Ein bisschen mehr Selbstkritik bitte, Frau Schneider!

Von am 21. April 2008 – 14.38 Uhr 17 Kommentare

Einlauf der Teams und des Schiedsrichtergespanns beim DFB-Pokalfinale 1. FC Saarbrücken gegen 1. FFC Frankfurt„Errare humanum est“ (Irren ist menschlich) heißt ein altes lateinisches Sprichwort. Und in diesem Sinne will ich auch gar nicht auf Daniela Schneider, der Schiedsrichterin des DFB-Pokalfinales der Frauen rumhacken, obwohl sie am Samstag bei einigen Entscheidungen nicht gerade einen glücklichen Tag erwischt und – frei nach Voltaires „Candide“ gesprochen – sicherlich nicht die beste aller möglichen Schiedsrichterinnenleistungen gezeigt hat.

Natürlich war sie im Wissen um die Fans im weiten Rund des Berliner Olympiastadions und die 3,46 Millionen Zuschauern vor den Fernsehschirmen sicherlich auch nervös. „Als die Nationalhymne erklang, habe ich sogar Gänsehaut bekommen“, sagt Schneider, die seit 14 Jahren als Schiedsrichterin tätig ist und seit 2003 Spiele der Frauenfußball-Bundesliga und der Männer-Landesliga leitet.

Doch noch mehr als die Fehlentscheidungen während des Spiels hat mich die unerträgliche Leichtigkeit geärgert, mit der die 31-Jährige aus Limbach-Oberfrohna nach der Partie über ihre eigenen und die Fehler ihres Schiedsrichterinnengespanns etwas zu lapidar hinweg ging.

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„Für mich ist das das Highlight der Saison“, hatte Schneider vor dem Spiel gesagt. Denn in der Vergangenheit war sie nur als vierte Schiedsrichterin oder Assistentin beim DFB-Pokalfinale dabei, aber noch nie als Hauptverantwortliche.

Tore des DFB-Pokalfinales im DFB-Video
Fotos zum DFB-Pokalfinale
Spielbericht von Womensoccer
Spielbericht von Fansoccer

Nach gerade einmal 70 Sekunden leistete sich das von Schneider angeführte Schiedsrichterinnengespann den ersten und eklatantesten Fauxpas, als es ein Tor von Kerstin Garefrekes „übersah“, deren Schuss deutlich die Torlinie passiert hatte, bevor der Ball von Saarbrückens Natalie Budge geklärt wurde.

Uneingespieltes Schiedsrichterteam
Vielleicht lag es ja daran, dass das Team nicht aufeinander eingespielt war. Denn erst eine Woche zuvor hatte Schneider in der Bundesligapartie TSV Crailsheim gegen Bayern München erstmals zusammen mit einer ihrer Assistentinnen gearbeitet.

„Wir sind sonst alle Schiedsrichter und haben deshalb noch nie gemeinsam ein Spiel geleitet“, erklärt Schneider, die als 17-Jährige ihre Schiedsrichterinnenlaufbahn begann, in ihrer aktiven Zeit aber mehr zum Handball tendierte.

Doch warum lässt der Deutsche Fußball-Bund (DFB) ein uneingespieltes Team das wichtige DFB-Pokalfinale leiten?

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„Wir sind ein Schiedsrichter-Team. Insofern will ich diese Fehlentscheidung nicht meiner Assistentin allein anlasten. Aus meiner Sicht stand sie nicht so schlecht, dass sie es nicht hätte sehen können“, räumt sie den Fehler im Interview mit der „Freien Presse“ zwar ein, ohne aber explizit die eigene Verantwortung zu übernehmen.

Fehler bleibt Fehler
Und lässt eine seltsame Auffassung folgen: „Wir hatten Glück, dass es ein Tor für die Frankfurterinnen war. Deshalb wäre es fatal gewesen, wenn Saarbrücken am Ball gewesen wäre.“ Macht dies den Fehler etwa weniger schlimm? In meinen Augen eine arrogante, unangemessene und inakzeptable Einschätzung einer Unparteiischen. War der Fehler also weniger dramatisch, weil eh klar war, dass Frankfurt noch fünf Tore schießen und das DFB-Pokalfinale locker gewinnen würde?

Denn der Fehler als solcher bleibt ärgerlich, egal welches Team den Schaden davontrug, zumal der Ball so deutlich die Torlinie passiert hatte, dass die Beobachter auf der Tribüne nicht einmal die Wiederholung der TV-Bilder hätten zu Rate ziehen müssen. „Das Tor war ja nicht Spiel entscheidend.“ Doch sollte man sich als Schiedsrichterin wirklich mit solchen Worten trösten? „Fehlentscheidungen sind immer Mist“, räumt Schneider immerhin ein.

Fragwürdige Entscheidungen
„Aber insgesamt hat das Lob überwogen“, so ihre gleichermaßen erstaunliche wie unangemessene Freude. Zwar hatte Schneider das Spiel insgesamt im Griff, doch das nicht gegebene Tor war beileibe nicht die einzige fragwürdige Entscheidung der Lehrerin für Sport und Deutsch am Chemnitzer Sportgymnasium.

Auch der Elfmeterpfiff für den 1. FFC Frankfurt nach einem Laufduell zwischen Birgit Prinz und Josephine Henning, das nach meiner Einschätzung eher mit einem Stolperer oder Einfädler denn mit einem Foul endete, war zumindest sehr zweifelhaft. „Als Schiedsrichterin habe ich nur den Bruchteil einer Sekunde Zeit, die Szene richtig zu bewerten.“ Was leider auch in einigen anderen Situationen weniger gut klappte.

Etwa in der 36. Minute bei einem heftigen Foul der Saarbrückerin Vicky Hinsberger von hinten in die Beine von Birgit Prinz, wo sie es bei einer Ermahnung beließ, obwohl eine Gelbe Karte Minimum gewesen, bei strenger Regelauslegung sogar die Rote Karte denkbar gewesen wäre. Gelb sah dafür später Henning nach einem Allerweltsfoul.

„Fußball ist letztlich Volkssport. Er lebt von den Diskussionen, die man darüber am Stammtisch führen kann“, sagte die Schiedsrichterin vor dem Spiel. Mag sein, Frau Schneider, doch ein wenig mehr Selbstkritik in der Beurteilung der eigenen Leistung darf es nach meinem Geschmack schon sein.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

17 Kommentare »

  • Sarah1988 sagt:

    Ich finde diesen Artikel sehr gelungen! Ich war schockiert über ihre Selbsteinschätzung und auch über Sätze wie z.B.
    „Schneider: Gleich nach dem Spiel war im Hotel ein Treffen der Bundesliga-Schiedsrichter, an dem der komplette Schiedsrichter-Ausschuss teilnahm. Da ist das natürlich auch ausgewertet worden. Aber insgesamt hat das Lob überwogen.“
    Lob wofür? Für ein nichtgegebenes Tor oder wirklich grenzwertige Entscheidungen?? Karten sind dazu da, um Gebrauch von ihnen zu machen und net um sie nach dem Spiel zu verschenken!
    Das Foul von Hinsberger an Birgit Prinz, die selten fällt auf Grund von Fouls, war mehr!!!! als grenzwertig. Die Gelbe wäre hier das MINIMUM gewesen, denn Hinsberger hat klar eine Verletzung von Birigt in Kauf genommen. So etwas ist GROB unsportlich.
    Zudem ist Frau Schner ebenfalls im Spiel TSV Craislheim – Bayern München sehr negativ durch eine schlechte Schirileistung aufgefallen. Vllt. sollte die Gute nochmal ein paar Lehrgänge machen, bevor sie wieder den Platz betritt.

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  • Marcel sagt:

    Ich weiss nicht bei dem nicht gegebebnen Tor das hätte auch einem Bundesligaschiri passieren können natürlich wars ne Fehlentscheidung aber zwischen Ball und Linienrichterin stand ja Budge die den Ball weggehauen hat so war der Blickwinkel der Linienrichterin auf den Ball teilweise versperrt so würde ich sagen unglücklich gelaufen.
    Das Foul von Hinsberger seh ich aber auch so das war schon dunkel Gelb.

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  • oliist sagt:

    Ich nehme mal an das Lob kam von Saarbrücker Seite,die wäre mit nur noch acht Feldspielerinnen bzw. dem nicht gegebenen Tor wohl zweistellig untergegangen.So aber waren Stadionkulisse und Leistung des Schiedsrichtergespanns immerhin mit nur einem Adjektiv zubeschreiben:indiskutabel.
    Und warum nur scheint es allen Verantwortlichen nicht in den Sinn zukommen auch mal männliche Schiedsrichter in dem ein oder anderen Topspiel einzusetzen.Von gemischten Schiedsrichtereams bei einem Frauenspiel will ich erst garnicht anfangen zu träumen.

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  • Max Diderot sagt:

    Für mich ist die teilweise Häme, mit der die Leistung der Schiedsrichterin interpretiert wird, nicht nachvollziehbar. Natürlich sind die Referees keine sakrosankten Individuen, aber der Gesamteindruck den die unparteiischen Damen (bei mir) hinterlassen haben, war überwiegend in Ordnung. Und das ist doch das Wesentliche.
    Wenn sich mehr als zwei Dutzend Damen an einem Samstagnachmittag zur körperlichen Ertüchtigung vor minimal gefüllten Rängen treffen, bleibt während und nach dem Match nur ein Bruchteil der Aktionen in Erinnerung. Neben den Toren sind es dann die (Fehl-) Entscheidungen der Schiedsrichter-Equipe. Dabei ist doch, nehmen wir einen jeweiligen proportionalen Wert, die Trefferquote der Referees (in den allermeisten) Fällen höher als jene der kickenden Damen und Herren. Will sagen: Hat ein Schiedsgespann beispielsweise 30 Aktionen im Spiel zu pfeifen, und trifft dabei zweimal eine falsche Entscheidung, so ergibt sich ein Fehlerquotient von 6,66%. Umgekehrt gelingt es vielen Teams erst nach unzähligen Versuchen einen Treffer zu erzielen. Ich habe keine Statistik beim Pokalendspiel geführt – aber nehmen wir an, die Frankfurterinnen hätten zehn Torchancen gehabt. Davon verwandelten sie fünf. Sie erzielten also eine Erfolgsquote von 50%. Da die Schiedsrichter nicht bemüssigt sind, selbst Treffer erzielen zu dürfen, darf man ihnen doch zumindest die korrekt getroffenen Entscheidungen zubilligen. Bei dem zuvor genannten Beispiel (30 Aktionen und zwei Fehlentscheidungen) 93,33%.
    Die moderne Form des deus ex machina sitzt (fest oder frei beschäftigt) in den Redaktionen der Rundfunkanstalten. Nach strittigen Entscheidungen gibt es die Zeitlupen (neudeutsch: slowmotion) als angeblich höchste Gerechtigkeitsinstanz. Aber kann nicht die Technik auch irren? Denn die kann nur so gut sein, wie jene Person, die sie bedient. Und dabei hängt auch viel von der Position der Kameras und der korrekten Eingabe der Spielfeldkoordinaten in das PC-Programm ab.
    Der Hoffenheimer Trainer Ralf Rangnick hat dem Fußballmagazin „11 Freunde“ ein interessantes Gespräch gegeben. Am Ende dieser Konversation spricht er sich, bei strittigen Entscheidungen, für den Videobeweis aus und schließt mit den Worten „Ich bin mir sicher: In zehn Jahren werden wir über die aktuelle Diskussion herzlich lachen.“

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  • Markus Juchem sagt:

    @oliist und Max

    Also indiskutabel fand ich die Leistung des Schiedsrichtergespanns nicht, so wollte ich das auch nicht rübergebracht haben. Aber wer in einigen Schlüsselszenen Fehlentscheidungen trifft, sollte sich zumindest im Nachhinein ernsthaft damit auseinandersetzen und es nicht mit einem lockeren Handschlag vom Tisch zu wischen versuchen. Und so kam zumindest bei mir die Tonart des Interviews mit Daniela Schneider rüber.

    Man hätte ja auch möglicherweise folgende Sätze im Interview lesen können: „Es tut mir Leid, dass durch meine Fehlentscheidung das Spiel eine andere Wendung hätte nehmen und ich den Verlauf maßgeblich hätte beeinflussen können. Ich werde mich mit meinen Assistentinnen zusammensetzen und das Spiel noch einmal genau analysieren, damit wir das Risiko solcher Fehlentscheidungen in Zukunft minimieren können.“

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  • Jens sagt:

    Es ist leider Gottes ja genau das Problem ind er 1. und 2. Bundesliga. Den wenigen guten Schiedsrichterinnen steht leider eine viel zu große Zahl an viel zu schnell hochgepuschten Damen gegenüber. Und was Herr Juchemhauptsächlich meint sind nicht Fehler an sich, sondern wie geht man damit um. Wir erleben es Spiel für Spiel, arrogante Schiedsrichterinnen, die sich am Ende auch noch beweihräuchern lassen. Nur hier ist es halt mal ans Tageslicht gekommen, was, zumindest in der 2. Bundesliga Alltag ist. Auch hier sollte der DFB dringend andere Maßstäbe ansetzen, und tatsächlich nur die besten Frauen Pfeifen lassen und nicht auf Zwang jede gleich hochzupuschen.

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  • Detlef sagt:

    @Max,
    ich weis nicht wo Du hingesehen hast, aber die Leistung des Schiri-Gespanns tat förmlich weh!!! Und diesmal war mein Blick nicht durch TURBINE getrübt, sondern man sah auf beiden Seiten eine mangelhafte Vorstellung der Damen in Rot/Schwarz!!! Da wurde geschoben und festgehalten, für Frau Schneider aber kein Grund, irgendetwas zu unternehmen!!! Frau Prinz bekam wieder ihren „Bonus-Elfer“ geschenkt!!! Für ein klares, fast Rotwürdiges Foul, gabs nicht mal eine gelbe Karte??? Für vergleichsweise harmlose Aktionen, zückte sie gleich 2x GELB!!!
    Und dass sie zu keinerlei Selbstkritik fähig ist, zeigt eigentlich das ganze Debakel der Unparteiischen im FF!!!

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  • Max Diderot sagt:

    Hallo Detlef, schön, wieder Deine Meinung zu vernehmen. Ich gehe davon aus, da ich meine Ansicht zur Schiedsrichterleistung des DFB-Pokalfinales kundtat, auch ebendies angesehen zu haben. Im Zweifel gäbe es auch Zeugen dafür.
    Ich bin weit davon entfernt, den Referees nicht zugestehen zu wollen, dass sie Fehler machen. Nur haben weder Du noch ich eine Deutungshoheit darüber. Und ich meine auch, dass es der Zurückhaltung der Zuschauer obliegt, keine finale Interpretation über die Regelauslegung anstellen zu wollen. Tatsachenentscheidungen geschehen impulsiv und intuitiv, wir, die Zuseher oder auch die Reporter, sehen erst in einer retrospektiven Interpretation (oder auch durch eine Art unbewusster Manipulation via TV) die entscheidenden Szenen mehrmals. Möglicherweise bin ich ja blauäugig, aber ich kann an den aktuellen Schiedsrichterleistungen keinen Hoyzerismus erkennen, also die willentliche Beeinflussung von Matches.

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  • Rosa sagt:

    Eine Kritik in Richtung Selbsteinschätzung sollte auch die mediale Repräsentation dieser mit einbeziehen. Oder wurde persönlich mit Frau Schneider gesprochen? Der Rahmen der Darstellung sollte selbst dann thematisiert werden.
    Eine Kritik in Richtung Schiedsrichterentscheidung sollte mit Kategorien wie „richtig“ und „falsch“ vorsichtig sein. Jeder Teilnehmer auf dem Fußballfeld versucht sein Bestes zu geben und macht logischerweise auch Fehler. In den Sekundenbruchteilen einer Aktion eine Entscheidung zu treffen ist eine wichtige und undankbare Aufgabe, insbesondere wenn andere zuschauen (darum weiß jeder, der schon einmal in der Position war). Und kein Mensch ist (zum Glück) in der Lage diese Entscheidungen immer „richtig“ zu treffen. Unglücklicherweise diktieren uns die Zeitlupen was richtig und was falsch ist. Unglücklicherweise, weil wir uns keine eigene Meinung mehr bilden, wie es die Akteure auf dem Fußballplatz tun müssen. Ein Unparteiischer ist nicht nur zwingend notwendig, seine Entscheidungen sind auch maßgeblich beteiligt an der sportlichen, ästhetischen, inszenatorischen Entwicklung eines Spiels. Jeder soll über die Leistung eines Schiedsrichters sprechen aber die Macht des medialen Rahmens und seiner Instrumente, sowie die Beteiligung von Spielern und Schiedsrichtern an einem Spiel als Ganzem nicht außer Acht lassen.
    Schiedsrichter als maßgeblich mitwirkende Akteure eines Spiels. In der Hinsicht den Einsatz von männlichen Schiedsrichtern zu fordern verhärtet die Kategorisierung. Den Einsatz von männlichen Schiedsrichtern in Topspielen zu fordern kommt fast einer Verachtung gleich. Jeder Schiedrichter entscheidet auch mal „falsch“, ob männlich oder weiblich. Man muss nicht sofort wieder die männlich „unfehlbare“ Fußballmacht heranziehen.

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  • oliist sagt:

    @Rosa
    Mir ging es nicht um irgendwelche aus dem mannsein heraus automatisch resultierende Qualität,sondern schlicht um die Tatsache,daß es mehr(wenn auch nicht viele) männliche gute Schiedsrichter gibt,was wiederum der Realität geschuldet ist.Nämlich das weibliche Schiedsrichterkultur noch relativ jung ist und ebenso relativ dem männlichen Schiedsrichtertum sowie den weiblichen Fussballern(noch) insgesammt ein gutes Stück weit hinterherhinkt.Quali- wie quantitativ.Wie beim weiblichen Fussball auch,ist es aber nur eine Frage der Zeit,bis sich diese Unterschiede angemessen relativieren.
    Bei meiner ersten Aussage hatte ich also keine himmelblaue und sexistisch angehauchte Brille auf,wie sonst sollte Frauenfussball mich seit Jahren viel stärker begeistern als sein männliches Gegenstück? 🙂
    Ich hoffe alle eventuellen Missverständnisse ausgeräumt zu haben,antworte aber gerne auf weiter Fragen.
    MfG

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  • Idgie-Jonsi-Fan sagt:

    Also ich frage mich immer noch wie man zu einem Pokalfinale eine Schiedsrichterin einteilen kann, in deren Spielen es regelmäßig und erst in kürzesten Abständen Schwerverletzte gab?!! :-/
    An der Verletzung von Renate Lingor gebe ich in erster Linie dem Schiedsrichtereinteiler und der Schiedsrichterin selbst schuld!!!! Es gab in der ersten Halbzeit mehrere Situationen in denen sie gelb zeigen muss und das Foul an Birgit Prinz war sogar dunkelgelb bis rot!!! Wenn die SRin diese fälligen Karten zeigt, eskaliert das Spiel niemals und es wird auch nicht so überhart eingestiegen wie das in der 70. Minute der Fall war… 🙁 Traurig, traurig… :-/

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  • Rosa sagt:

    Ich möchte niemandem, der sich in diesem schönen Blog bewegt einen himmelblauen oder sexistischen Blick unterstellen, aber hier dennoch eine Frage.
    Die weibliche Schiedsrichterkultur entwickelt sich sicherlich mit dem Frauenfußball, dem man ja auch nachsagen kann, dass Qualität wie Quantität jung und sich in der Entwicklung befinden. Ich hoffe niemand widerspricht mir, wenn ich sage, dass es Schiedsrichterinnen in Deutschland gibt, die der nationalen Spielklasse von Bundesliga bis Pokal gewachsen sind. Genauso widerspreche ich nicht, dass das Schiedsrichtertum ein quantitativ männlich dominierter Bereich ist (mit Sicherheit auch zu Schulden der weit verbreiteten konservativen Grundhaltung der „Obmänner“). Aber entzieht man nicht den Schiedsrichterinnen, die Klasse und Erfahrung vorweisen können, und eben jenen, die sich auf dem Weg dorthin befinden ihren Anspruch auf eine gewisse Position, wenn man sie auf der hohen nationalen Bildfläche durch Männer austauscht? Gemischte Schiedsrichterteams, eine sehr schöne Vorstellung, aber dann bitte unabhängig von dem Geschlecht der Liga. Und braucht nicht auch Schiedrichternachwuchs ein Beispiel, eine Perspektive? Außerdem ist die Förderung für junge Schiedsrichterinnen nicht kleinzureden, jeder, der etwa dem Duisburger Länderpokal schon einmal beiwohnte, wird gesehen haben, dass dieses Turnier auch für Schiedsrichterinnen ist, die ebenso trainiert und beobachtet werden.
    Max hat recht: es gibt einige wenige Aktionen, die im Gedächtnis bleiben. Und das ist immer so, überall (egal welcher Sport, egal welches Geschlecht).
    Implizit klingt deine Aussage für mich wie: der Mann kann das eben besser als die Frau.

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  • oliist sagt:

    Wie schon gesagt,so wollte ich es nicht verstanden wissen.
    In meinem ersten Beitrag war ich sicherlich nicht der Differenziertesten einer,womöglich auch aus Ärger über die nicht einmal mit gelb geahndeten überharten Fouls an Prinz & Lingor.Mea culpa.
    Wenn überhaupt ist ein Mann nicht besser weil er ein Mann ist,sondern weil die Selektionsprozesse bei männlichen Schiedsrichtern schon etwas länger existieren(logischer Weise).
    Ansonsten kann ich mich deinen Argumenten nur anschliessen und hoffe,daß du mir glaubst,wenn ich dir versichere,daß mein Denken & Fühlen frei sind von dogmenhaften Frauen/Männer sind-halt-so Unsinn.

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  • Detlef sagt:

    Natürlich machen Schiris Fehler!!! Auch die besten ihres Standes, sind nicht unfehlbar!!! Aber der Unterschied zwischen einem guten, und schlechten Schiri, ist die Anzahl der Fehler in einem Spiel!!! Ich unterstelle keiner Schiedsrichterin/Linienrichterin, dass sie ihre Fehler absichtlich begeht!!! Für „Hoyzerismus“ ist der Anreiz einfach zu klein, wer setzt schon Millionen auf den FF??? NEIN, daran liegt es nicht, sondern das GROS unserer Schiedsrichterinnen ist einfach SCHLECHT!!! Und es ist ihr Job, Entscheidungen im Sekundenbereich treffen zu können!!! Dafür wurden sie ausgebildet!!! Mir hat schon so mancher gesagt, „Dann mache Du es doch besser“!!! Ich habe aber keine Ausbildung, und eine gewisse Begabung gehört sicherlich auch dazu!!! Ich habe schon oft den Spruch gehört (zuletzt in Hamburg), mit einem Mann wäre das nicht passiert!!! Das ist natürlich Blödsinn, denn unter den männlichen Schiris, gibt es genau solche „Blindgänger“, wie bei den Frauen!!! Der Unterschied besteht lediglich darin, dass diese männlichen „Flachfeilen“, niemals bis in die Erste- und ZWEITE Liga kommen werden!!! Beim FF ist dies aber Gang und Gäbe, das ist unser aller DILEMMA!!! Und zum Thema Fortbildung der Unparteiischen,
    Na klar ist das WICHTIG, WICHTIG, WICHTIG, WICHTIG!!!
    Und wer es nicht gebacken kriegt, der kann ja noch Verbandsliga pfeiffen!!! Dort ist das Tempo nicht so hoch wie in den oberen Ligen!!! Für mich ist die mangelnde Qualität bei den Schiedsrichterinnen, ein nicht zu unterschätzender Bremsklotz, wenn es darum geht, den FF noch professioneller machen zu wollen!!!
    Natürlich gibt es auch unter den Schiri-Frauen ein paar LICHTGESTALTEN!!! Elke Günthner, und Christine Beck, gehören für mich dazu, mit Abstrichen Bibiana Steinhaus!!! Hier ist der DFB gefordert, diesen DREI noch einige Weitere folgen zu lassen!!!

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  • helena sagt:

    Endlich sind wir mal einer Meinung, Detlef :-). Je schlechter die Leitung des Spiels, desto stärker leidet das Spiel – selbst in den tempoärmeren Spielen der unteren Ligen.
    Fehler müssen benannt und behoben werden, und das geht nur mit Schulungen. Wer „oben“ pfeifen will, muß über ein ausreichendes Maß an Selbsterkenntnis verfügen und willens sein, immer wieder nicht nur an der Fitness, sondern der speziellen „Technik“ des Schiedsrichterseins zu feilen.

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  • Markus Juchem sagt:

    Vielen Dank an alle für die interessante Diskussion zum Thema Schiedsrichterinnen, die sich hier entwickelt hat. Ich nehme dies als Anregung und zum Anlass, demnächst einmal einen Beitrag über die Schiedsrichterinnen zu verfassen, in Richtung Ausbildung, Fortbildung, Probleme etc. oder ein Interview zu diesem Thema zu führen.

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  • Detlef sagt:

    @Markus,
    gute Idee, vielleicht machst Du auch gleich ein Interview draus, mit einer Schiedsrichterin???

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