„Zick, Zack, Lesbenpack“

Von am 2. Mai 2008 – 10.36 Uhr 43 Kommentare

„Kabarett darf unverschämt sein, Kabarett darf ungerecht sein, Kabarett darf übertreiben“, sagte der altehrwürdige Kabarettist Werner Schneyder anlässlich seines 70. Geburtstags. Und wie sieht es mit der weniger politischen Comedy aus?

Darf sie derart unverhohlen den Frauenfußball und seine Akteurinnen verunglimpfen, wie das Matthias Knop und Oliver Pocher in der ARD-Sendung „Schmidt & Pocher“ am 24. April 2008 im Rahmen der Parodie „Die Bayern-WG“ taten?

Verkleidet als Oliver Kahn und Franz Beckenbauer diffamierten sie nicht nur den Frauenfußball, sondern werteten auch die sexuelle Ausrichtung der Spielerinnen ab. Der verantwortliche Sender, die öffentlich-rechtliche ARD, findet das in Ordnung.

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Innerhalb der Parodie entspann sich folgender Dialog zwischen Oliver Kahn und Franz Beckenbauer:

Oliver Kahn: „Ich weiß nicht, ob es Dir aufgefallen ist, aber ich habe am Samstag zwei Titel geholt, bin zweimal da Pokalsieger geworden.“

Franz Beckenbauer: „Wie? Das verstehe ich jetzt nicht, warum, was war los?“

Kahn: „Ja, Silke Rottenburg, ich hab’ bei den Frauen auch mitgespielt.“

Beckenbauer: „Rottweiler, gell, richtig (Lachen),  ja genau. Du meinst das Spiel der Weiber vorm eigentlichen Finale? Jo, ich hab’s gesehen, ich sag nur: ‚Zick, Zack, Lesbenpack“.

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[youtube sogA1XTpS2s „Schmidt & Pocher“ vom 24.4.2008]

ARD-Programmdirektor Dr. Günter Struve erklärte auf Anfrage von Womensoccer.de: „In der satirischen Rubrik ‚Die Bayern WG‘ nehmen die Darsteller Matthias Knop sowie Oliver Pocher in unterschiedlichen Rollen Denk- und Sprechweisen namhafter Fußballgrößen aufs Korn und persiflieren damit auch landläufige Vorurteile. So ging es am 24. April 2008 nicht darum, den Frauenfußball zu diffamieren, sondern vielmehr darum, die immer noch vielerorts zu hörende, abschätzige Meinung über den Frauenfußball zu entlarven.“

Und weiter: „Dass sich diese keineswegs etwa mit der persönlichen Auffassung Oliver Pochers deckt, mag schon ein Beispiel zeigen: Bei der letzten Siegesfeier der Nationalmannschaft der Frauen war Oliver Pocher eingeladen, gemeinsam mit allen Spielerinnen auf dem Balkon des Frankfurter Römers den Jubel der Fans zu genießen. Was er gerne tat.“

[poll=88]

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

43 Kommentare »

  • Marcel sagt:

    Ich würd mich eher über diesen platten Witz ärgern was unorigineleres ist denen wohl nicht eingefallen.
    Ansonsten ists ja nichts ungewöhnliches das Schmidt&Pocher unter die Gürtelinie gehen da werden die „Weiber“ wohl auch keine Ausnahme sein.

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  • moya sagt:

    comedy darf das schon, das macht es aber nicht halb so wild und nicht weniger peinlich.
    die reaktion der ard geht für mich auch am problem vorbei: schon der wortlaut zeigt, dass das letzte, was diese ‚parodie‘ ihren zuschauern bieten will, eine „entlarvung“ gängiger vorurteile ist. da ist es völlig irrelevant, was Pocher persönlich für eine einstellung gegenüber frauenfußball hat.
    ich kann mir jedenfalls keinen kontext vorstellen, in dem das wort „lesbenpack“ witzig wäre.
    nunja, aber zum glück ist das ja nur schlechtes fernsehen und so kann man es sich einfach weiterhin ersparen einzuschalten.

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  • Flo sagt:

    schade finde ich nur das ein herr pocher der sich von seinem niveau
    her ganz unten befindet überhaupt puplikum bekommt
    er ist einfach nur schlecht und lachen konnte ich über ihn noch nie.
    er sollte sich mal ein beispiel an herrm polt nehmen (um nur einen guten zu nennen) der würde so ein thema wenn überhaupt mit viel mehr niveau und nicht so plump angehen.

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  • spoonman sagt:

    Sorry, aber das halte ich nun wirklich für einen Sturm im Wasserglas.

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  • Frau Krawall sagt:

    Macht sich wirklich jemand Gedanken über Herrn Pocher ? Ich finde, dass O. Pocher auf einem Level läuft, dass man einfach unkommentiert stehen lassen sollte.
    Und falls er sich mal wieder meint im Glanze unserer Nationalmannschaft auf dem Balkon des Römer zeigen zu müssen, sollte sich Silke Rottenberg ein einziges Mal auf sein Niveau herablassen und ihn schlicht von der Brüstung werfen. Dann gucke ich auch wieder ARD.

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  • Conny68 sagt:

    Zunächst – „Comedy“ in Deutschland ist leider oft einfach nur platt und „tumm“ – aber das Niveau langt wohl einem gewissen Publikum. Wer niveauvoll unterhalten werden will, sollte sich an Kabarett halten, wie z.B. „Neues aus der Anstalt“, „Scheibenwischer“ oder „Ottis Schlachthof“.
    Ich bin mir nicht sicher – „Sturm im Wasserglas“ oder „unverschämte Parodie“. Das überhaupt noch darüber diskutiert wird „Wie lesbisch darf Frauenfußball sein?“ – ist eigentlich das Schlimme an der Sache. Ich meine, wir (alle, die dem Frauenfußball verbunden sind) sollten selbstbewußter mit diesem Thema umgehen, wahrscheinlich würden dann solche O.P.-Sprüche sowieso ins Leere laufen.

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  • Zidane64 sagt:

    Ich rate mal zu etwas mehr Gelassenheit.
    Klar: Der Grat zwischen dem Entlarven eines Vorurteils und dem Spekulieren auf Applaus aus der falschen Ecke ist bei comedy immer schmal. Aber völlig von der Hand zu weisen ist das Argument von Dr. Struve, dass ein landläufiges Vorurteil auf die Schippe genommen worden sei, ja nun auch wieder nicht. V.a. wenn man bedenkt, dass auch die Originalkommentare von „Firlefranz“ Beckenbauer, dem hier das L-Wort in den Mund gelegt worden war, nicht immer ernst genommen werden.
    Klinsmann ist in einem Sketch, in dem Harald Schmidt in die Rolle von Lothar Matthäus geschlüpft ist, als „Warmduscher“ bezeichnet worden. Hat es ihm geschadet?
    Und was hilft es denn, sich drüber aufzuregen? Irgendwann hören diese Sprüche von alleine auf. Meiner Wahrnehmung nach sind die Lacher über solche Scherze spätestens seit der WM schon deutlich leiser geworden.

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  • Shark sagt:

    Einfach den Ball flach halten. Wers gut findet, schaut es sich an und wer nicht, der lässt es eben sein. Man muss sich nicht über alles aufregen – das machen meist eh nur die Sympathisanten und in den seltensten Fällen die Betroffenen selbst. Man sollte lieber froh sein, dass Frauenfußball ein derart öffentliches Thema geworden ist, dass sich eine namhafte Sendung in einem großen Sender damit beschäftigt. Witze leben immer von Klischees und Vorurteilen, egal ob es die klauenden Polen, die käseessenden und in Wohnwagen hausenden Holländer, die faulen Beamten, die dummen männlichen Fußballer, die lesbischen weiblichen Sportlerinnen oder was auch immer sind. Wer hier noch nie über einen Witz gelacht hat, dem ein Vorurteil zugrunde liegt, dem empfehle ich eine Bewerbung an den Vatikan zu richten…

    Interessant werden die Kommentare hier wenn Toleranz für den Frauenfußball verlangt wird und man im nächsten Satz vorgibt, was man als lustig anzusehen hat und was nicht – das würde ich nicht gerade als tolerant bezeichnen… Oder leben die genannten Sendungen wie Scheibenwischer etwa nicht vom Klischee und Image der Politiker?!? Worin liegt der Unterschied von einer Richling-Parodie auf Ulla Schmidt im Vergleich zu einer Pocher/Knop Parodie auf Oliver Kahn und Franz Beckenbauer? Von der Art der Darstellung/Imitation halte ich die beiden für exzellent getroffen – ob man darüber lachen kann, sollte jedem selbst überlassen sein.

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  • Conny68 sagt:

    Hallo Shark, in meinem Beitrag verlange ich nicht Toleranz für den Frauenfußball: Ich schrieb, dass ich auf „Normalität“ beim Thema(Frauen)Fußball und Homosexualtiät hoffe – abgesehen davon halte ich das Wort „Toleranz“ in Bezug auf Frauenfußball auch falsch gewählt. Ich wollte auch nicht vorgeben, wer was als lustig anzusehen hat. Heute läuft auf allen Kanälen etwas unter dem Begriff „Comedy“ – und Quantität hat mit Qualität leider oft nichts zu tun. Aber es zählen die Einschaltquoten – und wenn es bei einem Testbild 30% Einschaltquote gäbe, würde das auch täglich gesendet werden. „Womensoccer“ ist sicherlich auch nicht das richtige Forum, um über Qualtität und Sinn von Comedy, Kabarett, Komik zu diskutieren. Da wird jeder seine eigene Meinung haben. Aber ich gebe Dir schon recht – die Pocher/Knop-Parodien sind teilweise wirklich hervorragend und natürlich leben viele Witze von Klischees. Das Problem bei Homesexualtität ist leider, dass es viele Menschen gibt, die heute noch mit einem Outing Probleme haben, die von Familien verstoßen werden, von Freunden ausgegrenzt, die jahrzehntelang ihre wahren Gefühle unterdrücken, aus Angst, lesbisch oder schwul zu leben. Die katholische Kirche verteufelt auch heute noch „Homosexualität“ und es gibt viele christliche Homosexuelle, die eben an diesem Konflik zugrunde gehen. Natürlich gibt es eine immer größere Toleranz, auch durch unsere regierenden Bürgermeister in Hamburg und Berlin, durch das Outing von Schauspieler/innen, Moderatoren usw., aber gerade in ländlichen Gegenden muss man oft seine Homosexualtität verstecken. Deswegen ist es ein schmaler Pfad zwischen „ach ,ist dieses Klischee lustig“ und die große Problematik, die sich oft dahinter verbirgt. Richling parodiert Ulla Schmidt in ihrer öffentlichen Funktion als Ministerin. Kann man das auf eine Stufe mit Knop/Pocher stellen, die „Rottweiler“ und ihre Mitspielerinnen als „Lesbenpack“ bezeichnet?

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  • Harald sagt:

    Ich halte es da mit Kurt Tucholsky:

    „Satire darf alles“

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  • Bianca sagt:

    Als Definition für Satire steht im Duden „ironisch-witzige literarische oder künstlerische Darstellung und Kritik. menschlicher Schwächen und Laster“. Weder ist Pocher dabei ironisch witzig noch literarisch gewesen und wenn es eine Kritik menschlicher Schwächen und Laster ( Homosexualität) sein sollte…..Für die meisten von uns ist „Pack“, egal in welchen Zusammenhang einfach eine Beleidigung.

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  • Shark sagt:

    @Conny68: ich habe wesentlich größere Probleme mit dem Original „Zick-Zack-Zigeunerpack“ in Fußballstadien, denn dahinter steckt Diffamierung und kein Witz. Dass hier die Lesben statt der Zigeuner genommen werden, ist ein bloßes darauf gemünztes Wortspiel über das Image des Frauenfußballs in der Öffentlichkeit. Das Image schafft die Gesellschaft und kein Oliver Pocher, der bedient sich nur des Klischees. Ich habe schon lustigeres in meinem Leben gehört, aber aufregen kann mich sowas beim besten Willen nicht. Übrigens ist Silke Rottenberg als Bundesliga- und Nationalspielerin genau wie eine Politikerin ganz klar eine Person des öffentlichen Interesses.

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  • Conny68 sagt:

    Das Silke Rottenberg eine Person des öffentlichen Interesses ist, bestreite ich nicht. Trotzdem ist es m.E. ein Unterschied, ob z.B. Richling Ulla Schmdit, von Leyen oder Köhler in ihren öffentlichen Funktionen als Ministerinnen oder Bundespräsdient parodiert oder Knop/Pocher in ihrer „Parodie persönliche – private – Seiten von Silke Rottenberg und Kolleginnen „auf die Schippe“ nimmt. Natürlich – das Image schafft die Gesellschaft… aber wird diese nicht sehr viel und in einem hohen Maß von Presse, Fernsehen usw. bestimmt?????? Um noch mal klar zu stellen: Ich will mich nicht künstlich über Pocher und Co. aufregen, weil dieser Spruch wirklich zu blöde ist – und ich würde auch keine Reihenfolge festlegen darüber, ob dieser Spruch gegen Zigeuner, Ausländer, Schwule, Lesben usw. schlimmer ist. Ich meine, man darf die Sensibilität für solche Themen nicht verlieren und nicht damit abtun – dass alles erlaubt ist , was scheinbar lustig ist.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Conny68: Schön auf den Punkt gebracht. Genau das war der Punkt, warum ich es überhaupt hier im Blog thematisiert habe.

    @Shark: Ich sehe zwischen Zigeunerpack und Lesbenpack keine wesentlichen Unterschied. Ich sehe es hier im Zusammenhang mit Frauenfußball eben nicht nur als Wortspiel. Man kann sich ja von mir aus gerne über den Frauenfußball lustig machen, in meinen Augen aber eben nicht über die sexuelle Ausrichtung der Spielerinnen, genauso wenig wie über die der männlichen Pendants.

    Der Prozentsatz an Schwulen im Männerfußball ist wahrscheinlich nicht niedriger als der an Lesben im Frauenfußball. Ich müsste mich schwer täuschen, aber wir werden wohl in den nächsten 200 Jahren keine Parodie im Fernsehen sehen, die den Männerfußball in die Nähe von Schwulen rücken würde. Dann wäre nämlich der Aufschrei groß!

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  • Harald sagt:

    @Conny68 + Bianca:
    Ich finde, ihr messt dieser Geschichte mehr Bedeutung zu, als sie verdient. Ihr räumt Knop/Pocher mehr mediale Gestaltungsmacht zu, als sie tatsächlich haben. Ihr selbst gebt ihnen die Energie dazu. Das was ihr nicht wollt.

    Und wen interessieren überhaupt Christen? Das Christentum mit seiner nekrophilen Grundausrichtung hat eh ausgedient. Also kein wirklicher Grund. Wenn ich schwul oder lesbisch bin, dann wäre das der Grund, einer lebensorientierten Göttin zu folgen, als einer patriarchalen, auf Bestrafung orientierten Glaubensvorstellung.

    Ich bleibe nochmal bei Tucholsky, daß Satire alles darf!
    Ich würd euch auch noch gern den Spiegel mit Hagen Rether vorhalten…

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Harald, die mediale Gestaltungsmacht heißt zumindet 1,5 Millionen Zuschauer pro Sendung im Schnitt. Ich finde das nicht so wenig. Genauso mag man über die Bild-Zeitung schimpfen, doch aufgrund ihrer Auflage und großen Leserschaft hat sie nunmal mediale Relevanz, ob einem das schmeckt oder nicht…

    Dass Satire eben nicht alles darf, zeigen ja die zahlreichen Prozesse, die in der Vergangenheit unter anderem gegen Titanic, Nebelspalter oder pardon geführt wurden. Alleine gegen Titanic gab es zwischen 1979 und 2001 40 Gerichtsverfahren, 28 Ausgaben wurden verboten.

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  • Bianca sagt:

    @Harald : Was hat Christentumin diesem Zusammenhang zu tun ? Auch wenn es heute dort noch viele Resentiments gegenüber Homosexuellen, in einigen islamischen Ländern besteht auf Homosexualität Gefängnis oder die Todesstrafe.Nekrophilie bedeutet Sexualtrieb, der auf Leichen ausgerichtet ist, was hat das mit dem Thema zu tun ???

    @ Shark: Frage doch mal 100 Homosexuelle nach verbalen oder körperlichen Angriffen im Alltag oder andere Nachteile im beruf oder beim Versuch eine Wohnung zu bekommen. Da wirrst du viele negative Geschichten hören,ist aber alles nur Spaß….
    Und in unserer heutigen Gesellschaft, wo es bildungstechnisch nicht gerade wenige auf niedrigem Niveau leben, ist es nun mal so, dass diese ihr „Wissen“ und ihre Ideologie aus dem Fernsehen ziehen ohne diese zu hinterfragen.

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  • Shark sagt:

    Was sollen wir tun? Die Presse- und Medienfreiheit einschränken, dass ausgewählte Themen nicht mehr angepackt werden dürfen?!? Wir haben nun wirklich schon weit mehr Reglementierungen und Gesete als nötig. Wenn Silke Rottenberg sich beleidigt fühlt, soll sie sich einen Anwalt nehmen und klagen.

    Und eben weil vielen Leuten die BILD Zeitung zu schlecht ist, gibt es zum Glück auch Zeitungen wie die FAZ, die Welt, die Financial Times u.v.m. – soll sich doch jeder bitte für das entscheiden, was ihm gefällt. Ob Zeitung oder Fernsehen…

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  • Detlef sagt:

    Ich halte es auch für einen platten Gag!!! Wie gewöhnlich eben, wenns von Pocher kommt!!! Ich kann daran nichts Satirisches finden, einfach nur „dummes Gelaber“, eben typisch COMEDY, ohne Sinn und Verstand!!! Lohnt sich nicht, sich darüber zu ärgern!!!
    Mein Lieblingskabarettist hat sein Verhältnis zur Comedy mal so beschrieben, als er gefragt wurde, ob er das Kabarett dadurch bedroht sehe!!!
    Er fühle sich durch die Comedy etwa so sehr bedroht, wie sich sein Lieblingsrestaurant, durch den Verkauf von Hundefutter bedroht fühle!!!
    Er fügte noch hinzu, „es gibt sicher gutes Hundefutter, und wer es mag………….“!!!
    Ich sehe es ganz genau so, also WARUM sollte man sich, über soviel Stammtischlatein aufregen???
    Die Frage für mich lautet eigentlich, wie stehen die 2 ORIGINALE zu diesem…….. „wie auch immer“???
    Sie sollten sich, schon wegen 2011, zumindest PROFORMA von diesem, ……“wie auch immer“ distanzieren!!!

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  • oliist sagt:

    @Detlef
    Nun musst du uns aber auch erzählen,wer diesen Hundefutter-Comedy Vergleich gezogen hat.Wir wollen ja nicht dumm sterben. 🙂
    Apropos dumm.Da war doch noch was…Achja.Pocher.Gott,was soll man zu jemandem sagen,der so erschreckend unoriginell und pseudoprovokativ ist?
    Ich halte es da mit Herrn Lustig.Abschalten.

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  • Conny68 sagt:

    @Harald
    Kurt Tucholsky lebte von 1890 bis 1935. Das sollte man beim zitieren dieses Satzes nicht vergessen. In Anbetracht dessen, was so alles unter „Satire“ läuft, habe ich doch meine Zweifel, ob er diese Worte auch heute noch so wählen würde.

    @Shark
    Es geht doch nicht um Einschränkung der Pressefreiheit. Presse- und Medienfreiheit darf aber doch nicht heißen, dass man mit einem Holzhammer auf jedes Themen herumschlagen kann. Natürlich kann man umschalten oder eben nicht BILD-Zeitung lesen. Aber leider ist es Realität, dass viele Menschen sich ihre Weisheiten aus diesem Blatt oder ähnlichen TV-Sendungen holen. Da kommen wir dann irgendwann auf verfehlte Bildungspolitik, Pisa-Studie usw. – aber das würde dieDiskussion vor allem auf diesem Forum sprengen.

    @Bianca
    Danke für Deinen Beitrag

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  • Flo sagt:

    wir sollten diese diskussion hier und jetzt beenden oder ist es euch dieser pocher wirklich wert?? 🙂
    und so gut ich mich erinnern kann haben wir dieses thema (lesben im ff) hier in regelmäßigen abständen wenden wir uns lieber wichtigeren themen zu zb das finale in der bundesliga zb das meine bayern das obere feld von hinten aufräumen 😉
    also bis denne schöne woche noch

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  • Bianca sagt:

    Klar, ist es ein dummer Spruch und dummes Gelaber und ich bin ja froh, dass das alle hier auch so sehen, aber ein nicht kleiner teil der Bevölkerung wird das nicht als solches sehen.Bis zum „Ich habe auch bei den Frauen mitgespielt ist es zwar auch nicht lustig, aber jemanden odser besser gesagt alls Spielerinnen als „Pack“ zu bezeichnen bleibt für mich eine Beleidigung

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  • quantensprung sagt:

    @ Markus Juchem: Darf ich fragen, weshalb Sie meinen, dass die sexuelle Ausrichtung der Spielerinnen ABGEWERTET wird?
    In ihrer Wertung dieses Pocher-Beckenbauer-Dialogs steckt genausoviel Diskriminierung und offensichtliche Entwürdigung.

    Homosexualtiät hat keinen minderwertigeren Stellenwert als die Heterosexualität! Sie scheinen das wohl anders zu sehen?

    Äusserst bedenklicher Artikel.

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo quantensprung, erst einmal herzlich willkommen auf Womensoccer.de.

    Wie soll ich das Wort „Pack“ denn sonst deuten Deiner Meinung nach? Im Duden wird das „Pack“ definiert als [abwertend für Gesindel, Pöbel].

    Also ganz egal, ob Schwulenpack, Lesbenpack, Zigeunerpack oder sonstige Kombinationen – für mich eine eindeutige Abwertung. Im Falle von Schwulen und Lesben eine Abwertung der sexuellen Ausrichtung, im Falle von Zigeunern eine Abwertung der Herkunft etc.

    Und genau deswegen fand ich eben auch die so genannte Parodie bei Schmidt & Pocher so bedenklich.

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  • Detlef sagt:

    @oliist,
    Der Kabarettist heißt VOLKER PISPERS, und ist für mich der Beste seines Standes in Deutschland!!!
    @Bianca,
    es gibt genug Leute, die nur auf solche hohlen Phrasen warten, um sofort loszujaulen!!! Die kann man auch mit nix bekehren!!! Genau für diesen Teil der BILD-Zeitungs-Klientel, war dieser Beitrag auch bestimmt, womit sich leider zeigt, wie tief das ÖR-Fernsehen mittlerweile gesunken ist!!! Für ein spannendes FF-Spiel, in dem vielleicht das „Tor des Monats“ gefallen ist, hat man gerade einmal 1 min Sendezeit übrig, aber für so groben Unfug, ist genug Sendezeit vorgesehen!!!
    @quantensprung,
    keine Ahnung, was für ein Problem Du hast??? Aber BITTE verschone uns mit so einer Deutung, die nirgendwo im Bericht-Text steht!!! Das stinkt gewaltig nach TROLL!!!

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  • oliist sagt:

    Danke Detlef für deinen kaberettistischen Tipp,Ich habe dank YouTube gerade mit meinem lauten Lachen die Nachbarn ein wenig irritiert. 🙂
    @quantensprung
    Ich glaube du hast da was genau falsch herum (hinein)interpretiert.

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  • Harald sagt:

    @Bianca: Das offtopic mit schwulen und lesbischen Christen hat Conny68 reingebracht. Ich hab lediglich die Grundausrichtung dieser Religion durchleuchtet.

    @Conny68: Ich weiß sehr wohl, wann Tucholsky lebte 😉 . Nun, heute würde er sehr wohl andere Worte wählen. Ich verweise da nur auf Hagen Rether im letztjährigen Silvesterkabarett, wo er die Vorgehensweise der Medien entlarvte.

    @Markus Juchem: Allein diese Anzahl an Verboten zeigt doch, daß auch Kabarett Gestaltungsmöglichkeiten hat. Da würd ich mich über 1,5 Mio. Menschen aus dem „Pocher-Bild-Prekariat“ nicht weiter aufregen.

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  • moya sagt:

    ich verstehe die kommentare nicht ganz, die mit ausrufezeichen dazu auffordern, sich endlich nicht mehr aufzuregen. ich finde die diskussion hier äußerst unaufgeregt. bis auf einen kommentar sind sich doch eigentlich alle einig, dass es hauptsächlich ein schlechter witz ist.

    darüber hinaus ist es aber auch ein thema, das meiner meinung nach durchaus der diskussion bedarf. deshalb möchte ich mich an der stelle auch bei womensoccer und speziell Markus Juchem bedanken, dass er diese verbalinjurie aufgegriffen hat und es für wert befunden hat, einfach mal nachzufragen, was denn bei der ard die geisteshaltung dazu ist. es ist wirklich nix schlimmes, einen dialog/eine diskussion zu einem potenziell strittigen sachverhalt zu eröffnen. 😉

    da jetzt hier einige male Hagen Rether genannt wurde, möchte ich noch einmal versuchen, mein „problem“ darzulegen: Hagen Rether macht sich in seinem programm ja regelmäßig über den vatikan und katholische priester lustig, auch indem er ihnen homo-tendenzen unterstellt. das wird witzig, weil schwulsein ja eben nichts schlimmes oder beleidigendes ist, der klerus das aber nicht wahrhaben will und deshalb mit händen und füßen gegen sowas anstrampelt.

    was pocher und schmidt aber veranstaltet haben, ist nicht, eine person oder den frauenfußball mit homosexualität (humorvoll auf entlarvende weise) in verbindung zu bringen, sondern sie haben sich völlig ohne not dazu verstiegen, eine diskriminierte minderheit als „Pack“ zu bezeichnen. was aus genau den gründen inakzeptabel ist, die Markus Juchem aus dem Duden zitiert hat.

    der „witz“ wäre genauso un/witzig, nicht/entlarvend pocher-like geblieben, wenn man sich einfach den an und für sich diffamierenden spruch gespart hätte und es bei einem schlichten „das sind doch eh alles lesben“ belassen hätte. das wäre dann entlarvend hinsichtlich des kaisers angeblicher einstellung, ohne der dorfjugend neue verbesserte hetzsprüche an die hand zu geben.

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  • Frau Krawall sagt:

    Ich finde es schon beachtlich, wie viel Raum hier einer Figur wie dem Pocher zugestanden wird. Ich glaube, wenn der wüßte, wie schnell hier so mancher Schreiberling aus der Reserve zu locken ist, würde er nur noch solche „Witze“ machen.
    Ich persönlich, und ich müsste mich eigentlich „beleidigt“ fühlen, lassen solche Dinge wirklich kalt.
    Und dann noch was für die Mädels, die sich hier ereifern: Ich finde, dass die Umgangsformen, die in „unseren“ Kreisen gepflegt werden, teils mehr als würdig wären, verbessert zu werden. Ich glaube, wir fangen besser vor der eigenen Tür an zu kehren und belehren danach den Rest des Landes.

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  • Conny68 sagt:

    @Frau Krawall
    Was soll denn der letzte Absatz Deines Textes? Ich weiß ja nicht, in welchen „unseren Kreisen“ Du Dich bewegst… Es gibt doch nun mal leider überall und in jeder Gruppe „geistige Tiefflieger“, die weder Benehmen haben noch Umgangsformen besitzen. Man muss nur mit offenen Augen durch die Welt gehen!
    Und ereifert hat sich hier sowieso niemand – es wurde diskutiert – und zwar sachlich und mit interessanten Argumenten – und wie
    @ Moya – schrieb, sehr unaufgeregt. Und überhaupt Moya – das war ein super Beitrag von Dir, der diese Diskussion wunderbar zusammenfaßt und abrundet.

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  • Frau Krawall sagt:

    @Conny68
    Freut mich, wenn Deine Erfahrungen sich von meinen zu unterscheiden scheinen. Aber ich gehe halt auch mit offenen Augen durch die („unsere“) Welt und da ist nicht alles eitel Sonnenschein. Aber es zeigt sich halt immer einfacher auf andere statt auf sich selbst. Letztlich gehört das aber wahrscheinlich auch gar nicht hier her und das erst recht, wo Du die Diskussion ja in deinem letzten Satz für „wunderbar zusammengefasst“ und abgerundet erklärt hast.
    Und dem folge ich natürlich gehorsam. Amen

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  • 11Lies sagt:

    Unabhängig von Pressefreiheit und der durchaus notwendigen Freiheit von Satire, Kabarett und Comedy ist es eine unverschämte und menschenunwürdige Dreistheit, die Betitelung von Sportlerinnen als Lesben als abwertend zu bezeichnen! Was mit den einleitenden Formulierungen des Blogstellers („sondern _werteten_ auch die sexuelle Ausrichtung der Spielerinnen ab“) durchaus getan wurde.

    Ich sehe das Problem nicht in der Unterhaltungsindustrie, sondern direkt hier.
    Ich stimme quantensprung zu – sehr, sehr bedenkenswert.

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo 11Lies, ich kann nicht nachvollziehen, wie Du aus meiner Formulierung diesen Vorwurf ableitest.

    „Sondern werteten auch die sexuelle Ausrichtung der Spielerinnen ab“, heißt doch nicht, dass ich die Betitelung von Sportlerinnen als Lesben als abwertend bezeichne.

    Was ich aber unstrittig als Abwertung sehe – wie ich eigentlich dachte, verständlich ausgedrückt zu haben -, ist die Formulierung „Lesbenpack“.

    Nochmal im Klartext: „Lesbe“ habe ich in keiner Weise als Abwertung bezeichnet, „Lesbenpack“ hingegen schon.

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  • Frau Krawall sagt:

    @11 Lies
    Wenn ich sehe, wie reflexartig sich hier die Eine/ der Andere diskriminiert fühlen, dann frage ich mich immer, wer hier eigentlich ein Problem mit seiner sexuellen Indentität hat…aber munter wird weiter geschossen mit Kanonenkugeln auf Spatzen, auch wenn so mancher Spatz eine Taube war.

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  • Chrisi sagt:

    Der Witz ist nicht für jeden als Witz verständlich. Er kann als Bestätigung, dafür das Frauenfußball immer etwas mit Lesben zu tun hat, interpretiert werden.

    Also kurz ich finde ihn […].

    Dieser Kommentar wurde von der Redaktion in Übereinstimmung mit den Womensoccer-Leitlinien editiert. Die editierten Stellen wurden mit Auslassungszeichen […] markiert.

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  • Gaby sagt:

    Wir alle kennen doch Geschichten, in denen man, weil man klein und hässlich gemacht wurde bzw. sich so fühlt (oder es möglicherweise sogar ist), dem nächstgelegenen Hund einen Tritt verpasst.
    Wenn aber nun gerade kein Hund vorrätig ist (oder man gar Angst vor dem Nachbarsfifi hat bzw. vor dem Tierschutzverband bezüglich der Konsequenzen), hält man sich gerne an andere, nicht geschützte Arten.

    Getreu ach dem Sprichwort „Wer andere erniedrigt, erhöht sich selbst“ verwenden Pocher und Schmidt einfach in diesem speziellen Fall die Fußballerinnen.
    Die sind talentiert, arbeiten hart und haben zudem auch noch Hirn und Humor. Und einige scheiden gleich von vornherein als mögliche Sexualpartnerinnen für die beiden Krawallmacher aus.

    Also einmal feste getreten- und man fühlt sich als Pocher und/oder Schmidt gleich nicht mehr so klein und/oder hässlich!?!?

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  • Amy sagt:

    Auch im Kabarett sollten Sexismus, Rassismus und Homophobie keine Witzkultur sein. Lesben und Schwule werden auch heute noch diskriminiert, beschimpft, ausgegrenzt. In Südafrika werden Lesben häufig vergewaltigt, das nennt sich dann korrigierende Vergewaltigung . In Nigeria werden lesbische Fußballspielerinnen ausgegrenzt. Lesbische Lebensweise als `schmutzig` dargestellt.
    Der Begriff `Lesbenpack` ist eine miese menschenverachtende Formulierung. Erinnert es nicht an die Begrifflichkeit `Judenpack` der Nazis im Dritten Reich? Damals wurden alle Menschen, die nicht rein Arisch waren, als Pack bezeichnet, wie Zigeuner, Sintis, Roma usw.
    Kennen wir nicht den Begriff `Negerpack`.

    `Lesbenpack` zeigt einmal eine generell Frauenfeindlichkeit und Lesbophobie. Frauen werden hier aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit und aufgrund ihrer lebischen Identität verachtet. Ich finde das furchtbar und beschämend – aber passend in unsere unmenschliche Gesellschaft.

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  • karl sagt:

    Was Schmidt und Pocher da machen hat weder mit Kabarett noch mit Satire was zu tun. Das ist allenfalls Klamauk der das Einschalten nicht wert ist.

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  • unsuwe sagt:

    Da hat aber jemand viel Zeit.

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  • pinkpanther sagt:

    @Amy: Deinem Beitrag ist nichts mehr hinzuzufügen, danke !!!!!!!!!!!!!

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  • Jennifer sagt:

    Im Tagesspiegel gab es jetzt zur WM einen ganz guten Beitrag, wie ich finde: http://j.mp/p8Si0O

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  • Mika sagt:

    @Jennifer:

    Klasse Beitrag. Sollten alle lesen. So oft wird das eigentliche Problem verfehlt. Die Frage lautet nicht: „Sind Fußballerinnen schwul?“ sondern „Warum befassen wir uns überhaupt damit?“

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