Frankfurt macht es unnötig spannend

Von am 29. März 2008 – 19.27 Uhr

Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Frankfurt behielt die OberhandDer 1. FFC Frankfurt hat sich mit einem 4:2 (2:0)-Sieg im Hinspiel des UEFA-Pokal-Halbfinales gegen CS Bardolino Verona eine ordentliche Ausgangsposition verschafft, aber die Chance vertan, noch vor dem Rückspiel in einer Woche alles klar zu machen.

Die Frankfurterinnen hatten bis auf die Anfangsviertelstunde der zweiten Halbzeit mehr vom Spiel, der späte zweite Gegentreffer der Italienerinnen sorgt jedoch noch einmal für ungewollte Spannung.

Für den ersten Paukenschlag sorgte Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks vor der Partie. Renate Lingor stand nicht im 18-er Kader für das wichtige Kräftemessen mit dem italienischen Meister.

Anzeige

Tritschoks ließ seine Startformation gegenüber dem 4:0-Sieg im DFB-Pokalhalbfinale gegen Bayern München unverändert und schenkte dem siegreichen Team vom vergangenen Montag das Vertrauen.

Schneller Führungstreffer
Birgit Prinz trifft zum 2:0Die stattliche Zahl von 5.190 Zuschauern hatte kaum Platz genommen, da durfte bereits das erste Mal gejubelt werden. Nach präziser Flanke von Petra Wimbersky verwertete Conny Pohlers per Kopf zur schnellen 1:0-Führung (5.).

Doch der Gast aus Verona versteckte sich keineswegs und beschäftigte immer wieder vor allem durch Stürmerin Melania Gabbiadini die linke Abwehrseite der Frankfurterinnen.

Nach einem Fehler von Gina Lewandowski hatte die italienische Nationalstürmerin die Chance zum Ausgleich, doch Torhüterin Silke Rottenberg hatte mit dem 20-Meter-Schuss keine Probleme (8.).

Pia Wunderlich musste verletzt vom PlatzVerletzung von Wunderlich
Die schönste Kombination des Spiels führte zum zweiten Frankfurter Treffer: Sarah Günther schickte mit einem präzisen Pass Pohlers am linken Flügel auf die Reise, deren Hereingabe verwertete Birgit Prinz zur 2:0-Führung (19.). Nach einem Zweikampf mit Valeria Magrini musste Pia Wunderlich mit einer Knieverletzung vom Feld, für sie kam Karolin Thomas (27.). Noch vor der Pause hätte der deutsche Meister alles klar machen können, doch Sandra Smisek vergab freistehend vor dem Tor (39.).

Zur zweiten Halbzeit kam Kerstin Garefrekes für Smisek in die Partie. Die Frankfurterinnen fühlten sich ihrer Sache wohl schon zu sicher, denn die ersten 15 Minuten der zweiten Halbzeit wurden komplett verschlafen. Maria Sorvillo gelang nach einem Eckball mit einem Schuss aus der zweiten Reihe der Anschlusstreffer (47.), nur Sekunden später hatten die Italienerinnen eine gute Ausgleichschance.

FFC im Wechselbad der Gefühle
Nach einer Stunde besannen sich die Gastgeberinnen wieder ihrer eigenen Stärke. Pohlers im Zusammenspiel mit Garefrekes scheiterte jedoch genauso knapp wie Prinz mit einem Lattenschuss (61.). Bardolino kam dennoch noch zweimal dem Ausgleich nahe, etwa bei einem Schuss von Patrizia Panico, nachdem die unsichere Lewandowski ausgerutscht war (70.) oder auch als Gabbiadini den Ball freistehend über das Tor setzte (73.). Und Frankfurt hatte Glück, dass es nach einem Foul von Rottenberg an Panico nicht Elfmeter für die Gäste gab (76.).

Conny Pohlers erzielt den vierten Frankfurter TrefferDoch Frankfurt schaltete noch einmal einen Gang höher. Garefrekes kam immer besser in die Partie und bereitete mustergültig das 3:1 durch Prinz vor, die aus 14 Metern Torhüterin Carla Brunozzi keine Chance ließ (79.). Und Pohlers schien nach erneuter toller Vorarbeit von Garefrekes die Frankfurterinnen mit ihrem zweiten Treffer aller Sorgen zu entledigen (82.). Aber Gabbiadini nutzte einen groben Abwehrschnitzer Frankfurts zum zweiten Treffer, der den Italienerinnen die Hoffnung zurückbrachte.

Dumme Gegentore
Das Fazit von FFC-Trainer Tritschoks fiel entsprechend durchwachsen aus: „Die Gegentore waren dumme Tore. Ich bin aber felsenfest davon überzeugt, dass wir vieles im Rückspiel besser machen werden. Aber ich weiß auch, dass wir noch 90 harte Minuten vor uns haben werden.“

Gäste-Trainer Renato Longega erklärte: „Der Frankfurter Sieg war verdient. Wir wurden mit dem 0:1 kalt erwischt. Ich habe bei meiner Elf nicht nur Schwächen gesehen, sondern auch starke Momente. Wir rechnen uns nach diesem Ergebnis für das Rückspiel noch Chancen aus.“

Tags: , ,

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.