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2. Bundesliga Nord: Packender Dreikampf um den Aufstieg

Von am 6. Mai 2008 – 10.01 Uhr 1 Kommentar

Ja will denn im Norden gar keiner in die Bundesliga? Diesen Eindruck musste man in den vergangenen Wochen und auch am vorigen Sonntag bekommen, als Tennis Borussia Berlin im Heimspiel gegen Holstein Kiel eine einstündige personelle Überzahl und drückende Überlegenheit nicht in einen Sieg umzumünzen verstand und über ein 1:1 (0:0) im Spiel gegen Holstein Kiel nicht hinaus kaum. Einfach zum Haare raufen für TeBe-Trainer Sven Thoß, dessen Team nicht zum ersten Mal unnötig Punkte verschenkte.

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Dabei hatte sich der schärfste aufstiegsberechtigte Verfolger HSV Borussia Friedensthal zuvor den Luxus einer 2:3-Heimniederlage gegen den 1. FFC Lokomotive Leipzig gegönnt und den Veilchenladies somit eine Steilvorlage geliefert. Eine verpasste Großchance für TeBe, die sich noch rächen könnte. Denn: Von hinten drückt ein wieder erstarktes Team, das schon gar niemand mehr auf der Rechnung hatte.

„Ich will jetzt nicht schwarzmalen, wir sind immer noch Tabellenführer, aber nach so einem Spiel kann man auch keinen loben“, so ein angefressener Thoß, der nicht fassen konnte, welchen Big Point seine Elf durch die beiden Punktverluste ausgelassen hat. Bequeme fünf Punkte Vorsprung hätte man drei Spieltage vor Schluss auf dem Konto haben können. Jetzt sind es nur deren drei, die Aufstiegsfrage ist offener denn je.

Überzahl nicht genutzt
Gegen Kiel mangelte es den Berlinerinnen an zündenden Ideen, aus der spielerischen Überlegenheit Kapital zu schlagen. Zu ungenau war das letzte Anspiel in die Spitze, Distanzschüsse verfehlten zumeist das Tor. Dabei musste Kiel sogar ab der 29. Minute ohne Jyette Stelck auskommen, die gegen Inken Becher nachgetreten hatte. Doch auch das half nichts. Auch die personelle Überlegenheit konnte TeBe nicht in Tore ummünzen.

Cordula Busack rettete per Kopf wenigstens einen Punkt (67.), nachdem Stephanie Güldenzoph den Spielverlauf mit ihrem Volleytreffer zur Gästeführung auf den Kopf gestellt hatte und somit den Gastgeberinnen den Nachmittag fast komplett vermiest hätte (61.).

Die Nerven in den Griff kriegen
In den verbleibenden drei Partien muss TeBe noch zweimal auswärts antreten, einmal im Derby beim 1. FC Union Berlin, ein weiteres Mal zum Saisonabschluss beim FFC Heike Rheine, dem derzeitigen Punktelieferanten der Liga.

Dazwischen liegt ein unangenehmes Heimspiel gegen den derzeitigen Tabellenzweiten Turbine Potsdam II, der im Aufstiegsrennen Zünglein an der Waage spielen dürfte, obwohl er selbst nicht aufstiegsberechtigt ist. Man darf gespannt sein, ob die Veilchenladies ihre Nerven in den verbleibenden drei Partien im Zaum halten können. Hinzu kommen ein dünner Kader und eine nicht gerade stabile Form, die weitere Punktverluste nicht ausschließen.

Friedensthal verliert wichtige Punkte und Nolte
Beim 2:3 gegen Lok Leipzig verpasste der HSV Borussia Friedensthal trotz der Saisontore 16 und 17 von U19-Nationalspielerin Marie Pollmann den möglichen Sprung an die Tabellenspitze, der Gast feierte seinen vierten Sieg in Folge und darf sich über den gesicherten Klassenerhalt freuen.

Der HSV hat somit nun drei Punkte Rückstand und muss ebenfalls noch nach Rheine und bestreitet ein zweites Auswärtsspiel bei Victoria Gersten. Am letzten Spieltag wartet ein Heimspiel gegen die zweite Mannschaft des Hamburger SV. Bei all diesen Spielen wir jedoch Spielführerin Kerstin Nolte fehlen, die sich in der Partie gegen Leipzig einen Bänderriss zuzog. Eine herbe Schwächung für das Team im Aufstiegsrennen.

Schlussspurt von Gütersloh
Wo könnte der FC Gütersloh stehen, hätte er sich nicht eine wochenlange Schwächephase gegönnt? Doch nach den 2:0-Siegen gegen TeBe und Oldesloe und den Patzern der Konkurrenz haben auch die Gütersloherinnen plötzlich wieder Aufstiegschancen.

„Wer konnte damit rechnen, dass TeBe so viele Punkte liegen lässt?“, so ein verwunderter Gütersloher Trainer Steffen Enge, der nun wieder neuen Mut gefasst hat, doch noch mit seinem Team in die Bundesliga aufzusteigen.

Zumal Gütersloh den kleinen Vorteil hat, als einziger der Aufstiegsaspiranten noch zwei Heimspiele austragen zu dürfen. Nach einem Auswärtsspiel bei Holstein Kiel folgen Partien auf eigenem Platz gegen Union Berlin und ebenfalls Turbine Potsdam II.

Wer macht am Ende das Rennen? Für reichlich Spannung ist gesorgt!

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Marcel sagt:

    Wer es auch immer schaffen sollte er wirds richtig schwer haben in der 1.Liga. Das ist zwar nichts neues fürn Aufsteiger aber bei den Leistungsschwankungen lassen Zweifel nicht lange auf sich warten.Wichtig wirds für diejenige Mannschaft sein die es dann schafft bei Ausfällen ihrer Leistungsträgerinnen ,durch Sperren oder Verletzungen, diese zu kompensieren was anscheinend zur Zeit nicht gut gelingt dafür aber die Liga spannend hält.

    Die 2.Buli-Süd ist aber auch sehr spannend vor allem dank dem letzten Spieltag wo Jena Punkte gelassen hat und wo es wohl zu einem direktem Duell um den Aufstieg mit dem VFL Sindelfingen geben wird.Also Spannung ist glaub ich noch in jeder Liga gegeben was natürlich absolut positv ist und wahrscheinlich dafür spricht dass das Leistungsgefälle zwischen den Teams geringer geworden ist.

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