Umeå dank Auswärtstorregel im UEFA-Pokal-Endspiel

Von am 6. April 2008 – 18.29 Uhr

Sonia Bompastor„Es ist leichter auf Sieg als auf ein 0:0 zu spielen“, hatte Umeå-IK-Trainer Andrée Jeglertz vor dem Rückspiel im UEFA-Pokal-Halbfinale gegen Olympique Lyon erklärt. Doch am Ende sorgten seine Spielerinnen vor 3.372 Zuschauern im Gammliavallen für eine Punktlandung und zogen mit einem torlosen Remis zum fünften Mal ins UEFA-Pokal-Finale ein, wo man zum dritten Mal auf den 1. FFC Frankfurt treffen wird.

Das 1:1 im Hinspiel vor einer Woche reichte dem schwedischen Frauenfußball-Meister, um sich dank des auswärts erzielten Treffers einen Platz im Finale zu sichern. Doch UIK hatte Glück, an diesem Tag nicht als Verlierer vom Platz zu gehen.

Denn nach einer überlegenen Anfangsphase der Gastgeberinnen übernahm der französische Meister erst einmal das Kommando. Bereits nach einer guten Viertelstunde hätten die Gäste in Führung gehen können, doch nach einer Ecke der wieder genesenen Kapitänin Sonia Bompastor und einem Getümmel im Strafraum kam der Ball zu Camille Abily, die den Ball per Hinterkopf an die Latte setzte (16.).

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UIK verlegt sich auf Defensive
Und das Team von Trainer Farid Benstiti drückte weiter aufs Tempo. Bompastor hatte die nächste gute Gelegenheit für die Französinnen, doch bei einem Konter prallte sie mit Torhüterin Ulla-Karin Rönnlund zusammen. Die neu formierte UIK-Elf, in der mehrere Spielerinnen aufgrund des Fehlens von Elaine, Hanna Ljungberg und Karoline Westberg auf neuen Positionen spielen mussten, tat sich schwer und verlegte sich auf die Defensive. Hoda Lattaf (39.) fehlte genauso die Kaltschnäuzigkeit wie Abily kurze Zeit später (44.). Ramona Bachmann hatte mit einem Schuss kurz vor dem Halbzeitpfiff die beste Chance für die Gastgeberinnen.

Auch in den zweiten 45 Minuten war Frankreichs Vertreter zunächst das bessere Team, doch Umeå ließ nun in der Verteidigung immer weniger anbrennen. Katia scheiterte mit einem Schuss an Umeås Keeperin (52.), eine der wenigen Torchancen in der zweiten Halbzeit. Nach einer guten Stunde hatten die Schwedinnen Glück, dass ein Rückpass zur Torhüterin nicht mit einem indirekten Freistoß geahndet wurde (63.).

Pfosten rettet Schwedinnen
Kurz zuvor war Elodie Thomis für Lattaf in die Partie gekommen, um auf dem rechten Flügel noch einmal für frischen Wind zu sorgen. Doch beide Teams neutralisierten sich immer mehr, ohne sich zunächst weitere Torchancen zu erarbeiten. Doch in der Schlussminute stockte den Zuschauern der Atem: Thomis war es, die in der Nachspielzeit Bompastor noch einmal einsetzte, doch die traf aus fünf Metern den Ball nicht voll und der Außenpfosten rettete den Schwedinnen den Finaleinzug (91.).

„Eine gute Mannschaft hat auch Glück“, so Frida Östberg nach dem glücklichen Remis. Und Torhüterin Ulla-Karin Rönnlund freute sich: „Das war stark, dass wir weitergekommen sind. Alle haben wirklich hart dafür gearbeitet. Jetzt freuen wir uns auf die beiden Spiele gegen Frankfurt im Finale.“

Schweres Finale
UIK-Trainer Jeglertz zeigte sich nach der Partie beeindruckt: „Das hier war ein unglaublicher Sieg für den Frauenfußball und für mich der schönste Moment, seit ich in Umeå bin. Wir hatten die Partie praktisch die ganze Zeit im Griff.“

Über seinen Finalgegner meint er: „Frankfurt hat eine richtig starke Mannschaft mit vielen individuellen Starspielerinnen, die wir aus der Nationalmannschaft kennen. Sie spielen einen offensiven und schönen Fußball, das wird sicherlich eine ganz schwere Aufgabe.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.