Trainer sind nur die ersten Opfer der Professionalisierung

Von am 14. Mai 2008 – 14.22 Uhr 19 Kommentare

Szene aus dem Spiel 1. FFC Frankfurt gegen 1. FFC Turbine PotsdamEs ist kein Zufall, dass der Trainerjob in der Frauenfußball-Bundesliga in dieser Saison zum Schleudersitz geworden ist. Die zunehmende Professionalisierung der Strukturen im deutschen Frauenfußball mit Blickrichtung WM 2011 im eigenen Land und darüber hinaus geht in den Vereinen nicht geräuschlos über die Bühne.

Zumindest 8 der 12 in die Saison 2007/2008 gestarteten Bundesligatrainer werden in der kommenden Spielzeit nicht mehr an der Seitenlinie stehen. Der frühere Dornröschenschlaf einiger Vereine ist nun einem oft übertriebenen Aktionismus gewichen.

Doch nicht nur Trainer, sondern auch Spielerinnen werden die Folgen der sich verändernden Frauenfußball-Landschaft in Zukunft zu spüren bekommen.

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Von den sechs führenden Bundesligateams in der Tabelle wird in der kommenden Saison nur noch beim 1. FFC Turbine Potsdam derselbe Trainer an der Seitenlinie stehen. Dr. Hans-Jürgen Tritschoks, Thomas Obliers, Sissy Raith, Dietmar Schacht und Bernd Huneke gaben aus ganz unterschiedlichen Gründen ihre Trainertätigkeit auf, einzig Bernd Schröder hat das große Stühlerücken schadlos überstanden.

Bayern-Trainerin Sissy Raith wechselt nach der Saison zum Bayerischen Fußball-Verband (BFV)Berufliche Sicherheit
Der beäugt das Geschehen mit Argwohn: „Wenn ich teilweise höre, die Vereine mussten die Reißleine ziehen, dann frage ich mich schon. Wenn wir glaubwürdig bleiben wollen, dürfen wir nicht das Gelaber des Männerfußballs mitmachen“, so Schröder.

Dass in Tritschoks, Raith und Obliers gleich drei Trainer die berufliche Sicherheit dem zunehmend unberechenbarer werdenden Trainer-Amt vorziehen, verwundert nicht, spricht aber auch nicht für großes Vertrauen in die rasche Fortentwicklung des Frauenfußballs.

„Man kann den Trainer-Job in der Frauen-Bundesliga nicht mehr in Feierabendarbeit machen“, sagte unlängst Ferdi Seidelt, Vorstand beim FCR 2001 Duisburg. Das sieht man auch beim 1. FFC Frankfurt so, wo man einen Vollzeit-Trainer beschäftigen will. Ein unabdingbarer Schritt, denn bei den Spielerinnen, die selbst immer größeren zeitlichen Aufwand erbringen müssen, um auf Topniveau mitzuhalten, schwindet die Akzeptanz für Trainer, die sich nur in Teilzeit in den Dienst der Mannschaft stellen.

Verändertes Anforderungsprofil
Im Frauenfußball verändert sich das Aufgabenprofil eines Trainers zunehmend. Nicht nur sportliche Führung, taktische Ausrichtung und Fähigkeiten als Psychologe sind gefragt,  Repräsentativität gegenüber und der Umgang mit den Medien werden zunehmend wichtiger. Und so ist denn wohl auch zu erwarten, dass man beim 1. FFC Frankfurt zukünftig auf einen Trainer setzen wird, der auch neben dem Platz eine gute Figur abgibt. Und zudem auf mittlere bis lange Sicht die Planungssicherheit bietet, die auch Sponsoren gerne sehen.

Doch nicht nur bei den Spitzenclubs hat ein Umdenken eingesetzt. So haben auch Vereine wie der SC Freiburg, Wattenscheid 09 oder TSV Crailsheim ihre Trainer vor die Tür gesetzt. Nicht immer gaben die Vereine bei ihrem Vorgehen dabei eine gute Figur ab, mehr hektische Betriebsamkeit als eine langfristige Konzeption schienen die Antriebsfeder für das Handeln zu sein. Neue sportliche Impulse hat einzig die Trainerwechsel in Freiburg freigesetzt.

Dr. Hans-Jürgen Tritschoks beendet seine TrainertätigkeitDen Zug nicht verpassen
Die internationale Entwicklung zeigt, wohin der Weg in den kommenden Jahren gehen wird. Die Topteams in Schweden, England, Frankreich, Norwegen, Dänemark, Russland oder Italien arbeiten unter hoch professionellen Bedingungen und sind zunehmend ein Sammelbecken für Nationalspielerinnen geworden. In Deutschland gilt es, im internationalen Maßstab noch einiges an Arbeit zu verrichten, will man auf Augenhöhe bleiben. „Man muss zusehen, dass man diesen Weg mitgeht und den Zug nicht verpasst“, sagt Tritschoks.

Auch der koordinierte internationale Frauenfußball-Kalender, der bisher seinen Namen nicht verdient, wird in den kommenden Jahren vereinheitlicht und optimiert werden, was weitreichende Folgen haben dürfte. Denn dann werden die Vereine verstärkt auch auf ausländische Spielerinnen setzen, wenn sich die Abstellungsproblematik für Länderspiele entschärft. Die jungen deutschen Nachwuchsspielerinnen, die heute in den Vereinen noch reichlich Spielpraxis sammeln können, werden perspektivisch weniger Einsatzzeiten erhalten.

Trainingspensum muss wachsen
Drei- bis viermal in der Woche zu trainieren wird zukünftig nicht ausreichen, um an der Spitze mitzuhalten. „Da wird man vielleicht noch U19-Europameister, mehr aber nicht“, so Tritschoks. „Wenn man sieht, dass Teams sieben oder acht U19- bzw. U20-Nationalspielerinnen in ihren Reihen haben und trotzdem weit hinter der nationalen Spitze sind, kann etwas am System nicht stimmen“, kritisiert der scheidende Frankfurter Trainer.

Die Bundesligateams werden ihre Kader in Zukunft also qualitativ in der Breite weiter aufrüsten müssen. Durch die Unterschiede in der Finanzkraft dürfte die sportliche Kluft zwischen oben und unten innerhalb der Liga dann wieder zunehmen.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

19 Kommentare »

  • Max Diderot sagt:

    Ob die Demissionen von Trainern tatsächlich als Opfer zu qualifizieren sind, vermag ich schlussendlich nicht zu bewerten. Ich betrachte sie eher als einen normalen Prozess, dem die meisten von uns im aktuellen beruflichen Auf und Ab unterliegen. Es ist bedauerlich, dass es nur in seltensten Fällen zu Karrieren wie jene von Guy Roux, der beinahe 44 Jahre Trainer des AJ Auxerre war, aber es ist so. Außerdem eröffnen sich heute viele andere Möglichkeiten, im oder außerhalb des Fußballsports, so dass Alternativen (i.e. Schulen) vorhanden sind.

    Wenn ich mich richtig entsinne, ist der Begriff Trainer relativ neu im deutschen Wortschatz. Dem Ansinnen gemäß wurde vor nicht allzu langer Zeit, und in der offiziellen Diktion des DFB immer noch, vom Fußballlehrer gesprochen. Damit sollte vermutlich die pädagogische Fähigkeit der graduierten Person hervorgehoben werden. Nun wissen wir, spätestens nach den diversen PISA-Studien, dass die Berufsgruppe der Lehrer auch an ihre Grenzen stößt, wenn es um die mühsame Vermittlung diverser Inhalte geht. In einer ähnlichen Situation dürfte sich der geadelte deutsche Fußballlehrer befinden. In den sechziger und siebziger, bis hin in die frühen achtziger Jahre war er ein Qualitätsbegriff in der mondänen Welt des Fußballs, heute fällt mir auf Anhieb kein Name mehr ein (Ausnahme Bernd Schuster, den ich aber eher für einen fußballerisch sozialisierten Spanier halte), der erfolgreich im Ausland tätig ist. Von deutschen Fußballtrainern gehen so gut wie keine Impulse mehr aus, die das Spiel verbessern, ihm eine neue Entwicklung geben. Die Quintessenz für mich: Der deutschen Trainerausbildung scheint es an Perspektivischem zu mangeln. Einer, der ab und an einmal über den eigenen Horizont hinausblickt ist Ralf Rangnick, und ich würde es ihm sehr wünschen, dass ihm die überfällige Anerkennnung demnächst zuteil wird. Aber er ist eine singuläre Erscheinung.

    Was hat diese Vorrede mit dem Frauenfußball zu tun? Ich denke, dass die Vorgehensweise dort noch sehr geprägt ist von den Ritualen der Männer. Wissenschaftliche Erhebungen in den vergangenen Jahren haben einen Bewusstseinswandel bestätigt, der jungen Mädchen eine größere Zielorientierung und ein besseres Lernverständnis zuschreibt als der vergleichbaren Altersklasse ihrer männlichen Mitschüler und Studenten. Kurz gesagt: Hält dieser Trend an, wird die zukünftige Bildungs- und eventuell auch Einkommenselite überwiegend weiblicher Natur sein. Die Art und Weise des Lernens hat sich damit verändert und wird sich weiter verbessern.

    Auch die Ausbildung von Fußball spielenden Frauen, scheint mir noch sehr stark auf die der männlichen Vorbilder fokussiert. Ich möchte dafür zwei Beispiele nennen. Im Pokalfinale Saarbrücken vs Frankfurt war sehr stark zu erkennen, dass die Damen von der Saar entgegen ihren technischen Möglichkeiten einen ziemlich sinisteren Kick-and-Rush-Stil praktizierten mussten, der darauf ausgelegt war den guten alten Catenaccio pflegen. Zwei Systeme, die aus der fußballerischen Mottenkiste stammen und eher Verzweiflung denn Stil ausdrücken.
    Zweites Beispiel: Frankfurt vs Potsdam. Der Trainer der Brandenburgerinnen behauptete nach dem Spiel, er hätte die Frankfurterinnen nicht so stark erwartet. Ausdruck eigener Überheblichkeit? Wohl eher taktische Verzagtheit. Zumal er ja selbst erkannt hatte, dass dem Spiel der Potsdamerinnen die Ruhe im Mittelfeld fehlte und schnell der Druck auf die Abwehr entstehen konnte. Warum, so frage ich mich, ist er denn nicht einmal von seinem Olymp herab gestiegen, um taktische Variationen zu probieren?

    Mir fehlen die profunden Kenntnisse, um überzeugend sagen zu können, die Trainerausbildung in Deutschland muss besser werden. Und wenn ich es trotzdem und mit Verve tue, dann meine ich speziell jene Formation, die den Jugend- und Juniorenbereich betrifft. Auch aus eigener Erkenntnis, weiß ich, dass der Nachwuchsbereich in vielen Vereinen vernachlässigt wird, während bei den Senioren für mediokere Spieler relativ hohe Aufwandsentschädigungen gezahlt werden. Und gerade bei den Kindern und Jugendlichen ist der Begriff Sportlehrer der Bezeichnung Trainer vorzuziehen. Dass der DFB, und hier vor allem Oliver Bierhoff und Matthias Sammer, in den Nachwehen der Klinsmann-Revolution dies erkennen und praktizieren ist wohltuend.

    Manche Trainer verstehen sich heute immer noch als unumstrittene Autorität. Eigentlich ein Anachronismus. Trainer sind leitende Angestellte, die im Team arbeiten können müssen und sich neben entsprechender Sozialkompetenz auch dadurch auszeichnen, nicht nur die eigenen Ideen zu präferieren. Trainer sind auch so etwas wie die Controller der eigenen sportlichen Zielsetzung.
    Mein Eindruck ist der, dass der überwiegende Teil der Vereine des hiesigen Frauenfußballs noch weit entfernt ist von modernen Strukturen. Dabei ist die sportliche Leitung aber nur eine Position. Organisation und wirtschaftliche Zukunftsfähigkeit sind Basis für eine Entwicklung, die den Verzicht auf den Einzelnen nicht als Opfer denn als Möglichkeit begreifen muss.

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  • Markus Juchem sagt:

    Vielen Dank für Deinen Kommentar, Max. Die Titulierung der abtretenden Trainer als Opfer wollte ich gar nicht als Wertung verstanden haben wissen, ob sie positiv oder negativ zu deuten ist. Es sollte mehr Ausdruck dessen sein, dass in den Vereinen offenbar, seitdem Deutschland den Zuschlag für die WM 2011 erhalten hat, ein purer Aktionismus ausgebrochen zu sein scheint.

    Nach wie vor fehlt es – zumindest soweit ich das persönlich überblicken kann – an den mittel- bis langfristigen Konzepten in ganz verschieden Bereichen. Dazu gehört sicherlich auch der Bereich der Trainer.

    Aber wie Du schon schreibst, gehören noch viele andere Bereiche dazu. Und es wird auch in diesen Bereichen noch zahlreiche personelle Umwälzungen geben, da bin ich mir sicher.

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  • ViolA sagt:

    ich sehe das ähnlich mit dem ausgebrochenen aktionismus. ob sich dessen grund in der wm vergabe wiederfindet vermag ich nicht zu sagen. allerdings muss ich sagen, dass ich diesem hin und her nicht viel abgewinnen kann. natürlich kann es durchaus vorteile bringen den trainer zu wechseln, dass sei unbestritten. diese handhabe aber, dass immer wenn es einem verein etwas schlechter geht und mal 1-2 spiele in folge verloren werden (bei den spitzenteams) und ein paar mehr bei den weniger guten teams, dass da immer gleich der notstand ausgerufen wird und sofort alles auf den trainer geschoben wird finde ich ehrlich gesagt nicht richtig. natürlich hat auch diese kritik einen grund, allerdings sehe ich die niederlagen zum einen als normal an (irgendwer muss eben absteigen und es können nicht immer remis gespielt werden), zum anderen sehe ich die ursache dafür nicht allein beim trainer. es ist meiner meinung nach ein unding sich immer sofort den „buhmann“ zu suchen und die ganze schuld auf ihm abzuladen nach dem motto: die mannschaft wollte ja, nur konnte nicht wegen dem trainer. das ist kompletter humbug. vielmehr sehe ich die spielerinnen ebenfalls in der verantwortung und sie haben ebenso einen vertrag wie die trainer. wer nicht will, der gehört nicht ins team – unabhängig davon wer es nun ist. ich plädiere daher allgemein für mehr gespräche und die gemeinsame lösungssuche im gespräch denn des schnellen personenwechsels irgendwelcher positionen. betrifft nicht nur den sport sondern genauso die politik. da fallen immer solche sätze wie „der ist nicht mehr tragbar“. nur wieso ist das so? weil sie presse drauf rumreitet und die gesellschaft dem folgt wie eine herde schafe. mir ist durchaus klar, dass das ganze mit ansehen zu tun hat nur denke ich, dass oft der falsche weg gewählt wird und so personen regelrecht verhöckert werden und ich sehe das durchaus sehr kritisch.

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  • Max Diderot sagt:

    Da stimme ich Dir vollkommen zu, Markus, wenn Du auf die fehlende mittel- bis langfristige Planung hinweist. Aber dieses Problem, die fehlende Bereitschaft, warum auch immer, eine Planung festzuschreiben und sie periodisch den Gegebenheiten anzupassen, war ja auch lange das kardinale Problem der Männerligen.

    Erst die Installation der DFL hat hier Abhilfe geschaffen. Und diese Selbstregulation ist auch für die Damenligen notwendig, damit die Interessen gemeinsam vertreten werden können.

    Es ist doch nachgerade lächerlich, dass der neue, gestern verabschiedete TV-Vertrag eine Kumulation der Fernsehgelder des DFB-Pokals auf voraussichtlich 50 Millionen Euro anpeilt, und der Großteil davon (80%) den Profiklubs der Männer zufließen soll. Gäbe es eine homogene Auffassung der Vereine der Frauenfußball-Bundesliga und würde dies entsprechend verlautbart, könnten mehr als nur die beabsichtigten Brosamen generiert werden.

    Der Mädchen- und Frauenbereich ist die augenblicklich erfolgreichste Sektion im DFB. Ihr stünde es ob dieses Umstandes zu, inhaltlich und finanziell gravierende Verbesserungen zu fordern.

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  • Detlef sagt:

    Ich glaube, hier ist ein ganz klarer Fall von Aktionismus im Spiel!!!
    FF ist relativ jung, wenn man ihn mit dem MF vergleicht!!! All die Probleme, die sich jetzt beim FF zeigen, gab, bzw gibt es ja auch noch beim MF!!! In den oberen Ligen der Männer, wird durch Geld sehr viel übertüncht!!! Der gute alte Spruch;“Geld schießt keine Tore“, stimmt eben doch nicht!!! Das gilt für den FF genauso wie für den MF!!!
    Allerdings ist Tritschoks Analyse der Potsdamer Eliteschule, absolut nicht zutreffend!!! Nur weil sein Team, in einem Spiel mit 4:0 gewonnen hat, kann man doch nicht behaupten, dass die TURBINEN deswegen „weit hinter der nationalen Spitze sind“!!! Die Tatsache, dass sie gegen den Tabellenzweiten, und immer noch gut im Meisterschaftsrennen liegenden FCR Duisburg schon zweimal gewinnen konnten, und auch in den letzten drei Begegnungen mit dem FFC Frankfurt immerhin zwei Punkte holen konnten, und nur einmal knapp mit 0:1 verloren haben, zeigt doch klar, dass hier die Richtung klar erkennbar ist!!! Tritschoks hämische Einschätzung; da „kann etwas am System nicht stimmen“, zeugt nicht gerade von großem Sportsgeist!!! Wenn man dabei bedenkt, dass Bernd Schröder eine komplette Mannschaft „verloren“ hat, und mit vorwiegend jungen Talenten wieder ein neues Team aufgebaut hat, so kann man eigentlich nur darüber staunen, dass sie trotzdem mit Rang DREI, nicht aus dem Oberhaus des deutschen FF verschwunden sind!!! Ich bin sicher einer seiner größten Kritiker, aber andererseits zeigt Schröders Beispiel, wie man mit Akribie und Enthusiasmus, langfristig gesehen den gewünschten Erfolg haben wird!!!

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  • Max Diderot sagt:

    Detlef, setz doch für einen kurzen Moment einmal die Vereinsbrille ab und versuch Dir zu vergegenwärtigen, dass der Übergang vom Junioren- in den Seniorenbereich die wahrscheinlich wichtigste Schnittstelle ist. Es ist doch augenscheinlich, dass vielen jungen Akteuren noch jene Raffinesse und Cleverness fehlt, die erfahrene Mitstreiter ihnen voraus haben. Und es ist eine mentale Angelegenheit, permanente Prozesse des Wiederholens und Verbesserns, die elementare Fähigkeiten fortentwickeln.

    Ich würde Tritschoks Aussage auch nicht als Häme interpretieren. Sie ist realistisch und weist darauf hin, dass sich sowohl Spielerinnen als auch Trainer keinen Stillstand erlauben dürfen. Bestenfalls professionell sein, im Sinne von, mit Hingabe etwas tun wollen.

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  • Markus Juchem sagt:

    Detlef, ich hatte auch nicht das Gefühl, dass die Bemerkung hämisch gemeint war. Du erwähnst einzelne gute Ergebnisse von Turbine, die sind ja auch aller Ehren wert, dennoch liegen zwischen dem 1. und dem 3. Tabellenplatz 13 Punkte. Das ist eine ganze Menge. Und darauf bezog sich auch die Tritschoks-Kritik.

    Als Siegfried Dietrich zum Abschluss der Pressekonferenz am Montag Bernd Schröder und seinem Team alles Gute für dei Zukunft wünschte, und sagte, dass man davon ausgehe, dass Turbine mit seinem jungen Team bald wieder auf der große Bühne zurück sein werde, hat Schröder abgewunken. Aber ich schreibe das mal auf der Enttäuschung des Augenblicks zu.

    @Max: Leider hat man ja bisher keine echten Details des neuen TV-Vertrags erfahren. Aber auf den ersten Blick sieht es leider nicht so aus, wie wenn der Frauenfußball profitiert hätte.

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  • Detlef sagt:

    @Max,
    auch ohne TURBINE-Vereinsbrille, finde ich Tritschoks Äußerungen nach wie vor als anmaßend und überheblich!!! Ich war nach dem Spiel noch lange im Stadion, und habe auch persönlich mit ihm gesprochen!!! Ich stimme ihm durchaus zu, wenn er kritisch hinterfragt, ob “ ewige Waldläufe, und Laufen allgemein“ für Fußballspielerinnen auf Dauer sinnvoll sind, wenn sie nicht mit dem Ball stattfinden!!! Natürlich sind alle TURBINEN konditionell TOPFIT, aber es fehlt noch bei vielen an der Ballbehandlung!!! Schröder hat ja in der Winterpause groß angekündigt, in Zukunft verstärkt auf die Technik wert legen zu wollen!!! Davon ist im Moment noch nicht all zu viel zu merken, denn vor allem unter Druck, vergessen die Mädels wieder alles, was sie im Training gelernt haben!!! Aber das ist halt so, wenn man mit so jungen Spielerinnen arbeitet!!! Da heißt es eben ÜBEN, ÜBEN, und nochmals ÜBEN!!!
    Aber da kann man doch nicht gleich vom Fehler im System sprechen, wenn dies mal in einem Spiel absolut nicht klappen will!!!
    Natürlich sind ältere Spielerinnen abgeklärter und zT cleverer als die Fußballeleven!!! Das kann auch gar nicht anders sein!!! Eine erfahrene Spielerin, lässt sich auch nicht so leicht von Schiedsrichter-Fehlentscheidungen ablenken!!! Jüngere Kickerinnen verunsichert das sicherlich, wenn Referees für das selbe Delikt, unterschiedliche (zT gegensätzliche) Entscheidungen treffen!!!
    Deine Auslegung von Tritschoks Seitenhieben, ist für mich nicht nachvollziehbar!!! Er fragte mich dann noch, wie viele Absolventinnen von „Schröders Eliteschule“ es denn nach oben geschafft hätten??? Er meinte dazu, dass es keine 10 Spielerinnen wären!!! So viel zum Thema realistisch und professionell!!!

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  • nadine sagt:

    Detlef berichtete:
    >> … Ich war nach dem Spiel noch lange im Stadion, und habe auch persönlich mit ihm gesprochen!!! Ich stimme ihm durchaus zu, wenn er kritisch hinterfragt, ob ” ewige Waldläufe, und Laufen allgemein” für Fußballspielerinnen auf Dauer sinnvoll sind, wenn sie nicht mit dem Ball stattfinden!!! Natürlich sind alle TURBINEN konditionell TOPFIT, aber es fehlt noch bei vielen an der Ballbehandlung!!! … >>

    SO schlecht kann nun auch nicht alles in Potsdam gewesen sein. Immerhin äußerte sich Hr. Tritschoks vor einigen Wochen in einem Interview insofern, als dass (die ehemaligen Potsamerinnen) Petra Wimbersky und Conny Pohlers in seiner Mannschaft die technisch versiertesten Spielerinnen wären.

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  • Detlef sagt:

    @Markus,
    natürlich war Schröder mächtig angefressen, und fasste die „guten Wünsche“ von Dietrich möglicherweise als „nochmal Nachtreten“ auf!!! Aber das ist halt so, wenn sich zwei Erzrivalen treffen, und der eine muss seine klare Niederlage auch noch analysieren!!!
    Ich glaube nicht, dass sich Tritschoks „Kritik“ nur auf die 13 Punkte bezog, die ja in Wirklichkeit etwas geschönt sind, da Frankfurt ja ein Spiel mehr bestritten hat!!! TURBINE hat zu viele Punkte im Tabellenkeller verloren!!! Gegen Crailsheims „Zweite“ hat man geradezu überheblich gespielt, und am Ende die Quittung bekommen!!! Gegen Hamburg und Freiburg konnten wir unsere vielen Chancen nicht verwerten, wieder 4 Punkte futsch!!! Gegen München und gegen Bad Neuenahr kann man verlieren (auch Frankfurt), denn beide spielen in etwa auf dem gleichen Level wie Potsdam!!! Und deshalb habe ich mir auch große Chancen ausgerechnet, auch Frankfurt schlagen zu können!!! Aber leider ging es schief!!! Aber die 7 Punkte im Tabellenkeller, machen für mich im Moment den Unterschied aus, zwischen Rang Eins/Zwei, und dem Rang DREI!!!

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  • Markus Juchem sagt:

    Ich hatte die Kritik so aufgefasst, dass Tritschoks meint, bei allem Talent im Juniorinnenbereich müssen die Spielerinnen und auch die Vereine begreifen, dass noch nichts erreicht ist und die Arbeit dann erst richtig los geht. Wie Max schon schrieb, der Übergang vom Juniorinnen- zum Seniorinnenbereich ist ein größerer, als viele das denken.

    Frankfurt hat sich in den vergangenen Jahren einen finanziellen Vorsprung erarbeitet, von dem sie heute natürlich gegenüber der Konkurrenz profitieren. Es gilt für die anderen Verein, diese Differenz zu verkleinern, auch wenn dies kein leichtes Unterfangen wird.

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  • Detlef sagt:

    @Markus,
    das stellt doch niemand in Abrede!!! Natürlich ist eine gute Juniorin, noch nicht automatisch eine gute A-Spielerin!!! Aber was tun, wenn Du fast nur Junioren in Deiner Mannschaft hast??? Ich kann doch in einer sechsten Klasse nicht bemängeln, dass sie trotz 6-8 Stunden Unterricht pro Tag, nicht genauso gut sind, wie eine achte Klasse, mit dem selben Lernpensum!!! Und von einem AZUBI kann ich (noch) nicht die gleiche Fertigkeit erwarten, wie von einem Gesellen!!!
    Also was wollte Tritschoks damit zum Ausdruck bringen???
    TURBINE hatte schon immer den Anspruch, oben mitzumischen!!! Und momentan hat man eben noch (wieder) eine AZUBIMANNSCHAFT!!!
    Auch die MEISTERELF von 2004 und 2006, hat mal so begonnen!!! Und aus AZUBIS werden GESELLEN, nicht alle, aber sicher viele!!!
    TURBINE hat vor allem wirtschaftliche Nachteile gegenüber Frankfurt!!! Dies muss man STEP by STEP aufholen, damit man seine ausgebildeten GESELLEN dann später auch beHALTEN kann!!!

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  • Max Diderot sagt:

    … und wenn die Gesellinnen selbstbewusster ihre Interessen vertreten, vielleicht auch inhaltlich Kritik üben, dann beißen sie auf Granit?

    Es liegt mir fern, Dich provozieren zu wollen, Detlef, aber einige der Potsdamer Wechsel waren doch nicht ausschließlich auf die besseren wirtschaftlichen Bedingungen in anderen Regionen zurückzuführen.

    Und damit erreichen wir doch wieder den Kern der eigentlichen Fragestellung. Alles ist im Wandel, und warum soll dies nicht auch für Potsdam gelten. Aus der Ferne erscheint mir Bernd Schröder wie ein Souverän; ob und inwieweit er auch gegensätzliche Auffassungen toleriert oder gar akzeptiert, vermag ich nicht zu beurteilen, aber mir dünkt es so, als könnte die ein oder andere (moderate) Kritik auch zu einem Erfolg beitragen.

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  • Detlef sagt:

    @Max,
    wie ich schon weiter oben schrieb, bin ich auch „Schröders größter Kritiker“, zumindest in Potsdamer-Fankreisen!!! Ich kann beileibe nicht alles gut heißen, was er sagt oder tut!!! Das kann man sicher aus vielen Beiträgen herauslesen!!! Es gab nicht wenige Wechsel, die ausschließlich, bzw größtenteils wegen Bernd Schröders Führungsstils stattgefunden hatten!!! Ganz genau weiß ich es von CONNY, BRITTA und OMMEL!!! Über Umwege habe ich es auch von KARO und ULLI erfahren!!! Das ist alter DDR-Führungsstil, den man auch von Ede Geyer in Cottbus kannte!!! Das kriegt man auch nicht mehr raus, das steckt zu tief drin in ihm!!! Wer nach Potsdam geht, muss damit leben, oder wieder gehen!!! Ein GERÜCHT besagte auch, dass VIOLA niemals zu TURBINE zurückkehren würde, solange Schröder noch Trainer dort ist!!! Es war ein GERÜCHT, denn nun kommt sie doch wieder zurück!!!
    Man könnte also meinen, dass dies mit der Ära Schröder vorbei sein wird!!!
    Aber dem ist wohl nicht so, denn der jetzige Co-Trainer, Dirk Heinrichs, ist mittlerweile fast noch schlimmer als Schröder!!! Eine äußerst wichtige Aufgabe, kommt dabei unserer AFRO zu, die den Job der „Mutter der Kompanie“, von BRITTA übernommen hat, und nun als „Stammesälteste“ , Schröder und Heinrichs auch hin und wieder einmal KONTRA gibt!!! Sie hat das richtige Händchen dafür, und einen entwaffnenden Charme!!!

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  • ViolA sagt:

    soweit ich weiß ist auch piwi aus solchen gründen gegangen.
    ich honoriere schröders arbeit, denn er leistet wirklich großartige arbeit, aber ich denke auch, dass ihn und den verein noch weit mehr spielerinnen in der zukunft verlassen werden einfach aus dem grund, dass die spielerinnen dort reifen und sich irgendwann sagen: dass lasse ich mir nicht gefallen! im moment sind die meisten wohl noch zu jung dazu. ich finde es schade, aber im moment ist turbine mehr ein absprungbrett als ein verein bei dem die wirklich guten spielerinnen wie piwi, wie conny, etc. bleiben wollen. sicher werden auch ein paar bleiben, soweit ich das verstanden habe – auch von conny – ist der zusammenhalt der mannschaft auch durch das internatsleben ziemlich groß und die erinnerungen daher auch durchaus positiv. nur wenn gute gehen und keine nachkommen (wohl auch weil das geld fehlt) sondern junge wieder nachrekrutiert werden, dann wird turbine es in zukunft nicht einfacher gegen frankfurt haben, weil man kann davon ausgehen, dass ein teil von den spielerinnen letztendlich dort wieder landet. nachzuvollziehen ist das – ob man es nun gut heißen mag oder nicht.
    ich will sagen, auf die eine weise mögen dort absolut professionelle strukturen zu finden sein (gerade auch die heranführung der jugend an die bl und ihre chance sich dort zu etablieren ist nicht zu verkennen und finde ich großartig), aber das menschliche scheint in bezug auf den trainer, und auch den cotrainer wie du sagst, zu fehlen. ich kann turbine nur wünschen, dass sie dieses problem vermögen zu ändern und dann wage ich zu behaupten, dass sie die möglichkeit haben ziemlich stark zu werden und vielleicht sogar die liga für jahre zu beherrschen.

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  • oliist sagt:

    ^ Selten habe ich über patzige Antworten derart schmunzeln müssen.Da wäre ich gern Mäuschen gewesen.Noch etwas Popkorn dazu und man könnte von ganz großem Kino sprechen.
    Bei so vielen panischen Entscheidungen,wie sie in dieser Saison schon getroffen worden sind,könnte man glatt meinen,es ginge jetzt schon um Millionen potenzieller Euro.
    Punkt No.17,der FF-wird-sich-dem-Männerfussball-mehr & mehr-anpassen-Liste,wäre also erreicht:Chaotische Entscheidungen der Verantwortlichen,bei denen man sich erst nach einigem Grübeln entscheiden kann,ob man lachen oder weinen soll.Tst,tst,tst. 😉

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  • Max Diderot sagt:

    Das ist eigentlich alles sehr betrüblich. Oder, mit Blick auf den aktuellen Tabellenplatz der Wattenscheiderinnen, wer die rote Laterne hat braucht für den Spott nicht zu sorgen.

    Nein, Wattenscheid hat doch eine Tradition im Frauenfußball, seit Anfang der siebziger Jahre, und keine schlechte Perspektive (wenn auch im Moment diese Aussage aberwitzig erscheinen mag ob des Blickes auf die Ligatabelle). Es gab ja im (Gesamt-) Verein immer wieder ‚mal finanzielle oder zwischenmenschliche Turbulenzen. Trotzdem scheint der Klub gut organisiert zu sein und über entsprechende Gremien zu verfügen. Liegt es möglicherweise an den Genen der streitlustigen Westfalen?

    Mit Verlaub, am liebsten würde ich den Wattenscheidern den Titel eines BAP-Liedes entgegen halten „Arsch huh, Zäng ussenander!!“. Redet mit aber nicht übereinander.

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