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UEFA-Pokal: So will Frankfurt den Zuschauerrekord knacken

Von am 9. Mai 2008 – 2.29 Uhr 11 Kommentare

Siegfried Dietrich, Manager des 1. FFC FrankfurtWährend sich die Spielerinnen von Tabellenführer 1. FFC Frankfurt auf das schwere Heimspiel in der Frauenfußball-Bundesliga gegen den 1. FFC Turbine Potsdam am Pfingstmontag vorbereiten, arbeiten die Vereinsverantwortlichen Tag und Nacht fieberhaft daran, dass das Final-Rückspiel im UEFA Women’s Cup gegen Umeå IK am 24. Mai in der Frankfurter Commerzbank-Arena ein voller Erfolg wird.

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Zum Ticketvorverkauf

Zehn Tage nach Vorverkaufsstart zeichnet sich bereits ab, dass das Zuschauerinteresse für dieses Highlight des europäischen Frauenfußballs groß sein wird. Schon über 7.000 Tickets wurden verkauft, dabei begann erst gestern im Rhein-Main-Gebiet eine großflächig angelegte Werbe- und Promotionskampagne, die den Ticketverkauf richtig in Schwung bringen soll.

„Wir wollen einen neuen Rekord schaffen“, so FFC-Manager Siegfried Dietrich. Der liegt im UEFA Women’s Cup derzeit bei 13.200 Zuschauern, aufgestellt 2006 am Bornheimer Hang beim Finalrückspiel (3:2) zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem 1. FFC Turbine Potsdam. Doch das ehrgeizige Ziel heißt 20.000 Zuschauer. Und dann wäre man im Bereich weiterer Rekordmarken des europäischen Frauenfußballs.

Europas Bestmarken
Beim EM-Finale 1989 sahen 22.000 Zuschauer in Osnabrück den 4:1-Sieg Deutschlands gegen Norwegen, das kürzliche FA-Cup-Finale im City Ground von Nottingham zwischen Arsenal und Leeds verfolgten sogar 24.582 Zuschauer. Und das erste Spiel der englischen Nationalmannschaft gegen Finnland bei der EM 2005 sahen in Manchester gar 29.092 Besucher.

Mit einem „Stadion im Stadion“ soll dafür gesorgt werden, dass die Commerzbank-Arena optimal gefüllt wird. „Wir haben den Unterring komplett in den Kartenvorverkauf gegeben. Wenn wir den füllen können, können wir von einer vollen Arena für den Frauenfußball sprechen“, erklärt Dietrich. Und damit sowohl Frauenfußball-Fans wie auch neue Besuchergruppen gleichermaßen ins Stadion strömen und sich das Event nicht entgehen lassen, haben sich die Macher einiges einfallen lassen.

Umfangreiche Promotionsaktivität
So werden in Frankfurt 20 Brücken mit Werbebannern versehen, ab heute werden zudem über 1.500 Werbesäulen auf das Spiel aufmerksam machen. Hinzu kommen City-Light-Werbung sowie Kooperationen und Gewinnspiele mit Medien, die die konzentrierte Promotion abrunden. Das Rückspiel wird darüber hinaus live im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF) und auf Eurosport übertragen und erhält somit die größte Medienpräsenz, die es bei einem Vereinsspiel im Frauenfußball je gegeben hat.

Trotz der fast sechsstelligen Kosten für die Anmietung der Commerzbank-Arena steht heute schon fest, dass das Spiel ein wirtschaftlicher Erfolg wird und schwarze Zahlen geschrieben werden können. Dafür sorgen die zahlreichen hochkarätigen Sponsoren, die maßgeblichen Anteil an dem erfolgreichen Event haben werden. Der Bandenbereich im Stadion ist bereits ausverkauft. „Wir stehen zum vierten Mal im Finale und die Sponsoren sind mit Hinblick auf die WM 2011 davon überzeugt, noch mehr zu investieren. Alles ist bestens vorbereitet.“

Einladung an die Bundesligisten
Auch Klaus-Peter Müller, Vorstandssprecher der Commerzbank AG, meint: „Die Aussichten auf ein sportliches Großereignis sind gut, wir erwarten hervorragenden Fußball von beiden Seiten. Die Live-Übertragung im Fernsehen hat für uns eine bundesweite Werbewirkung, das will ich nicht geringschätzen. Man kann es nicht in Zahlen fassen, aber hier geht es um Sympathiewerte.“

Und Georg Kemper, Leiter des Sportamts der Stadt Frankfurt, ergänzt: „Der 1. FFC ist ein sympathisches Aushängeschild für die Stadt.“ FFC-Vorstandsvorsitzende Doris Dietmayr fügt an: „Das Finale soll auch positive Auswirkungen auf unsere Mitgliederzahlen haben.“

Und damit auch die Frauenfußball-Bundesliga in den Genuss dieses herausragenden Ereignisses kommt, hat sich der Verein etwas Besonderes einfallen lassen. „Wir werden alle Bundesligisten zu dem Spiel nach Frankfurt einladen, 25 oder 30 Personen pro Team“, so Dietrich.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

11 Kommentare »

  • ViolA sagt:

    wow, das klingt richtig gut. ich bin gespannt wie sich diese kampagne auswirkt. es klingt auf jeden fall nach einem tollen spektakel und ich freue mich bereits jetzt darauf hinzufahren und daran teilzuhaben.
    vielen dank für die info markus 🙂

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  • Satine sagt:

    Wenn ich von den Zuschauerzahlen beim FA-Cup lese, wundert es mich schon sehr, dass Arsenal das letzte (?) Spiel der Saison zwar im Emirates Stadium austragen durften, dafür aber nur 5,000 Karten freigegeben wurden.

    Quelle

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Satine, soweit ich weiß, wurde die Zuschauerzahl auf 5.000 begrenzt, um die Kosten für das Sicherheitspersonal in einem überschaubaren Rahmen zu halten.

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  • Antje aus London sagt:

    Ja, das kann ich bestaetigen. Ich war an dem Tag in Deutschland, aber Freunde von mir haben bereits 2 Tage vor dem Spiel keine Karten fuer das Spiel gegen die Everton Ladies mehr bekommen.

    Im letzten Jahr haben die Arsenal Ladies eines der letzten Saisonspiele vor leeren Raengen im Emirates Stadium ausgetragen. Dieses Jahr durften immerhin 5.000 Leute dabei sein. Also bleibt zu hoffen, dass es so weiter geht und beim naechsten Mal mehr Karten angeboten werden.

    Das Spiel endete 4-1 unf Arsenal sicherte sich damit 3 oder 4 Spieltage vor Schluss den erneuten Meistertitel.

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  • Markus Juchem sagt:

    Inzwischen sind bereits mehr als 12.000 Tickets im Vorverkauf abgesetzt worden.

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  • Carina sagt:

    Auf der FFC Homepage steht heute was von über 13.000 verkauften Tickets..
    Bin mal gespannt, wie viele es am Ende sein werden

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  • Markus Juchem sagt:

    Das ZDF meldet heute in einer Pressemitteilung über 14.000 verkaufte Tickets.

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  • Ralf sagt:

    Heute ist Dienstag. Der Vorverkauf wird wohl noch (längstens) bis Freitag dauern.
    Ehrlich gesagt, enttäuscht mich dieses ‚Zwischenergebnis‘.
    Offensichtlich hat man nur im Großraum FFM und in der Region Südhessen werbewirksam auf die Pauke gehauen.
    Von den ‚Mainzelmännchen‘ vom Lerchenberg hat man in der ganzen Zeit, seit die Paarung feststeht, in keiner einzigen Sportsendung irgendeinen Hinweis auf ihre eigene Fußballübertragung vernehmen können.
    Mehr als Lippenbekenntnisse zum Frauenfussball gibts von dort nicht.
    Ich befürchte, dass es, wenn überhaupt, gerade mal mit viel Glück 18.000 bis 19.000 Fans werden.
    Die Frankfurter Arena ist wohl doch ein bis zwei Nummern zu groß für ein Frauenfussballspiel.
    Aber, hoffentlich irre ich mich und die FFC-Damen haben eine volle Hütte. Macht‘ ja auch mehr Spaß, je mehr Leute da sind.

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Ralf, ich weiß nicht, mit welchen Zahlen du gerechnet hast. Eine „volle Hütte“ war ja nie die Zielsetzung. Angepeilt waren von Beginn an 15.000 bis 20.000 Zuschauer bzw. ein gefüllter Unterring in der Commerzbank-Arena.

    Und diese Zahlen sollten doch nach heutigem Stand der Dinge zu erreichen sein. Ich denke mal, die 20.000er-Grenze kann immer noch fallen und das wäre doch schon eine tolle Kulisse!

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  • Ralf sagt:

    Hallo Herr Juchem, Sie sind aber schnell!
    Eine ‚volle Hütte‘ im Sinne von ausverkauft wäre auch utopisch.
    Das hab‘ ich ja auch nicht wortwörtlich so gemeint.
    Aber selbst bei einem vollbesetzten Unterring macht die Arena auf mich immer noch einen sehr ernüchternden Eindruck.
    Das Herr Dietrich etwas ‚testen‘ will, ist auch mir klar.
    Natürlich soll auch ausgetestet werden, wo zukünftig das mögliche Potential liegen KÖNNTE.
    Ich ärgere mich persönlich eher mehr über die Schlafmützigkeit der ZDF-Verantwortlichen.
    Da muss einfach mehr kommen, mehr im Sinne von Medienpräsenz in der Sportreportage, Sportblock in den heute-Nachrichten usw. – das ist doch schließlich ein Finalspiel um den UEFA-Pokal der Frauen.

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  • Markus Juchem sagt:

    Mit voll besetztem Unterring würde die Commerzbank-Arena schon ein ganz ordentliches Bild abgeben, meine ich. Und alles, was um oder über 20.000 liegt würde ich wirklich als großen Erfolg werten, gerade eben weil in punkto Promotion vom übertragenden Fernsehsender bisher nichts getan wird.

    Aber ist ist wirklich auch mal ein Test, ob solch ein Spiel ein größeres Stadion verträgt. Und darauf lässt sich ja in Zukunft aufbauen. Das Interesse am Frauenfußball wird weiter stetig zunehmen, wenngleich sicherlich nicht rasant schnell.

    Immerhin gibt es im ZDF am Samstag 15 Minuten Vorberichterstattung mit Porträts von Birgit Prinz und Marta.

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