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Verwirrung um Freiburger Protest

Von am 7. Mai 2008 – 16.02 Uhr 1 Kommentar

Logo des Deutschen Fußball-Bunds (DFB)Eine seltsame Entwicklung nimmt derzeit der Protest, den Frauenfußball-Bundesligist SC Freiburg gegen die Spielwertung des Spiels beim 1. FC Saarbrücken vom 1. Mai eingereicht hat (Womensoccer.de berichtete).

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Denn nach Aussage von Freiburgs Abteilungsleiterin Birgit Bauer hat der Deutsche Fußball-Bund (DFB) in einer schriftlichen Stellungnahme dem Protest der Freiburger stattgegeben und das Spiel mit 2:0 für den SC Freiburg gewertet.

Doch was der an sich schon brisanten Angelegenheit das i-Tüpfelchen aufsetzt: Beim 1. FC Saarbrücken fiel man, von Womensoccer.de mit der Entscheidung konfrontiert, aus allen Wolken. Dort weiß man nach Aussagen von Abteilungsleiter Heinz Haupenthal noch nichts von einem bereits ergangenen Urteil.

Freiburgs Abteilungsleiterin Birgit Bauer erklärte gegen über Womensoccer.de: „Wir freuen uns natürlich, dass wir im Abstiegskampf nun zwei Punkte mehr haben. Das Feld ist dadurch noch enger zusammengerückt.“ Bauer ergänzt: „Wir waren beim Spiel im Saarbrücken über die gesamte Spielzeit die bessere Mannschaft, ein schlechtes Gewissen müssen wir also auch sportlich nicht haben.“ Allerdings wies sie darauf hin, dass Saarbrücken gegen die DFB-Entscheidung eine Einspruchsfrist von 24 Stunden habe.

Haupenthal: „Ich weiß von nichts“
Doch beim 1. FC Saarbrücken ist nach Angaben von Abteilungsleiter Heinz Haupenthal bisher kein Urteil eingegangen. „Ich weiß von nichts, uns liegt auch bisher keine schriftliche Stellungnahme des DFB vor“, so die überraschende Aussage Haupenthals gegenüber Womensoccer.de. Und auch Saarbrückens Trainer Guido Mey erklärte: „Da wissen Sie mehr als ich.“

Pikant wird das Verfahren dadurch, dass Saarbrückens Abteilungsleiter Haupenthal, ein Rechtsanwalt, auch zugleich im DFB-Bundesgericht sitzt. Die sportliche Führung des 1. FC Saarbrücken hatte sich beim Einsatz von Julia Leykauf auf Haupenthals Aussage verlassen, wonach die Spielerin einsatzberechtigt sei.

Man darf gespannt sein, welches Ende diese inzwischen fast an eine Seifenoper erinnernde Angelegenheit nehmen wird. Denn sportlich birgt sie eine Menge Sprengstoff. Denn sollte dem Protest wirklich stattgegeben werden bzw. stattgegeben worden sein, würde der Vorsprung des 1. FC Saarbrücken auf den SC Freiburg von fünf auf zwei Punkte schrumpfen. Was den Aufsteiger im Kampf gegen den Abstieg entscheidende Zähler kosten könnte und die Arbeit von Jahren zunichte zu machen droht.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Markus Juchem sagt:

    Inzwischen ist das Urteil auch vom 1. FC Saarbrücken zur Kenntnis genommen worden. Es bleibt eine Einspruchsfrist von 24 Stunden.

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