Duisburgs leise Kampfansage Richtung Frankfurt

Von am 18. Mai 2008 – 20.14 Uhr

Der FCR 2001 Duisburg ist weiter im Titelrennen„Jetzt gilt unsere Konzentration ganz dem Spiel bei Turbine Potsdam“, hielt sich Martina Voss, Trainerin beim FCR 2001 Duisburg, nicht lange mit dem fulminanten 9:1 (5:1)-Heimsieg gegen den VfL Wolfsburg auf. Zu schwach präsentierte sich der Gegner, um ein echter Gradmesser für die kommenden Spiele zu sein.

Zudem weiß Voss: Nur wenn die Duisburgerinnen das schwere Auswärtsspiel beim 1. FFC Turbine Potsdam am kommenden Sonntag schadlos überstehen, werden sie wohl im Kampf um die Meisterschaft ein Wörtchen mitreden können. Deswegen waren trotz des denkwürdigen Siegs auch nur verhaltene Töne aus Duisburg zu vernehmen.

Zu frisch ist noch die Erinnerung an die ärgerliche 1:4-Heimniederlage gegen die SG Essen-Schönebeck, mit der sich die Duisburgerinnen im Titelkampf vorerst ins Hintertreffen gebracht haben.

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Dennoch gefiel Voss gut, was ihr Team am Samstagnachmittag auch ohne Lira Bajramaj und Jennifer Oster auf den Rasen zauberte. „Das, was wir seit Wochen üben, schnelle Spielzüge, viel über die Außen, das alles war heute zu sehen.“

Von Beginn an spielte die Mannschaft wie aus einem Guss. Nach der Führung durch Patricia Hanebeck (10.) ließ sich das Team auch durch den schnellen Ausgleich von Shelley Thompson (11.) nicht aus der Ruhe bringen. Zweimal Inka Grings (14. und 32.), Simone Laudehr (21.) und erneut Hanebeck (44.) sorgten gegen den wehrlosen Gegner für eine komfortable Halbzeitführung.

In der zweiten Halbzeit konnte sich dann auch die für die angeschlagene Grings eingewechselte Stephanie Goddard in die Torschützinnenliste eintragen (66.). Zuvor hatten die Wolfsburgerinnen selbst in Person von Juliane Höfler (59.) dazu beigetragen, das Ergebnis in die Höhe zu schrauben. Corina Schröder (72.) und Kapitänin Sonja Fuss (83.) beschlossen mit ihren Treffern einen denkwürdigen Fußball-Nachmittag.

Gäste-Trainer Bernd Huneke meinte: „Das war unsere schlechteste Saisonleistung. Duisburg war bärenstark, ich habe in dieser Saison noch nie eine so gute Mannschaft gesehen. Trotzdem darf sich meine Truppe nicht so ergeben.“

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Turbine siegt dank Wich-Doppelpack
Zwei Treffer von Jessica Wich bescherten dem 1. FFC Turbine Potsdam einen etwas schmeichelhaften 2:0 (1:0)-Auswärtssieg bei DFB-Pokalfinalist 1. FC Saarbrücken. Denn die Gastgeberinnen hatten genügend Möglichkeiten eigene Treffer zu erzielen, doch Gäste-Torhüterin Desiree Schumann bewies einmal mehr ihr Können.

Besonders die Saarbrücker U19-Nationalspielerin Lisa Schwab stellte die gegnerische Abwehr vor 1.124 Zuschauern mehrfach vor Probleme, freistehend schob sie etwa in der 24. Minute den Ball über das Tor. Doch die Tore schossen die Gäste. Jessica Wich traf nach einer halben Stunde nach einem Freistoß von Anja Mittag.

Auch in der zweiten Halbzeit drückten die Gastgeberinnen auf den Ausgleichstreffer, doch wiederum gelang Turbine das Tor. Erneut Wich sorgte drei Minuten vor Spielende mit einem Schuss aus 16 Metern für die Entscheidung, nachdem Mittag zuvor die Querlatte getroffen hatte.

„Es war für uns das erwartet schwere Spiel. Die Saarbrücker haben von Anfang an nach vorn gespielt und sich nicht hinten reingestellt“, zollte Turbine-Trainer Bernd Schröder der gegnerischen Leistung Respekt.

Freiburg verlässt die Abstiegsränge
Der SC Freiburg hat mit einem glatten 4:0 (1:0)-Heimsieg im Kellerduell gegen die SG Wattenscheid 09 die Abstiegsränge verlassen und seine gute Form untermauert. Susanne Hartel erzielte zu einem psychologisch guten Zeitpunkt fast mit dem Pausenpfiff die Führung (45.), Melanie Behringer (48.) und zweimal Martina Moser (55. und 79.) schraubten den Sieg in die Höhe.

Die Freiburgerinnen verbesserten sich an Crailsheim und Saarbrücken vorbei auf den achten Tabellenplatz und haben nun bereits fünf Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz. Für die Gäste um Interimstrainerin Kerstin Stegemann wird die Luft hingegen immer dünner, bedenkt man das schwere Restprogramm an den verbleibenden vier Spieltagen und die in der Öffentlichkeit ausgetragenen Querelen im Umfeld.

Freiburgs Trainer Alexander Fischinger meinte nach der Partie: „Es war das schwerste Spiel in diesem Jahr für uns.“ Entwarnung will er trotz des vierten Sieges in den vergangenen fünf Spielen noch nicht geben: „Wir sind zwar jetzt auf dem achten Platz, durch sind wir aber noch nicht.“ Doch mit der aktuellen Form sollten die Breisgauerinnen mit dem Abstieg nichts mehr zu tun haben.

Stefanie Mirlach jubelt über das 1:0Bayern siegt zu Null
Der FC Bayern München verteidigte durch ein 2:0 (0:0) gegen die zuletzt auswärtsstarken Gäste vom SC 07 Bad Neuenahr Platz vier in der Tabelle. Stefanie Mirlach brachte die Gastgeberinnen kurz nach der Pause in Führung (49.), Nina Aigner erhöhte in der Schlussphase per Kopf (76.), so dass die Bayern zum zweiten Mal in dieser Saison im heimischen Sportpark in Aschheim ohne Gegentreffer blieben.

Dabei vergaben die Gäste kurz vor der Pause die mögliche Führung, als Sarah Schmitz nach einem Foul von Carmen Roth an Isabell Bachor einen Elfmeter vergab, weil Bayern-Torhüterin Ulrike Schmetz glänzend reagierte (41.). Trainerin Sissy Raith freute sich über drei wichtige Punkte: „In der zweiten Hälfte konnten wir uns deutlich steigern.“ Die Bayern haben den Kampf um Platz 3 noch nicht aufgegeben.

Hamburgs Negativserie hält an
Der Hamburger SV rutscht immer tiefer in die Abstiegszone. Im Heimspiel gegen die SG Essen-Schönebeck zogen die Hanseatinnen mit 2:3 (0:2) den Kürzeren. Melanie Hoffmann (5.) und Stefanie Weichelt (36.) legten bereits in der ersten Halbzeit den Grundstein für den Auswärtssieg der Gäste, auch wenn der HSV in der zweiten Halbzeit durch zwei Treffer von Tanja Vreden zum 2:2 ausgleichen konnte (67. und 78.). Doch nur kurz darauf machte Hoffmann mit ihrem zweiten Tor (80.) die Hoffnungen der Hamburgerinnen auf einen Punktgewinn zunichte.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.