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Kräftiges Lebenszeichen von Wattenscheid – Favoriten siegen

Von am 25. März 2008 – 15.11 Uhr

Frauenfußball-Bundesligist Wattenscheid 09 wurde für den Kampfgeist belohntFrauenfußball-Bundesligist SG Wattenscheid 09 hat sich mit einem Ausrufezeichen zurück im Kampf um den Klassenerhalt in der Frauenfußball-Bundesliga gemeldet. Das Team um den neuen Trainer André Birker feierte einen überraschenden 1:0 (0:0)-Auswärtserfolg beim VfL Wolfsburg und hat somit wieder Anschluss an das rettende Ufer gefunden.

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Den Treffer des Tages erzielte Lena Wermelt in der 55. Minute, die nach einem Freistoß von Kerstin Stegemann die Verwirrung in der Abwehr der Gastgeberinnen ausnutzte und am langen Pfosten stehend mit ihrem ersten Pflichtspieltreffer aus kurzer Distanz verwertete.

Birker freute sich nach der Partie: „Ich bin mit der Leistung meiner Mannschaft zu 100% zufrieden. Wir haben taktisch diszipliniert gespielt und hatten auch in den entscheidenden Situationen das entsprechende Quäntchen Glück, um die Partie zu unseren Gunsten zu entscheiden. Wichtig war dass die Mannschaft gesehen hat, dass sie noch gewinnen kann.“

Ergebnisse 12. Spieltag
Tabelle

Den erst zweiten Saisonsieg hatten die Wattenscheiderinnen auch ihrer starken Torhüterin Nadine Richter zu verdanken, die beste Chancen der überlegenen Wölfinnen zunichte machte. Doch auch die Gäste hatten weitere Gelegenheiten zu Toren zu kommen, etwa durch Kerstin Stegemann, die bei einem 20-Meter-Schuss nur den Pfosten traf.

Dank einer geschlossenen Mannschaftsleistung verdiente sich der Tabellen-11. drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Für Wolfsburg hingegen war es die erste Pleite nach fünf Spielen ohne Niederlage.

Duisburg mit starker zweiter Halbzeit
Trotz ungewohnt winterlicher Verhältnisse fanden 900 Zuschauer den Weg ins PCC-Stadion Homberg, um dem Heimspiel des FCR 2001 Duisburg gegen den Hamburger SV beizuwohnen. Und sie sollten ihr Kommen nicht bereuen.

Nach torloser erster Halbzeit sorgten Stephanie Goddard (49.), Anne van Bonn (66.), Inka Grings (77.) und Weltmeisterin Simone Laudehr (85.) für den am Ende doch deutlichen Sieg. Dabei hätten sich die Duisburgerinnen zur Halbzeit über einen Rückstand nicht beklagen dürfen.

Doch Duisburgs Torhüterin Katrin Längert machte mit starken Paraden im gesamten Spielverlauf beste Hamburger Chancen zunichte oder die Latte kam zu Hilfe. In den zweiten 45 Minuten brachte Goddard mit ihrem dritten Saisontreffer die Gastgeberinnen auf die Siegerstraße, nachdem direkt zuvor erneut Längert eine gute Chance der Hanseatinnen vereitelt hatte.

Turbine mit Geduld zum Sieg
Isabel Kerschowski leitete mit ihrer Flanke auf den Kopf von Babett Peter nach einer halben Stunde Spielzeit mustergültig die 1:0-Führung ein (29.). Doch wer gedacht hatte, dies würde Ruhe ins Spiel der Potsdamerinnen bringen, sah sich getäuscht. Claudia Nußelts möglicher Ausgleich kurz vor der Pause wurde nur durch die Querlatte verhindert (44.).

Wenige Minuten vor dem Abpfiff hatte Julia Manger mehr Erfolg. Die 19-Jährige setzte sich vehement gegen die Potsdamer Defensive durch und schob aus 14 Metern halbrechter Position den Ball zum 1:1-Ausgleich im Netz (83.).

Doch Potsdams Spielführerin Jennifer Zietz verdarb den Crailsheimerinnen fast im Gegenzug den Punktgewinn, als sie mit einem Freistoß aus 30 Metern erfolgreich war (85.) und zum 2:1-Endstand traf.

Zwar sind die Potsdamerinnen spielerisch noch lange nicht am Limit, umso wichtiger der Dreier, der den dritten Tabellenplatz untermauerte. „Wir werden auch zukünftig wieder mit drei Stürmerinnen auflaufen, da dies einfach unserem Spiel entspricht“, verteidigte Potsdams Trainer Bernd Schröder seine Taktik.

Sein Gegenüber Andreas Haferkamp meinte: „Die Mädels haben hervorragend gearbeitet, sich nicht versteckt und stets an sich geglaubt.“ Der Siegtreffer der Turbinen zum 2:1 sei „halt unglücklich gefallen.“

Bad Neuenahr kommt immer besser in Schwung
Die SG Essen-Schönebeck ist in Bad Neuenahr ein gern gesehener Gast. In den Vorjahren wurden die Essenerinnen mit 6:0 und 5:0 nach Hause geschickt, diesmal begnügten sich die Gastgeberinnen mit einem nicht minder überzeugenden 4:0(1:0)-Sieg, der das Team in der Tabelle auf Platz 4 beförderte.

Highlights der Partie

Auf Bad Neuenahrer Seite kommt Célia Okoyino da Mbabi nach ihrer Verletzung immer besser in Schwung, auch Uschi Holl im Tor wusste in den ersten 45 Minuten mit guten Paraden zu gefallen. Okoyino da Mbabi brachte ihr Team bereits nach zehn Minuten nach feinem Pass von Nadine Fols in Führung, doch danach ließen es die Bad Neuenahrerinnen etwas zu gemächlich angehen.

Auf Seiten der Gäste feierte Linda Bresonik nur fünf Wochen nach dem Eingriff an ihrem Knie ein überraschendes Comeback, ohne jedoch Akzente setzen zu können. In der zweiten Halbzeit drückte das Team von Trainerin Sandra Minnert aufs Tempo und wurde belohnt. Die eingewechselte Sarah Schmitz brauchte den Ball nach einem Querschläger von Essens Stephanie Mpalaskas nur noch über die Linie zu drücken.

Auch durch den folgenden Schneefall und den neuen orangefarbenen Spielball ließen sich die Gastgeberinnen nicht aus der Ruhe bringen. Erneut Okoyino da Mbabi (72.) und in der Nachspielzeit Anne-Katrin Sabel sorgten in einer ruppigen Partie für klare Verhältnisse.

Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.