Nadine Keßler: „Der emotionale Stellenwert des Pokalfinales ist hoch“

Von am 18. April 2008 – 18.44 Uhr

Nadine Keßler hat das Fernziel Frauenfußball-WM 2011 im AugeMit der U19-Frauenfußball-Nationalmannschaft gewann Nadine Keßler die Europameisterschaft, bei der U20-Weltmeisterschaft stand sie im Viertelfinale, als Torschützenkönigin stieg sie mit dem 1. FC Saarbrücken in die Bundesliga auf und jetzt hat sie die große Chance, sich einen großen Traum zu erfüllen.

Den Sieg beim DFB-Pokalfinale in Berlin zu holen. Keine leichte Aufgabe, doch die 20-Jährige verriet im Gespräch mit Womensoccer.de, wie man den haushohen Favoriten vielleicht doch zu Fall bringen könnte.

„Wir werden auf keinen Fall mit Angst oder zuviel Respekt spielen. Wir wollen das Spiel auch genießen. Nur die Mischung aus diesen beiden Komponenten kann eventuell zum Erfolg führen. Wir gehen da raus und wollen gewinnen“, so Keßler.

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Gerechnet hat sie mit dem Erreichen des Finales zu Beginn der Saison nicht. „Wenn mir das jemand damals vorhergesagt hätte, hätte ich ihm zwar nicht den Vogel gezeigt, aber schon gefragt, wie er darauf kommt. Umso schöner, dass es geklappt hat.“

Auch wenn sie den EM-Sieg mit der U19 hoch ansiedelt, hat das DFB-Pokalfinale eine ganz besondere Bedeutung für sie. „Das hat emotional schon einen hohen Stellenwert, es mit seinem Verein geschafft zu haben, mit dem man schon in den letzten vier Jahren so viel erreicht hat.“

Kein Mittel gegen Frankfurt?
Ein Patentrezept wie man den Meister zu Fall bringen kann, hat Keßler aber nicht. „Gegen Frankfurt gibt es einfach kein Mittel. Das Team ist auf allen Positionen gleich stark besetzt, es wäre schwachsinnig, abzuwägen, was ihre Schwächen sind. Sie müssten schon einen ganz schwachen und wir einen überragenden Tag erwischen, um erfolgreich zu sein.“

Für Keßler soll das DFB-Pokalfinale aber nur eine Zwischenstation auf dem Weg zur WM 2011 in Deutschland sein. Neunmal in der Woche, zweimal pro Tag, trainiert sie eineinhalb bis zwei Stunden, um ihre Schwächen auszumerzen. Die da wären?

Weiter hart arbeiten
„An der Kraft generell hapert es noch, das Niveau, das international benötigt wird, ist enorm hoch. Da muss ich mich erst noch etablieren in Sachen Kraftausdauer. Auch das Thema Antrittsschnelligkeit ist ein ganz wichtiges. Das Training zeigt aber schon erste Erfolge.“

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Keßler will alles dafür tun, damit 2011 kein Weg an ihr vorbeiführt. „Ich will da gar nichts prophezeien, aber wenn ich weiter hart an mir arbeite, habe ich eine Chance, dabei zu sein.“

Doch auf dem Weg dahin, bleibt die Saarbrücker Spielerin bescheiden. „Ich versuche mein Bestes zu geben, aber es ist dann letztendlich nicht meine Entscheidung, in welcher Position ich dann sein werde.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.