Frankfurt und Bad Neuenahr in Torlaune – Mittag erleidet Unterarmbruch

Von am 3. März 2008 – 1.47 Uhr

Anja Mittag von Frauenfußball-Bundesligist Turbine Potsdam im Pech4,8 Tore fielen im Schnitt in den fünf Spielen der Frauenfußball-Bundesliga am Sonntag. Meister 1. FFC Frankfurt bekräftigte zum Abschluss der ersten Saisonhälfte mit einem Kantersieg in Essen eindrucksvoll den Formanstieg der vergangenen Wochen.

Der SC 07 Bad Neuenahr deckte nicht weniger schonungslos die Schwächen des verletzungsgeplagten Aufsteigers Wattenscheid 09 auf, der FCR 2001 Duisburg kam auch ohne zahlreiche Stammspielerinnen zu einem souveränen Sieg gegen Bayern München.

Für die Potsdamerinnen kam es knüppeldick: Wie schon in der Vorwoche reichte es auch gegen Tabellenschlusslicht SC Freiburg nicht zum Sieg, zudem erlitt Nationalspielerin Anja Mittag einen Armbruch und fällt für den Algarve Cup aus.

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SG Essen-Schönebeck – 1. FFC Frankfurt 1:7 (1:5)
Drei Spiele, drei Siege, 16:2 Tore – viel eindrucksvoller hätte der 1. FFC Frankfurt seine Titelambition nach der Winterpause kaum untermauern können. Eine halbe Stunde lang konnte die SG Essen-Schönebeck vor 1.413 Zuschauern davon träumen, den Frankfurterinnen wie im Vorjahr Paroli bieten zu können. Den frühen Führungstreffer von Birgit Prinz (8.) glich Susanne Kasperczyk (19.) schnell mit einem fulminanten Distanzschuss aus. Doch nach dem verwandelten Foulelfmeter von Conny Pohlers (30.) brachen alle Dämme.

Erneut Pohlers (32.), die für die verletzte Sandra Smisek eingewechselte Renate Lingor (38.) und noch einmal Prinz (40.) sorgten binnen zehn Minuten für die Entscheidung. Zwei Tore von Petra Wimbersky in Halbzeit zwei (48. und 65.) machten die heftige Niederlage für die Essenerinnen perfekt. „Ich habe in den sieben Jahren als Essener Trainer noch nie ein so starkes Frankfurter Team gesehen“, so Essens Trainer Ralf Agolli, der allerdings bei sieben Gegentreffern auf eigenem Platz auch die eigene Taktik für die kommenden Spiele überdenken sollte.

„Wir haben nach vorne sehr stark agiert und schöne Tore erzielt“, lobte Frankfurts Trainer Dr. Hans-Jürgen Tritschoks, dessen Team auf einem guten Weg scheint im Hinblick auf die Halbfinalspiele in DFB-Pokal und UEFA-Pokal in wenigen Wochen.

Turbine Potsdam – SC Freiburg 1:1 (1:0)
Nach dem enttäuschenden Remis gegen den erstarkten Tabellenletzten SC Freiburg hat sich Turbine Potsdam aus dem Kreis der Meisterschaftsanwärter verabschiedet. Zehn Punkte Rückstand auf die Tabellenspitze zur Saisonhälfte sind wohl kaum noch gut zu machen. Zu schwankend in ihren Leistungen präsentiert sich die junge Mannschaft von Trainer Bernd Schröder noch, um bereits ganz vorne mitzuspielen.

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Doch noch mehr schmerzen als die verlorenen Punkte dürfte die Potsdamerinnen die schwere Verletzung von Stürmerin Anja Mittag, die sich bei einem Flugkopfball nach einer Stunde ohne gegnerische Einwirkung einen Bruch des linken Unterarms zuzog und in den nächsten Tagen operiert werden muss. Für den Algarve Cup fällt die 22-Jährige somit aus.

Isabel Kerschowski, eine der potenziellen Nachrückerinnen für Mittag, hatte die Gastgeberinnen nach 38 Minuten in Führung gebracht, doch Susann Hartel gelang in der zweiten Halbzeit (62.) der nicht unverdiente Ausgleich. Schon in der ersten Halbzeit hatte der Gast aus dem Breisgau überraschend die besseren Chancen gehabt und einen neuerlichen Beleg für den Aufwärtstrend erbracht.

FCR 2001 Duisburg – FC Bayern München 2:1 (0:0)
 „Ich bin über das Ergebnis froh, erleichtert, glücklich“, so Duisburgs Trainerin Martina Voss über den verdienten Sieg der „Löwinnen“ gegen über weite Strecke harmlose Münchnerinnen, die die Chance verpassten, sich endgültig im oberen Tabellendrittel festzusetzen und ihren eigenen Zielen an diesem Tag nicht gerecht wurden.

„Wir sind viel zu spät aufgewacht“, meinte die enttäuschte Bayern-Trainerin Sissy Raith, deren Spielerinnen mit den Köpfen möglicherweise schon ein wenig beim in drei Wochen anstehenden „Spiel des Jahres“ waren, dem DFB-Pokal-Halbfinale gegen den 1. FFC Frankfurt. Erst in der Schlussphase deuteten die Bayern ihr wahres Leistungsvermögen an. Zu spät, denn die in der Abwehr umsichtige Annike Krahn hatte das 1:0 erzielt (62.), Stephanie Goddard die Führung vier Minuten später ausgebaut (66.).

Der Anschlusstreffer von Bianca Rech (73.) war nicht genug, um die Gastgeberinnen ernsthaft in Gefahr zu bringen. „Gut, dass wir jetzt eine Pause von drei Wochen haben“, freut sich Voss, die eine ganze Reihe von verletzten Spielerinnen zu beklagen hat.

SC 07 Bad Neuenahr – SG Wattenscheid 09 7:0 (2:0)
Célia Okoyino da MbabiSchöner und erfolgreicher hätte das Comeback von Célia Okoyino da Mbabi (Bild) kaum ausfallen können. Nach elfmonatiger Verletzungspause erzielte sie gleich zwei Treffer (55. und 75.) beim furiosen 7:0-Erfolg gegen die überforderten Wattenscheiderinnen.

Isabell Bachor hatte mit ihren beiden Treffern (13. und 25.) bereits in der ersten halben Stunde die Weichen für den Sieg gestellt. In der zweiten Halbzeit brachen die personell stark geschwächten Wattenscheiderinnen völlig auseinander. Christina Graf (48.), Lydia Neumann (73.) und noch einmal Bachor (77.) sorgten für einen Kantersieg der starken Gastgeberinnen.

1. FC Saarbrücken – Hamburger SV 3:1 (1:1)
Nach vier Niederlagen in Folge kam der 1. FC Saarbrücken zu einem verdienten 3:1-Sieg gegen den Hamburger SV. Der Aufsteiger ließ sich durch den Rückstand von Denise Lehmann (25.) nicht aus der Ruhe bringen, noch vor der Pause sorgte Dzenifer Marozsan (43.) für den Ausgleich.

Lisa Schwab (60.) und Selina Wagner (88.) sorgten dann für drei wichtige Punkte im Kampf gegen den Abstieg. Denn der Aufsteiger hat nun bereits ein Polster von fünf Punkten auf den Vorletzten Wattenscheid und sieben Punkte auf Schlusslicht Freiburg.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.