Linda Bresonik: „Jetzt bin ich wieder da“

Von am 20. Februar 2008 – 23.20 Uhr 10 Kommentare

„Das Kapitel Linda Bresonik beim Frauenfußball-Bundesligisten FCR 2001 Duisburg ist endgültig beendet“, titelte die „Rheinische Post“ im Oktober 2005. Doch schon damals stellte sie die Frage: „Hätte die Ehe FCR/Bresonik wirklich in die Brüche gehen müssen?“ Die Antwort lautet: Offenbar nicht.

Denn nur zwei Jahre und vier Monate später wechselt die 24-Jährige erneut zum Vizemeister. Dem ist mit der Verpflichtung ein echter Überraschungscoup gelungen. „Beim FCR 2001 habe ich mich immer besonders wohl gefühlt. Jetzt bin ich wieder da“, so Bresonik.

Die Womensoccer-Leser waren sich uneinig, wohin Bresonik wechseln würde, nachdem sie ihren Abschied aus Essen verkündet hatte. So glaubten in unserer Umfrage etwa 25 Prozent eher an einen Wechsel zum VfL Wolfsburg, 20 Prozent dachten eher an Meister 1. FFC Frankfurt. 

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Den Ruhrpott im Herzen 

Doch so richtig überrascht der Wechsel nach Duisburg nicht. In einem Interview sagte Bresonik erst kürzlich: “Aber was ich am Ruhrpott toll finde, und warum ich nie weggehen werde, ist, dass da eine Großstadt neben der anderen ist. Man ist in zehn Minuten von einer Stadt in der anderen, und gerade das finde ich so toll.” 

Bresonik hat das Fußballspielen im Ruhrpott gelernt, bis zur C-Jugend spielte sie in Essen mit den Jungs im Verein. Schon ihr Vater spielte in der deutschen U21-Nationalmannschaft. Wohl nur ein lukrativer Wechsel ins Ausland könnte sie in Zukunft eine Weile von der geliebten Region fortlocken.

Signal für die Zukunft 

„Die Anforderungen in unserer Sportart sind enorm gestiegen, und die Vergabe der WM 2011 wirkt wie ein zusätzlicher Katalysator“, sagte Duisburgs Vorsitzender Ferdi Seidelt kürzlich in einem Interview. Die Luft an der Spitze wird dünner, der Kampf um Sponsoren spitzt sich zu. Kein Wunder also, dass man in Sachen Bresonik die Chance beim Schopfe packte und nun neben Simone Laudehr, Fatmire Bajramaj, Annike Krahn und Sonja Fuss eine weitere Weltmeisterin in den eigenen Reihen präsentieren kann, die sich gut vermarkten lässt. 

Neben den Plänen, ab der kommenden Saison in Martina Voss eine sportliche Leiterin zu installieren, ein weiteres Signal für alle anderen Spielerinnen sowie potenzielle Sponsoren, dass der FCR auch in Zukunft im Konzert der Großen mitmischen will. Zumal Bajramaj möglicherweise den Verein Richtung Wolfsburg verlassen wird, der sich ebenfalls in Zukunft noch breiter aufstellen möchte

Hohe Ziele 

Bresonik erklärt: „Ich freue mich sehr, dass ich ab der kommenden Saison beim Spitzenklub FCR 2001 Duisburg spielen werde. Da ist viel Potential vorhanden, ich möchte meinen Teil dazu beitragen, dass die hohen Ziele, die sich der Verein gesteckt hat, erreicht werden.“ 

Doch der Wechsel von Bresonik wirft auch Fragen auf. „Die Probleme werden nicht weniger durch diese Verpflichtung“, schreibt etwa ein Fan in einem Frauenfußball-Forum in Anspielung auf private Konstellationen vergangener Tage. Doch wie sagte schon Otto Rehhagel: Die Wahrheit liegt auf’m Platz. Langweilig wird es in Duisburg in Zukunft sicherlich nicht werden.

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

10 Kommentare »

  • Jin Park sagt:

    Hanebeck – Grings – Bresonik –> Konfliktpotenzial en masse

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  • Detlef sagt:

    @Jin Park,
    das glaube ich auch!!! Auch wenn ich das Wort „Zickenkrieg“, nicht besonders mag, gibt es sicher kein treffenderes Wort dafür, was da jetzt in Duisburg abgehen wird!!! Damit haben sich Seidelt & Co, keinen guten Dienst erwiesen!!!

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  • Crackfly sagt:

    Wir sind uns schon wieder uneins… Wir sollten uns mal wieder über die Natio unterhalten *g*

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  • Detlef sagt:

    @Melanie,
    wenn Du mal Deine rosarote Vereinsbrille absetzt, musst Du mir doch recht geben!!!

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  • Buxxom Blossom sagt:

    Dieser Wechsel ist völlig unverständlich, wenn man bedenkt, wie Bresonik 2005 dort beschimpft und rausgeekelt worden ist. Was geht bloß im Kopf dieser Spielerin vor sich, erneut zu diesem „Chaotenverein“ zu wechseln ?
    Jeder weiß doch, wie dort mit Spielerinnen umgegangen wird, die eine eigene Meinung haben. Außerdem ist die dortige Vereinsführung (?) absolut dilettantisch und unseriös, was sich ja durch diverse Skandale der Vergangenheit bestens belegen läßt. Man muß nur mit den Spielerinnen sprechen, die früher einmal bei diesem Verein gespielt haben – unfaßbar, was dort hinter den Kulissen vor sich geht.

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  • Markus Juchem sagt:

    @Buxxom Blossom: So schlecht kann die „dilettantische und unseriöse“ Vereinsführung des „Chaotenvereins“ nicht sein, wenn man in der Bundesliga um den Meistertitel mitspielt sowie das Halbfinale im DFB-Pokal und UEFA-Pokal erreicht hat, meinst Du nicht?

    Jeder Spielerin ist es ja zudem freigestellt, sich einen anderen Verein zu suchen, wenn es dort so unerträglich ist. Die Erfolge des Vereins sprechen eine andere Sprache.

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  • Buxxom Blossom sagt:

    Kommentar gelöscht wegen Verstoßes gegen die Leitlinien

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  • Buxxom Blossom sagt:

    Angst vor Meinungsfreiheit ?
    Ihr seid einfach nur erbärmlich……….

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  • Markus Juchem sagt:

    @Buxxom Blossom: Meinungsfreiheit ja, Beleidigungsfreiheit nein. Ich verweise noch einmal auf: http://www.womensoccer.de/blog-regeln/

    Wer damit nicht einverstanden ist, muss sich eine andere Plattform suchen.

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  • juve10 sagt:

    Das „Konfliktpotenzial“ hat wohl bei der Mannschaft neue Kräfte freigesetzt. Von „Zickenkrieg“ keine Spur – stattdessen:
    DFB Pokal, Uefa Cup, 3. Platz in der Buli…An dem Spruch „Die Wahrheit liegt aufm Platz“ is wohl was dran. Aber es gibt in jedem Verein Leute, die schon vor der Saison, bevor überhaupt der erste Ball gerollt ist, alles schlechtreden. Somit haben Linda & Co gezeigt, dass sie mit den Dingen aus der Vergangenheit sehr wohl professionell umgehen können.

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