UEFA-Pokal: Frankfurt vor „lösbarer Aufgabe“

Von am 28. März 2008 – 18.27 Uhr 1 Kommentar

Dr. Hans-Jürgen Tritschoks, Trainer von Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC FrankfurtNur fünf Tage nach dem Einzug ins Finale des DFB-Pokals steht für Frauenfußball-Bundesligist 1. FFC Frankfurt die nächste Bewährungsprobe auf europäischer Ebene auf dem Programm. Im Halbfinale des UEFA-Pokals empfängt das Team von Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks am Samstag, 29. März, 15.00 Uhr (live im hr-fernsehen und hr-Livestream), den italienischen Meister CF Bardolino. 

Für die Frankfurterinnen gilt es, sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel eine Woche später zu erarbeiten. Doch der deutsche Meister kann nicht seine stärkste Formation aufbieten.

Verletzungsbedingt müssen Weltmeisterin Saskia Bartusiak und auch Svenja Huth passen, die sich beide einen Muskelfaserriss zugezogen haben. „Die Zusammensetzung des endgültigen Kaders wird erst kurz vor der Partie feststehen“, so Tritschoks, der somit weiterhin offen lässt, ob Mittelfeldregisseurin Renate Lingor zum Einsatz kommt, die im DFB-Pokalhalbfinale bei Bayern München nicht eingesetzt wurde.

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Ein wenig schwer tut man sich bei der Beurteilung der Stärke des Gegners, doch ein Sieg gegen Kolbotn IL und ein 3:3-Remis gegen den amtierenden Titelträger Arsenal sollten Warnung genug sein, den Gegner aus Italien nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. „Vom Niveau her gehören sie zum oberen Bundesligadrittel“, glaubt Tritschoks, der CF Bardolino im Vergleich zu den beiden anderen Halbfinalisten Olympique Lyon und Umeå IK als „lösbare Aufgabe“ bezeichnet.

Bardolino in Italien unangefochten
In der italienischen Liga führt das Team mit sieben Punkten Vorsprung souverän die Tabelle an. Die Mannschaft stellt fünf aktuelle italienische Nationalspielerinnen, die zuletzt auch am Algarve Cup in Portugal teilnahmen. Etwa die starke Stürmerin Patrizia Panico, deren mehr als 100 Länderspiele ein Beleg für ihre Erfahrung und Klasse sind.

Doch auch die schnelle Sturmpartnerin Melania Giabbiadini stellte in Portugal und am vergangenen Wochenende mit zwei Treffern in der Liga ihre Stärke unter Beweis. Valentina Boni sorgt im Mittelfeld für das kreative Aufbauspiel im kompakten und zweikampfstarken Team.

Aufgrund der Auswärtstorregel will der FFC vor allem „zu Null spielen“ (Tritschoks), bis zu 5.000 Fans sollen die Elf beim Projekt Finaleinzug unterstützen. „Sollte sich der Frühling besinnen und einigermaßen schönes Fußballwetter zulassen, rechne ich mit einer Rekordkulisse“, so FFC-Manager Siegfried Dietrich. Im Vorverkauf gingen schnell alle Sitzplatzkarten weg, nur noch knapp 1.000 Stehplatzkarten standen Anfang der Woche zur Verfügung.

Große Herausforderung
Die dreifache Weltfußballerin Birgit Prinz erklärt: „Die ganze Mannschaft blickt mit Vorfreude auf das Spiel. Die Begegnung gegen eine Mannschaft mit vielen Nationalspielerinnen wird sicherlich schwer, gleichzeitig stellt aber gerade das, eine große Herausforderung dar. Wenn wir die Aufgabe konzentriert angehen und unsere beste Leistung abrufen, bin ich zuversichtlich, dass wir mit guten Voraussetzungen nach Verona reisen.“

Dietrich glaubt, dass seine Spielerinnen zusätzlich motiviert sind, da ein potenzielles Finale möglicherweise in der großen Commerzbank-Arena ausgetragen würde. „Allein der Gedanke wird eine zusätzliche Motivation auslösen.“

Gäste voller Zuversicht
Nach der gelungenen Generalprobe, einem 4:0-Sieg gegen Torino ACF, ist man auch bei den Italienerinnen zuversichtlich, sich in Frankfurt eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel eine Woche später zu sichern. Trainer Renato Longega freute sich über das „sehr gute Spiel, vor allem in der ersten Halbzeit. Ich glaube, wir sind in sehr guter Form.“

Patrizia Panico brennt darauf, den Frankfurterinnen ein Bein zu stellen. „Wir haben auf diese beiden Spiele monatelang gewartet und jetzt ist es soweit. Die heimische Liga hat zwar mentale und physische Energie gekostet, aber jetzt können wir uns auf das Spiel konzentrieren. Wir werden mit Ruhe und Selbstvertrauen zu Werke gehen.“

Dabei war in den Wochen zuvor nicht alles rund gelaufen, wie zwei Unentschieden in Auswärtsspielen belegten. „Wir haben hart an einigen Problemen gearbeitet. Unser Training hat sich bezahlt gemacht. Wir sind bereit für Frankfurt“, so Verteidigerin Roberta Stefanelli.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

1 Kommentar »

  • oliist sagt:

    Hier sind die Worte “lösbare Aufgabe“ ein Zeugnis von realistischer Einschätzung,im Gegensatz zum Artikel etwas weiter unten.I am looking at you Bayern Munich bzw Sissy Raith. 😉
    Sorry,aber ich konnte es mir nicht verkneifen.

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