten, trotzdem empfand ich die Pfiffe gegen Marta persönlich als beschämend für diese ansich tolle Kulisse.
    Martas Verhalten ist keinesfalls so provozierend, dass sich die anhaltenden Pfiffe rechtfertigen liessen. Ja, manchmal lässt sie sich fallen, ja, manchmal diskutiert sie mit den Schiedsrichtern, aber das tun auch viele andere Spielerinnen, die dafür nicht ausgepfiffen werden. Ich habe auch nichts dagegen, eine Spielerin oder einen Spieler nach einer unsportlichen Aktion mal eine Weile auszupfeifen, aber doch nicht während eines ganzen Spiels, v.a. nach solch harmlosen Aktionen! Mir schwant, Marta wurde in Tat und Wahrheit nur deshalb ausgepfiffen, weil sie so gut ist und das finde ich doch etwas bedenklich.
    Aber wie bereits am Anfang erwähnt, ist es manchmal vor dem TV schwer, sich eine korrekte Meinung der Stimmung während eines Fussballspiels zu bilden. Ausserdem hat dies natürlich nichts damit zu tun, ob Frankfurts Sieg verdient war oder nicht, denn Umea kam eigentlich gar nie richtig ins Spiel, nicht einmal Marta, die nur einen Teil ihres Potenzials abrufen konnte (ob das nun mit den Pfiffen zu tun hatte oder nicht, sei dahingestellt…).

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  • schmidt sagt:

    Jede/r leistet seinen Beitrag um Stimmung zu erzeugen. Da ist die Welt in Ordnung. Das Ganze läßt tief blicken, welche Kniffe der Journalismus anwendet, um eine möglichst größt mögliche Wirkung zu erzielen. Wen wundert es, wenn gleich im ersten Eindruck des Spielgeschehens nach der Pressekonferenz der umfassende Artikel gleich mit einer „provokanten“ Meinung beginnt, einem Zitat aus der Pressekonferenz. Um den schönen Effekt zu erzielen, folgten daraufhin bislang 40 Meinungen.
    Um zu prüfen, Artikel vergleichen zu können und sich zu orientieren, empfehle ich einen passenden und gelungenen Artikel aus der taz mit der Headline:

    „Ärger um Marta“
    Nach dem Uefa-Cup-Sieg des 1. FFC Frankfurt gegen Umeå IK löst die weltbeste Kickerin Marta eine klitzekleine, aber für den Frauenfußball immer noch untypische Kontroverse aus.

    Hier bitte Nachzulesen…

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  • Markus Juchem sagt:

    Zum Glück gibt es in Deutschland ja Meinungsvielfalt. Deswegen ist es ja auch das gute Recht von Herrn Kittmann den Vorfall als „klitzekleine (…) Kontroverse“ einzuordnen. Und es ist auch Dein gutes Recht, schmidt, diese Argumentation für angemessen zu halten.

    Nach meinem persönlichen Empfinden war es mehr als das, aber es bleibt ja jeder Leserin und jedem Leser selbst überlassen, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

    Ich bin froh, dass es schon 40 Meinungen zu dem Thema gegeben hat. Sonst könnte ich ja auch Tagebuch führen, anstelle ein Blog zu betreiben.

    Ob ich dadurch Stimmung erzeuge, wenn ich ich ein wörtliches Zitat der Pressekonferenz als Überschrift verwende, kann und soll ebenfalls jeder selber einschätzen. Für mich war es einfach die zentrale Aussage dieser Veranstaltung, und wie die Diskussion hier ja bisher gezeigt hat, gehen die Meinungen darüber stark auseinander.

    Ich finde die Fragestellung schon interessant, ob eine Spielerin Vorbildcharakter haben muss, um sich die Auszeichnung „Weltfußballerin“ zu verdienen. Der Ort und Zeitpunkt, das Thema rund um das UEFA-Pokal-Finale aufzuwerfen, war sicherlich nicht glücklich.

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