Erster Saisonsieg für Freiburger Monster – Duisburg erstürmt Tabellenspitze

Von am 7. April 2008 – 1.36 Uhr 3 Kommentare

Freiburgs Frauenfußball-Weltmeisterin Melanie BehringerLange hat der SC Freiburg auf seinen ersten Saisonsieg in der Frauenfußball-Bundesliga warten müssen, doch am 14. Spieltag war es soweit. Und wohl nur wenige hätten vorher vermutet, dass gerade bei Bayern München der Knoten platzen würde. Und das auch noch nach einem schnellen Zwei-Tore-Rückstand, was Freiburgs Trainer Alexander Fischinger zum Spruch der Woche inspirierte.

Der FCR 2001 Duisburg präsentierte sich beim Kantersieg gegen den TSV Crailsheim in Torlaune und übernahm dank zweier mehr ausgetragener Partien gegenüber dem 1. FFC Frankfurt die Tabellenführung, der VfL Wolfsburg und Turbine Potsdam kamen ebenfalls zu klaren Heimsiegen.

Und der 1. FC Saarbrücken fuhr dank Nadine Keßler im Duell der Aufsteiger am mit 31 Treffern bisher torreichsten Spieltag der Saison drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg ein.

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Elf Monster schlagen dezimierte Bayern
Für die Überraschung des 14. Spieltags sorgte der SC Freiburg, der nach einem frühen 0:2-Rückstand beim FC Bayern München am Ende einen 4:2-Auswärtssieg feierte und somit im 14. Anlauf den ersten Saisonsieg feierte. Melanie Behringer (2), Kerstin Boschert und Myriam Krüger sorgten für einen nach 30 Minuten nicht mehr für möglich gehaltenen Erfolg. Nina Aigner per Kopf (12.) und Vanessa Bürki mit einem Heber über ihre Nationalmannschaftskollegin Marisa Brunner (25.) hinweg schienen die Weichen früh auf Sieg gestellt zu haben.

Ergebnisse
Tabelle

Doch die Bayern hatten die Rechnung ohne die Breisgauerinnen gemacht, die nach dem 1:2 durch Weltmeisterin Behringer (35.) Hoffnung schöpften. „Aus der Kabine kamen elf Monster, die Mannschaft war nicht wieder zu erkennen und hat Bayern schier an die Wand gespielt“, so ein sprachloser SC-Trainer Alexander Fischinger nach der Partie. Binnen einer Minute drehten Boschert (58.) und Krüger (59.) die Begegnung, drei Minuten vor Ende sorgte Behringer für die endgültige Entscheidung, nachdem Bayern inzwischen nach der Gelb-Roten Karte gegen Aigner mit einer Spielerin weniger auskommen musste.

Bayern-Trainerin Sissy Raith meinte: „Wir haben es uns in der zweiten Halbzeit selbst schwer gemacht. Wir standen in der zweiten Hälfte zu defensiv und hatten keine Linie mehr im Spiel.“ So blieb der FC Bayern wieder einmal seinem Prinzip treu, nur eine Halbzeit gut zu spielen.

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Duisburg in Torlaune
Der FCR 2001 Duisburg hat mit einem 7:1 (3:1)-Kantersieg gegen den TSV Crailsheim die Tabellenführung in der Frauenfußball-Bundesliga übernommen, da Meister 1. FFC Frankfurt zwei Spiele weniger ausgetragen hat. Treffer von Patricia Hanebeck (10.), Stephanie Goddard (30.), Inka Grings (44., 89.), Marina Hegering (57., 77.) und Annike Krahn (69.) bei einem Gegentreffer von Anika Höß (14.) sorgten für zufriedene Mienen bei den Duisburgerinnen, die aus familiären Gründen ohne Trainerin Martina Voss auskommen mussten.

Für die Gäste war es die höchste Niederlage seit ihrer Zugehörigkeit zur ersten Bundesliga. Vor allem in der zweiten Halbzeit waren die Crailsheimerinnen vor 862 Zuschauern den Gastgeberinnen gnadenlos unterlegen, mit dem schnellen und variablen Spiel kam das Team von Trainer Andreas Haferkamp nicht mehr zurecht. „Nach dem Seitenwechsel haben uns die Duisburgerinnen eine Lehrstunde im modernen Fußball erteilt“, so ein zerknirschter Haferkamp. Fast kampflos ergaben sich die Crailsheimerinnen schließlich in ihr Schicksal. Auf die Abstiegsränge hat das Team aber weiterhin vier Punkte Vorsprung.

Saarbrücken siegt dank Keßler-Gala
Im Abstiegsduell zwischen den beiden Aufsteigern 1. FC Saarbrücken und SG Wattenscheid 09 behielten die Gastgeberinnen vor 902 Zuschauern mit 2:1 (2:1) die Oberhand. Einmal mehr präsentierte sich Saarbrückens Spielführerin Nadine Keßler in bestechender Form, mit zwei Treffern (6., 23.) besiegte sie den Gegner fast im Alleingang. Schon in der sechsten Minute profitierte sie von einem Stellungsfehler in der Wattenscheider Hintermannschaft und kurze Zeit später bereitete sie sich mit ihrem zweiten Treffer zwei Tage nach ihrem 20. Geburtstag ein verspätetes Geburtstagsgeschenk. Jennifer Düner gelang nach Flanke von Lena Wermelt in der munteren Partie nur noch der Anschlusstreffer (29.).

Drei Minuten vor der Pause vergab U17-Nationalspielerin Dzsenifer Marozsan nach Vorarbeit von Keßler die große Chance zur frühen Entscheidung. Und direkt nach der Pause wäre Keßler selbst fast der dritte Treffer gelungen (48.). In der Folge kamen die Gäste zwar besser ins Spiel, weil Saarbrücken ein wenig abbaute, doch es fehlten die spielerischen Mittel, um die Abwehr der Saarbrückerinnen auszuhebeln. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich vergab die eingewechselte Nadja Inan zwei Minuten vor Spielende mit einem Schrägschuss.

Shelley Thompson und Martina MüllerWolfsburg springt auf Platz 4
Drei Tore der früheren Bad Neuenahrerin Martina Müller bescherten dem VfL Wolfsburg einen ungefährdeten 4:1 (2:0)-Erfolg gegen den SC 07 Bad Neuenahr und den Sprung auf Tabellenplatz 4. Die ohne Spielertrainerin Sandra Minnert (Kniebeschwerden) und Lydia Neumann (Oberschenkelverletzung) angetretenen Gäste machten zwar lange Zeit das Spiel, ließen sich aber von den Gastgeberinnen mehrfach klassisch auskontern. „Wir sind hier 80 Minuten lang die Spiel bestimmende Mannschaft und kassieren derart dumme Tore durch so gravierende Abwehrfehler“, so eine verärgerte Minnert.

Müller hatte ihr Team nach 26 Minuten mit der ersten echten Chance in Führung gebracht, nachdem zuvor Célia Okoyino da Mbabi die Gäste hätte in Front schießen können (11.). Shelly Thompson erhöhte zehn Minuten nach der Führung eiskalt, als die gegnerische Abwehr mit Abstimmungsproblemen zu kämpfen hatte. Isabell Bachor sorgte bei den Gästen in der zweiten Halbzeit für Hoffnung (65.), doch zwei weitere Treffer von Müller (67., 77.) sorgten für einen komfortablen Sieg vor der enttäuschenden Kulisse von nur 205 Zuschauern.

Turbine siegt gegen Angstgegner
Mit einem 3:0 (0:0)-Sieg hat Turbine Potsdam die Negativserie der SG Essen-Schönebeck ausgebaut. Dabei täuscht das klare Ergebnis über den Spielverlauf hinweg, denn es bedurfte in der hart umkämpften Partie eines verwandelten Foulelfmeters von Jennifer Zietz (25.) nach einem ungeschickten Foul von Inka Wesely an Bianca Schmidt sowie zweier später Treffer der eingewechselten Anja Mittag mit einem sehenswerten Drehschuss (88.) und Jessica Wich in der Nachspielzeit (90.), um den Dreier in trockene Tücher zu bringen.

„Mit dem Resultat muss man zufrieden sein, auch wenn die spielerische Linie fehlte“, so Potsdams Trainer Bernd Schröder, der nur gut vier Wochen nach ihrem Unterarmbruch erstmals Mittag wieder für eine gute halbe Stunde zum Einsatz brachte. „Die Ärzte haben grünes Licht gegeben“, so die zufriedene Weltmeisterin, deren Team gleich reihenweise beste Chancen ausließ. Schröders Gegenüber Ralf Agolli haderte mit dem Schicksal: „Wir haben zur Zeit sehr viel Pech, wenigstens ein Tor wäre bei dem Aufwand, den meine Mannschaft betrieben hat, verdient gewesen.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

3 Kommentare »

  • KaDe sagt:

    Das war wohl der Spieltag der Tabellenletzten.
    Freiburg gewann in München. In der zweiten Liga Süd siegte Brauweiler beim FFC Frankfurt II. Und (das sei hier aus Frankfurter Sicht erlaubt) holte Nürnberg drei Punkte bei der Eintracht in der 1.MBL.

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  • KaDe sagt:

    Zur Abstimmung:
    Ich drücke Freiburg alle Daumen. Deshalb meine Stimme für den Klassenerhalt.
    Gleichzeitig bin ich. trotz des Erfolges in München, sehr sekptisch dass es ihnen jetzt noch gelingt, den deutlichen Punkterückstand aufzuholen.

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  • ViolA sagt:

    ich drücken den mädels die daumen und bin auch überzeugt, dass sei noch eine chance haben den klassenerhalt zu sichern. motiviert sind sie auf jeden fall und seit der winterpause machen sie auch ordentlich druck. mal sehen ob sie das noch schaffen. abhängig ist das aber wie immer nicht nur von ihnen und die 3 kandidaten direkt vor den abstiegsplätzen sind allesamt auch ordentlich am wackeln. saarbrücken hat zwar gewonnen am letzten spieltag, hätte aber ohne ihre stürmerin alt ausgesehen und hätte durchaus noch 2 pkt verlieren können. der hsv spielt seit einigen spielen nicht gut und rutscht praktisch alle 2-3 spieltage einen platz runter. tjo und crailsheim… ich würd sagen es bleibt spannend, oben wie unten und wir dürfen gespannt sein wer am ende drin bleibt und wer nicht.

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