Frankfurt fehlt die Frische – TeBe wieder Spitze

Von am 28. April 2008 – 15.07 Uhr 2 Kommentare

Tanja Wörle (re.) im Duell mit Birgit PrinzPer aspera ad astra – auf rauen Pfaden zu den Sternen – heißt eine lateinische Redewendung, die in diesen Tagen ganz gut auf Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Frankfurt zu passen scheint.

Denn die körperliche und mentale Frische ist den Spielerinnen des deutschen Meisters und frisch gebackenen Pokalsiegers nach dem Gewinn des ersten von drei angestrebten Titeln, dem DFB-Pokalsieg in Berlin, ein wenig abhanden gekommen.

Und so konnte das Team von Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks nach 90 anstrengenden Minuten unter frühsommerlichen Bedingungen zufrieden sein, dass beim verdienten 2:1-Auswärtssieg beim TSV Crailsheim vor 1.017 Zuschauern am Ende nicht eingeplante Punktverluste vermieden werden konnten.

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Zwar waren die Gäste Spiel bestimmend, doch es dauerte 76 Minuten, bis das erlösende 1:0 fiel. Und es bedurfte eines von Birgit Prinz verwandelten Handelfmeters, um die Überlegenheit auch zahlenmäßig ausgedrückt zu sehen. „Natürlich war der Zeitpunkt spät“, räumt Tritschoks ein, „aber wir haben das Spiel klar dominiert.“

Rottenberg hält FFC auf Kurs
Das stimmt, doch mit etwas Pech hätte der FFC auch im dritten Spiel in Folge in Rückstand geraten können, denn Crailsheims Julia Manger im Alleingang und Anika Höß im Nachschuss vergaben beim Stand von 0:0 die große Führungschance, als sie jeweils an Frankfurts Torhüterin Silke Rottenberg scheiterten (50.).

Ein Eigentor von Daniela Held (83.) nach scharfer Hereingabe von Petra Wimbersky sorgte für die Entscheidung zugunsten des UEFA-Pokal-Finalisten, Bettina Grossmann erzielte in der Schlussphase den Ehrentreffer für die Gastgeberinnen (88.).

Mit dem Sieg übernahmen die Hessinnen mit einem Punkt Vorsprung die Tabellenführung gegenüber dem FCR 2001 Duisburg. Doch die drei Spiele innerhalb von acht Tagen sind dem FFC offenbar mehr an die Substanz gegangen, als man das vorher erwartet hätte, seit 195 Minuten hat das Team aus dem Spiel heraus keinen Treffer mehr erzielt. „Wir sind froh, dass wir aus der englischen Woche mit Höhen und Tiefen als Tabellenführer hervorgegangen sind“, so FFC-Manager Siegfried Dietrich.

Stressiges Programm
Doch für Frankfurt bleibt keine Zeit zum Verschnaufen, denn zwischen Donnerstag und Sonntag stehen in der Bundesliga schon die nächsten beiden Auswärtsspiele auf dem Programm. Zunächst geht es in Bayreuth gegen den FC Bayern München, danach zum im Aufschwung befindlichen SC Freiburg, der im Kampf gegen den Abstieg jeden Zähler dringend benötigt. Durchhaltevermögen ist also genauso gefragt, wie eine geschickte Einteilung der Kräfte.

Crailsheims Trainer Andreas Haferkamp war trotz der Niederlage zufrieden: „Meine Mannschaft hat ein sehr gutes Spiel mit viel Herzblut und Leidenschaft gezeigt. Wir hätten einen Punkt verdient gehabt. Dass ein unglücklicher Elfmeter den Frankfurter Sieg einleitet ist natürlich bitter, denn es wäre sonst fraglich gewesen, ob der FFC aus dem Spiel noch ein Tor geschossen hätte.“

TeBe zurück in der Erfolgsspur
Mit einem verdienten 3:0 (2:0)-Sieg gegen Victoria Gersten im Nachholspiel des 17. Spieltags hat Tennis Borussia Berlin die Tabellenspitze in der 2. Frauenfußball-Bundesliga Nord zurückerobert und sich für die Niederlage in Oldesloe eine Woche zuvor rehabilitiert.

Bereits früh sorgte Torhüterin Corudla Busack, die erneut als Stürmerin eingesetzt wurde, mit einem Kopfballtreffer für die Führung. Aus acht Metern versenkte sie die Hereingabe von Nadine Sandmann im langen Eck. Mit dem frühen Tor im Rücken drängte TeBe weiter.

Victoria Gersten hatte deutliche Mühe sich zu befreien und kam nur selten über die Mittellinie. Ilka Heyke sorgte zehn Minuten vor der Halbzeit mit ihrem ersten Saisontreffer für das 2:0. Abermals leistete Sandmann die Vorarbeit.

Überlegene Berlinerinnen
Nach dem Wechsel kam Gersten etwas besser ins Spiel, ohne sich jedoch Möglichkeiten zu erarbeiten. Spätestens mit dem dritten Treffer durch Senem Özer auf Vorlage von Chantal Hoppe und Kerstin Straka war die Partie entschieden. Erst wenige Minuten vor Ende hatte Gersten mit einem Freistoß an den Pfosten eine gute Torchance.

TeBe-Trainer Sven Thoß erklärte: „Wir haben die ersten 60 Minuten überlegen agiert. Nach der starken ersten Halbzeit hatte ich nie das Gefühl, dass das Spiel noch kippt.“ Gerstens Trainerin Marina Reisinger meinte: „Das Spiel haben wir in der ersten Halbzeit verloren. Die Einstellung der Mädels hat mir überhaupt nicht gefallen. Sie haben nicht mal die Hälfte ihres Potentials gezeigt.“

Lok feiert dritten Sieg in Folge
Der 1. FC Lokomotive Leipzig hat auch sein drittes Spiel hintereinander gewonnen. Gegen Bundesliga-Absteiger Heike Rheine gab es einen 4:2 (3:1)-Erfolg. Nach etwas nervösem Beginn übernahmen die Gastgeberinnen schnell das Kommando, Susann Erber schon nach Vorarbeit von Susann Heuser zum 1:0 ein (12.). Der Leipziger Motor kam nun richtig in Schwung, Karoline Aulrich (18.) und Peggy Kuznik (28.) sorgten früh für die Vorentscheidung.

Ines Reinicke sorgte aber noch vor der Pause mit dem Anschlusstreffer für Hoffnung bei den Gästen (40.). Doch Erber stellt mit ihrem zweiten Treffer den Drei-Tore-Abstand wieder her (53.). Die wacker kämpfenden Gästespielerinnen gaben sich jedoch nicht geschlagen, Ana Bizarro erzielte den zweiten Treffer (61.), doch zu mehr reichte es nicht mehr für das Team, das die Zugehörigkeit zur 2. Bundesliga trotz der engagierten Leistung wohl kaum noch retten kann.

SC Regensburg verliert erneut
In einem Nachholspiel vom 15. Spieltag gewann der TuS Köln rrh. in der 2. Frauenfußball-Bundesliga Süd beim SC Regensburg 4:2 (1:2). Susanne Beer (11.) hatte die Gäste in Führung gebracht. Daniela Siedler (25.) und Anna Friedrich (37.) drehten die Partie zugunsten der Gastgeber. In der zweiten Halbzeit machten dann aber Kornelia Kummer (65.), Maren Henseler (85.) und erneut Beer (90.) den Kölner Sieg perfekt. Für die Regensburgerinnen rückt nach der neuerlichen Niederlage der Abstieg immer näher.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • schmidt sagt:

    Frankfurt muß auf zu vielen Hochzeiten tanzen. Was zu viel ist, zeigt mehr und mehr Wirkung beim 1. FFC Frankfurt. Frankfurt kann sich sicher noch berappeln.

    Jede Siegesserie kann und muß einmal reißen, vielleicht ein Dämpfer zur rechten Zeit!

    Es ist schon irre,
    wie unbedarft die „coolen“ FC Bayern Mädels in Bayreuth sich nicht die Butter vom Brot haben nehmen lassen. 16 Spiele mußten sie bislang gegen Frankfurt bestreiten, um erst heute im 16. Aufeinandertreffen gegen den 1. FFC Frankfurt den 1. Sieg zu schaffen und ihnen die wohl eingeplanten 3 Punkte zu rauben.

    Bislang gab es 16 Begegnungen von den „kessen“ Mädels des FC Bayern München und des 1.FFC Frankfurt.

    Davon waren es:
    14 Siege vom 1.FFC Frankfurt
    1 Remis
    1 Sieg FC Bayern München heute am 1. Mai 2008

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  • ????? sagt:

    aber hallo und jetzt überleg mal wenn bayern nicht gegen den letzten und vorletzten verloren hätte oder der unnötige punktverlust gegen den hsv
    die würden ganz vorne mitspielen wartet noch ein zwei jahre dann sind die ganz vorn dabei wetten??

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