Schmeichelhaftes Remis für den 1. FFC Frankfurt

Von am 17. Mai 2008 – 14.55 Uhr 29 Kommentare

Das Hinspiel im UEFA-Pokal-Finale zwischen Umeå IK und dem 1. FFC Frankfurt war gerade einmal 12 Sekunden und vier Ballkontakte alt, da weckte die zweifache Weltfußballerin Marta mit ihrem Tor zum 1:0 böse Erinnerungen an 2004. „Hoffentlich schießen sie uns nicht wie beim letzten Finale ab“, ging es Geburtstagskind Katrin Kliehm unwillkürlich durch den Kopf.

Dass der deutsche Meister nach 90 Minuten dann trotzdem mit einem 1:1-Wunschresultat den Rasen verlassen konnte, lag am prompten Ausgleich von Conny Pohlers, dem sich nach einer halben Stunde steigernden Frankfurter Team und der Unfähigkeit der schwedischen Stürmerinnen, ihre Chancen gegen die wacklige Defensive der Deutschen in Tore umzumünzen.

„Es ist eine gute Ausgangsbasis, aber auf uns warten wieder 90 Minuten harte Arbeit gegen einen exzellenten Gegner“, so Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks. Sein Gegenüber Andrée Jeglertz meinte leicht gereizt: „Ich habe Frankfurt schon feiern sehen, als hätten sie bereits gewonnen. Das ist uns absolut recht. Wir haben heute gesehen, dass wir sie schlagen können.“

Anzeige

Vor diesen Aussagen hatten die 4.128 Zuschauer im Gammliavallen vor allem in der Offensive europäischen Spitzenfußball zu sehen bekommen, denn beide Abwehrreihen hinterließen nicht den sichersten Eindruck. Vor allem die Anfangsviertelstunde bot hohes Tempo, packende Zweikämpfe und knisternde Spannung, danach ließ die Intensität ein wenig nach.

Schock nach 12 Sekunden
Frankfurts routinierte Innenverteidigerin Tina Wunderlich hatte nicht gerade ihren besten Tag erwischt. Schon nach wenigen Sekunden klärte sie einen weiten Schlag der dänischen Nationalspielerin Johanna Rasmussen mit dem Kopf nach hinten statt nach vorne, Marta reagierte schneller als Kliehm und die herbeieilende Gina Lewandowski, umkurvte Silke Rottenberg und schob den Ball souverän zur 1:0-Führung ins Netz. „Ich wollte den Ball per Kopf verlängern, habe ihn aber nicht richtig erwischt“, so Wunderlich.

Doch Frankfurt reagierte auf den schnellen Rückstand im Stile eines Champions und schlug blitzschnell zurück. Erst ließen noch Kerstin Garefrekes (2.) und Petra Wimbersky (4.) gute Chancen aus, doch dann setzte die bissige Meike Weber mit einem präzisen Pass Wimbersky ein, die ließ gekonnt Karolina Westberg aussteigen und legte mustergültig auf Pohlers, die aus kurzer Distanz kaltschnäuzig einschob (5.). „Das Tor war sehr wichtig für uns und es hat Umeå geschockt“, so Tritschoks über die Schlüsselszene des Spiels.

Überlegene Schwedinnen
Nach einer guten Viertelstunde hatte der 1. FFC Frankfurt Glück, dass Umeå IK nicht erneut in Führung ging. Marta passte scharf nach innen, Madeleine Edlund kam vor Wunderlich an den Ball, doch ihren etwas zu unplatzierten Schuss aus fünf Metern konnte Rottenberg per Fußabwehr klären (16.). Kurz darauf hätte Frida Östberg einen verunglückten Abschlag der FFC-Torhüterin fast ausgenutzt, doch Rottenberg machte ihren Fehler wieder gut und hielt den 20-Meter-Schuss (17.).

Schlagwörter: ,

Die Schwedinnen blieben weiter am Drücker, doch sie schafften es nicht, aus ihrer Überlegenheit und den leichten Frankfurter Schwierigkeiten mit dem Kunstrasen Kapital zu schlagen. Rasmussen scheiterte mit ihrem Linksschuss knapp (20.), Mami Yamaguchi setzte einen 25-Meter-Schuss nur knapp über das Tor (23.).

Gute Chancen für Wimbersky und Pohlers
Doch in der Folge kamen die Frankfurterinnen wieder besser ins Spiel, Birgit Prinz misslang kurz vor der Pause der Versuch, den Ball am Fünf-Meter-Raum an Torhüterin Ulla-Karin Rönnlund vorbeizuspitzeln (41.).

Mit dem Wind im Rücken lief es in der zweiten Halbzeit zunächst weiter gut für Frankfurt, doch auch die Hessinnen gingen zu fahrlässig mit ihren Möglichkeiten um. So vergaben etwa Wimbersky freistehend und überhastet aus 18 Metern (54.) und Pohlers (62.) beste Chancen.

0:0 im Rückspiel reicht
Frankfurt hatte aber erneut Glück, dass Edlund im Abschluss mehrfach Mängel offenbarte, etwa als sie aus kurzer Distanz den Ball nicht richtig traf, nachdem Marta im Strafraum zuvor Wunderlich und die eingewechselte Sarah Günther hatte alt aussehen lassen (64.). Mit den schnellen Spitzen Marta und Edlund hatten Wunderlich und auch Gina Lewandowski ihre liebe Müh’ und Not.

Marta vergab mit einem Schrägschuss (86.), der nur um Zentimeter das Ziel verfehlte, die letzte gute Möglichkeit der Schwedinnen. Am Ende blieb es aber beim Unentschieden zweier Mannschaften auf hohem Niveau, die im Rückspiel in einer Woche beide noch Chancen haben. Doch den Frankfurterinnen würde in der Commerzbank-Arena dank der Auswärtstorregel bereits ein 0:0 zum Titel reichen.

Tags: ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

29 Kommentare »

  • Markus Juchem sagt:

    Hier schon mal der Spielbericht von uefa.com als Diskussionsgrundlage.

    (0)
  • ViolA sagt:

    beim hr-tv haben sie heute übrigens angemerkt, dass nun bereits 13.000 tickets weg sind.

    (0)
  • oliist sagt:

    Ich bin mir nicht ganz sicher,was denn nun häufiger vorkam.Entweder,daß Frankfurt den Ball sehr schnell verlor(Kunstrasen!?!),oder die unzählbar vielen langen Bälle der Umeànerinnen in die Spitze(Mittelfeld braucht kein Mensch).Letzteres war zwar effektiv,aber auch nicht schön anzusehen.
    Sollte sich insbesondere der 1.FFC noch steigern,ja meine ich vorallem dich Abwehrriegel,wird das Rückspiel vor viermal(?) sovielen Zuschauern sicherlich nocheinmal ein gutes Stück hochwertiger werden.

    (0)
  • schmidt sagt:

    Wieso der geschätzte Forenbeitragschreiber Tom-FFC-Fan in seinem Kontext

    siehe http://www.ff-forum.net/board/thread.php?threadid=20235&page=4

    Umea mit Potsdam abwertend vergleichen mußte, bleibt sein Geheimnis. Die persönliche Anmerkung sei bitte gestattet. Am Pfingstmontag im Heimspiel gegen Potsdam ließ Frankfurt auch mit einer Feldspielerin mehr auf dem Platz eine Vielzahl von großen Torchancen ungenutzt, die auch wieder hier gegen Umea die Achillesferse von Frankfurt aufzeigte „die schlechte Chancenverwertung“.
    Gleichwohl denke ich, wird sich im Rückspiel in Frankfurt zeigen, ob das erreichte 1:1 Spielergebnis die Ausgangsposition definitiv ausreichend war.
    Ich schätze Umea auswärts sportlich stärker ein als zu Hause. Also Frankfurt seid auf der Hut. Leicht wird es nicht. Glückauf

    (0)
  • Bianca sagt:

    Die Abwehr muß sich im Rückspiel deutlich steigern, denn Umea hat die Schwachstelle des FFC deutlich erkannt und wird die Chancenauswertung bestimmt verbessern. Aber da sieht, wo es beim FFC mangelt, fast alle Abwehrspielerinnen haben ihren (Alters)Zenit überschritten oder hören auf, da muß der Dietrich in der Sommerpause auf große Einkaufstour gehen.

    (0)
  • Max Diderot sagt:

    Viele Mittelfeldpassagen im Frauenfußball, gerade im defensiven Bereich, lassen an einen Filmtitel von Pedro Almodóvar erinnern: „Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs“. Anstatt den Ball, wenn nicht schon als besten, so zumindest als guten Freund zu behandeln, wurde die Kugel schnellstmöglich in die schwedischen Weiten befördert und dem Prinzip Zufall überlassen.

    Dabei war phasenweise, zumindest auf Frankfurter Seite, zu sehen, was ein schnelles Kurzpassspiel für effektive Wirkung haben kann. Von der Spielanlage Umeas war ich enttäuscht. Einige bemerkenswerte Einzelspielerinnen, aber als Team wenig harmonisch, taktisch medioker.

    Nun hat Frankfurt zwar alle Chancen im Rückspiel, trotzdem ist es für überschäumenden Optimismus zu früh. Den Brachialfußballerinnen aus der Birkenstadt ist zuzutrauen, dass sie mit ihrer wenig romantischen Spielart auch am Main scoren können. Und für die Frankfurterinnen als Motivation für das Rückspiel, könnte ein weiterer Filmtitel des spanischen Regisseurs herhalten „Das Gesetz der Begierde“.

    (0)
  • schmidt sagt:

    Danke sehr unterhaltsam und zunehmend passend Deine angebotenen Filmtitel lieber Max.

    (0)
  • Tom Schlimme sagt:

    Insgesamt bin ich mit Ergebnis und Spiel natürlich zufrieden. Wenn man bedenkt, wieviele den FFC gegen Umea in diversen Postings schon untergehen sahen, sogar sehr zufrieden. Aber der Käse ist noch lange nicht gegessen. Umea ist eine absolute Spitzenmannschaft, mit die beste Vereinsmannschaft Europas. Man mag die Spielanlage kritisieren, wie Max es tut, und mir persönlich gefällt das Kurzpassspiel der Frankfurterinnen auch besser als das holzhammermäßige Nachvorneschlagen des Balles. Aber man muss fairerweise auch zugeben, dass die Schwedinnen mit dieser Methode nicht nur ihr Tor gemacht haben, sondern auch etliche gute Chancen erarbeiteten.

    Also gefährlich ist Umea allemal, und ein 1:1 ist überhaupt keine Ausgangsbasis, auf der man sich ausruhen kann. Zwei, drei, vier Tore sind dieser Mannschaft auch auswärts immer zuzutrauen. Allerdings auch den Frankfurterinnen, erst recht auf dem wahrscheinlich sehr guten Rasen der Commerzbank-Arena.

    Also für mich sind die Chancen immer noch bei 50:50.

    Die Abwehr ist sicherlich der schwächste Teil der Frankfurter Mannschaft. Allerdings liegt das nicht am Alter der Spielerinnen, wie gerne kolportiert wird, s.o. von Bianca. Das ist ein Gerücht, was immer mal wieder nachgeplappert wird von Leuten, die die Mühe scheuen, einen Blick in die Kaderdaten zu werfen und sich die Geburtsdaten mal anzusehen:

    Aktuelle Abwehrspielerinnen (Viererkette in Umea):

    Rechts Katrin Kliehm, am Spieltag 27 Jahre alt geworden.
    Innen Gina Lewandowski, 23 Jahre alt
    Innen Tina Wunderlich, 30 Jahre alt
    Links Saskia Bartusiak, 25 Jahre alt

    Später für Kliehm eingewechselt Sarah Günther, 25 Jahre alt.

    Im wesentlichen haben diese fünf Spielerinnen in der ganzen Saison die Abwehr gebildet. Sicherste war dabei meist die älteste, Tina Wunderlich, mit 30 auch noch im besten Fußballalter.

    Also wie Bianca da behaupten kann, „fast alle Abwehrspielerinnen haben ihren (Alters)Zenit überschritten oder hören auf“, erschließt sich mir nicht. Entbehrt einfach jeder Substanz.

    Wenn ich schreibe, dass die Abwehr der schwächste Mannschaftsteil des FFC ist, dann meine ich das natürlich nur relativ. Einfach weil Mittelfeld und Sturm so dermaßen gut besetzt sind, dass einfach ein Mannschaftsteil etwas abfallen muss, und sicher hat es in dieser Saison Spiele gegeben, in denen die Abwehr unsicher wirkte. Allerdings auch viele, in denen sie kaum eine gegnerische Chance zuließ.

    Damit will ich nicht beschreien, dass es im Rückspiel gegen Umea einfach wird, s.o., ich sehe die Chance bei 50:50 und traue Umea locker drei Tore zu. Doch ich wollte die Gelegenheit nutzen, auf die Fakten hinzuweisen, und die Geburtsdaten der Spielerinnen sind Fakten, da kann auch Bianca nicht dran rütteln.

    (0)
  • Bianca sagt:

    Ehrlich gesagt, Kliehm, Lewandowski und auch Bartusiak hauen mich von ihrer leistung her nicht vom Hocker. Und wenn eine von Ihnen ausfällt richten eine Künzer und Hansen auch nicht mehr viel aus. Von den jüngeren sticht mir einzig eine Meike Weber im Mittelfeld besonders ins Auge

    (0)
  • Tom Schlimme sagt:

    Ob die Frankfurter Abwehrspielerinnen dich vom Hocker hauen, Bianca, ist mir völlig egal. Mir ging es nur darum, deine Aussage:

    “fast alle Abwehrspielerinnen haben ihren (Alters)Zenit überschritten oder hören auf”

    richtigzustellen. Die genannten Spielerinnen sind weder besonders alt, noch hören sie auf.

    Louise Hansen hat in den letzten Jahren immer im Mittelfeld gespielt, auf der 6er Position. Sie im Zusammenhang mit der Abwehr zu bringen, ist schon wieder nicht richtig. Aber wenn du schon die 6er Position ins Spiel bringst:

    Da spielen ja jetzt Meike Weber, eine ganz junge, die du ja selber positiv hervorhebst, und Alexandra Krieger, die ist auch erst 24.

    Also auch da kann man nicht davon sprechen, die Spielerinnen hätten ihren „Alterszenit“ überschritten. Ich weiß nicht, wer dir das erzählt hat, aber selber nachrechnen kann ja nie schaden…

    (0)
  • oliist sagt:

    Aber zumindest sahen beide Abwehrreihen immer mal wieder sehr alt aus. 😉

    (0)
  • Tom Schlimme sagt:

    Sicher, oliist, alt aussehen tun wir alle immer mal wieder, egal wie alt wir wirklich sind!

    Aber trotzdem sollte man schon bei den Fakten bleiben und die Geburtsdaten der Spielerinnen nicht völlig ignorieren.

    Übrigens sind mir Mannschaften, die ihren Schwerpunkt im Angriff haben, immer schon sympathischer gewesen, als solche, die vor allem auf eine starke Abwehr bauen. Es macht die Spiele einfach interessanter, wenn munter nach vorne gespielt wird.

    Gerade im Vergleich mit dem Finale letztes Jahr, als Umea und Arsenal in zwei Spielen gerade mal ein Tor zustande brachten, das dann dieses Finale entschied, ist es mir dann doch tausendmal lieber, dass der FFC eher auf einen guten Angriff setzt als auf eine Betonabwehr, und bei Umea scheint man ja dieses Jahr eine ähnliche Einstellung zu haben.

    (0)
  • schmidt sagt:

    @ Tom Schlimme
    Du bist ja wirklich ein auffälliger, vehementer wortreicher Verfechter und Verteidiger des 1. FFC Frankfurt. Toleranz, Souveränität und Akzeptanz gegenüber anders lautenden Meinungen, wie die von Bianca etc. geäußert werden, stehen jedem Beitragschreiber im respektvollem Miteinander gut zu Gesicht, im Gegensatz von verbaler Gleichgültigkeit. Viele wissen, dass speziell der frankfurter Abwehrriegel viel durch gutes Stellungsspiel, Kopfballspiel, Doppeldeckung gegenüber der ballführenden gegnerischen Spielerin, etc. mittels Unterstützung von anderen Mannschaftsteilen meist kompensieren konnten, was an Schnelligkeit fehlte. Die Schwachstellen, auch die des frankfurter Abwehrriegels treten immer dann zutage, wenn der Gegner ihn stark fordert, gefahrvolle Akzente setzt und zu Toren kommt.
    Gegen die geäußerte Ansicht, die Frankfurterinnen habe ihren Alterszinit überschritten, ist doch im Buli-Vergleich vertretbar und nachvollziehbar.
    Wenn weiterhin die sportliche Leistung stimmt, ist der Nachweis erbracht, dass auch bis Ende 20 oder um die 30 jede Spielerin mithalten kann und ein Gewinn bedeutet.
    Ich finde die Meinungsvielfalt wichtig und richtig. Weiter so.

    (0)
  • Tom Schlimme sagt:

    Tut mir leid, aber es ist anscheinend nicht jedem gegeben, zwischen Meinung und Fakten zu unterscheiden.

    Eine Behauptung, die Frankfurter Abwehr sei alt und die meisten Spielerinnen würden aufhören, ist falsch. Die fünf in dieser Saison zumeist eingesetzten Spielerinnen sind 23, 25, 25, 27 und 30 Jahre alt. Die Spielerinnen auf der Doppelsechs vor der Abwehr sind 21 und 24 Jahre alt. Außerdem stimmt es nicht, dass auch nur eine dieser sieben Spielerinnen aufhören will.

    Ich habe doch nichts gegen Meinungsvielfalt, aber wenn jemand morgen behauptet, die Erde sei eine Scheibe, dann ist das doch auch keine Meinung, sondern einfach nur eine falsche Darstellung der Tatsachen, und sorry, auch wenn du mich dann wie so oft der Intoleranz bezichtigen würdest, schmidt, aber ich würde dann daraufhin weisen, dass es sehr viele unwiderlegbare Belege dafür gibt, dass die Erde eine Kugel ist, und nötigenfalls diese Belege auch einzeln anführen.

    Meinungsvielfalt und Toleranz ja, aber Fakten bleiben Fakten!

    (0)
  • Max Diderot sagt:

    Mir sind die Auffassungen, dass die Abwehrreihen schwach waren, zu kurz gegriffen. Im Moment will mir nicht einfallen, wer den Spruch geprägt hat, dass die Verteidigung im Angriff beginnt. Und ich will auch nicht gegenüber den Frankfurter Stürmerinnen unfair sein, wenn ich anmerke, dass mir einige ihrer Aktionen kopf- und konzeptlos erschienen. Bezeichnend war eine Szene in der zweiten Halbzeit, als sich die Damen Pohlers und Garefrekes Raum und Ball nahmen.

    Vielleicht hat es ja damit zu tun, wenn Herr Dr. Tritschoks die Gegebenheiten und Entwicklungen in anderen Klubs rühmt, dass auch Meisterinnen immer und immer wieder Abläufe üben und wiederholen müssen.

    Die Bälle im Frankfurter Mittelfeld gingen (übrigens auch im Spiel gegen Potsdam) sehr schnell verloren. Ein Rochieren der Positionen meine ich selten gesehen zu haben. Anstatt mit ihren technischen Fähigkeiten, die ja bei Frankfurt zweifelsohne vorhanden sind, zu brillieren und den Ball möglichst lange in einer neutralen Zone zu halten, um dann einen steilen Pass zu spielen, wurde ein undotierter Wettbewerb konzipiert: wer rennt am schnellsten und meisten – Prinz, Pohlers oder Garefrekes?

    Apropos: Den Ball möglichst intensiv in den eigenen Reihen zu halten, kann auch bedeuten, um einer möglichen Chance willen das Spielgerät zurück zu passen. Aber natürlich ist das immer nur die zweitbeste Lösung. Jetzt will ich aber nicht weiter mäkeln, denn die Chancen der Frankfurterinnen auf den abermaligen Cup-Gewinn stehen ja nicht schlecht. Nur, die Abwehr sehe ich eigentlich gar nicht als Frankfurter Achilles-Ferse; vielmehr die Art und Weise wie Ballbehauptung und Raumdominanz von Mittelfeld und Angriff betrieben werden.

    (0)
  • schmidt sagt:

    Lieber Tom, wir beide haben so einige konkrete Altersangaben erwähnt, Bianco eigentlich noch nicht konkret. Auf welcher Höhe liegt denn denn für Dich und für andere der von Bianco eingebrachte „(Alters)Zenit“ einer Buli-Spielerin? Dann kann Behauptung, Information und Meinung für alle leichter unterschieden werden, wenn hier eine Übereinkunft gefunden wird.

    (0)
  • Tom Schlimme sagt:

    schmidt, willst du jetzt wirklich allen ernstes die These verteidigen, Spielerinnen im Alter von 23, 25, 25, 27 und 30 Jahren, dazu noch die Doppelsechser von 21 und 24 Jahren, seien über das beste Fußballalter hinüber?
    (Mit Karolin Thomas habe ich da übrigens noch eine weitere 23-jährige gar nicht genannt)

    Soll ich mir jetzt wirklich die Mühe machen, dir anhand zahlreicher Kader und Statistiken zu belegen, dass diese Aussage nicht haltbar wäre? Ich mache dir einen Vorschlag: sieh dir einfach selber mal die Kader führender Nationalmannschaften an, dann siehst du selber, wie es aussieht.

    Wenn du es drauf anlegst, erkläre ich dir sogar wirklich, woran man erkennt, dass die Erde eine Kugel ist. Aber ich meine doch, eigentlich sollte das nicht nötig sein.

    Dazu kam noch die Aussage von Bianca (nicht Bianco, wie du zweimal schreibst, mit Genauigkeit hast du es wohl nicht so), die Spielerinnen würden aufhören, was zu belegen ich dich dann auch bitte, bevor du mir wieder Intoleranz unterstellst.

    (0)
  • schmidt sagt:

    meine Frage ist doch hoffentlich klar, wo liegt denn definitiv für Euch der “(Alters)Zenit” einer Spielerin in der Frauenbundesliga?

    (0)
  • Tom Schlimme sagt:

    Umfragen sind ja dein Hobby, schmidt 🙂

    (0)
  • Conny68 sagt:

    Zunächst – ich fand das Spiel sehr gut und kurzweilig. Umea hatte mehr vom Spiel, aber sie mußten auch mehr tun, um ein gutes Ergebnis mit nach Frankfurt zu nehmen. Insgesamt war das Unentschieden sicherlich eher schmeichelhaft für die Frankfurterinnen, die das eine oder andere Mal doch mit Fortuna im Bunde standen. Das Spiel nach vorne ist natürlich zu verbessern, aber ich denke, die Frankfurterinnen waren mit dem 1:1 sehr zufrieden. Deswegen fehlte vielleicht auch die letzte Konsequenz bei den Angriffsbemühungen.
    Bezüglich der Diskussion über das Alter von BULI-Spielerinnen bin ich doch etwas irritiert. Ist man als Abwehrspielerin mit 30 Jahren schon alt? Oder überhaupt als BULI-Spielerin? Ich habe in dieser Saison die Frankfurterinnen nur live in München gesehen und ansonsten ein paar mal im Fernsehen. Dabei hat mir immer besonders Tina Wunderlich gefallen (30 Jahre – hervorragendes Stellungsspiel).
    Ich denke, dass jede Mannschaft von der richtigen Mischung aus Jugend u n d Erfahrung profitiert. Solange man körperlich fit ist und seine Leistung bringt, ist meiner Meinung nach das Alter völlig egal.

    (0)
  • schmidt sagt:

    Danke Conny68, Deine Ausführungen treffen zu und mit dem Inhalt stimme ich überein. Tom und ich haben uns wohl etwas vergaloppiert.
    Festlegungen sollte man nicht treffen, nur die Leistung zählt.

    (0)
  • Tom Schlimme sagt:

    Moment mal, schmidt… DU hast dich vergallopiert, nicht ich. Ich habe nie behauptet, dass man Spielerinnen, die 23, 25, 25, 27 und 30 Jahre alt sind, als über den Alterszenit hinaus bezeichnen kann, sondern ich habe im Gegenteil die Spielerinnen gegen diese Behauptung verteidigt.

    Mann, mann mann…

    (0)
  • Steffen sagt:

    Also im nachhinein kann man aus Frankfurter Sicht mit dem 1:1 gut leben, natürlich hätte man auch 2:1 gewinnen können, aber man hätte genauso gut auch 3:1 oder 4:1 untergehen können. Silke Rottenberg hat keinen Fehler gemacht, beim 1:0 konnte sie nichts machen, aber kann mir einer mal erklären, was mit ihren Abstößen los war? Lag das am Kunstrasen oder war sie leicht verletzt oder ist das Spielfeld in Umea größer? Zumindest im fortgeschrittenen Spiel hatte ich jedesmal Angst, als es wieder Abstoß gab. Die Bälle haben nicht mal knapp die Mittellinie verpasst und der Konter ließ nicht lange auf sich warten. Da hatten die Frankfurterinnen immer Glück gehabt, dass sie keinen gefangen haben. Vorallem die pfeilschnellen Stürmerinnen von Umea, z.B. Marta haben die Frankfurter Abwehrspielerinnen wirklich desöfteren „alt“ aussehen lassen, ich meine damit nicht, das sie vom Alter her zu alt sind, aber sie kamen einfach nicht hinterher, die Schwedinnen haben sie mit dem Ball teilweise überholt und dann waren sie meist schon am 16er, und da müssen wir froh sein, dass bei der Menge der Aktionen im 16er kein Foul bzw. Elfmeter für Umea herausgekommen ist bzw. der Abschlussschwäche der schwedischen Stürmerinnen danken, z.B. die Nummer 9, abgesehen von Marta.

    (0)
  • Steffen sagt:

    Oder ist das normal im Frauenfussball? Ich sehe nicht so viele Buli-Spiele, aber von der WM her kenne ich das anders.

    (0)
  • Steffen sagt:

    Mir ist es auch so, dass ich Tina Wunderlich schon Abstöße schlagen gesehen haben. Oder wäre das tödlich gewesen bei diesen schnellen Schwedinnen?

    (0)
  • Tom Schlimme sagt:

    Die Stürmerinnen von Umea haben schon so mancher Abwehr erhebliche Probleme bereitet, allen voran natürlich Marta, die nicht umsonst zum zweiten Mal zur Weltfußballerin gewählt worden ist.

    Auch zuhause sind die Abschläge von Silke Rottenberg oft nicht der Bringer.

    Die Chancenauswertung ist immer mal wieder ein großes Problem beim FFC Frankfurt. Auch im Mittelfeld gibt es immer mal erhebliche Probleme, und so könnte ich noch einige Schwachstellen aufzählen, die mir im Laufe einer Saison so auffallen, und die eigentlich alle auch in diesem Spiel erkennbar waren.

    Es ist nämlich keineswegs so, dass die Mannschaft des 1. FFC Frankfurt eine unbesiegbare Übermannschaft wäre! Wenn ein richtig starker Gegner kommt, wird es richtig eng, und da werden dann auch Schwächen deutlich, die gegen schwächere Gegner halt nicht so auffallen.

    Deswegen schreibe ich ja auch, die Chancen für das Rückspiel stehen 50:50.

    Das gleiche gilt allerdings auch andersrum: Umea ist auch nicht unbesiegbar! Angefangen von der schwachen Chancenauswertung über das einfallslose Spiel mit langen Bällen durch das Mittelfeld bis hin zur Abwehr die auch ihre schwachen Momente hatte, kann man geauso auch bei Umea aufzählen, wo es hakt.

    So ist das nämlich im Fußball, er wird nicht von Maschinen gespielt, sondern von Menschen, und die machen Fehler, der Ball rutscht ihnen über den Schlappen oder über den Kopf wie Tina Wunderlich beim Gegentor, sie treffen die falschen Entscheidungen, verkrampfen, verhaspeln sich…

    Und überall sitzen sie dann vor den Fernsehern oder im Stadion und geben hinterher ihre Meinung kund, was die Spielerinnen alles falsch gemacht haben, und die Trainer und Schiedsrichter sowieso. Das größte Problem scheint mir zu sein, dass die Unfehlbaren immer nur außerhalb des Platzes zu finden sind…

    Doch was wäre eigentlich, wenn wir wirklich 11 „unfehlbare“ Spielerinnen auf dem Platz hätten, von einem „unfehlbaren“ Trainer auch noch perfekt eingestellt… wäre das noch Fußball, würde das noch Spaß machen?

    Die Spielerinnen, und zwar aller Vereine, haben meine Sympathien nicht dafür, dass sie unfehlbar sind, sondern dafür, dass sie sich diesem System Fußball, mit allem, was es mit sich bringt, aussetzen, der Kritik, der Möglichkeit, in einer Minute zu triumphieren, um in der nächsten schon in den Abgrund des Versagens gestoßen zu werden. Gerade da, wo sie menschlich sind, sind mir die Spielerinnen sympathisch.

    Meiner Meinung nach haben wir ein Spiel gesehen, welches einem Endspiel zwischen den besten Vereinsmannschaften Europas würdig war. Alle Spielerinnen auf dem Platz haben mit großem Einsatz und mit ingesamt doch sehr guter Leistung dazu beigetragen. Das steht für mich erst mal im Vordergrund.

    Natürlich können wir auch alle unserem Hobby frönen, jede einzelne Szene noch mal auseinanderzunehmen, noch an der Taktik zu feilen, die Leistungen der Spielerinnen in Einzelheiten zu sezieren… wie gesagt, das gehört alles zum Fußball und ist legitim. Nur manchmal denke ich halt etwas quer und möchte die Dimensionen ins Bewußtsein rufen.

    Was wäre, wenn der FFC auch noch eine Kerstin Stegemann in der Form der WM 2003 auf der rechten Abwehrseite aufbieten könnte? Eine Steffi Jones der Form von 2005 in der Innenverteidigung? Wäre dann die Fußballwelt besser? Oder gäbe es immer noch etwas zu kritisieren? Oder wäre dann der Kritikpunkt, dass die Spiele viel zu einseitig ausgehen?

    Wie gesagt, ich will niemandem den Spaß am Analysieren nehmen. Die Kommentare von Max, oliist, Conny und Steffen finde ich auch sehr treffend, und über das von Bianca geschriebene braucht man wohl kein Wort mehr verlieren.

    Aber ich möchte einfach mal darauf hinweisen, wir haben ein gutes Spiel gesehen, und gegen diese beiden Mannschaften in der gestrigen Form hätten die allermeisten Mannschaften Europas klar verloren!

    (0)
  • schmidt sagt:

    Dein letzter Satz Tom ist nicht überzeugend. Er drückt leider eine gewisse Überheblichkeit in Deiner Einschätzung der gezeigten sportlichen Leistung beider Klubs gegenüber, wie Du meinst, „den allermeisten Mannschaften Europas“. Was sollen diese Wertigkeiten und Übertreibungen? Jedes Team in jedem Spiel entwickelt seine eigene Kraft im Spiel und stellt sich. Jede kann sie so entfalten, dass fast alles erreichbar ist.

    (0)
  • Tom Schlimme sagt:

    Mensch schmidt… du hast mich ja wirklich gefressen.

    Aber wenn du an meinem relativ langen Statement nichts weiter auszusetzen hast, als meine Einschätzung zu kritisieren, dass gegen Umea oder Frankfurt – wenn diese in der Form spielen wie am Samstag – nur wenige Mannschaften in Europa etwas ausrichten könnten, dann sollte ich das wohl einfach als Kompliment nehmen und mich gemütlich zurücklehnen…

    (0)
  • Katha sagt:

    Die Schwedinnen haben sehr gut gespielt. Sie waren den Frankfurterinnen technisch deutlich überlegen. Von der Schnelligkeit brauch ich garnicht anzufangen… Seit langem das beste Frauenfußballspiel. Bei den Frankfurterinnen gefiel mir Meike Weber am besten. Bei Umea gefiel Marta, Bachmann und Edlund.

    (0)