U23 der USA zu stark für Crailsheim

Von am 21. Mai 2008 – 13.19 Uhr 5 Kommentare

Szene aus dem Spiel Crailsheim gegen USAAmerikanische und deutsche Fahnen neben dem Spielfeld, zweisprachige Durchsagen der Stadionsprecher und zahlreiche Fans im US-Look – es war ein ungewöhnliches Testspiel, das Frauenfußball-Bundesligist TSV Crailsheim gestern Abend im Schöneburgstadion bestritt.

Zu Gast war die amerikanische U23-Nationalmannschaft, die sich in Deutschland acht Tage lang auf den im Juli stattfindenden Nordic Cup vorbereitet. 

Auch wenn sich die 410 Zuschauer am Ende nicht über einen Sieg der Gastgeberinnen freuen konnten, ihr Kommen mussten sie nicht bereuen, sahen sie doch eine kurzweilige, abwechslungsreiche Partie, in der nicht weniger als sechs Tore fielen. 

Anzeige

2:4 (1:3) musste sich der Tabellenzehnte der Bundesliga letztendlich geschlagen geben. Die physisch überlegenen Gäste gingen bereits nach zehn Minuten durch Allison Mallams in Führung, doch die Crailsheimerinnen ließen sich durch den frühen Rückstand nicht schocken und versuchten ihrerseits Akzente zu setzen.

Ausgleich durch Höß
Auch wenn zu sehen war, dass sich vor dem wichtigen Abstiegsduell gegen die SG Wattenscheid 09 am Sonntag niemand verletzten wollte. Dennoch gelang Anika Höß nach 23 Minuten der 1:1-Ausgleich, als sie den Ball an der amerikanischen Torhüterin Val Henderson vorbei ins Netz schob.

Beide Teams versteckten sich nicht, Offensive war Trumpf. Es waren jedoch erneut die Amerikanerinnen, die Tore erzielten. Ella Masar (31.) und Yael Averbuch (38.) erhöhten zur Pausenführung. Alle Hoffnungen, das Spiel noch zu drehen, wurden bereits nach zwei Minuten der zweiten Halbzeit im Keim erstickt, als Averbuch, die bereits in der A-Nationalmannschaft zum Einsatz kam, mit ihrem zweiten Treffer für die Vorentscheidung sorgte (47.).

Comeback von Vágó
Doch die Crailsheimerinnen hielten weiter dagegen und wurden mit einem zweiten Treffer belohnt. Die lange verletzte Fanni Vágó verwandelte bei ihrem Comeback einen Elfmeter, nachdem zuvor Claudia Nußelt gefoult worden war (87.).

Nach dem Spiel nahmen sich die Crailsheimer Spielerinnen und die Amerikanerinnen gleichermaßen reichlich Zeit, um alle Autogrammwünsche der Zuschauer und Einlaufkinder zu erfüllen. 

Neben dem Spiel gegen Crailsheim steht für die U23 der USA am Donnerstag in Wangen eine Partie gegen die deutsche U23 an sowie ein weiteres Testspiel am Sonntag gegen einen noch zu bestimmenden Gegner.

Statistik:

TSV Crailsheim – USA U23 2:4 (1:3)

TSV Crailsheim: Kübler (46. Howard) – Honecker, Held, Schwab, Goodman (63. Schmitt) – Hörber, Wörle, Treyer, Breunig (72. Eberhardt) – Höß (83. Nußelt), Manger (74. Vágó)

Tore: 0:1 Mallams (10.), 1:1 Höß (23.), 1:2 Masar (31.), 1:3 Averbuch (38.), 1:4 Averbuch (47.), 2:4 Vágó (87., FE)

Gelbe Karten: Keine

Zuschauer: 410

Schiedsrichter: Leipersberger­

Tags: , ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

5 Kommentare »

  • Crackfly sagt:

    Berichtet irgendwer von dem Spiel der U23 gegen die USA? Also Ticker (evtl. mit Aufstellung) oder so? Man bekommt ja nix davon mit, voll blöd!

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Crackfly, es gibt hier einen Liveticker, wo man den Zwischenstand bekommen sollte. Andere Liveticker sind mir nicht bekannt.

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    0:1 zur Halbzeit, wenn der Liveticker stimmt.

    (0)
  • Markus Juchem sagt:

    Laut Liveticker ist es beim 0:1 geblieben. Der DFB-Bericht sollte bald kommen.

    (0)
  • Max Diderot sagt:

    Früher war alles besser! Vor kurzem war ich in Berlin und las bei dieser Gelegenheit auch etwas über die Historie des kalten Krieges und die dabei entstandenen Histörchen. Sogenannte Solidaritätsadressen wurden unter den sozialistischen Ländern ausgetauscht, wo die eine Dumpfbacke, Genosse Erich, der anderen, Gospodin Leonid Iljitsch Breschnew, versicherte, wie sehr und immer und ewig. Und dann gab es einen Kuss unter Männern. Quasi verewigt findet sich dieser dicke Schmatz der beiden reifen Herrn am Ufer der Spree, der East Side Gallery.

    Früher war alles besser, werden sich auch die U23-Damen des DFB in Bälde denken. Vor zwei Jahren konnten sie sich noch gegen ihre Kontrahentinnen aus den USA durchsetzen, doch seitdem, so scheint es, treten sie eine Dienstreise gen Norden an, um sich spätestens im Finale eine Resultats-Klatsche abzuholen, die möglicherweise auch Ausdruck einer fußballerischen Unreife sein könnte. Im vergangenen Jahr verlor frau mit 0:4 gegen die Nordamerikanerinnen, diesmal lautete das Ergebnis 0:3. Natürlich wird die Elogen-Abteilung des DFB, Eigenbezeichnung Presse, nicht müde zu betonen, wie sehr sich alle aufrechten Bemühungen der U23-Damen des DFB unglücklicherweise ins Gegenteil verkehrten … und überhaupt.

    Auch wenn anzunehmen ist, dass bei theoretischer Konstanz davon ausgegangen werden kann, dass im Jahre 2011 eine annähernde Gleichheit des Resultates erreicht werden kann und ab 2012 sogar Erfolge gegen die U23-Damen der USA möglich wären, hülfe zwischenzeitlich die Übermittlung einer Solidaritätsbekundung. Der eigenen DFB-Ohnmacht wird das (eventuell) beeindruckende Spiel der Amerikanerinnen gegenüber gestellt. Und sollte sich das Szenario wiederholen, dass der theoretischen Absicht auch die praktische Verschwisterung folgt, dürften Beobachter am Ende des Matches mit einer wahren Kuss-Orgie rechnen. Wie war das noch? Ist früher tatsächlich alles besser gewesen?

    (0)