Tanja Schett auf den Spuren von Bibiana Steinhaus

Von am 2. April 2008 – 16.00 Uhr 2 Kommentare

Premiere in Österreich: Zum ersten Mal wird am kommenden Wochenende eine österreichische Frauenfußball-Schiedsrichterin ein Spiel in Österreichs Männer-Fußball-Bundesliga pfeifen.

Die Kärntnerin Tanja Schett wird bei der Zweitligapartie FC Austria Wien II gegen FC Lustenau im Franz-Horr-Stadion ihr Debüt geben. Eine leichte Aufgabe, glaubt die 33-jährige FIFA-Schiedsrichterin.

Schett, die zuletzt das UEFA-Pokal-Halbfinale zwischen Olympique Lyon und Umeå IK (1:1)  sowie das Endspiel beim Algarve Cup in Portugal zwischen den USA und Dänemark (2:1) leitete, freut sich auf die Herausforderung.

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„Ein bisschen aufgeregt bin ich schon, aber die Freude über meinen ersten Einsatz in der zweiten Liga dominiert.“ Die bisher einzige Frau, die in Österreichs Profifußball zum Einsatz kam, war die Schweizerin Nicole Petignat, die im Rahmen eines österreichisch-schweizerischen Schiedsrichteraustauschs einige Spiele in Österreichs höchster Spielklasse leitete.

Leichte Aufgabe
Schett hofft auf weitere Einsätze: „Ob ich noch weiter hinaufkomme, weiß ich nicht. Ich muss mich einfach in jedem Spiel behaupten, für mich ist jedes Spiel das wichtigste.“ Als Frau sei es leichter, Spiele im Männerfußball zu leiten, glaubt sie: „Frauen sind Frauen gegenüber zickiger, Männer behandeln eine Schiedsrichterin respektvoller.“

Schett sie sich zwar in einer Vorreiterrolle, meint aber, dass die Aufstiegsmöglichkeiten begrenzt sind: „Ich glaube nicht, dass eine Frau jemals ein Champions-League-Finale leiten wird. So realistisch muss man sein.“

Im vergangenen Jahr hatte die Polizeibeamtin Bibiana Steinhaus in Deutschland für Furore gesorgt, als sie ihr Debüt als Schiedsrichterin im deutschen Profifußball gab.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

2 Kommentare »

  • oliist sagt:

    Warum so pessimistisch Frau Schett?
    Niemals ist eine verdammt lange Zeitspanne,die ganz sicher vom Drang zur Veränderung überdauert werden wird.
    Auf daß eines nicht allzufernen Tages ein weiblicher Homo sapiens sogar ein Männer WM Finale leiten wird.
    Viva la Emancipation. 🙂

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  • Markus Juchem sagt:

    Ich fand ihre Aussage auch zu pessimistisch. Das ist möglicherweise in den kommenden fünf bis zehn Jahren noch nicht realistisch, aber etwas weiter gedacht sicherlich schon.

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