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Loisel vor Rauswurf in China

Von am 13. Februar 2008 – 10.48 Uhr 5 Kommentare

Die Tage der früheren französische Frauenfußball-Nationaltrainerin Elisabeth Loisel, seit Oktober Trainerin der chinesischen Nationalmannschaft, scheinen offenbar bereits wieder gezählt. Zum wiederholten Mal ist es zwischen ihr und dem Team-Management zu Meinungsverschiedenheiten gekommen, berichten chinesische Medien. Vorläufiger Höhepunkt: Ein Streit über ein Abendessen.

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Nach Angaben der „Beijing Morning Post“ habe Loisel ihren Spielerinnen aus ernährungstechnischen Gründen die Teilnahme an einem vom Team-Management anberaumten Abendessen untersagt. Team-Manager Zhang Jianqiang reagierte prompt und scharf: „Das Wohlergehen des Teams liegt in Händen des Managements, nicht in denen der Trainerin. Sie hat kein Recht, sich einzumischen.“

Den chinesischen Teamoffiziellen ist das Auftreten der Französin zu forsch, zudem bemängeln sie ihre Bereitschaft, zuzuhören. Dem Bericht zufolge habe es auch Dissonanzen darüber gegeben, dass Loisel die 33-jährige Zhang Ouying zurück ins Team geholt habe. Dass in China die sportlichen Kompetenzen eines Trainers beschnitten und in Frage gestellt werden, ist nichts Neues.

Darüber hinaus sei Loisels Unpünktlichkeit den Verantwortlichen ein Dorn im Auge. Mehr als 20 Mal sei sie bereits zu spät erschienen, am Sonntag soll sie die Abfahrt zu einer Trainingseinheit des Teams verpasst, und dafür eine Strafe erhalten haben, berichten sina.com und L’Equipe übereinstimmend.

Auch die Leistungen des Teams beim Vier-Nationen-Turnier – ein 2:0-Sieg gegen Finnland, ein 0:0 gegen Kanada und eine 0:1-Niederlage gegen die USA – wurden in der Öffentlichkeit kritisch zur Kenntnis genommen. Loisels Elf bereitet sich derzeit auf den Ostasien-Pokal vor, der am kommenden Sonntag in Chongqing beginnt. Teilnehmer sind neben China die Nationalmannschaften aus Japan, Südkorea und Nordkorea.

Das Magazin „Titan Sports Weekly“ schreibt: „Es ist ein Ritt auf der Rasierklinge. Nur ein Sieg beim Ostasien-Pokal nächste Woche kann sie noch retten.“

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Markus Juchem (49) schreibt seit 2003 über Frauenfußball, für Medien wie Womensoccer.de, UEFA.com, FIFA.com, DFB.de, FAZ, NZZ und Kicker.

5 Kommentare »

  • Marielle sagt:

    Sagt mal, schreibt eigentlich Katja hier nichts mehr? Ich vermisse ihre geistreichen Kommentare. Ohne sie verflacht das doch hier alles ziemlich. Leider! Katja, bitte komm zurück!!!

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  • Detlef sagt:

    Marielle,
    ich vermute, dass Katja endlich ihr Studium beenden will, und deswegen im Moment, sicher andere Sachen im Kopf hat!!!
    Zum Thema,
    es ist schon krass, wie oft die Chinesen ihre Trainer wechseln!!! Vielleicht haben sie sich das vom tiefen Westen des Weltmeisters abgeschaut???

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  • Max Diderot sagt:

    Nicht, dass ich nicht wortakrobatischen Stilen zugeneigt wäre, aber die Bedeutung der (Teil-) Aussage „… vom tiefen Westen des Weltmeisters abgeschaut“ will und will mir nicht eingehen!
    Eine Herbert-Grönemeyer-Referenz oder die Aufforderung an die VR China der Binnenregion ebenso viel (steuerliche) Aufmerksamkeit zukommen zu lassen wie den Gebieten an der Küste?

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  • Detlef sagt:

    Max,
    Grönemeyer sang ja über Bochum!!! Duisburg liegt aber noch weiter (tiefer) im Westen!!!

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  • Dr. Gerhard Doehrn sagt:

    Nun, mit viel Glueck haben sie ja das erste Spiel im Ostasiencup gegen Suedkorea mit 3:2 gewonnen (Suedk. lag zwischenzeitlich mit 2:1 vorne), Japan gewann in letzter Minute noch mit 3:2 gegen Nordkorea.
    Gerhard z.Z. in China.

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