U17 erobert EM- und WM-Ticket im Sturm

Von am 12. April 2008 – 16.43 Uhr 1 Kommentar

Svenja HuthDie deutsche U17-Frauenfußball-Nationalmannschaft hat sich bereits vorzeitig das Ticket für die EM-Endrunde in Nyon und die U17-WM in Neuseeland gesichert. Gegen Polen feierte das Team von Trainer Ralf Peter in Bottrop einen ungefährdeten 3:0 (3:0)-Sieg. Turid Knaak (4. und 19.) und Alexandra Popp (36.) erzielten die Treffer für die DFB-Elf, die vor allem in der ersten Halbzeit eine starke Vorstellung bot.

„Ich freue mich und bin erleichtert, dass wir uns für diese zwei Highlights qualifiziert haben“, so Peter nach der Partie. „Wir haben heute vor allem in der ersten Halbzeit eine starke Leistung gezeigt, in der zweiten Halbzeit war bei den Mädchen dann doch ein wenig der Kräfteverschleiß zu spüren im zweiten Spiel innerhalb von zwei Tagen.“

Deutschland ging mit einer auf drei Positionen veränderten Startformation in die Partie. Svenja Huth, Marie-Louise Bagehorn und Alexandra Popp durften diesmal von Beginn an für Isabelle Linden, Lynn Mester und Ivana Rudelic ran. Das 1:1 im Spiel zwischen Schweden und der Schweiz zuvor hatte die DFB-Elf in die komfortable Ausgangsposition versetzt, bereits am zweiten Spieltag mit einem Sieg gegen Polen alles klar machen zu können.

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Blitzstart
Und die Spielerinnen zeigten von Beginn an, das sie nicht gewillt waren, Zweifel an der Mission EM-und WM-Qualifikation aufkommen zu lassen. Bereits nach 22 Sekunden setzte Bagehorn mit ihrem Schuss das erste Zeichen für den Sturmlauf, der in den folgenden 40 Minuten folgen sollte.

Das deutsche Team setzte den Gegner derart unter Druck, dass DFB-Torhüterin Anna Felicitas Saarholz in der ersten Halbzeit ein Buch hätte lesen, so wenig beschäftigt war sie. Die Musik spielte auf der anderen Seite und bereits nach vier Minuten durften die 1.700 Zuschauer im Jahnstadion unter den Augen von OK-Chefin Steffi Jones erstmals jubeln, die vor der Partie allen Spielerinnen per Handschlag viel Glück gewünscht hatte.

Frühe Führung
Nach einer Ecke von Dzsenifer Marozsan hielt Turid Knaak den Außenrist hin, der Ball landete präzise zum 1:0 im Netz (4.). Und im selben Tempo ging es weiter, Kristine Zumbült hatte mit einem Schuss die nächste gute Gelegenheit (11.) Doch Grund zum Jubeln hatte erneut das Duisburger Nachwuchstalent. Nach einem Lattentreffer der Deutschen reagierte sie am Schnellsten und schob den Ball an der polnischen Torhüterin Katarzyna Kiedrzynek vorbei zum 2:0 ins Netz (19.).

Kiedrzynek, die schon im Auftaktspiel gegen Schweden eine starke Leistung geboten hatte, zeigte schon bald ihr ganzes Können, als sie einen 20-Meter-Schuss von Bagehorn bravourös parierte, den nicht viele Bundesligatorhüterinnen gehalten hätten.

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Alexandra PoppPolen unter Dauerdruck
Mit konstruktivem Aufbauspiel und Pressing ließ die DFB-Elf die Polinnen in keiner Phase zum Durchatmen kommen. Und fünf Minuten vor der Pause wurde Deutschland ein weiteres Mal für sein engagiertes Spiel belohnt. Alexandra Popp verwertete mit einem präzisen Schuss von der Strafraumgrenze zum 3:0 und spätestens jetzt dürfte die Anspannung bei Trainer Peter ein wenig nachgelassen haben. Bagehorn hätte kurz vor dem Halbzeitpfiff fast noch den vierten Treffer folgen lassen.

Mit der sicheren Führung im Rücken ließen es die Deutschen in den zweiten 40 Minuten etwas lockerer angehen, kein Wunder, bestritten die jungen Spielerinnen doch bereits das zweite harte Spiel innerhalb von zwei Tagen. Dennoch hatte man die Partie weiter im Griff, Die schussstarke Bagehorn sorgte für eines der Highlights in Halbzeit zwei, doch verfehlte knapp ihr Ziel (55.). Nach einer Stunde konnte sich Sarholz bei einer der wenigen brenzligen Situationen auszeichnen, mit Glück und Geschick konnte ein Gegentreffer vermieden werden. Bis zum Ende ließen die Deutschen nichts mehr anbrennen.

EM-Halbfinale gegen Dänemark
Im Halbfinale der EM trifft das deutsche Team nun am 20. Mai im Colovray-Stadion von Nyon auf Dänemark. Das andere Halbfinale am Hauptsitz des europäischen Fußballverbands (UEFA) bestreiten Frankreich und England.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Ruhrschnellweg sagt:

    Und zwar: hochverdient! Erstaunlich überlegen – vorallem im vergleich zu den Schwedinnen, die sich das sicher anders vorgestellt haben, aber gewiss im direkten Duell versuchen werden es besser zu machen… aber mit diesem Jahrgang werden wir noch Freude haben!

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