DFB-Elf glanzlos ins Spiel um Platz 3 – USA und Dänemark erneut im Finale

Von am 11. März 2008 – 17.13 Uhr

Die deutsche Frauenfußball-Nationalmannschaft hat sich am abschließenden Gruppenspieltag beim Algarve Cup mit einem 2:0 (1:0)-Sieg gegen Schweden die Teilnahme am Spiel um Platz 3 gesichert. Dort trifft die DFB-Elf am Mittwoch, 12. März, 12.30 Uhr (keine TV-Übertragung!), in einer Neuauflage des WM-Halbfinales auf Norwegen.

Das Endspiel bestreiten wie schon im Vorjahr die USA und Dänemark, für Chinas Trainerin Elisabeth Loisel wird die Luft nach der Niederlage gegen Italien immer dünner.

Im 16. Duell zwischen Deutschland und Schweden neutralisierten sich beide Teams zu Beginn. Die DFB-Elf wirkte in einigen Situationen etwas fahrig, Schweden war aber in seinen Offensivbemühungen zu harmlos, um den Weltmeister vor ernste Probleme zu stellen. Mit der ersten nennenswerten Chance ging Deutschland in Führung: Nach einer schönen Kombination über Simone Laudehr und Birgit Prinz verwertete die wieder genesene Sandra Smisek trocken zur Führung (25.).

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Führung durch Smisek
Endlich kam etwas mehr Linie ins deutsche Spiel, doch Torchancen blieben auf beiden Seiten Mangelware. Etwas mehr Unterhaltung bot die zweite Halbzeit, Renate Lingor hatte mit einem Schuss von der Strafraumgrenze die erste Chance in Halbzeit zwei (50.). Das Team von Bundestrainerin Silvia Neid war nun insgesamt besser im Spiel, wie auch eine schöne Aktion von Melanie Behringer belegte, die aber nicht vom Erfolg gekrönt war (66.).

Für Aufregung hatte kurz zuvor ein Zusammenprall von Torhüterin Silke Rottenberg mit Schwedens Stürmerin Jessica Landström gesorgt. Die Frankfurterin spielte zwar noch eine gute Viertelstunde weiter, ging aber dann mit Sehstörungen auf dem linken Auge vom Feld (74.). Am Abend gab die DFB-Crew aber dann bereits Entwarnung.

Neuer Schwung dank Goeßling
Mit der Einwechslung von Lena Goeßling in der 80. Minute kam noch einmal etwas Schwung ins deutsche Spiel. Das deutsche Team hatte Glück, nicht den Ausgleich zu kassieren. Denn die eingewechselte Johanna Almgren schob den Ball nach schwerem Fehler von Ariane Hingst aus 15 Metern freistehend knapp am Tor von Angerer vorbei (85.).

Doch dann fiel die Entscheidung, als Petra Wimbersky beim Eindringen in den Strafraum von Schwedens Torhüterin Kristin Hammarström behindert wurde, die Schiedsrichterin zur Überraschung aller auf Elfmeter entschied. Prinz bedankte sich für das Geschenk und verwandelte sicher zum 2:0-Endstand.

Bundestrainerin Silvia Neid war zufrieden: „Unsere Abwehrreihe stand wirklich sehr gut. Im Angriff hat uns noch ein wenig der Rhythmus gefehlt, aber mit dem schnellen Umschalten bin ich schon ganz zufrieden in diesem Stadium.”

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Dänemark: Mit Minimalismus ins Finale
Mit dem dritten 1:0-Sieg in Serie hat Dänemark zum zweiten Mal in Folge das Finale beim Algarve Cup erreicht. Cathrine Paaske-Sørensen schoss nach ereignisarmen ersten  45 Minuten kurz nach Beginn der zweiten Halbzeit den entscheidenden Treffer (50.). Katrine S. Pedersen hatte einen Freistoß getreten, Paaske-Sørensen beim anschließenden Getümmel im Strafraum am Schnellsten reagiert.

Die Torschützin erklärte nach der Partie: „Wir hatten schon damit gerechnet, dass das ein schweres Spiel wird. Ich bin natürlich zufrieden darüber, dass ich das entscheidende Tor geschossen habe und so zum Matchwinner geworden bin.“

USA mit furioser zweiter Halbzeit
Eine Halbzeit lang konnte Norwegen hoffen, ins Finale beim Algarve Cup einzuziehen, denn das Team von Trainer Bjarne Berntsen hatte mehr vom Spiel und erarbeitete sich zahlreiche Torchancen. Doch in den zweiten 45 Minuten sorgten die Amerikanerinnen mit vier Treffern für einen unerwartet klaren Sieg. Natashai Kai (55.), Abby Wambach (57.), Heather O’Reilly (65.) und Amy Rodriguez (90.) sorgten für zufriedene Gesichter im US-Team.

„Ich habe eine Menge gelernt aus diesem Spiel“, so US-Trainerin Pia Sundhage nach der Partie. „Wir hatten 45 schwierige Minuten, haben aber immer an uns geglaubt und uns nicht beirren lassen.“

China setzt Niederlagenserie fort
Man braucht wohl kein großer Prophet zu sein, um die Zukunft von Elisabeth Loisel als Trainerin der chinesischen Frauen-Nationalmannschaft in Frage zu stellen. Spätestens nach der 0:2 (0:1)-Niederlage gegen Italien dürfte die Luft immer dünner werden. Ein Treffer kurz vor der Pause und ein weiterer von Patricia Panino eine halbe Stunde später bescherten den Italienerinnen ein Erfolgserlebnis.

Erstaunlich, dass die Squadra Azzurra ihrem asiatischen Gegner nicht nur in Sachen Physis, sondern auch technisch überlegen war und das Spiel bestimmte. „Heute habe ich eine italienische Mannschaft gesehen, die mir wirklich gefallen hat“, freute sich Trainer Pietro Ghedin. „Jetzt haben wir die tolle Gelegenheit, gegen Schweden zu spielen. Das war ein richtiger Härtetest im Hinblick auf die kommenden EM-Qualifikationsspiele.“

Alle Ergebnisse des 3. Spieltags im Überblick

Gruppe A:

Schweden – Deutschland 0:2 (0:1)
Tore: 0:1 Sandra Smisek (25.), 0:2 Birgit Prinz (86., Foulelfmeter)

Dänemark – Finnland 1:0 (0:0)
Tore: 1:0 Cathrine Paaske-Sørensen (50.)

Gruppe B:

USA – Norwegen 4:0 (0:0)
Tore: 1:0 Natashai Kai (55.), 2:0 Abby Wambach (57.), 3:0 Heather O’Reilly (65.), 4:0 Amy Rodriguez (90.)

China – Italien 0:2 (0:1)
Tore: 0:1 Pamela Conti (40.), Patricia Panico (70.)

Gruppe C:

Portugal – Island 0:3 (0:2)
Tore: 0:1 und 0:2 Margrét Lára Viðarsdóttir (15., 18.), 0:3 Katrín Jónsdóttir (69.)

Polen – Republik Irland 0:1 (0:1)
Tore: 0:1 Ciara Grant (35.)

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.