Furioser Start für deutsche U17

Von am 11. April 2008 – 0.11 Uhr 4 Kommentare

ger_sui_100408.jpgDie deutsche U17-Frauenfußball-Nationalmannschaft ist mit einem Erfolgserlebnis in die zweite Runde der EM-Qualifikation gestartet. Die Deutschen besiegten vor 1.193 Zuschauern im Stadion „Am Hallo“ in Essen die Schweiz souverän und überzeugend mit 4:0 (1:0).

Die Treffer erzielten Kristine Zumbült, Ivana Rudelic (2) und Alexandra Popp. Im anderen Gruppenspiel trennten sich Schweden und Polen mit 1:1 (1:1).

Nach einer Schweigeminute für den am vergangenen Sonntag verstorbenen Präsidenten des niederländischen Fußballverbandes, Mathieu Sprengers, begann die deutsche U17-Nationalmannschaft unter den Augen von U23-Trainerin Ulrike Ballweg, U19-Trainerin Maren Meiert und Bundestorwarttrainer Michael Fuchs das Unternehmen EM- und WM-Qualifikation.

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In der an Höhepunkten dünn gesäten Anfangsviertelstunde war den deutschen Spielerinnen die Nervosität sichtlich anzumerken. Doch dann kam die DFB-Elf mächtig auf Touren.

Nervosität zum Beginn
Die DFB-Elf hatte in der elften Minute mächtig Glück, als die Schweiz im Anschluss an einen Eckball und ein Getümmel im Strafraum gleich zweimal aus aussichtsreicher Position und kurzer Distanz die Chance zur Führung vergab, Torhüterin Anna Felicitas Sarholz war auf der Hut.

Diese Szene war so etwas wie der Hallo-Wach-Ruf für das deutsche Team, das sich nun nach und nach mehr Spielanteile erarbeitete und immer konstruktiver sein Spiel aufzog. Isabelle Linden sorgte mit einem Schuss für die erste Chance der deutschen Mannschaft (13.).

Und die Deutschen kamen nun immer besser in Schwung. Dzsenifer Marozsan leitete den Ball schön mit dem Außenrist in den Lauf der starken Ivana Rudelic weiter, doch die Schweizer Torhüterin Nathalie Schwery kam rechtzeitig aus dem Tor heraus und konnte die Szene bereinigen (20.).

Traumtor von Zumbült
Doch drei Minuten später war sie machtlos, als die deutsche Mannschaft mit einem Treffer der Marke „Tor des Monats“ 1:0 in Führung ging: Kristine Zumbült wusste am linken Flügel nicht so recht, wohin sie den Ball abspielen sollte und hielt aus 27 Metern einfach drauf – der Ball flog in hohem Bogen durch den Strafraum und landete unhaltbar für Schwery im Winkel (23.).

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Inzwischen hatten die Schützlinge von Ralf Peter beflügelt durch den sehenswerten Treffer die Partie völlig im Griff. Auf der rechten Angriffsseite beschäftigte Turid Knaak immer wieder die Schweizer Abwehrspielerin Désirée Stäbler, die beiden lieferten sich harte Zweikämpfe.

Marozsan leitete per Freistoß von der rechten Seite die nächste Chance ein, doch der Kopfball von Rudelic brachte nichts ein (26.). Und nur wenige Sekunden später hatte Linden die nächste Chance, doch ihr Schuss wurde pariert.

Die Partie beruhigte sich in der Folge wieder ein wenig, doch weiterhin waren die Deutschen Spiel bestimmend. Fast hätte Marozsan das 2:0 erzielt, doch ihr Kopfball vom Fünfmeterraum verfehlte sein Ziel knapp. Mit einer verdienten 1:0-Führung ging es in die Halbzeitpause.

Einwechslung von Popp
Die Deutschen wechselten nach nur wenigen Minuten, Peter schickte Alexandra Popp aufs Feld, für sie verließ Linden den Rasen. Wie schon in den ersten 40 Minuten passierte in der Anfangsphase nicht viel, Deutschland hatte die Partie im Griff, den kompakten Schweizerinnen fiel im Spiel nach vorne nicht allzu viel ein.

Für das erste Ausrufezeichen sorgte die emsige Rudelic, die nach Vorarbeit von Popp nach innen in den Rücken der Schweizer Abwehr passte, doch Muriel Bouakaz konnte gerade noch vor der einschussbereiten Knaak klären (53.). Und die Freude war groß, als Rudelic in ihrem ersten Länderspiel nach Freistoß von Maroszan zum 2:0 einköpfte und somit die Vorentscheidung erzielte (65.).

Und sie ließ sich nicht zweimal bitten und netzte kaum zwei Minuten später noch einmal ein (67.). Die eingewechselte Popp besorgte zehn Minuten später den Endstand der inzwischen längst resignierenden Schweizerinnen.

Zufriedener Trainer
„Ich bin sehr zufrieden“, so Trainer Ralf Peter in einer ersten Reaktion. „Die Schweizerinnen waren der erwartet starke Gegner. In der Anfangsviertelstunde waren wir etwas nervös, haben das Spiel dann aber kontrolliert und eine sehr starke zweite Halbzeit gespielt. Vor den Polinnen sind wir gewarnt. Aber wenn wir so konzentriert wie heute agieren und an unsere Leistung anknüpfen, werden wir auch da wenig Probleme haben“, so Peter voller Überzeugung.

Durch das 1:1 im zweiten Gruppenspiel zwischen Schweden und Polen hat die deutsche Elf nach dem Spieltag eine optimale Ausgangsposition. Ein Sieg gegen Polen am Samstag in Bottrop würde Deutschland in die Lage versetzen, im abschließenden Gruppenspiel gegen Schweden schon mit einem Remis das WM-Ticket zu lösen. Selbst bei einem Remis der Deutschen gegen Polen müsste Schweden die Schweiz erst einmal mit vier Treffern Unterschied besiegen, um selbst in diese komfortable Ausgangsposition zu gelangen.

Die deutsche Aufstellung:

Deutschland: Sarholz – Bujna, Kleiner, Simon, Wesely – Mester, Marozsan (72. Bagehorn), Zumbült – Rudelic (67. Huth), Knaak, Linden (48. Popp)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

4 Kommentare »

  • Ruhrschnellweg sagt:

    Es hätten gerne mehr Zuschauer sein dürfen, aber Werbung fand ja eigentlich nur da statt, wo sie m.E. am wenigsten benötigt wurde: in den Vereinen, den gängigen Foren usw. – schade!

    das Spiel war eigentlich nicht sehr gut. Zu recht wurde die Nervosität im Team angesprochen und selbst so waren die deutschen Spielerinnen überlegen, was in der Mannschaft steckt sah man nach dem befreienden 2:0: unheimlich viel Talent! Wow, da wächst was nach!

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  • Fuxi sagt:

    Kurze Verständnisfrage wegen Nichtwissens:
    „Wie schon in den ersten 45 Minuten passierte in der Anfangsphase nicht viel“
    In dem Alter wird auch schon 2×45 Minuten gespielt?

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  • Markus Juchem sagt:

    Hallo Fuxi, vielen Dank für Deinen Hinweis, war mein Fehler. Es wird nicht 2 x 45, sondern 2 x 40 Minuten gespielt. Ich hab’s korrigiert.

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  • Markus Juchem sagt:

    Zum Auftakt des zweiten Spieltags bei der U17-EM-Qualifikation trennten sich Schweden und die Schweiz in Bottrop mit 1:1.

    Das bedeutet, dass die deutsche Mannschaft mit einem Sieg gegen Polen bereits heute vorzeitig die Qualifikation für die EM-Endrunde in Nyon und die WM in Neuseeland sicherstellen kann.

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