Prinz und Pohlers kritisieren Pokalfinale in Berlin

Von am 20. April 2008 – 11.10 Uhr 21 Kommentare

Conny Pohlers und Birgit PrinzDer Beitrag „Das Pokalfinale muss weg aus Berlin“, indem ich am Freitag dargelegt habe, warum meiner Meinung nach das DFB-Pokalfinale der Frauen zum Wohle des Frauenfußballs an einem anderen Standort ausgetragen werden sollte, ist auf breite Resonanz gestoßen, wie Eure zahlreichen Kommentare belegen.

Seit gestern hat das Thema eine neue Dimension erhalten, denn erstmals äußerten sich auch einige der Top-Spielerinnen kritisch zum Austragungsort, nachdem die traurige Geisterkulisse von zu Beginn rund 3.000 Zuschauern beim DFB-Pokalfinale zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem 1. FC Saarbrücken auch den Akteurinnen auf dem Rasen nicht mehr verborgen blieb.

Und so machten keine Geringeren als die dreifache Weltfußballerin Birgit Prinz und ihre Teamkollegin Conny Pohlers ihrem Ärger unverhohlen Luft.

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Trotz des neuerlichen Pokalsiegs wirkte Prinz direkt nach Spielende angefressen. In ihrer ungekünstelten Art machte sie klar, dass für sie in ihrem bereits elften DFB-Pokalfinale der Reiz des Berliner Olympiastadions als Austragungsstätte seine Wirkung inzwischen verfehlt.

Schelte von Birgit Prinz
„Mir ist ein gut besuchtes Länderspiel lieber“, raunzte sie einer Handvoll Medienvertretern in den Katakomben des Berliner Olympiastadions entgegen, auch auf die Pressekonferenz hatte sie keine rechte Lust, so dass dort schließlich Tina Wunderlich und Conny Pohlers einspringen mussten.

Dass andere das Spiel gerne weiterhin als Doppelveranstaltung sehen würden, kommentierte Prinz mit den Worten: „Es gibt immer mehrere Meinungen.“ Und sie bekam nur wenige Minuten später Rückendeckung von einer Teamkollegin. „Ich stimme Birgit da voll und ganz zu. Ich würde auch lieber in einem kleineren Stadion spielen mit Fans, die für uns da sind“, so die zweifache Torschützin Conny Pohlers.

Wirtschaftliche Abwägungen
Doch vor allem aus wirtschaftlichen Gründen ist ein Weggang aus Berlin umstritten. Die beiden Finalisten erhalten jeweils 70.000 Euro aus TV-Einnahmen. Eine Menge Geld für einen Frauenfußball-Bundesligisten. „Man muss dann einfach in Kauf nehmen, dass nicht so viele echte Fans da sind“, meint FFC-Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks, der glaubt, dass bei einem separaten Pokalfinale das Interesse des Fernsehens erlahmen könnte.

„Dann würde das Spiel vielleicht nur noch im Regionalprogramm übertragen werden“, so die Befürchtung Tritschoks. Doch abgesehen von ökonomischen Aspekten meint er: „Sportlich würde ich zu einem eigenständigen Finale sofort ja sagen.“ Auch FFC-Manager Siegfried Dietrich räumt ein: „Uns steht nur ein kleines Kartenkontingent zur Verfügung.“ 1.250 Tickets erhielt jeder der beiden Finalisten, so dass nur ein Bruchteil der Fans beider Vereine seinem Team vor Ort die Daumen drücken kann.

DFB hält sich bedeckt
Eine ganze Menge Gründe sprechen inzwischen für ein eigenständiges Pokalfinale, doch beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) steht man den Umzugsgedanken derzeit (noch) eher skeptisch gegenüber. Hannelore Ratzeburg, DFB-Vizepräsidentin für Frauen- und Mädchenfußball, erklärt gegenüber Womensoccer.de: „Wir haben das Thema mit den Bundesligavereinen ja bereits diskutiert, aber man hält einen Umzug für verfrüht. Die Spielerinnen fahren gerne nach Berlin und in anderen europäischen Ländern beneidet man uns um diese Doppelveranstaltung. Und auch in den Familien hat es Tradition, dass man gemeinsam vor dem Fernseher das Frauenfinale und das Männerfinale anschaut. Wir hoffen auch, dass die Leute in den Stadien die Eintrittskarte für beide Spiele nutzen, aber wir können niemanden zwingen“, so Ratzeburg.

Ein eigener Austragungstermin würde möglicherweise mit anderen sportlichen Großereignissen kollidieren, so die Befürchtung Ratzeburgs. Zudem müssten die Medien erst für eine derartige Idee begeistert werden. „Hier sind diese bereits in einer Fülle vorhanden, woanders müssten sie erst einmal extra hinfahren.“

Eigenständiges Pokalfinale als Option für die Zukunft?
Doch auch sie räumt ein: „Wir verschließen uns nicht vor neuen Entwicklungen. Wenn alle irgendwann der Meinung sind, die Zeit ist reif, wir einen Gastgeber mit einem adäquaten Stadion finden und es schaffen, die Medien an Bord zu holen, ist ein eigenes Frauen-Pokalfinale schon denkbar, nichts ist unmöglich.“ Doch ihrer Meinung nach will der Schritt gut überlegt sein. „Denn dann gäbe es kein Zurück mehr.“

Dass es auch anders geht zeigt das Beispiel England. Dort kamen im vergangenen Jahr zum separat durchgeführten Frauen-Pokalfinale in Nottingham 24.000 Zuschauer. Und auch für das diesjährige Finale in Nottingham am 5. Mai wurden im Vorverkauf bereits wieder mehr als 10.000 Tickets abgesetzt. „Dort ist man aber auch weiter mit dem Frauenfußball“, so die überraschende Einschätzung Tritschoks.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

21 Kommentare »

  • nadine sagt:

    Sehr guter Beitrag, wobei mir die Kritik noch viel zu leise ausfällt.
    Positiv, wenn endlich auch mal Spielerinnen öffentliche Kritik üben.

    Die Kulisse und das Flair des gestrigen Pokalfinalspiels war erbärmlich, ebenso wie die TV-Übertragung, die bereits ab 16:30 Uhr mehr auf das Männerfinale ausgerichtet war als auf das Frauenspiel. SO schadet diese Live-Übertragung dem Frauenfußball mehr, als sie nützt.

    Fr. Ratzeburgs Kommentare klingen für mich mehr nach Ausflüchten als nach einem tatsächlichen Problembewusstsein.

    Warum nicht beide Spiele an einem Wochenende (Samstag/Sonntag; Freitag/Samstag) austragen, aber in unterschiedlichen Stadien? Ähnlich wie dem A-Junioren-DFB-Pokal-Finale in diesem Jahr?

    Oder wieso nicht das gleiche Prozedere (Ausschreibung) mit der Austragung des Spiels wie mit dem Hallenpokal? Ich bin fest davon überzeugt, dass man ein 10.000er/15.000er Stadion beim Pokalfinale gut und gerne füllen kann, wenn man denn wirklich wollte. Denn mit guter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Vorfeld des Spiels ließe sich jede Menge erreichen.

    De facto ist es eine Frage des Wollens. Dem Frauenfinale seine eigene Bühne zu geben wäre ein ganz klares Zeichen, FÜR den Frauenfußball. Warum sich der Ausrichter der Frauenfußball-WM, der sich überall damit brüstet, wie sehr man den Frauenfußball unterstützt und weiterbringen will, dagegen so sehr sträubt, ist mir unerklärlich. Ich vermute mal, es hat mit dem Mehraufwand an Arbeit zu tun, der hinter einem eigenen Finale steckt.

    Das gestrige Frauenfinale war eine Farce. Schade um die vergebene Möglichkeit, hier echte Werbung für diesen Sport zu betreiben. Für mich war dieses Endspiel der Tiefpunkt in der Diskussion um das Frauen-Pokalfinale.

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  • oliist sagt:

    Ausser der Einschaltquote selbst, gibt es offensichtlich kein einziges gutes Argument für den Verbleib in Berlin und dem unmittelbaren Verbund mit dem Männerfinale.3,46 Millionen haben gestern wahrgenommen wie das leere Olympiastadion aussieht.Zum Vergleich:im letzten Jahr schalteten 3,70 Millionen das WM Halbfinale gegen Norwegen ein.
    Also bleibt der eigenliche Grund für das erhalten des Status quo:in diesem Land haben überproportional viele Menschen geradezu Panik vor notwendigen Veränderungen.Die gibt es meist erst,wenn es richtig schmerzt.
    Bleibt mir nur zu hoffen,daß 2009 noch weniger FF Fans ihren Weg nach Berlin finden,um die Verantwortlichen wachzurütteln,denn so darf es nicht weitergehen.
    3000 Zuschauer zu Beginn sind doch einfach nur noch blanker Hohn für die Frauenfussballnation Nummer Eins.

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  • ViolA sagt:

    ich sehe das ganz ähnlich. die argumente von fr. ratzeburg wollen mir nicht einleuchten. ihr muss doch klar sein, dass die meisten die eine karte kaufen für das finale der herren kommen und dass die überwiegend keine lust haben bereits 4 std vor anpfiff im stadion zu sitzen. und die, die gerne karten hätten um den frauen zuzugucken, die haben kaum ne chance dazu weil es nicht viele gibt. allein im ffc-forum sind mindestens 10 leute aufgetaucht die nach karten gefragt haben aber nicht weil sie sich für den ffc oder ff interessieren, nein nur weil sie noch ne karte für die herren haben wollten und ich sage mir, das geht so nicht weiter. man kann nicht erwarten dass viele fans nach berlin fahren um die frauen anzufeuern wenn es kaum karten für sie gibt.
    natürlich wäre es mehr arbeitsaufwand und natürlich wären die einnahmen geringer (weil sicherlich nicht soviel presse anwesend wäre), nur wenn man die frauen als eigenständig vermarkten will, dann muss man das voneinander trennen und wenn ich sehe, dass stadien für knapp 20.000 menschen bei den länderspielen der frauen gefüllt werden können (wie es zuletzt in freiburg der fall war), dann bin ich auch davon überzeugt, dass man stadien für 10000-15000 menschen für so ein finale füllen kann. man muss eben entsprechend werbung machen – z.b. bei den länderspielen.
    ich hoffe nun, dass das finale des uefa-cup in der commerzbank-arena gut gefüllt sein wird und man damit nocheinmal ein signal richtung dfb senden kann.

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  • Max Diderot sagt:

    Den Argumenten von Frau Ratzeburg kann man sich nicht verschließen. Und da sie im Idiom der DFB-Diplomatie redet, glaube ich, aus ihren Worten auch heraus hören zu können, dass es mittelfristig zu einer Änderung kommen könnte. Einer der Gründe, für eine abwartende Haltung des DFB, dürfte mit den aktuellen vertraglichen Bindungen (TV und Sponsoren) zu tun haben.
    Ich habe mal in Wikipedia nachgeschaut. Seitdem der DFB-Pokal im Frauenfußball ausgespielt wird, erstmalig am 2. Mai 1981, gab es nur ein Endspiel, das nicht mit jenem der Herren gekoppelt war. Am 8. Mai 1983 schlug der KBC Duisburg die Damen des FSV Frankfurt mit 3:0. Ort der Begegnung war das Stadion am Bornheimer Hang in Frankfurt. Und seinerzeit sollen auch schon 1.200 Besucherinnen und Besucher zugegen gewesen sein. Keine schlechte Zahl, finde ich.
    Bei allen Fragen, die dem Frauenfußball in Deutschland neue Impulse geben könnten, ist für mich das kardinale Problem die mangelnde Abstimmung unter den Vereinen. Denn an einer Konzentration von deren Interessen und einer argumentativen Bündelung von deren Meinungen, könnte sich auch der DFB nicht (immer) widersetzen.

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  • spoonman sagt:

    Ich denke, dass die Endspiele von Männern und Frauen mittelfristig getrennt werden müssen, darüber werden sich fast alle einig sein. Ich befürchte bloß, dass es dafür noch 2 bis 3 Jahre zu früh ist.

    Klar, ein Stadion mit 10.000 bis 15.000 Plätzen müsste vollzukriegen sein. Aber gibt es in dieser Größenordnung wirklich Arenen, die eines DFB-Pokalendspiels würdig wären? Mir fällt da keine ein. Die Kategorie „Schmuckkästchen“ fängt erst bei 20.000 bis 30.000 Plätzen an: Leverkusen, Mainz, Freiburg, etc.

    Aber was ist nun, wenn Frankfurt im Finale gegen Potsdam spielt? Wo soll man das austragen? Wenn man einen möglichst neutralen Ort sucht, der von beiden Clubs gleich weit entfernt ist, kommt man vielleicht auf Erfurt, Jena oder Kassel. Mal ganz ehrlich: Wie viele Fans könnten die beiden Vereine wirklich für eine solche Reise mobilisieren?

    Die andere Option: Man verschafft einem der beiden Finalteilnehmer durch die Wahl des Spielorts einen Vorteil, z.B. wenn man Duisburg – Potsdam in Bochum austragen lässt. Oder Frankfurt – Duisburg in Mainz.

    Eine schnelle Festlegung auf immer denselben Endspielort würde ich wiederum auch sehr gefährlich finden. Wem nützt ein Finale in Duisburg, wenn z.B. Freiburg und Frankfurt dran teilnehmen?

    Mein Fazit: Noch ist es für die Abnabelung vom Männerfinale zu früh, weil das Frauenfinale allein keinen landesweiten „Eventcharakter“ hätte. Um es zu einem Event zu machen, bräuchte man den Rückenwind der WM im eigenen Lande. Deshalb wäre 2011 der ideale Zeitpunkt, um den Versuch zu machen. Nach den Viertelfinals drei bis vier Stadien in die engere Wahl nehmen, und nach den Halbfinals die endgültige Entscheidung treffen.

    Oder, eine ganz andere Lösung: Man trägt das Finale einfach in Hin- und Rückspiel aus. Dann entfällt die Suche nach einem geeigneten Stadion, und jeder Finalist bekommt ein Heimspiel. Nicht umsonst wird es ja beim UEFA Women’s Cup genau so gemacht.

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  • Winfried Kramer sagt:

    Ich meine ebenso, dass das Frauenfinale vom Männerfinale getrennt werden muss. Ein Hin- und Rückspiel bei den jeweiligen betroffenen Teams wäre zwar die beste sportliche Lösung. Für das TV sind 2 Finalspiele aber unattraktiv – dies spricht für einen neutralen Ort. Vielleicht ist es wirklich noch zu früh dafür. Denkbar wäre aber ein ständiger fester Austragungsort in einer bevölkerungsstarken Region, z.B. dem Ruhrgebiet. Wegen dem FCR aber besser nicht Duisburg, sondern eher eine neutralere Stätte (daher auch bestimmt nicht Frankfurt). Berlin hat sich bei den Männern den Status des Endspielortes ebenfalls erst verdienen müssen.
    Zu Birgit Prinz: ob sie mit ihren Strafraumfallern dem Frauenfussball einen Dienst erweist, bezweifle ich stark. Schade, dass sie dies nötig hat. Ist bei ihr nicht das erste und bestimmt nicht das letzte mal gewesen.

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  • helena sagt:

    Es gäbe noch eine andere Lösung, die sowohl Berlin beinhaltet als auch die Doppelveranstaltung und gleichzeitig den FF-Fans mehr Rechte und Karten sichert: einfach eine Stunde eher anfangen (ob es nun 16.30 oder 15.30 beginnt, ist dann letztendlich auch gleich), 74000 Karten in den freien Handel bringen, vielleicht würden davon nur 10000 oder 15000 verkauft, aber eben an echte Fans (mir taten die Sarbrücker Fans leid, die wirklich versucht haben, gegen die Dortmunder Fans anzukommen, aber letztlich keine Chance hatten) und es kann nach dem Spiel auch eine würdige Feier stattfinden. Bis zum Einlaß der Fans der Männerfinalisten wäre genug Zeit. Und der Kommentator müßte nicht ständig auf das folgende große Schlagerspiel aufmerksam machen, da schlicht keine störenden Fans anwesend wären. (Auch wenn ich generell dabei bleibe, daß ich lieber wechselnde Austragungsorte und einen eigenen Termin hätte.)

    @Winfried Kramer: Auch wenn Birgits Verhalten während des Spiels nicht hier hereingehört: sie ist nun wirklich nicht als Schwalbenkönigin bekannt, Schwalben sind, im wie vor dem Strafraum inzwischen im Männer- wie im Frauenfußball Usus (zumindest in Deutschland), Schwalben schaden aber auch dem Herrenfußball nicht, warum sollten sie im umgekehrten Falle dieses im FF tun und: Birgits Verhalten auf und neben dem Platz hat bislang, glaube ich, dem FF so große Dienste erwiesen, die durch eine (vermeintliche?) Schwalbe im DFB-Pokalfinale kaum in Frage gestellt werden dürften. Wenn man in sehr häufiger Wiederkehr gefoult wird und diese, zum Teil schon sehr aggressiven Fouls, nicht geahndet werden – das kann schon mal, auch bei einer sehr beherrschten und kontrollierten Spielerin wie Birgit, zu einer nicht ganz astreinen Aktion führen.

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  • ViolA sagt:

    ich wage mich nun mal aus dem fenster zu hängen, denn mir ist gerade eine vielleicht wahnwitzige idee gekommen, die ich aber trotzdem nicht für mich behalten möchte… vielleicht wäre dies aber dennoch eine lösung für die problematik.

    der dfb könnte eine art pilotprojekt starten über seine hp auf der ein vorher festgelegtes stadion als austragungsort für das finale des dfb-pokals der frauen angibt und die möglichkeit eröffnet karten für dieses spiel zu bestellen, aber unter folgenden konditionen: der dfb gibt keine zusicherung für die gültigkeit der bestellungen wenn das pilotprojekt scheitert (sprich die bestellung ist in so einem falle hinfällig). wenn es erfolgreich ist sind die bestellungen jedoch bindend (eben wie jede andere vorbestellung die man tätigen kann). wenn man dies vor der bestellphase für das herren-pokal-finale macht, so könnte man feststellen wie viele menschen interesse daran hätten nur das finale der frauen zu sehen. natürlich muss einkalkuliert werden, dass es menschen gibt die recht spät bestellen würden usw aber das kann man dann ja in etwa abschätzen. auf diese weise würde man jedoch einen realistischen einblick davon bekommen, wie groß das interesse der fans ist und ob ein getrenntes finale sinn machen würde oder nicht. alternativ könnte man ja auch sagen, dass die bestellungen dann (falls beide austragungsorte in berlin sind) auf das herren-pokal-finale übertragen werden wenn das pilotprojekt scheitern sollte.

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  • Max Diderot sagt:

    Nein, ViolA, ich denke, Deine Idee wird sich (schon aus rechtlich-organisatorischen Gründen) nicht realisieren lassen. Aber ist die Frage nach der Zuschauerakzeptanz, bei einem separaten Pokalfinale der Damen, überhaupt ein Problem?
    Jüngste Studien belegen das gewachsene Interesse am Frauenfußball. Und einige interessante Stadienvorschläge sind ja schon gekommen. Und die DFB-Spitze stimmte ja in den Tenor mit ein, dass die Zukunft des Fußballs weiblich sei. Also, mittelfristig (ich kenne die aktuelle Vertragslage des DFB nicht, vermute aber in den nächsten 5-8 Jahren) sollte sich ein entsprechendes Vorhaben realisieren lassen. Wichtig wäre in diesem Zusammenhang auch, dass der Frauenfußball nicht zu einem Abklatsch des männlichen Pendants wird.
    Man könnte ja auch derweil etwas anderes testen. Eine Art Ligapokal. Beispiel: Vor Beginn der Frauenfußballliga spielen die vier bestplatzierten Mannschaften der vergangenen Meisterschaft an einem Wochenende im klassischen Modus einen Sieger aus. Alle drei Begegnungen werden in einem Stadion in ein und derselben Stadt stattfinden. Eventuell mit einem Rahmenprogramm und/oder in einer Metropole (i.e. Hamburg), die auch touristisch attraktiv ist.

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  • Markus Juchem sagt:

    @ViolA und Max Diderot
    ViolA, die Idee klingt interessant, aber auch ein wenig kompliziert zu realisieren.

    Aber vielleicht wäre ja eine andere Möglichkeit, dass man das Frauen-Finale weiter nach vorne zieht, und auch separate Eintrittskarten verkauft. Dann könnten nach dem Frauenfinale die einen Fans nach Hause, bevor die anderen zum Männerfinale kommen. Ein derartiges Vorgehen hat es glaube ich bei manchen Turnieren früher auch schon mal gegeben, im Tennis ist das ja auch üblich z. B. bei den US Open beim Wechsel zwischen Day und Night Session.

    Max, die Idee mit dem Ligapokal gefällt mir sehr gut! Du hast ja auch die Studie erwähnt, so dass es in Zukunft möglicherweise auch noch leichter werden sollte, Sponsoren für eine solche Veranstaltung zu finden.

    Und die Telekom hat doch immer ein paar Groschen über, nicht wahr? 😉

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  • ViolA sagt:

    @max wenn nicht die zuschauerzahlen ein problem sind, was ist es deiner meinung nach dann? letztendlich kommt es doch auf diese an. denn wenn genügend zuschauer kommen, dann wird auch das mediale interesse da sein – genauso wie eben beim uefa-cup halbfinale (zunächste nur die 3.) und finale nun (es und ard/zdf).

    die idee mit dem ligapokal finde ich auch sehr interessant. ich frage mich da aber wie gut sich das installieren wird, gerade in anbetracht der zeit. die saison geht bis mitte juni wie wir wissen. dieses jahr ist knappe 2 monate später olympia. 2011 startet die wm noch früher als olympia dieses jahr. und die em nächstes jahr ist auch in dem zeitraum. da bleibt wenig zeit für den ligapokal. einfach, weil ich davon ausgehe, dass sich der ffc und fcr sowie sicher auch turbine in den nächsten 2 jahren noch da oben unter den ersten 4 befinden und diese vereine im moment die meisten natio-spielerinnen stellen. und die sind auch jetzt noch der hauptanziehungsfaktor für die zuschauer.

    @markus die idee ist auch schon mehrfach genannt worden. die problematik die sich für mich dabei ergibt ist 1. das vor dem stadion sicherlich auch so schon genügend massen rumstehen bzw kommen und wenn dann in den 1-2 std die zwischen beiden spielen liegen (wenn man gleich die verlängerung mit möglich macht) dann ist das sicherlich ein faktor den man nicht vergessen sollte. 2. wird es für die medien bzw. zuschauer immer unattraktiver je früher das spiel stattfindet (die vor dem tv sitzen würden) weil sie den tag je nach wetter auch anders verbringen könnten. wir wissen ja um die zuschauerverteilung über den tag. 😉
    3. frage ich mich wie diese feier dann ausfallen soll… in der art wie das bei den herren der fall ist wird das sicherlich nicht funktionieren (allein schon wegen dem lametta – den kann keiner in 1-2std völlig vom spielfeld beseitigen). es wird also so oder so nur eine „light-version“ der späteren feier sein. und 4. wenn man das so trennt was ja an sich keine schlechte idee ist, könnte man es meiner meinung nach gleich in ein anderes stadion verlegen und hat sowohl zeitlich weniger druck als auch die möglichkeit in einem kleineren stadion dass dann auch wirklich gefüllt ist eine party zu feiern die den frauen angemessen ist.

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  • Max Diderot sagt:

    In einem anderen Zusammenhang benannte ich ja schon das, in meinen Augen, drängendste Problem im deutschen Frauenfußball – die mangelnde inhaltliche und formale Abstimmung der Vereine der I. und II. Bundesligen. Eine Art Dachorganisation (ähnlich der DFL im Herrenbereich) hielte ich für notwendig, um strukturelle und innovative Projekte anzuschieben. Eine solche Organisation könnte auch wendiger agieren als es der große Verband DFB vermag. Bleibt noch die Frage der Finanzierung eines solchen Unterfangens. Eine Möglichkeit wäre eine Art Fonds für die nachhaltige Entwicklung des Frauenfußballs in Deutschland. Kurze Spielverzögerung: Etwas ähnliches unternimmt die DFL, die einen Fonds unterhält, mit dem sie Auslandsprojekte von Bundesligavereinen unterstützt.
    Hinsichtlich der Zuschauerakzeptanz eines eigenständigen Frauenfinales, bin ich mir auch nicht sicher, ob dies vom Start weg auf große Resonanz stoßen wird. Ich hoffe es zumindest. Und es ist Teil eines ökonomischen Prozesses, dass dem Ganzen eine solide Kalkulation vorausgeht, wo zu Beginn der Aufwand höher sein kann als der Ertrag.
    Die aktuellen Zuschauerzahlen der Frauenfußball-Bundesliga lassen die Prognose zu, dass in dieser Saison (nach meinem Kenntnisstand erstmalig) mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher die insgesamt 132 Spiele besuchen werden. So erfreulich diese Progression auch ist, sie macht deutlich, dass der überwiegende Teil der Etats der Vereine der Frauenfußball-Bundesliga auf Sponsoring- respektive Mäzenateneinkünfte zurückzuführen sein wird. Jeder Verein ist ökonomisch seiner selbst, aber gemeinschaftlich ließe sich ein solides Fundament sichern.

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  • Max Diderot sagt:

    Die Arsenal Ladies gewinnen mit 4:1 im FA-Cup-Finale 2008 gegen die Damen von Leeds United. 24.582 Zuschauer waren zur mittäglichen Stunde (!) in Nottingham präsent und sicherlich noch viel mehr an den Bildschirmen und Radios. Möglicherweise analysiert ja der DFB schon, ob er nicht eine ähnliche und eigenständige Veranstaltung schultern könnte … wer kann es wissen?

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  • Markus Juchem sagt:

    @Max: Ich will die tolle Zuschauerzahl nicht schmälern, aber man muss zumindest fairerweise erwähnen, dass in England heute Feiertag ist, das relativiert die mittägliche Stunde.

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  • ViolA sagt:

    weiß man denn wie viele letztes jahr bei dem finale da waren?

    als kleine info hier…
    es sind bis jetzt 6000 tickets für das finale des uefa cups weggegangen. ich denke mit einer zuschauerzahl von 10.000 ist man gut dabei.

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  • Markus Juchem sagt:

    Letztes Jahr waren es ebenfalls in Nottingham 24.529 Zuschauer, also fast identisch, 2006 aber nur 8.567, damals wurde im Stadion von West Ham United gespielt.

    Die Zahl 6.000 habe ich gehört. Ich hätte ehrlich gesagt ein bisschen mehr erwartet, aber warten wir mal ab.

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  • ViolA sagt:

    dann scheint sich dieser neue spielort ja zu bewähren. freut mich, dass es dort auf soviel interesse stößt.
    ich habe auch mehr erwartet. bin gespannt wieviele es letztendlich werden. habe gelesen man geht mittlerweile von etwa 13.200 zuschauern aus.

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  • Markus Juchem sagt:

    Ich gebe Euch am Donnerstag mal ein Update wegen der Zuschauerzahl, am Mittwoch ist in Frankfurt Pressekonferenz zum UEFA-Pokal-Finale. Ursprünglich wollte man ja 15.000 bis 20.000 Zuschauer haben, das könnte schwer werden.

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  • ViolA sagt:

    das ist richtig ja. ich glaube auch nicht, dass 20.000 noch ein realistisches ziel sind (es sei denn man verschenkt die karten).
    vielen dank für die bemühungen schonmal im voraus. ich bin schon sehr gespannt was siggi dann von sich gibt. vor 2 wochen sprach er ja noch von den 20.000 (heimspiel hr)

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  • Max Diderot sagt:

    Markus, das mit dem Feiertag ist richtig. Den „Early May Bank Holiday“ feiern nicht nur die Untertanen der Queen sondern auch all jene, die vom Kontinent stammen und auf der Insel etabliert sind. Trotzdem (oder gerade deswegen) halte ich den Zuschauerzuspruch für respektabel und anerkennenswert.
    Auf der offiziellen FA-Seite sind folgende Angaben zu finden:

    2004 Arsenal 3-0 Charlton Athletic Zuschauer: 12.244 (QPR)
    2005 Charlton Athletic 1-0 Everton Zuschauer: 8.567 (West Ham)
    2006 Arsenal 5-0 Leeds United Zuschauer: 13.452 (Millwall)
    2007 Arsenal 4-1 Charlton Athletic Zuschauer: 24.529 (Nottingham)

    Das Kürzel QPR steht für Queens Park Rangers. Dieser Klub ist wie auch der FC Millwall und West Ham United ein in London ansässiger Fußballverein. Nottingham dagegen liegt nördlich der Kapitale, näher an Manchester, in den East Midlands.

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  • Markus Juchem sagt:

    Oh, sorry, da hatte ich mich wohl wegen 2005 und 2006 verschaut. Hier gibt’s Details zu den Finalspielen:

    Es ist auf jeden Fall ein ganz klarer Trend erkennbar und der Zuschauerspruch ist wirklich außerordentlich, Feiertag hin oder her.

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