Berliner Fußballfilmfestival zeigt „Football Under Cover“

Von am 4. April 2008 – 14.57 Uhr 1 Kommentar

Football under Cover beleuchtet den Frauenfußball im IranWer in Berlin oder Umgebung wohnt, sollte sich in den kommenden Tagen das vom Berliner Verein für Fußballkultur „Brot & Spiele e.V.“ veranstaltete 5. Internationale Fußballfilmfestival „11mm“ (4. bis 7. April 2008) im Festivalkino Babylon in Berlin-Mitte nicht durch die Lappen gehen lassen.

Angefangen von der Deutschlandpremiere der in Italien und Spanien umjubelten Spielfilm-Biografie „Maradona – La mano de dios“ (Die Hand Gottes) über „Once In A Lifetime“, einer wunderschönen Geschichte über den US-Fußballverein Cosmos New York bis hin zu packenden Streifen wie „Streets of Rio“ über das tragische Schicksal eines brasilianischen Talents reicht das breite Spektrum von 40 internationalen Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilmen aus 12 verschiedenen Ländern.

Und auch ein Film zum Thema Frauenfußball ist auf dem Festival zu sehen: „Football Under Cover“, der packende Dokumentarfilm über eine Kreuzberger Frauenfußball-Mannschaft, die nach Teheran reist, um dort gegen die iranischen Frauenfußball-Nationalmannschaft anzutreten, begeisterte bereits auf der Berlinale das Publikum.

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Der von den Regisseuren David Assmann und Nayad Ajafi gedrehte Streifen räumte bei der 58. Berlinale gleich drei Preise ab. Im Rahmen der Teddy Awards bekam er unter anderem den Preis als bester Dokumentarfilm.

Fesselnder Film
„Dem Gewinnerfilm gelingt es sehr filmisch und unglaublich fesselnd, auf subtile und humorvolle Weise die Geschlechterrollen im Sport in islamischen Gesellschaften zu zeigen“, hieß es in der Begründung der international besetzten Teddy-Jury. Der Teddy Award ist ein seit 1987 verliehener Preis für Filme im Rahmen der Berlinale, die sich mit schwul-lesbischen und geschlechterspezifischen Themen auseinandersetzen.

Trailer zu „Football Under Cover“
 
Auch die Publikumswahl zum Friedensfilmpreis 2008 hat „Football Under Cover“, der bei der Berlinale in der Sektion „Perspektive Deutsches Kino“ lief, gewonnen – knapp vor dem Preisträger des Friedensfilmpreises „Buddha zerfiel vor Scham“. Der Friedensfilmpreis wurde 1986 von Berliner Friedensgruppen gestiftet und ist mit 5.000 Euro dotiert. Seitdem ist er fester Bestandteil der Internationalen Filmfestspiele Berlin und wird jährlich verliehen.

Männer müssen draußen bleiben
Teheran, April 2006: Vor mehr als 1000 jubelnden Frauen findet das erste offizielle Freundschaftsspiel zwischen der iranischen Frauenfußball-Nationalmannschaft und einer Berliner Mädchenbezirksmannschaft statt. Auf den Rängen wird getobt, es wird gesungen und getanzt, über dem Stadion schwebt eine geballte Ladung Frauenpower. Draußen vor den Toren ein paar Männer, die versuchen, einen Blick durch den Zaun zu erhaschen. Für sie ist der Eintritt heute verboten.
Vor diesem Ereignis liegt ein Jahr harter Arbeit für die jungen Frauen der beiden Mannschaften. Doch am Ende, nach Überwindung zahlreicher Hindernisse, wird tatsächlich gespielt. Und diese 90 Minuten sind mehr als ein Fußballspiel. Hier entlädt sich der Wunsch nach Selbstbestimmung und Gerechtigkeit, und es wird klar: Veränderung ist möglich.

Kinostart am 24. April
Die Vielfalt der Filmthemen auf dem Berliner Festival belegt, welchen Stellenwert die Gattung „Fußballfilm“ inzwischen erlangt hat. Sie spiegelt die breite gesellschaftliche Akzeptanz und Verwurzelung des Fußballs wieder. Die Zuschauer sind inzwischen bereit, sich auf Fußballfilme und –stoffe einzulassen.

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Wer keine Chance hat, sich „Football Under Cover“ in Berlin anzuschauen, kann dies nachholen, denn der Film kommt am 24. April bundesweit in die deutschen Kinos. Und rechtzeitig zum Kinostart wird Euch Womensoccer.de den Film dann auch noch näher vorstellen, inklusive eines Gewinnspiels, bei dem Ihr T-Shirts und Freikarten gewinnen könnt.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • Markus Juchem sagt:

    Beim fünften internationalen Fußballfilmfestival 11mm in Berlin hat der Film „Die besten Frauen der Welt“ von Regisseurin Britta Becker den Publikumspreis „Die Goldene 11“ erhalten.

    Der Dokumentarfilm über die deutsche Frauen-Nationalmannschaft auf ihrem Weg zum Gewinn der Weltmeisterschaft 2007 in China setzte sich in der Gunst des Publikums knapp gegen den Frauen-Fußballfilm „Football under cover“ durch.

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